Mitunter stößt man beim Umgraben im Garten auf dicke weiße Engerlinge von fünf bis sieben Zentimetern Länge. Als Engerlinge werden die Larven verschiedener Blatthornkäferarten bezeichnet, zu denen beispielsweise Maikäfer, Junikäfer, Dungkäfer und Gartenlaubkäfer gehören, aber auch die imposanten Nashornkäfer und die schillernden Goldglänzenden Rosenkäfer.
Die Engerlinge leben je nach Art zwischen zwei und vier Jahren im Boden und ernähren sich anfangs von zersetztem Pflanzenmaterial, später aber vor allem von Pflanzenwurzeln. Aus gärtnerischer Sicht ist das mitunter ein Problem, denn insbesondere Gartenlaubkäfer, Junikäfer, Maikäfer und Dungkäfer können große kahle Stellen im Rasen verursachen.
Eine Bekämpfung ist jedoch nur bei massiven Schäden gerechtfertigt – und sie darf nur erfolgen, wenn zweifelsfrei feststeht, dass tatsächlich Blatthornkäfer für die Schäden verantwortlich zeichnen, und zwar solche, die nicht unter Artenschutz stehen! Festzustellen, zu welcher Käferart die gefundenen Engerlinge gehören, ist für Laien jedoch kaum möglich. Zur Bestimmung sollten Sie sich daher an entsprechende gärtnerische Beratungsstellen wenden.
Der faszinierende Nashornkäfer und der Goldglänzende Rosenkäfer zählen in Deutschland zu den geschützten Arten, weil ihre Bestände bereits stark dezimiert sind. Wer diesen Arten in seinem Garten begegnet, müsste dies daher eigentlich als Kompliment auffassen und darf sie keinesfalls bekämpfen. Auch im Fall des Maikäfers und anderer Arten ist zu überlegen, ob die Engerlinge nicht zugunsten der possierlichen erwachsenen Käfer toleriert werden können. Sie können die Engerlinge auch einfach auf den Kompost setzen und ihnen erlauben, sich dort einzugraben und zu entwickeln. Übrigens: Im Beet werden die Larven deutlich seltener zum Problem als im Rasen, da sie auf Bodenbearbeitungsmaßnahmen sehr empfindlich reagieren. Wer seinen Rasen ohnehin regelmäßig vertikutiert, hat daher ebenfalls weniger Probleme mit Engerlingen.
Falls tatsächlich massive Rasenschäden auftreten und diese zweifelsfrei auf die Larven eines nicht geschützten Blatthornkäfers zurückzuführen sind, können Sie gegen die Larven parasitäre Nematoden einsetzen. Parasitäre Nematoden sind winzige, für Menschen und Haustiere vollkommen ungefährliche Fadenwürmer – und ein wirksames Mittel gegen eine Vielzahl von unerwünschten Gartenbesuchern. Die Nematoden nutzen Wirtstiere, um sich in deren Körper zu vermehren. Zu diesem Zweck suchen sie im Boden aktiv nach derartigen Wirten. Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita sind zum Beispiel auf Schnecken spezialisiert. Die Art Heterorhabditis bacteriophora parasitiert hingegen die Larven von Gartenlaubkäfern, Dungkäfern und Junikäfern, die gerne an den Wurzeln von Gräsern knabbern. (Diese Art kann übrigens auch gegen die Larven des Gefurchten Dickmaulrüssler eingesetzt werden, der sich mitunter an Rhododendron, Schneeball (Viburnum spp.) oder Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) vergreift.) Nematoden der Art Steinernema carpocapsae wiederum machen Jagd auf die Larven von Gartenhaarmücken, Wiesenschnaken und Maulwurfsgrillen. Nematoden sind über den Fachhandel und über das Internet erhältlich. Packungsgrößen für 100 Quadratmeter Rasenfläche kosten um die 20 Euro. Nach Erhalt werden die Nematoden in Wasser eingerührt und mit der Gießkanne auf dem Beet ausgebracht – abends oder bei bedecktem Himmel, da die winzigen Helfer empfindlich auf UV-Licht reagieren. Der Boden sollte vor dem Gießen bereits leicht feucht sein und die Temperatur über 15 Grad Celsius liegen. (Oft werden von Produzentenseite aus 12 Grad Celsius als Mindesttemperatur angegeben, doch in wissenschaftlichen Versuchen waren gute Ergebnisse erst ab 15 Grad zu beobachten.) Achtung: Nematoden reagieren sehr empfindliche auf chemische Pflanzenschutzmittel! Sie sollten daher auf den Einsatz derartiger Produkte verzichten – auch im Vorfeld.