Ökologischer Landbau

Die Zahl der Ökolandbaubetriebe und ihre bewirtschaftete Fläche haben seit Mitte der 1990er Jahre langsam und stetig zugenommen. 2017 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 8,2 %. Sie hat damit gegenüber 2016 um 0,7 Prozentpunkte zugenommen. Das 20-%-Ziel der Bundesregierung ist aber noch in weiter Ferne.

Inhaltsverzeichnis

 

Anzahl und Nutzfläche der Öko-Betriebe in Deutschland

2016 bewirtschafteten in Deutschland 27.132 Betriebe (9,9 Prozent (%) aller Agrarbetriebe) eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1.251.320 Hektar (ha) nach den Regeln des Ökologischen Landbaus (siehe Abb. „Betriebe und Fläche des Ökologischen Landbaus in Deutschland“ und Abb. „Gesamtfläche des Ökologischen Landbaus in Deutschland“) (BMEL 2018). Die Zahl der Betriebe des Ökologischen Landbaus und die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland erhöhten sich in den vergangenen Jahren nur geringfügig, aber immerhin stetig.

Obwohl die Einkommensperspektive der Ökolandbaubetriebe in den letzten Jahren aufgrund der hohen Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln zunahm, war der Zuwachs an neuen Betrieben gering. Die Ökolandwirtschaft ist häufig nicht ausreichend konkurrenzfähig, denn der Verkauf der Biolebensmittel kann die zusätzlichen Kosten des Ökolandbaus nicht allein decken. Auch reichen die Erlöse nicht aus, um mit günstiger Importware zu konkurrieren oder die hohen Pachtpreise einiger Regionen zu zahlen. Daher ist eine attraktive staatliche Förderung nötig, die Landwirten und Landwirtinnen den dauerhaften Umstieg auf die ökologische Wirtschaftsweise ermöglicht und ihnen Planungssicherheit gibt.

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Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche

Nach Angaben des BMEL wurden 2017 in Deutschland 8,2 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche nach den Prinzipien des Ökologischen Landbaus bewirtschaftet (siehe Abb. „Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche“). Je nach Bundesland hat der Ökolandbau eine unterschiedliche Bedeutung. Mit hohen Anteilen ökologisch bewirtschafteter Fläche traten im Jahr 2016 das Saarland (15,7 %), Hessen (12,6 %), Brandenburg (11,1 %) und Baden-Württemberg (10,7 %) hervor, während in Niedersachsen (3,4 %), Sachsen (5,3 %) und Schleswig-Holstein (5 %) der Ökolandbau einen geringeren Anteil hatte (BMEL 2018).

Alternative Zahlen aus der Nachhaltigkeitsberichterstattung des Statistischen Bundesamtes weisen aufgrund einer anderen Erfassungsmethode und eines anderen Erhebungszeitpunktes geringere Anteile der Ökolandbaufläche aus (siehe Internetseite des Statistischen Bundesamtes „Landwirtschaftliche Betriebe“ und Textabschnitt „Kennzeichen des Ökologischen Landbaus“).

Ein Diagramm zeigt den Anstieg des prozentualen Anteils der Ökolandbauflächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche von 1996 (2,1 Prozent) bis 2017 (8,2 Prozent). Es zeigt außerdem das 20 Prozent-Ziel der Bundesregierung.
Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Diagramm als PDF
 

Verbände des Ökolandbaus

Die meisten ökologisch/ wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind in Verbänden organisiert. Die Richtlinien der deutschen Anbauverbände des Ökologischen Landbaus erfüllen die Kriterien der EG-Öko-Verordnung und sind in einigen Punkten sogar strenger. Die meisten Anbauverbände gehören dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) an. Die Broschüre „Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2018“ enthält eine Übersicht der Verbände und weitere Informationen zum Thema Ökolandbau.

 

Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten

Der Umsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel erhöhte sich von 1,48 Milliarden Euro (Mrd. Euro) im Jahr 1997 auf 10,04 Mrd. Euro im Jahr 2017 (BÖLW 2018) und bestätigt die kontinuierlich steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten. Die hohe Nachfrage übersteigt derzeit die einheimische Produktion. Deutschland importiert daher Ökoprodukte. Ein Teil dieser Importe könnte auch im eigenen Land produziert werden. Damit würden die negativen Umweltwirkungen des Transports vermieden und der gesteigerten Nachfrage nach regionaler Erzeugung entsprochen werden. 

 

Kennzeichen des Ökologischen Landbaus

Der Ökologische Landbau ist eine ressourcenschonende, umwelt- und tiergerechte Form der Landwirtschaft. Betriebe, die nach den Grundsätzen des Ökologischen Landbaus wirtschaften, verzichten auf mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Die Anzahl der Tiere ist in Abhängigkeit von der Betriebsfläche begrenzt, um die Stickstoffüberschüsse und Verluste zu vermeiden. Grundsätze der Bewirtschaftungsart sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe, eine vielfältige Fruchtfolge sowie tiergerechte Haltungsverfahren.

Der Ökologische Landbau ist somit ein wesentliches Element einer am Leitbild der Nachhaltigkeit ausgerichteten Agrarpolitik. Ihm kommt eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu. Deshalb ist der Flächenanteil des Ökologischen Landbaus auch ein Schlüsselindikator in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (vgl. Indikatorenbericht zur Nachhaltigkeitsstrategie 2016, pdf). Die Bundesregierung strebt einen Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche von 20 Prozent (%) bis zum Jahr 2030 an. Von diesem Ziel ist man noch weit entfernt. Für den Umwelt- und Naturschutz ist der ökologische Landbau aber richtig und wichtig. Insbesondere für den Erhalt der Artenvielfalt bietet der Ökolandbau gegenüber der konventionellen Landwirtschaft viele Vorteile. 

Auch mit 20 % Ökolandbau würde der überwiegende Teil der Landwirtschaft konventionell wirtschaften. Deshalb muss auch die konventionelle Landwirtschaft an Umweltverträglichkeit gewinnen, um die Umweltziele zu erreichen.

Weitere Informationen zum Ökologischen Landbau finden Sie hier.