Ökologischer Landbau

Die Zahl der Ökolandbaubetriebe und ihre bewirtschaftete Fläche haben seit Mitte der 1990er Jahre langsam und stetig zugenommen. 2018 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 7,3 %. Sie hat damit gegenüber 2017 um 0,5 Prozentpunkte zugenommen. Das 20-%-Ziel der Bundesregierung bis 2030 ist trotz Zuwachs aber noch in weiter Ferne.

Inhaltsverzeichnis

 

Anzahl und Nutzfläche der Öko-Betriebe in Deutschland

2019 bewirtschafteten in Deutschland 34.110 Betriebe (12,9 % aller Agrarbetriebe) eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1.613.814 Hektar nach den Regeln des Ökologischen Landbaus (siehe Abb. „Betriebe und Fläche des Ökologischen Landbaus in Deutschland“ und Abb. „Gesamtfläche des Ökologischen Landbaus in Deutschland“) (BMEL 2020). Die Zahl der Betriebe des Ökologischen Landbaus und die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland stiegen insbesondere in den vergangenen vier Jahren wieder deutlich an.

Obwohl die Einkommensperspektive der Ökobetriebe in den letzten Jahren aufgrund der hohen Nachfrage nach ökologisch produzierten Lebensmitteln zunahm, war der Zuwachs an neuen Betrieben in den Jahren 2011 bis 2014 gering. Die Ökolandwirtschaft ist häufig nicht ausreichend konkurrenzfähig, denn der Verkauf der Biolebensmittel kann die zusätzlichen Kosten des Ökolandbaus allein nicht decken. Auch reichen die Erlöse nicht aus, um mit günstiger Importware zu konkurrieren oder die hohen Pachtpreise einiger Regionen zu zahlen. Daher ist eine attraktive staatliche Förderung nötig, die Landwirten und Landwirtinnen den dauerhaften Umstieg auf die ökologische Wirtschaftsweise ermöglicht und ihnen Planungssicherheit gibt. Die positive Bio-Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der politische Rückhalt in vielen Bundesländern dazu führte, dass mehr Bäuerinnen und Bauern umstellen konnten und die ökologisch bewirtschaftete Fläche aktuell wächst. Seit 2015 betrug der Zuwachs an ökologisch bewirtschafteten Flächen rund 50 %. Die 2017 vom BMEL veröffentlichte „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL)“ soll dazu beitragen, das 20-%-Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030 zu erreichen. Bei konsequenter Umsetzung der Strategie, ausreichend finanzieller Unterstützung und langfristiger Planungssicherheit kann die Bundesregierung wichtige Impulse setzen, um dieses Ziel zu erreichen.

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Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2018 in Deutschland 7,3 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche nach den Prinzipien des Ökologischen Landbaus bewirtschaftet (siehe Abb. „Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche“). Das Statistische Bundesamt nutzt verschiedene Erhebungen (u.a. Agrarstrukturerhebung) zur Ermittlung der ökologisch bewirtschafteten Fläche. Erfasst werden ökologisch bewirtschaftete Flächen von Agrarbetrieben größer fünf Hektar, die dem Kontrollverfahren der EU-Rechtsvorschriften unterliegen. Die Bezugsgröße, die zur Berechnung des Flächenanteils herangezogen wird, ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche (ebenfalls ab fünf Hektar), die jährlich in der Bodennutzungshaupterhebung erfasst wird.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verwendet für den Indikator eine abweichende Datengrundlage. Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen Öko-Basis-Verordnung bewirtschaftet und den Kontrollstellen der Länder gemeldet werden. Enthalten sind auch Kleinstbetriebe. Die Daten des BMEL weisen daher methodisch bedingt einen höheren Ökoflächenanteil auf.

Ein Diagramm zeigt den Anstieg des prozentualen Anteils der Ökolandbauflächen an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche, basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des BMEL. Es zeigt außerdem das 20 Prozent-Ziel der Bundesregierung.
Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Verbände des Ökolandbaus

Die meisten ökologisch/ wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland sind in Verbänden organisiert. Die Richtlinien der deutschen Anbauverbände des Ökologischen Landbaus erfüllen die Kriterien der EG-Öko-Verordnung und sind in einigen Punkten strenger. Die meisten Anbauverbände gehören dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) an. Die Broschüre "Branchenreport 2020" enthält eine Übersicht der Verbände und weitere Informationen zum Thema Ökolandbau.

 

Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten

Der Umsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel erhöhte sich von 1,48 Milliarden Euro (Mrd. Euro) im Jahr 1997 auf 11,97 Mrd. Euro im Jahr 2019 (BÖLW 2020) und bestätigt die kontinuierlich steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten. Die hohe Nachfrage übersteigt derzeit die einheimische Produktion. Deutschland importiert daher Ökoprodukte. Ein Teil dieser Importe könnte auch im eigenen Land produziert werden. Damit würden die negativen Umweltwirkungen des Transports vermieden und der gesteigerten Nachfrage nach regionaler Erzeugung entsprochen werden.

 

Kennzeichen des Ökologischen Landbaus

Der Ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende, umwelt- und tiergerechte Form der Landwirtschaft. Betriebe, die nach den Grundsätzen des Ökologischen Landbaus wirtschaften, verzichten auf mineralische Düngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Die Anzahl der Tiere ist in Abhängigkeit von der Betriebsfläche begrenzt, um die Stickstoffüberschüsse und Verluste zu vermeiden. Grundsätze der Bewirtschaftungsart sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe, eine vielfältige Fruchtfolge sowie tiergerechte Haltungsverfahren.

Die Förderung des Ökolandbaus ist somit ein wichtiges Element einer am Leitbild der Nachhaltigkeit ausgerichteten Agrarpolitik. Deshalb ist der Flächenanteil des Ökologischen Landbaus auch ein Schlüsselindikator in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (vgl. Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Indikatorenbericht 2018). Die Bundesregierung strebt einen Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche von 20 % bis zum Jahr 2030 an. Von diesem Ziel ist man, trotz kontinuierlicher Ausweitung der Anbauflächen in den vergangenen vier Jahren, noch weit entfernt. Für den Umwelt- und Naturschutz ist der ökologische Landbau aber wichtig. Insbesondere für den Erhalt der Artenvielfalt in der Kulturlandschaft bietet der Ökolandbau gegenüber der konventionellen Landwirtschaft viele Vorteile.

Auch mit 20 % Ökolandbau würde der überwiegende Teil der Landwirtschaft konventionell wirtschaften. Deshalb muss auch die konventionelle Landwirtschaft an Umweltverträglichkeit gewinnen, um die Umweltziele zu erreichen.

Weitere Informationen zum Ökologischen Landbau finden Sie hier.