Umweltmanagement im UBA

EMAS-Logo auf der Eingangstür des UBA-Dienstgebäudes in Dessau-Roßlauzum Vergrößern anklicken
Das UBA war 2001 die erste Bundesbehörde, die für ihr Umweltmanagement das EMAS-Zertifikat bekam
Quelle: Umweltbundesamt

Bereits Ende der 1990er Jahre führte das UBA ein Umweltmanagementsystem ein, das 2001 nach den weltweit strengsten Anforderungen der europäischen EMAS-Verordnung (Eco-Management and Audit Scheme) validiert wurde. Mittlerweile sind alle 15 Standorte des UBA – einschließlich aller Luftmesssta-tionen – nach EMAS validiert. 2017 haben wir uns auf den Weg zum treibhausgasneutralen UBA gemacht.

Inhaltsverzeichnis

 

Unser Umweltmanagement im Überblick

EMAS hilft uns, konsequent das im eigenen Haus umzusetzen, was wir anderen empfehlen. In unseren Umweltleitlinien verpflichten wir uns zu grundlegenden Prinzipien des betrieblichen Umweltschutzes. Konkretisiert werden diese Prinzipien durch überprüfbare Ziele sowie zahlreiche Maßnahmen, mit denen wir diese Ziele erreichen wollen. Wir informieren unsere Beschäftigten regelmäßig über umweltverträgliches Verhalten am Arbeitsplatz. Die im UBA geltenden Leitlinien für umweltverträgliche Dienstreisen helfen uns, unsere zahlreichen Dienstreisen weniger umweltbelastend durchzuführen. Bei der Beschaffung richten wir uns nach den auf unseren Themenseiten zur umweltfreundliche Beschaffung veröffentlichten Empfehlungen. Für Produktgruppen, für die der Blaue Engel vergeben wird, sind grundsätzlich die dafür geltenden Vergabekriterien einzuhalten. Wir stellen die höchsten Umweltschutzanforderungen an die Bau- und Sanierungsvorhaben an unseren Liegenschaften. Ebenso wollen wir das Umweltverhalten unserer Vertragspartner und Gäste beeinflussen sowie unsere Kooperationspartner in ihren Bemühungen zum Umweltschutz unterstützen.

Die Zuständigkeiten, Schwerpunkte, Ziele und Aktivitäten sowie wichtige Kennzahlen unseres Umweltmanagements beschreiben wir in unserer EMAS- Umwelterklärung , die jährlich aktualisiert wird. Darin stellen wir auch dar, inwieweit wir die Ziele, die wir uns in der Vergangenheit gesetzt haben, erreicht haben.

Seit Ende 2017 ist die Treibhausgasneutralität ein zentraler Schwerpunkt unseres Umweltmanagements. Hierzu setzen wir uns anspruchsvolle Ziele zur CO2-Minderung und Energieeinsparung in den Handlungsfeldern Gebäude, Mobilität, Beschaffung und Veranstaltungen. Dabei räumen wir dem Vermeiden und Verringern von Treibhausgasemissionen absoluten Vorrang vor deren Kompensation durch ausgesuchte, qualitativ hochwertige Gutschriften ein. Das erhöht nicht nur die Glaubwürdigkeit und die Vorbildfunktion des UBA, sondern erweitert unsere fachliche Expertise um sehr konkrete praktische Erfahrungen.

"EMAS Winner Awards 2014", im Hintergrund ein grüner Wald
UBA bekam den EMAS Award 2014 fürs erste Nullenergiehaus der Bundesverwaltung in Berlin-Marienfelde.
Quelle: EMAS Helpdesk
 

Unsere konkreten Ziele

Unsere Ziele zu treibhausgasneutralen Gebäuden

Im Handlungsfeld Gebäude geht es darum, an unseren Standorten den Verbrauch an Strom und Wärme zu reduzieren und mehr erneuerbare Energie zu nutzen. Hierzu haben wir uns die folgenden Ziele gesetzt:

  • Die laufenden und geplanten Baumaßnahmen des UBA erfüllen die anspruchsvollsten Anforderungen an ökologisches Bauen nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude, den sogenannten BNB-Goldstandard.
  • Bei allen Baumaßnahmen setzen wir uns für einen hohen Anteil der Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen oder wiederverwerteten Materialien (z.B. Recycling-Beton) ein. 
  • Bis 2025 wollen wir die spezifischen CO2-Emissionen an unseren Standorten um 30 Prozent und nach Abschluss unserer Bauvorhaben um 70 Prozent gegenüber 2016 verringern.
  • Bis 2030 wollen wir die Erzeugung erneuerbarer Energien an unseren Standorten gegenüber 2016 verdoppeln.
  • Mit dem Abschluss wichtiger Baumaßnahmen wollen wir unseren Energiebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken.
  • Um die wachsende Zahl der Beschäftigten in bestehenden Räumen unterzubringen und weitere Baumaßnahmen zu vermeiden, führen wir ein flexibles und nachhaltiges Büroflächenmanagement (Desk Sharing) ein. 

Unsere Ziele zur treibhausgasneutralen Mobilität

Das Handlungsfeld Mobilität umfasst unsere Dienstfahrzeuge, die durch uns veranlassten Reisen sowie die Arbeitswege unsere Beschäftigten und Vertragspartner. Hierfür gelten die folgenden Ziele:

  • Bis 2020 wollen wir die CO2-Emissionen unserer Dienstfahrzeuge um 20 Prozent und bis 2025 um weitere 50 Prozent gegenüber 2016 mindern. Bis 2030 soll unser Fuhrpark über-haupt kein CO2 mehr emittieren.
  • Wir wollen die Stickstoffoxid-Emissionen unserer Fahrzeuge bis 2020 um 90 Prozent gegenüber 2016 und bis 2030 um 100 Prozent, das heißt auf null, reduzieren.
  • Wir wollen die bereits bestehende Klimakompensation der mit Flugzeugen und Dienstfahrzeugen durchgeführten Dienstreisen auf alle Verkehrsmittel ausweiten. Dies schließt auch Reisen mit privaten Pkw, Taxi sowie öffentlichen Verkehrsmitteln ein. 
  • Wir wollen künftig noch konsequenter die Einhaltung unserer Leitlinien für umweltverträgliche Dienstreisen sicherstellen.
  • Wir wollen verstärkt Arbeitswege vermeiden, indem wir die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten deutlich ausweiten.
  • Wir wollen den Anteil umweltverträglicher Verkehrsmittel an den Arbeitswegen auf einem hohen Niveau von knapp 70 Prozent stabilisieren.
  • Wir wollen unsere Mitarbeitenden und Vertragspartner gezielt über die Möglichkeiten informieren, die CO2-Emissionen aus ihren Arbeitswegen zu reduzieren und zu kompensieren.

Unsere Ziele zur treibhausgasneutralen Beschaffung

Im Handlungsfeld Beschaffung und Auftragsvergabe definieren wir insbesondere die Anforderungen an klimarelevante Waren und Dienstleistungen. Damit wollen wir unseren Einfluss auf unsere Vertragspartner nutzen und verhindern, dass das Outsourcing von Dienstleistungen zu höheren Treibhausgasemissionen führt. Dies konkretisieren wir mit folgenden Zielen:

  • Wir wollen Waren und Dienstleistungen grundsätzlich treibhausgasneutral ausschreiben und beschaffen, sobald dies möglich ist. Neben wissenschaftlichen Dienstleistungen betrifft dies insbesondere den Kantinenbetrieb, Druck- und Vervielfältigungsaufträge, IT-Dienstleistungen sowie Transport- und Logistikleistungen.
  • Wir wollen das Essensangebot in unseren Kantinen klimafreundlicher machen und den Anteil an vegetarischen und veganen Gerichten weiter vergrößern. Ab 2019 wollen wir täglich ein sogenanntes Klimaessen anbieten, das eine besonders günstige Klimabilanz aufweist.
  • Bis 2019 wollen wir die die mit unseren Druck- und Vervielfältigungsaufträgen verbundenen CO2-Emissionen ermitteln.
  • Externe Rechenzentren und andere IT-Dienstleister müssen die strengsten Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen und die Kriterien des Blauen Engels für Rechenzentren einhalten. 
  • An die Vergabe von Transport- und Logistikleistungen stellen wir die gleichen Umweltanforderungen wie an unseren eigenen Fuhrpark. 
  • Wir verpflichten unsere wissenschaftlichen Vertragspartner, bei ihren Aufträgen die im UBA geltenden Anforderungen in Bezug auf Beschaffung, Dienstreisen, Druck und Vervielfältigung sowie Veranstaltungen zu berücksichtigen.

Unsere Ziele zu treibhausgasneutralen Veranstaltungen

Für das Handlungsfeld Veranstaltungen haben wir uns folgende Ziele gesetzt:

  • Die bereits 2016 begonnene Pilotphase für treibhausgasneutrale Veranstaltungen des UBA in Berlin wollen wir ab 2018 auf alle UBA-Standorte ausweiten und im Hinblick auf übertragbare Erkenntnisse für die Bundesregierung und andere Organisationen auswerten.
  • Bis 2020 wollen wir konkrete Anforderungen an die Klimaverträglichkeit von Veranstaltungen des UBA definieren. Auf dieser Basis wollen wir die Treibhausgasemissionen unserer Veranstaltungen ermitteln und deren Klimawirkungen durch ausgesuchte, qualitativ hochwertige Gutschriften kompensieren.
  • Ab 2022 sollen alle Veranstaltungen des UBA diesen Anforderungen genügen und treibhausgasneutral durchgeführt werden.

Weitere Ziele des Umweltmanagements

Unser Umweltmanagement reduziert sich nicht auf Treibhausgasneutralität. Auch andere Umweltaspekte, etwa die Gestaltung der Außenflächen, den Ressourcenverbrauch oder die Möglichkeiten zum Umweltverhalten der Beschäftigten steuern wir mithilfe von EMAS. Auch die für das Umweltbundesamt besonders relevanten indirekten Umweltwirkungen, das heißt unsere vielfältigen Beiträge zum Umweltschutz, sind eng verknüpft mit unserem Umweltmanagement. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Umwelterklärung.

 

Umweltprogramm und Überwachung der Umweltziele

Um die genannten Ziele zu erreichen, schreiben wir unser Umweltprogramm mit zahlreichen Maßnahmen kontinuierlich fort. Deren Wirksamkeit prüfen wir systematisch durch die Erhebung von Umweltkennzahlen sowie durch regelmäßige Umweltaudits. Dabei beteiligen wir möglichst viele Fachleute des UBA. Davon profitiert nicht nur das Umweltmanagement. Auch die fachliche Arbeit gewinnt dadurch an praktischer Fundierung und Glaubwürdigkeit. 

Darüber hinaus werden unsere Standorte jährlich durch einen zugelassenen, unabhängigen Umweltgutachter daraufhin überprüft, ob die strengen Voraussetzungen der EMAS-Verordnung an allen Standorten tatsächlich erfüllt werden. Auch die Aussagen in unserer jährlichen Umwelterklärung werden durch den Gutachter validiert. Mit diesem Verfahren stellt EMAS sicher, dass unser Umweltmanagement glaubwürdig, transparent und wirksam ist und sich unsere Umweltleistungen kontinuierlich verbessern.