Die Ansätze zur Beeinflussung des Strahlungshaushaltes lassen sich in fünf Kategorien unterteilen:
Installationen im Weltall
Weltraum-Spiegel, die die Erde vor der Sonne schützen – Was erstmal nach „Science-Fiction“ klingt, wird zumindest von einigen Forschenden ernsthaft diskutiert. Dabei soll ein riesiges Sonnensegel an einem bestimmten Punkt zwischen Erde und Sonne platziert werden. Da man dazu hunderttausende Raketenstarts über mehrere Jahrzehnte bräuchte, wird überlegt, wie die Ressourcen für so einen Sonnenschild aus dem Weltall selbst entnommen werden könnten.
Stratosphärische Aerosol-Injektion (SAI)
Die wohl am meisten diskutierte Methode ist das Einbringen von Stoffen in die Stratosphäre mittels speziell konstruierter Flugzeuge*. In Anlehnung an einen großen Vulkanausbruch sollen die ausgebrachten Aerosole das einfallende Sonnenlicht zurück ins Weltall reflektieren und damit eine kühlende Wirkung erzielen. Auf Grund der groben Ähnlichkeit zu Vulkanausbrüchen sind die Auswirkungen von SAI bisher noch am besten erforscht. Es ist beispielsweise klar, dass die chemischen Reaktionen zu einer Erwärmung der Stratosphäre führen und der Ozonschicht schaden würden (siehe Studie „Geo-Engineering). Insbesondere bei Sulfataerosolen ist das der Fall. Daher werden auch die Auswirkungen von beispielsweise Calcit oder Diamantenstaub in Computermodellen berechnet. Größere Freilandexperimente mit Ballonen wurden in der Vergangenheit von der Bevölkerung verhindert. Es gibt jedoch ein amerikanisches Unternehmen, das regelmäßig kleine Ballone mit Schwefeldioxid aufsteigen lässt und für diesen angeblichen Kühlungseffekt Zertifikate verkauft.
Cirrus Cloud Thinning (CCT)
Durch das Ausdünnen von hohen Zirrus-Wolken soll mehr Wärmestrahlung ins All entweichen können, statt die einfallende Sonnenstrahlung zu verringern. Trotzdem wird dieser Ansatz unter dem Begriff SRM diskutiert. Durch das Einbringen von Partikeln als zusätzliche Kristallisationskerne sollen mehrere große Eiskristalle statt vieler kleiner entstehen, sodass mehr Wärmestrahlung durch die optisch dünneren Wolken entweichen könnte. Es besteht allerdings die Gefahr, dass es auch den gegenteiligen Effekt haben könnte. Insgesamt bestehen erhebliche Unsicherheiten bei der Entstehung und Wirkung von Zirrus-Wolken. In ein paar Computermodellen wurde diese Beeinflussung des Strahlungshaushalts mit ihrer potenziellen Wirkung dennoch berücksichtigt.
Marine Cloud Brightening (MCB)
Das Aufhellen oder Erzeugen von Stratocumulus-Wolken über dem Meer soll geschehen, indem Salzpartikel in die untere Atmosphäre eingebracht werden, beispielswiese, indem von einem Schiff aus Meerwasser mit speziellen Zerstäubern versprüht wird. An den Salzpartikeln aus dem Meerwasser oder auch anderen Salzen soll dann Wasser aus der Luft kondensieren und es käme zur Wolkenbildung. Die Sonnenstrahlung würde dann auf der hellen Oberseite der Wolken reflektiert. MCB wird bereits in kleinen Freilandexperimenten ausprobiert, beispielswiese über australischen Korallenriffen, um lokale Kühlungseffekte zu erzielen.
Erhöhung der Oberflächenalbedo
Albedo meint das Verhältnis von reflektierter zu einfallender Sonnenstrahlung. Helle Oberflächen (z. B. Schnee) reflektieren mehr Strahlung und erwärmen sich folglich nicht so sehr wie dunkle Oberflächen (z. B. Ozeane, Asphalt). Diese Eigenschaft kann zur Kühlung genutzt werden, indem Dächer weiß angestrichen, Glaskügelchen auf Eisflächen ausgebracht oder Reflektoren in der Wüste aufgestellt werden. Durch sogenannte „Microbubbles“ könnte der weiße Schaum von Schiffen stabiler gemacht werden. Auch genmanipulierte Ackerpflanzen mit helleren Blättern werden diskutiert. So spezifisch die Ideen sind, so unterschiedlich sind auch der Entwicklungsstand und die Umweltrisiken.