Marktdaten: Bereich Mobilität

Das Auto bleibt das mit Abstand am häufigsten verwendete Verkehrsmittel in Deutschland. Der öffentliche Verkehr bleibt unter zehn Prozent, Car-Sharing unter ein Prozent Marktanteil. Allerdings zeigen multimodale Verkehrsdienstleistungen dynamische Entwicklungen.

Inhaltsverzeichnis

 

Motorisierter Individualverkehr

Im motorisierten Individualverkehr steigen die Verkaufszahlen ökologisch vorteilhafter Hybrid- und Elektrofahrzeuge seit Jahren an. Sie fristen aber nach wie vor ein Nischendasein: Im Jahr 2016 lag der Marktanteil bei rund 1,85 % (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen“).

Hohe Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge, die noch wenig ausgebaute Infrastruktur und die unvollständige Marktreife sind nach wie vor hohe Hürden für die Verbreitung der Elektromobilität. Mit rund 11.500 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2016 liegen die Zahlen von Elektrofahrzeugen sogar um rund 1.000 Stück unter der Anzahl aus dem Jahr 2015 und noch weit vom anvisierten Ziel der Bundesregierung entfernt. Demnach sollten bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren (Bundesregierung 2009: Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung).

Der Marktanteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen ist von 0,2 Prozent in 2008 auf 1,85 Prozent in 2016 gestiegen.
Umsatz und Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen
Quelle: Umweltbundesamt / Kraftfahrt-Bundesamt Diagramm als PDF
 

Öffentlicher Verkehr

Im öffentlichen Verkehr (ÖV) ändern sich die Mobilitätsgewohnheiten nur wenig. Der Marktanteil des ÖV liegt gemessen an den Haushaltsausgaben für Verkehr seit Jahren bei rund 9 % (siehe Abb. „Öffentliche Verkehrsdienstleistungen: Ausgaben und Anteile“). Die Ausgaben der Haushalte in Deutschland für den ÖV lagen 2016 bei rund 30 Euro pro Monat. Auch gemessen an der Anzahl zurückgelegter Wege blieb der ÖV-Anteil bescheiden: knapp 11 % aller Wege wurden 2016 per Bus, Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn oder Zug zurückgelegt (Karlsruher Institut für Technologie - Institut für Verkehrswesen: Deutsches Mobilitätspanel 2016/2017).

Die Ausgaben für öffentliche Verkehrsdienstleistungen sind von zwölf Milliarden im Jahr 2009 auf 14,0 Milliarden Euro im Jahr 2014 gestiegen, in 2016 jedoch auf 13,3 Milliarden Euro gesunken.
Öffentliche Verkehrsdienstleistungen: Ausgaben und Anteile
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Car-Sharing

Car-Sharing-Modelle finden zunehmend Anklang. Die Mitglieder von Car-Sharing-Organisationen nutzen gemeinsam mehrere Autos, die sich im Besitz der Organisation befinden und auch von dieser gewartet und versichert werden. Die Zahl der Car-Sharing-Mitglieder bei stationsbasierten Anbietern ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 21,5 % auf 650.000 gestiegen. Beim free-floating Car-Sharing ist die Zahl der Kundinnen und Kunden um 15 % auf 1,8 Millionen gewachsen (Bundesverband CarSharing 2019).

 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die eher marginalen Marktentwicklungen spiegeln sich in den nicht sinkenden Umweltbelastungen der privaten Mobilität wider. Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf sind im Bereich Mobilität mit 2,0 Tonnen auf dem Stand des Jahres 2000. Zwar werden die Motoren nicht zuletzt aufgrund der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen effizienter. Die gefahrenen Kilometer pro Person nehmen aber weiterhin nahezu kontinuierlich zu (siehe Abb. „Autofahrleistung und Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf im Bereich Mobilität“). Der Kraftstoffverbrauch im Personenverkehr befindet sich mit durchschnittlich 7,4 Liter pro 100 Kilometer weiterhin auf hohem Niveau (BMVI 2018: Verkehr in Zahlen 2018/2019).

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf sind von zwei in 2000 auf 2,03 Tonnen in 2012 gestiegen. Im selben Zeitraum nahm die Fahrleistung von 10.430 in 2008 auf 11.546 Personenkilometer in 2014 zu.
Autofahrleistung und Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf im Bereich Mobilität
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Globaler Autobestand

Der weltweite Bestand an Personenkraftfahrzeugen (Pkw) hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als vervierfacht: von 275 Millionen Pkw in 1978 auf über 1,12 Milliarden Pkw 2018 (siehe Abb. „Weltweiter Autobestand“). Hinter diesem konstanten Wachstumspfad verbirgt sich eine fundamentale Zäsur im Hinblick auf die Absatzmärkte. Der Autobestand in den Industrieländern nimmt nur noch relativ wenig zu. Dagegen wächst er in den sogenannten neuen Verbraucherländern wie China, Brasilien und Indien mit hoher Dynamik. Während sich im vergangenen Jahrhundert mehr als drei Viertel des Autobestands in Industrieländern befanden, sind es im Jahre 2018 nur noch 56 % mit abnehmender Tendenz (siehe Abb. „Autobestand in Industrieländern, neuen Verbraucherländern und Entwicklungsländern“). Besonders anschaulich wird diese dynamische, für den globalen Ressourcenschutz extrem kritische Entwicklung beim Vergleich der Bestandszahlen von Deutschland und China (siehe Abb. „Autobestand in Deutschland und China“). Während China trotz seiner hohen Bevölkerungszahl im vergangenen Jahrhundert für den Automarkt eine unbedeutende Größe war, gibt es seit 2012 mehr Pkw in China als in Deutschland. Der Autobestand hat sich in China seit der Jahrtausendwende verfünfundzwanzigfacht, während er in Deutschland nur wenig angestiegen ist. Trotzdem liegt die Autodichte in China mit ungefähr einem Auto auf 11 Personen immer noch weit unter der Autodichte in Deutschland (rund ein Auto auf zwei Personen).

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