"Grüne" Produkte: Marktzahlen

„Grüne“ Produkte haben sich in vielen Konsumbereichen etabliert. Ihr Absatz entwickelt sich fast durchweg positiv und teilweise sehr dynamisch. Dennoch sind „grüne“ Produkte noch immer weitgehend Nischenprodukte. Die grundsätzliche Bereitschaft der Bevölkerung für eine stärkere Nachfrage ist vorhanden. Es braucht aber bessere politische Rahmenbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

 

Umsatz mit „grünen“ Produkten

Insgesamt gaben Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland im Jahr 2016 gut 60 Milliarden (Mrd.) Euro für die im Bericht „Grüne Produkte in Deutschland 2017“ untersuchten „grünen“ Produkte aus.

  • Im Bereich mit der größten Umweltwirkung, dem Wohnen, floss der größte Teil – 32,4 Mrd. Euro – der Konsumausgaben für „grüne Produkte“ (energetische Sanierung, energieeffizientes Wohnen).
  • Die Ausgaben für nachhaltige Mobilität (ÖV, Car-Sharing und Hybridautos) lagen bei 15,2 Mrd. Euro.
  • 11,5 Mrd. Euro wurden für Biolebensmittel und Produkte aus nachhaltiger Fischerei ausgegeben.
  •  Eine untergeordnete Rolle spielten nachhaltige Produktalternativen bei Textilien, Papier- und Holzprodukten sowie Reinigungsprodukten mit 1,4 Mrd. Euro.

Darüber hinaus legten Konsumentinnen und Konsumenten 78,8 Mrd. Euro in Finanzanlagen mit ökologischem und sozialem Zusatznutzen an (FNG 2016/2017). Dem entgegen stehen private Konsumausgaben in Höhe von rund 1.600 Mrd. Euro (Statistisches Bundesamt 2018) und rund 1.750 Mrd. Euro Nettogeldvermögen der privaten Haushalte (Statistisches Bundesamt 2014).

In der Abbildung „Umsätze ausgewählter „grüner“ Produkte“ ist ein Index dargestellt, der nicht nur den Umsatz der einzelnen Konsumbereiche abbildet, sondern auch deren Umweltwirkung. Bereiche mit einer höheren Umweltwirkung werden stärker gewichtet.  Der Index stieg von 100 im Jahr 2011 auf 173,5 im Jahr 2016.

2013 gaben Konsument/-innen 49 Mrd. Euro, 2016 60 Mrd. für „grüne“ Produkte aus. Davon entfallen 2016 32,4 Mrd. auf den Bereich Wohnen, 15,2 Mrd. auf den Bereich Mobilität, 11,5 Mrd. auf den Bereich Ernährung und 1,4 Mrd. auf sonstige Konsumgüter.
Umsätze ausgewählter „grüner“ Produkte
Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF
 

Marktanteile „grüner“ Produkte

Angaben zum Anteil ökologischer Produkte am gesamten Konsum sind nur als grobe Schätzwerte möglich, da die Vergleichsgrößen sehr unterschiedlich sind. Bei den energieverbrauchenden Haushaltsgeräten (Weiße Ware) ist der Anteil der energieeffizienten Alternativen hoch (zwischen 71,5 Prozent (%) und 89,5%). Im Bereich Mobilität kommt der öffentliche Verkehr auf knapp 9 Prozent. Car-Sharing liegt hingegen im Promillebereich, während Hybrid- und Elektroautos einen Anteil von 1,9 % haben. Bei der Ernährung liegen die Bio-Produkte mit 5 % Marktanteil ebenfalls im einstelligen Bereich, wobei die Anteile je nach Produkt sehr unterschiedlich sind. Nichtsdestotrotz stellen Biolebensmittel alleine gut 15,6 % der hier betrachteten 60 Mrd. Euro „Öko-Ausgaben“.

 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die direkten und indirekten Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums pro Kopf lassen weiterhin keine den Klimaschutzzielen entsprechende Minderungstendenzen erkennen. Die Emissionen im Bereich Ernährung, Mobilität und sonstigem Konsum stagnieren auf hohem Niveau. Im Bereich Wohnen müssen aufgrund witterungsbedingter Schwankungen größere Zeiträume betrachtet werden. Es deutet sich an, dass hier zumindest die Richtung stimmt. Für die Erreichung der Pariser Ziele müssen aber die Emissionswerte auch beim Wohnen zügiger gesenkt werden (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums“).

Das bedeutet, dass einerseits die positiven Marktentwicklungen im Bereich grüner Produkte zu verringerten Emissionen führen, andererseits aber steigende Nachfrage diesen Effekt mehr oder weniger konterkariert (zum Beispiel mehr Einpersonenhaushalte, höhere Wohnfläche, erhöhte Ausstattung mit elektronischen Geräten).

Die konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen liegen in Deutschland weiterhin bei fast acht Tonnen pro Person und Jahr.
Kohlendioxid-Emissionen des privaten Konsums
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF