Indikator: Umweltfreundlicher Konsum

Ein Diagramm zeigt die Marktanteile von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen. Der Anteil stieg von 2012 bis 2016 von 3,6 % auf 8,6 %. Seitdem lagen die Werte darunter. 2019 hatte einen Wert von 7,9 %. Ziel 2030 sind 34 % Marktanteil.zum Vergrößern anklicken
Marktanteile von Produkten mit staatlichen Umweltzeichen, nach Umsätzen gewichtet
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • 2019 wurden in den Produktbereichen mit staatlichen Umweltzeichen 7,9 % des Umsatzes mit besonders umweltfreundlichen Produkten gemacht.
  • Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass umweltfreundliche Produkte bis 2030 einen Marktanteil von 34 % haben sollen.
  • Insbesondere bei Lebensmitteln und Pkw sind größere Anstrengungen nötig, um dieses Ziel zu erreichen.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Haushalte können nachhaltigen Konsum direkt und indirekt fördern. Einerseits beeinflusst ihre Einkaufsentscheidung ihre eigene Umweltbilanz: So benötigen energieeffiziente Fahrzeuge oder gedämmte Häuser bei der Nutzung weniger Energie und verursachen einen geringeren Ausstoß von Treibhausgasen. Andererseits können die Verbraucher Hersteller für besonders nachhaltige Produktionstechniken belohnen, indem sie deren Produkte beim Einkauf bevorzugen.

Der ⁠Indikator⁠ erfasst die Marktanteile von Produkten mit anspruchsvollen Umweltzeichen. Dabei werden bisher ausschließlich staatlich regulierte Umweltzeichen betrachtet: Energieverbrauchskennzeichnung (Pkw, Haushaltsgroßgeräte, Leuchtmittel und Fernseher), Bio-Siegel (Lebensmittel) sowie Blauer Engel (Hygienepapiere, Wasch- und Reinigungsmittel). Mit Hilfe des Indikators kann festgestellt werden, ob umweltfreundliche Produktvarianten konventionelle Produktvarianten im Markt ersetzen. Denn nachhaltiger Konsum erfordert, nicht-nachhaltige Konsumweisen durch nachhaltige zu ersetzen.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

2019 hatten umweltfreundliche Produkte einen Marktanteil von 7,9 % in den erfassten Produktgruppen. Damit hat der ⁠Indikator⁠ den Abwärtstrend der letzten zwei Jahre zwar gestoppt, liegt aber weiterhin unter dem bisherigen Höchststand von 8,6 % im Jahr 2016. Der Indikator folgt damit im Wesentlichen der Entwicklung auf dem Pkw-Markt. Der Marktanteil von A+-Pkw war von 14 % (2016) auf 9,6 % (2018) zurückgegangen und ist 2019 auf 10,0 % leicht gestiegen. Bei Fernsehgeräten ist der Marktanteil von A++-Geräten sogar das fünfte Jahr in Folge gesunken von 8,3 % in 2014 auf unter 1 % in 2019. Auch bei den Hygienepapieren sinken die Marktanteile im fünften Jahr in Folge. Bei den Haushaltsgeräten steigen die Marktanteile der effizientesten Produkte zwar, aber die Wachstumsdynamik früherer Jahre ist auch hier verflogen. Der Anstieg betrug teilweise weniger als ein Prozentpunkt in der höchsten Effizienzklasse. Innerhalb der verschiedenen Produktgruppen unterscheiden sich die Marktanteile teilweise deutlich. Beispiel Haushaltsgeräte: Waschmaschinen mit der höchsten Effizienzklasse hatten zuletzt einen Marktanteil von 86 %. Bei Elektroherden und Backöfen oder bei Klimageräten hatte die höchste Effizienzklasse hingegen einen Anteil von unter 1 %.

In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzt sich die Bundesregierung Ziele für den Marktanteil umweltfreundlicher Produkte: Dieser soll bis 2030 auf 34 % steigen (BReg 2016). Dieses Ziel erfordert vor allem, die sich abschwächende bzw. teilweise sogar negative Wachstumsdynamik bei energieeffizienten Produkten neu zu beleben. Auch muss der Absatz von Bio-Lebensmitteln sowie der Marktanteil von besonders effizienten Autos deutlich steigen.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Für die Berechnung des Indikators wurden für jeden Konsumbereich besonders umweltrelevante Produktgruppen identifiziert, für die Marktdaten verfügbar sind. Da die Märkte der einzelnen Produktgruppen unterschiedlich groß sind, werden die Marktanteile mit dem Umsatzvolumen des jeweiligen Gesamtmarktes gewichtet. Dies garantiert, dass hohe Marktanteile in kleinen Nischenmärkten den ⁠Indikator⁠ nicht verzerren. Eine Beschreibung der Vorgehensweise zur Berechnung findet sich in einer Studie, die das Umweltbundesamt in Auftrag gegeben hat (UBA 2015). Allerdings werden im hier verwendeten Indikator nicht alle der dort beschriebenen Produktgruppen einbezogen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Grüne" Produkte: Marktzahlen.