Marktdaten: Bereich Finanzen

Für einen Strukturwandel hin zu einer „grünen“ Wirtschaft sind umfangreiche Investitionen nötig. Konsumentinnen und Konsumenten können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie mit ihrem Geld Projekte oder Unternehmen finanzieren. Die Bereitschaft “grüne“ Geldanlagen zu tätigen wächst stetig.

„Grüne“ bzw. nachhaltige Geldanlagen

„Grüne“ bzw. nachhaltige Geldanlagen in Form von Mandaten oder Investmentfonds sind in den letzten Jahren stetig angewachsen. Sie erreichten 2017 in Deutschland ein Anlagevolumen von 92,1 Milliarden Euro (FNG 2018). Hinzu kommen 43,3 Milliarden Euro aus nachhaltig verwalteten Eigenanlagen und 35,6 Milliarden Euro aus Kundeneinlagen von Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus. Nicht enthalten sind hierin Investitionen in die energetische Sanierung von Eigenheimen oder in privat installierte Solaranlagen.

Dennoch sind nachhaltige Geldanlagen nach wie vor ein Nischenbereich. Der Anteil von nachhaltigen Mandaten und Investmentfonds gemessen am Gesamtmarkt hat in 2011 erstmals die Ein-Prozent-Marke übersprungen. Im Jahr 2017 lag der Anteil am Gesamtmarkt bei 3,0 % (siehe Abb. „Anlagevolumina und Marktanteil von Anlageprodukten mit Umwelt- und Sozialnutzen“).

Diagramm: Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen ist von 16,9 Milliarden 2010 auf 92,1 Milliarden Euro 2017 gestiegen. Der Marktanteil liegt bei 3,0 Prozent.
Anlagevolumina und Marktanteil von Anlageprodukten mit Umwelt- und Sozialnutzen
Quelle: Forum nachhaltige Geldanlagen (FNG) Diagramm als PDF

Spenden und Kompensationszahlungen

Spenden für Umwelt- oder Naturschutzgruppen sind in Deutschland fest verankert: 22 Prozent der Befragten gaben 2016 an, in den letzten zwölf Monaten ökologische Nichtregierungsorganisationen (NGOs) finanziell unterstützt zu haben. Damit zählt seit Jahren etwa jede fünfte Person zum Unterstützerkreis von Umwelt- und Naturschutzgruppen (2006: 25 %, 2008: 21 %, 2010: 18 %, 2014: 23 %, 2016: 22 %; BMU/UBA 2016: Umweltbewusstsein in Deutschland 2016).

Das tatsächliche Spendenaufkommen für Zwecke des Umwelt- und Naturschutzes hat hingegen nur einen Anteil von 2,7 Prozent am gesamten Spendenaufkommen. Es liegt weiterhin mit 140 Millionen Euro 2017 noch unter dem Wert von 2010 (163 Millionen Euro), obwohl die Spendensumme um 10 Millionen gegenüber 2016 gestiegen ist (Deutscher Spendenrat: Bilanz des Helfens 2018).

Das Volumen der freiwilligen Kompensationszahlungen für Treibhausgasemissionen (Stilllegung von Zertifikaten) hat sich in Deutschland von rund 3,3 Mio. Tonnen (t) Kohlendioxid-Äquivalent (CO2e) 2012 auf rund 6,6 Mio. t CO2e 2016 verdoppelt (Sustainable, Adelphi 2018: Umfrage 2017 zur freiwilligen Kompensation von THG-Emissionen in Deutschland, pdf). Der hieraus resultierende Umsatz in Euro hängt vom stark schwankenden Preis für Kohlendioxid ab. Es lässt sich ein steigendes Bewusstsein bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern feststellen. Im Jahr 2010 gaben lediglich 3 % an, dass sie die Klimagasemissionen, die sie selbst zum Beispiel im Verkehr verursachen, kompensieren (BMU/UBA 2010). 2016 gaben 9 % der Menschen, die eine Flugreise unternommen haben, an, dafür freiwillige Kompensationszahlungen geleistet zu haben (BMU/UBA 2017).