Marktdaten: Bereich Wohnen

Gebäude und Heiztechnik werden energieeffizienter und der Bezug von Ökostrom gewinnt an Bedeutung. Weil der Energiebedarf der Gebäude aber nur langsam sinkt und quantitative Ansprüche an Wohnraum und Ausstattung steigen, sind die Kohlendioxid-Emissionen im Bereich Wohnen weiterhin auf hohem Niveau.

Inhaltsverzeichnis

 

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)-Fördergelder für Bauen und Sanieren

Die Marktentwicklungen im Bereich Wohnen lassen sich aufgrund der teilweise unzureichenden Datenlage nur auszugsweise beschreiben. Dies betrifft vor allem Aspekte der energetischen Sanierung. So beschreibt der hier verwendete Indikator der KfW-Fördergelder nur einen Teil der in energetische Sanierungsmaßnahmen investierten Gelder und somit das Minimum der aufgewendeten Investitionen. Die Höhe der zur Verfügung stehenden Förderkredite ist auch weniger ein Resultat der Nachfrage, als ein Resultat politischer Entscheidungen (siehe Abb. „Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile“).

Nichtsdestotrotz bieten die KfW-Förderkredite zum energieeffizienten Bauen und Sanieren einen Anhaltspunkt für die Marktentwicklung. So stiegen die Förderkredite für Neubauten und Sanierungen von 9,3 Milliarden Euro (Mrd. Euro) im Jahr 2014 auf 15,5 Mrd. Euro im Jahr 2016. Dies entspricht mit rund 7,7 Prozent (%) trotzdem nur einem kleinen Teil der Investitionssummen für Bauen und Sanieren 2016 (BMVBS 2016, pdf).

In 2010 wurden durch die KfW rund 8,6 Milliarden Euro, in 2016 15,5 Mrd. Euro Förderkredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren vergeben.
Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile
Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau Diagramm als PDF
 

Heizsysteme

Brennwertkessel, die fossile Brennstoffe effizient nutzen können, hatten 2017 einen Marktanteil von etwa 75 %. Die weniger effizienten Niedertemperaturkessel hatten nur noch einen Marktanteil von rund 10 % (siehe Abb. „Marktentwicklung Wärmeerzeuger“). Betrachtet man allerdings auch den Bestand, erfolgt der Austausch alter nicht effizienter durch energieeffizientere Heizanlagen aus Sicht des Klimaschutzes weiterhin zu langsam. Zwar wurden 2016 bei den Investitionen in Heizsysteme in 20 % aller Fälle – ausschließlich oder ergänzend – Biomasse-Heizungen, Wärmepumpen oder solarthermische Anlagen eingebaut (siehe Abb. „Anteil von Investitionsfällen mit Einbindung alternativer Heizsysteme“). Doch noch immer sind 60 Prozent (%) der Heizanlagen in Deutschland nicht auf dem aktuellen technischen Stand und verbrauchen zu viel Energie (BDH 2018).

<>
 

Sonnenkollektoren

Sonnenkollektoranlagen können zur Warmwasserbereitung sowie zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Die neu installierte Kollektorfläche schrumpft schon im sechsten Jahr in Folge und betrug 2017 nur noch 0,6 Millionen Quadratmeter, ein Minus von 15 Prozent (%) gegenüber dem Vorjahr (siehe Abb. „Neu installierte Kollektorfläche“). Damit hat sich Absatz seit dem Maximum 2008 innerhalb von 9 Jahren um 70 % reduziert (Bundesverband Solarwirtschaft 2018).

Das Diagramm zeigt die neu installierte Kollektorfläche seit 2002.
Neu installierte Kollektorfläche
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft Diagramm als PDF
 

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind eine effiziente Form der Wärmebereitstellung, sofern sie einen hohen Wirkungsgrad haben und mit Ökostrom betrieben werden. Sie hatten 2017 einen Marktanteil von 11 %. Bei Neubauten werden bereits in 4 von 10 Fällen Wärmepumpen als Heizanlage eingebaut (Bundesverband Wärmepumpe 2018) (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen“).

Der Marktanteil von Wärmepumpen lag 2017 bei rund 11 Prozent.
Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe Diagramm als PDF
 

Ökostromtarife

Der Marktanteil von Ökostromtarifen lag 2016 bei rund 23 Prozent (%). Nachdem sich der Marktanteil nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zwischen 2010 und 2012 verdoppelt hatte, schreitet das Wachstum nun langsamer voran (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Ökostrom“).

Der Umsatz von Ökostrom hat sich von 2,5 in 2010 auf 7,9 Milliarden Euro in 2016 mehr als verdreifacht.
Umsatz und Marktanteil von Ökostrom
Quelle: Bundesnetzagentur Diagramm als PDF
 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die mehrheitlich positiven Trends einzelner Indikatoren im Bereich Wohnen bilden sich nur begrenzt in einer Verringerung der gesamten Umweltbelastungen des Wohnens (Heizung, Warmwasser und Strom) ab. Obwohl Gebäude und Geräte generell immer energieeffizienter werden, lagen die Kohlendioxid-Emissionen 2014 nach Schwankungen auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2000 (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich“)(aktuellste vorliegende Daten). Es ist deshalb noch offen, ob sich der Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf von 2013 auf 2014 in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Von den für die Erreichung der Klimaschutzziele notwendigen Minderungen ist der Bereich Wohnen noch weit entfernt.

Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf liegen 2014 bei 3,1 Tonnen und damit auf dem Niveau vom Jahr 2000. Im selben Zeitraum steigt die Wohnfläche pro Kopf von 39,8 auf 45,1 Quadratmeter.
Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich (Heizung, Warmwasser, Strom)
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF