Marktdaten: Bereich Wohnen

Gebäude und Heiztechnik werden energieeffizienter und der Bezug von Ökostrom gewinnt an Bedeutung. Weil der Energiebedarf der Gebäude aber nur langsam sinkt und quantitative Ansprüche an Wohnraum und Ausstattung steigen, sind die Kohlendioxid-Emissionen im Bereich Wohnen weiterhin auf hohem Niveau.

Inhaltsverzeichnis

 

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)-Fördergelder für Bauen und Sanieren

Die Marktentwicklungen im Bereich Wohnen lassen sich aufgrund der teilweise unzureichenden Datenlage nur auszugsweise beschreiben. Dies betrifft vor allem Aspekte der energetischen Sanierung. So beschreibt der hier verwendete Indikator der KfW-Fördergelder nur einen Teil der in energetische Sanierungsmaßnahmen investierten Gelder und somit das Minimum der aufgewendeten Investitionen. Die Höhe der zur Verfügung stehenden Förderkredite ist auch weniger ein Resultat der Nachfrage, als ein Resultat politischer Entscheidungen (siehe Abb. „Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile“).

Nichtsdestotrotz bieten die KfW-Förderkredite zum energieeffizienten Bauen und Sanieren einen Anhaltspunkt für die Marktentwicklung. Die Vergabe der Kredite stieg zwischen 2008 und 2016 tendenziell an und erreichte im Jahr 2016 einen Höhepunkt von 15,45 Mrd. Euro. Seit 2016 sinkt die Vergabesumme allerdings wieder und lag 2018 bei 12,0 Mrd. Euro. Dies entspricht mit rund 5,34 % trotzdem nur einem kleinen Teil der Investitionssummen für Bauen und Sanieren 2018 (BBSR 2019).

Diagramm: In 2010 wurden durch die KfW rund 8,6 Milliarden Euro, in 2018 12,0 Mrd. Euro Förderkredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren vergeben.
Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Zahlungen und Investitionsanteile
Quelle: Kreditanstalt für Wiederaufbau Diagramm als PDF
 

Heizsysteme

Brennwertkessel, die fossile Brennstoffe effizient nutzen können, hatten 2019 einen Marktanteil von etwa 76 %. Die weniger effizienten Niedertemperaturkessel hatten nur noch einen Marktanteil von rund 10 % (siehe Abb. „Marktentwicklung Wärmeerzeuger“). Betrachtet man allerdings auch den Bestand, erfolgt der Austausch alter nicht effizienter durch energieeffizientere Heizanlagen aus Sicht des Klimaschutzes weiterhin zu langsam. Über die Hälfte der Heizungen in Deutschland sind älter als 20 Jahre (BMWi 2020).

Das Diagramm zeigt den Marktanteil unterschiedlichen Wärmeerzeuger: Öl-/Gas-Niedertemperatur, Öl-/Gas-Brennwerttechnik, Wärmepumpen und Biomasse von 2002-2019. Insbesondere die Brennwerttechnik hat ihren Anteil von rund 34 % auf über 75 % mehr als verdoppelt.
Marktentwicklung Wärmeerzeuger
Quelle: Bundesindustrieverband Deutschland Diagramm als PDF
 

Sonnenkollektoren

Sonnenkollektoranlagen können zur Warmwasserbereitung sowie zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Seit dem Maximum 2008 ist die jährlich neu installierte Kollektorfläche um 75 % gesunken (siehe Abb. „Neu installierte Kollektorfläche“).

Das Diagramm zeigt die neu installierte Kollektorfläche seit 2002.
Neu installierte Kollektorfläche
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft Diagramm als PDF
 

Wärmepumpen

Wärmepumpen sind eine effiziente Form der Wärmebereitstellung, sofern sie einen hohen Wirkungsgrad haben und mit Ökostrom betrieben werden. Sie hatten 2018 einen Marktanteil von 11,5 %. Bei Neubauten werden bereits in fast der Hälfte der Fälle Wärmepumpen als Heizanlage eingebaut (Bundesverband Wärmepumpe 2020) (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen“).

Diagramm: Der Marktanteil von Wärmepumpen lag 2018 bei 11,5 Prozent.
Umsatz und Marktanteil von Wärmepumpen
Quelle: Bundesverband Wärmepumpe Diagramm als PDF
 

Ökostromtarife

Der Marktanteil von Ökostromtarifen lag 2018 bei rund 26 %. Nachdem sich der Marktanteil nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zwischen 2010 und 2012 verdoppelt hatte, schreitet das Wachstum nun langsamer voran (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Ökostrom“).

Diagramm: Der Umsatz von Ökostrom hat sich von 2,5 in 2010 auf 9,3 Milliarden Euro in 2018 mehr als verdreifacht.
Umsatz und Marktanteil von Ökostrom
Quelle: Bundesnetzagentur Diagramm als PDF
 

Entwicklung der konsumbezogenen Kohlendioxid-Emissionen

Die mehrheitlich positiven Trends einzelner Indikatoren im Bereich Wohnen bilden sich nur begrenzt in einer Verringerung der gesamten Umweltbelastungen des Wohnens (Heizung, Warmwasser und Strom) ab. Obwohl Gebäude und Geräte generell immer energieeffizienter werden, lagen die Kohlendioxid-Emissionen 2015 nach Schwankungen auf leicht höherem Niveau als im Jahr 2000 (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich“, aktuellste vorliegende Daten). Es ist deshalb noch offen, ob durch Innovationen der Dämm- und Heiztechnologie in den nächsten Jahren die Pro-Kopf-Emissionen in diesem Bereich sinken werden. Von den für die Erreichung der Klimaschutzziele notwendigen Minderungen ist der Bereich Wohnen noch weit entfernt.

Diagramm: Die Kohlendioxid-Emissionen pro Kopf im Konsumbereich Wohnen liegen 2015 bei 3,32 Tonnen und damit auf dem Niveau vom Jahr 2001. Im selben Zeitraum steigt die Wohnfläche pro Kopf von 30,3 auf 46,5 Quadratmeter.
Kohlendioxid-Emissionen im Wohnbereich (Heizung, Warmwasser, Strom)
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF