Energieverbrauch privater Haushalte

Die privaten Haushalte benötigten im Jahr 2017 etwa gleich viel Energie wie im Jahr 1990 und damit gut ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland. Sie verwendeten mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen.

Inhaltsverzeichnis

 

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte

Private Haushalte verbrauchten im Jahr 2017 ca. 651 Terawattstunden (TWh) Energie, das sind 651 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) oder 2.342 Petajoule (PJ). Dies entsprach einem Anteil von gut einem Viertel am gesamten Endenergieverbrauch .

Im Zeitraum von 1990 bis 2017 fiel der Endenergieverbrauch in den Haushalten – ohne Kraftstoffverbrauch, da dieser dem Sektor Verkehr zugeordnet ist – um 1,5 % (siehe Abb. „Entwicklung des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte“). Dabei herrschten in den Jahren 1996, 2001 und 2010 sehr kalte Winter, die zu einem erhöhten Brennstoffverbrauch für Raumwärme führten. So lag der Energieverbrauch im sehr kalten Jahr 2010 etwa zwölf Prozent über dem Wert des eher warmen Jahres 1990.

Diagramm: Der Endenergieverbrauch der privaten Haushalte fiel von 1990 bis 2017 von 662 auf 651 Terawattstunden. Der Energieträgermix verschob sich im selben Zeitraum zugunsten von Brennstoffen mit geringeren Kohlendioxid-Emissionen und erneuerbaren Energien.
Entwicklung des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF
 

Höchster Anteil am Energieverbrauch zum Heizen

Die privaten Haushalte benötigen mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen (siehe Abb. „Anteile der Anwendungsbereiche am Endenergieverbrauch der privaten Haushalte 2008 und 2017“). Sie nutzen zurzeit dafür hauptsächlich Erdgas und Mineralöl. An dritter Stelle folgt die Gruppe der erneuerbaren Energien, an vierter die Fernwärme. Zu geringen Anteilen werden auch Strom und Kohle eingesetzt. Mit großem Abstand folgen die Energieverbräuche für die Anwendungsbereiche Warmwasser sowie sonstige Prozesswärme (Kochen, Waschen etc.) bzw. Prozesskälte (Kühlen, Gefrieren etc.).

Diagramm: Die privaten Haushalte benötigen mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen. Mit großem Abstand folgen die Energieverbräuche für die Anwendungsbereiche Warmwasser sowie sonstige Prozesswärme (Kochen, Waschen etc.) bzw. Prozesskälte (Kühlen, Gefrieren etc.).
Anteile der Anwendungsbereiche am Endenergieverbrauch der privaten Haushalte 2008 und 2017
Quelle: Umweltbundesamt / Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF
 

Mehr Haushalte, größere Wohnflächen – Energieverbrauch pro Wohnfläche sinkt

Der Trend zu mehr Haushalten, größeren Wohnflächen und weniger Mitgliedern pro Haushalt (siehe „Bevölkerungsentwicklung und Struktur privater Haushalte“) führt tendenziell zu einem höheren Verbrauch. Diesem Trend wirken jedoch der immer bessere energetische Standard bei Neubauten und die Sanierung der Altbauten teilweise entgegen. So sank der spezifische Endenergieverbrauch (Energieverbrauch pro Wohnfläche ) für Raumwärme seit 2008 um gut zwölf Prozent (siehe Abb. „Endenergieverbrauch und -intensität für Raumwärme – Private Haushalte (witterungsbereinigt“)).

Diagramm: Der spezifische Endenergieverbrauch für Raumwärme sank von 2008 bis 2017 um gut zwölf Prozent.
Endenergieverbrauch und -intensität für Raumwärme - Private Haushalte (witterungsbereinigt)
Quelle: Umweltbundesamt / Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF
 

Direkte Treibhausgasemissionen privater Haushalte sinken

Der Energieträgermix verschob sich seit 1990 bis heute zugunsten von Brennstoffen mit geringeren Kohlendioxid-Emissionen und erneuerbaren Energien. Das verringerte auch die direkt durch die privaten Haushalte verursachten Treibhausgasemissionen (siehe Abb. „Direkte Kohlendioxid-Emissionen von Feuerungsanlagen der privaten Haushalte“).

Diagramm: Die direkten Kohlendioxid-Emissionen von Feuerungsanlagen der privaten Haushalte sanken von 1990 bis 2017 von 129 auf 92 Millionen Tonnen Kohlendioxid.
Direkte Kohlendioxid-Emissionen von Feuerungsanlagen der privaten Haushalte
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF