Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre im Trend gestiegen. Den meisten Strom verbraucht die Industrie, gefolgt vom Gewerbe-, Handels-, und Dienstleistungssektor, den privaten Haushalten und dem Verkehrssektor. Um die im Energiekonzept formulierte Reduzierung des Stromverbrauchs zu erreichen, bedarf es weiterer Einsparmaßnahmen.

Entwicklung und Maßnahmen

Seit 1990 wurde in Deutschland etwa ein Zehntel mehr Strom verbraucht (siehe Abb. „Entwicklung des Stromverbrauchs nach Sektoren“). Der langjährige Anstieg des Stromverbrauchs in den Sektoren Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie privaten Haushalten hat sich in den letzten Jahren jedoch nicht fortgesetzt. Die Bundesregierung hat sich im Energiekonzept aus dem Jahr 2010 zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 um 10 Prozent (%) gegenüber 2008 zu senken. Um dies zu erreichen, wird für den Strombereich eine deutliche Effizienzsteigerung vorausgesetzt.

Die wichtigsten Maßnahmen in den Sektoren Haushalte und Kleinverbrauch sind die Einführung von Effizienzstandards für elektrische Geräte und energieverbrauchsrelevante Produkte im Rahmen der Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) sowie eine erweiterte Energieverbrauchskennzeichnung.

Innovative Querschnittstechniken in der Industrie – etwa effizientere Elektromotoren und Druckluftsysteme – können darüber hinaus ebenfalls einen Beitrag leisten. Ein verpflichtendes Energiemanagement kann den Unternehmen dabei helfen, wirtschaftlich vertretbare Energiesparmaßnahmen zu erkennen. Weitere geeignete Instrumente sind beispielsweise ein Energieeffizienzfonds oder der EU-Top-Runner-Ansatz (siehe dazu die Studie des Umweltbundesamtes).

Die im Verkehrssektor geplanten Maßnahmen zur Steigerung der Elektromobilität sollen einhergehen mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch steigt konstant an; sie leisten im Bereich der Stromversorgung einen großen Anteil zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele und verdrängten in den letzten Jahren zunehmend fossile Kraftwerke, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden (siehe Abb. „Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch“).

Die Steigerung der Effizienz in der Umwandlung, beispielsweise durch einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien und Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), führt ebenfalls zum Rückgang des Stromverbrauchs und ist somit ein notwendiger Baustein für mehr Klimaschutz.

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