Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Deutschland ist seit Beginn der 1990er Jahre im Trend gestiegen. Den meisten Strom verbraucht die Industrie, gefolgt vom Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor, den privaten Haushalten und dem Verkehrssektor. Um die im Energiekonzept formulierte Reduzierung des Stromverbrauchs zu erreichen, bedarf es weiterer Einsparmaßnahmen.

Entwicklung des Stromverbrauchs

Im Jahr 2020 wurde in Deutschland ungefähr so viel Strom verbraucht wie im Jahr 1990 (siehe Abb. „Bruttostromverbrauch“). Der Höhepunkt des Stromverbrauchs war im Jahr 2007 mit fast 625 Terawattstunden (TWh) erreicht. Die Bundesregierung hat sich 2010 in ihrem Energiekonzept zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 um 10 % gegenüber 2008 zu senken. Dieses Ziel wurde nach vorläufigen Zahlen mit einem Rückgang von 11 % erreicht. Allerdings war der Stromverbrauch im Jahr 2020 von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Es bleibt abzuwarten, ob das Ziel auch nachhaltig erreicht wurde.

 

Das gestapelte Säulendiagramm zeigt die Entwicklung des Stromverbrauchs nach Sektoren seit 1990. Bis 2020 sollten nach dem Willen der Bundesregierung 10 % gegenüber 2008 eingespart werden. Dieses Ziel wurde nach vorläufigen Daten erreicht.
Bruttostromverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Maßnahmen

Die wichtigsten Maßnahmen in den Sektoren Haushalte und Kleinverbrauch sind die Einführung von Effizienzstandards für elektrische Geräte und energieverbrauchsrelevante Produkte im Rahmen der Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) sowie eine erweiterte Energieverbrauchskennzeichnung.

Innovative Querschnittstechniken in der Industrie – etwa effizientere Elektromotoren und Druckluftsysteme – können darüber hinaus ebenfalls einen Beitrag leisten. Ein verpflichtendes Energiemanagement kann den Unternehmen dabei helfen, wirtschaftlich vertretbare Energiesparmaßnahmen zu erkennen. Weitere geeignete Instrumente sind beispielsweise ein Energieeffizienzfonds oder der EU-Top-Runner-Ansatz (siehe dazu die Studie des Umweltbundesamtes).

Die im Verkehrssektor geplanten Maßnahmen zur Steigerung der Elektromobilität werden einhergehen mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ steigt stetig an. Die Erneuerbaren leisten damit im Bereich der Stromversorgung einen großen Anteil zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele. Sie verdrängten in den letzten Jahren zunehmend fossile Kraftwerke, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden (siehe Abb. „Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch“).

Die Steigerung der Effizienz in der Umwandlung, beispielsweise durch einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien und Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), führt ebenfalls zum Rückgang des Stromverbrauchs und ist somit ein notwendiger Baustein für mehr ⁠Klimaschutz⁠.

Die Abbildung zeigt ein Liniendiagramm, welches den Anteil der erneuerbaren Energieträger am Bruttostromverbrauch in Deutschland darstellt. Die Linie ist ansteigend.
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat Diagramm als PDF