Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Deutschland geht seit dem Höhepunkt im Jahr 2007 zurück. 2021 lag der Verbrauch leicht über dem von 1990. Den meisten Strom verbraucht die Industrie, gefolgt vom Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungssektor, den privaten Haushalten und dem Verkehrssektor.

Entwicklung des Stromverbrauchs

Der Höhepunkt des deutschen Stromverbrauchs war im Jahr 2007 mit 624 Terawattstunden (TWh) erreicht. Die Bundesregierung hat sich 2010 in ihrem Energiekonzept zum Ziel gesetzt, den Stromverbrauch bis zum Jahr 2020 um 10 % gegenüber 2008 zu senken. Dieses Ziel wurde im Jahr 2020 nach vorläufigen Zahlen mit einem Rückgang von etwa 11 % erreicht. Allerdings war der Stromverbrauch in diesem Jahr von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Im Jahr 2021 stieg der Stromverbrauch wieder leicht an. Er lag etwa 8 % unter dem Wert von 2008 und verfehlt das Ziel der Bundesregierung nun wieder leicht (siehe Abb. „Bruttostromverbrauch“).

Künftig ist mit einer Zunahme des Stromverbrauchs zu rechnen, da Effekte der sogenannten Sektorkoppelung einzuplanen sind. Dazu zählt, dass sowohl Fahrzeugantriebe als auch Wärmebereitstellung in Gebäuden (Stichwort Wärmepumpe) verstärkt auf elektrischer Basis betrieben werden sollen.

 

Das gestapelte Säulendiagramm zeigt die Entwicklung des Stromverbrauchs nach Sektoren seit 1990. Bis 2020 sollten nach dem Willen der Bundesregierung 10 % gegenüber 2008 eingespart werden. Dieses Ziel wurde erreicht.
Bruttostromverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Maßnahmen: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien

Die wichtigsten Maßnahmen in den Sektoren Haushalte und Kleinverbrauch sind die Einführung von Effizienzstandards für elektrische Geräte und energieverbrauchsrelevante Produkte im Rahmen der Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie (2009/125/EG) sowie eine erweiterte Energieverbrauchskennzeichnung.

Innovative Querschnittstechniken in der Industrie – etwa effizientere Elektromotoren und Druckluftsysteme – können darüber hinaus ebenfalls einen Beitrag leisten. Ein verpflichtendes Energiemanagement kann den Unternehmen dabei helfen, wirtschaftlich vertretbare Energiesparmaßnahmen zu erkennen. Weitere geeignete Instrumente sind beispielsweise ein Energieeffizienzfonds oder der EU-Top-Runner-Ansatz (siehe dazu die Studie des Umweltbundesamtes).

Die im Verkehrssektor geplanten Maßnahmen zur Steigerung der Elektromobilität werden einhergehen mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ steigt stetig an. Die Erneuerbaren leisten damit im Bereich der Stromversorgung einen großen Anteil zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele. Sie verdrängten in den letzten Jahren zunehmend fossile Kraftwerke, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu gefährden (siehe Abb. „Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch“).

Die Steigerung der Effizienz in der Umwandlung, beispielsweise durch einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien und Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), führt ebenfalls zum Rückgang des Stromverbrauchs und ist somit ein notwendiger Baustein für mehr ⁠Klimaschutz⁠.

Die Abbildung zeigt ein Liniendiagramm, welches den Anteil der erneuerbaren Energieträger am Bruttostromverbrauch in Deutschland darstellt. Die Linie ist ansteigend. Im Jahr 2021 ging der Wert gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück.
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat Diagramm als PDF
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 AGEE-Stat  Stromverbrauch  Erneuerbare Energien  Elektromobilität  Ökodesign-Richtlinie