Primärenergiegewinnung und -importe

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Rund 70 Prozent des Energieaufkommens wird durch Importe diverser Energieträger gedeckt. Um die Versorgung zu sichern, sollte die Importabhängigkeit verringert und die Vielfalt an Lieferländern und Transportstrukturen erhöht werden.

Entwicklung der Primärenergiegewinnung

Seit dem Jahr 1990 reduzierte sich die Gewinnung von Energierohstoffen wie Erdgas, Kohle oder erneuerbare Energien in Deutschland um etwa 45 %. Heute werden etwa 3.400 Petajoule (PJ) inländisch gewonnen (siehe Abb. „Primärenergiegewinnung in Deutschland“). Das entspricht etwa 29 % des gesamten Primärenergieverbrauchs. Der Anteil der Eigengewinnung am ⁠Primärenergieverbrauch⁠ schwankt seit Mitte der 1990er Jahre zwischen 25 und 31 %. In den letzten Jahren war der Anteil leicht rückläufig.

Die wichtigsten im Inland gewonnenen Energieträger sind die erneuerbaren Energien wie Wind, Sonne und ⁠Biomasse⁠. Sie machen mehr als die Hälfte der im Inland gewonnenen Energieträger aus. (Kleine Anteile biogener Brennstoffe, wie zum Beispiel Palmöl und Bioethanol, werden allerdings importiert.) Braunkohle macht weniger als 30 % der im Inland gewonnenen Energieträger aus. Dabei wird seit vielen Jahren sogar etwas mehr Braunkohle gefördert, als verbraucht wird. Etwa 5 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases stammt aus deutschen Quellen. Die Förderung von Steinkohle wurde in Deutschland 2019 eingestellt.

Das Diagramm stellt die Primärenergiegewinnung in Deutschland für unterschiedliche Energieträger von 1990 bis 2020 dar. Sie ist von ca. 6.200 auf 3.400 PJ gesunken. Die bedeutendsten heimischen Energieträger sind die Braunkohle und erneuerbare Energien.
Primärenergiegewinnung in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Importabhängigkeit verringern

Importiert werden vor allem die Energieträger Mineralöl, Gas, Steinkohle und Uran. Uran zur Kernenergienutzung wird zu 100 % eingeführt. Die inländische Produktion von Steinkohle wurde mit dem Beginn des Jahres 2019 beendet, seitdem wird der Energieträger vollständig importiert. Ebenso wird Mineralöl wie auch Erdgas fast vollständig aus dem Ausland bezogen (siehe Tab. „Primärenergieimporte“). In den kommenden Jahren wird Deutschland auch bei Erdöl und Erdgas vollständig auf Importe angewiesen sein.

Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, sollten erneuerbare Energien weiter ausgebaut und Lieferländer und Transportstrukturen diversifiziert werden. Auch das Einsparen von Energie hilft, genügend Energieträger verfügbar zu halten.

Die Tabelle stellt für 2020 den Import-Anteil Deutschlands für alle wichtigen Energieträger, ihren Anteil am deutschen Primärenergieverbrauch und der Bruttostromerzeugung dar.
Tab: Primärenergieimporte
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
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