Erneuerbare Energien - Vermiedene Treibhausgase

Erneuerbare Energien vermeiden Treibhausgase. In vielen Bereichen verdrängen sie fossile Energieträger und vermeiden damit Emissionen. Die meisten Emissionen werden durch die erneuerbare Stromerzeugung eingespart – aber auch im Wärme- und Verkehrssektor tragen erneuerbare Energien zum Klimaschutz bei. 2019 wurden so 201 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente vermieden.

Inhaltsverzeichnis

Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass der Einsatz erneuerbarer Energien in den letzten Jahrzehnten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten konnte. Im Jahr 2019 vermieden erneuerbare Energien mehr als 201 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Seit dem Jahr 2000 ist dieser Wert um mehr als das 3,5-fache gestiegen (siehe Abb. „Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien“).

Wichtigster Energieträger bei der Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen ist die Windenergie. Sie kommt ausschließlich in der Stromerzeugung zum Einsatz. Zweitwichtigster Energieträger ist die Biomasse: Vor allem die erneuerbare Wärmeversorgung, aber auch erneuerbare Kraftstoffe sind bislang auf nachwachsende Biomasse angewiesen. Aber auch in Kraftwerken wird mit Biomasse Strom bzw. mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auch Wärme erzeugt (siehe Abb. „Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Jahr 2019“).

Die Berechnungen zur Emissionsvermeidung durch die Nutzung erneuerbarer Energien basieren auf einer Netto-Betrachtung (Netto-Bilanz). Dabei werden die durch die Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energien verursachten Emissionen mit denen verrechnet, die durch die Substitution fossiler Energieträger brutto vermieden werden. Vorgelagerte Prozessketten zur Gewinnung und Bereitstellung der Energieträger sowie für die Herstellung und den Betrieb der Anlagen werden dabei weitestgehend mit einbezogen.

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Stromerzeugung

Die erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung leisten mit Abstand den wichtigsten Beitrag bei der Vermeidung von Treibhausgasen. Ihr Anteil beträgt fast 80 %. Der Umfang der vermiedenen Emissionen ist in den vergangenen Jahrzehnten fast kontinuierlich gewachsen.

Insgesamt zeigt die Entwicklung seit dem Jahr 2010, dass sich der erfolgreiche Ausbau der erneuerbaren Energien besonders im Stromsektor positiv auf die Vermeidung von Treibhausgasen auswirkt: Insbesondere durch die Entwicklung bei der Windenergie und der Photovoltaik werden mittlerweile mehr als doppelt so viele Treibhausgase vermieden wie noch 2010. (siehe Abb. „Stromsektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien“).

Ein Balkendiagramm stellt vergleichend für die Jahre 2010 und 2019 die Beiträge einzelner erneuerbarer Energien an der Vermeidung von Treibhausgasen im Stromsektor dar. Die Vermeidung hat sich in dieser Zeit auf 158 Mio. t CO2-äq. mehr als verdoppelt.
Stromsektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF
 

Wärmeerzeugung

Im Wärmesektor trägt vor allem die Nutzung fester Biomasse (vor allem Holz) zur Vermeidung von Treibhausgasen bei (siehe Abb. „Wärmesektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien“). Allerdings ging die Bedeutung von fester Biomasse zur Emissionsreduktion zwischen 2010 und 2019 zurück. Zugenommen hat die Bedeutung anderer Energieträger wie Solarthermie, Geothermie und Umweltwärme. Sie machen nun mehr als 10 Prozent der Emissionsvermeidung aus.

Ausführlichere Informationen zum Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmesektor finden Sie auch im Artikel „Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“.

Ein Balkendiagramm stellt vergleichend für die Jahre 2010 und 2019 die Beiträge einzelner erneuerbarer Energieträger an der Vermeidung von Treibhausgasen im Wärmesektor dar. Die Vermeidung hat sich im Zeitraum nur unwesentlich auf etwa 36,3 Mio. t CO2-äq erhöht.
Wärmesektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF
 

Verkehr

Durch Biokraftstoffe konnten in den letzten Jahren ebenfalls kontinuierlich Emissionen in Umfang von mehreren Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente vermieden werden (siehe Abb. „Verkehrssektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung biogener Kraftstoffe“). Allerdings bleibt der Verkehrssektor der Bereich mit dem geringsten Anteil an erneuerbaren Energien. Zwar stieg die Menge vermiedener Treibhausgas-Emissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger in den vergangenen Jahren leicht an. Dennoch lagen die Emissionen im Verkehrssektor insgesamt durch das wachsende Verkehrsaufkommen im Jahr 2019 noch immer über dem Niveau des Jahres 2010 (siehe Artikel „Emissionsquellen“).

Ausführlichere Informationen zum Einsatz erneuerbarer Energien im Verkehr finden Sie auch im Artikel „Erneuerbare Energie im Verkehr“.

Ein Balkendiagramm stellt vergleichend für die Jahre 2010 und 2019 die Beiträge einzelner erneuerbarer Energieträger an der Vermeidung von Treibhausgase im Verkehrssektor dar. Die Vermeidung hat sich von 6,5 Mio. t auf 7,5 Mio. t CO2-äq. erhöht.
Verkehrssektor: Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung biogener Kraftstoffe
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF