Indikator: Erneuerbare Energien

Ein Diagramm zeigt den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch und am Bruttostromverbrauch. Der Anteil am Bruttostromverbrauch stieg zwischen 2000 und 2019 von 6,3 % auf 42,0 %. Beim Bruttoendenergieverbrauch stieg der Anteil zwischen 2004 und 2019 von 6,2 % auf 17,7 %.zum Vergrößern anklicken
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch und am Bruttoendenergieverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg zwischen 2000 und 2019 von 6,3 % auf 42,0 %.
  • Beim Bruttoendenergieverbrauch stieg der Anteil von 6,2 % (2004) auf 17,7 % (2019).
  • Der Zielwert nach Energiekonzept der Bundesregierung von 35 % für das Jahr 2020 wurden beim Bruttostromverbrauch bereits 2017 erreicht. Für den Bruttoendenergieverbrauch ist das Erreichen des Zielwerts von 18 % im Jahr 2020 sehr wahrscheinlich.
  • Für das Jahr 2030 können die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien nur mit erheblichen zusätzlichen Anstrengungen erreicht werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Energiebedingte Emissionen machen etwa 80 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland aus. Erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostrom- und Bruttoendenergieverbrauch, werden fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas eingespart und weniger Treibhausgase ausgestoßen. Den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen ist daher ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und hilft zudem, Ressourcen zu schonen (siehe Indikator „Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch erneuerbare Energien“).

Derzeit importiert Deutschland den weitaus größten Teil seiner Energieträger. Bei erneuerbaren Energien kann sich Deutschland hingegen zu großen Teilen selbst versorgen. Der Ausbau erneuerbarer Energien senkt daher die Abhängigkeit von Rohstoffimporten.

Der Bruttoendenergieverbrauch beinhaltet neben dem Endenergieverbrauch auch die Eigenverbräuche der Erzeugungsanlagen und die Übertragungs- oder Leitungsverluste. Der Bruttostromverbrauch ist neben dem Verbrauch von Wärme und Kraftstoffen ein wichtiger Bestandteil des Verbrauches von Endenergie.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich die erneuerbaren Energien rasant: Lag ihr Anteil am Bruttostromverbrauch im Jahr 2000 noch bei etwa 6,2 %, stieg er bis 2019 auf 42,0 %. Diese Entwicklung ist ein Erfolg der deutschen Energie- und Umweltpolitik. Insbesondere das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trug zu dieser Entwicklung bei. Auch beim Bruttoendenergieverbrauchstieg der Anteil an – jedoch deutlich langsamer.

Die Ziele der Bundesregierung zum Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch wurden in der Vergangenheit regelmäßig erfüllt. Der Zielwert des Energiekonzeptes aus dem Jahr 2010 von 35 % für das Jahr 2020 wurde bereits im Jahr 2017 erreicht (BMWi, BMU 2010). Für das Jahr 2025 sah die EEG-Novelle 2017 den Zielbereich 40 bis 45 % vor. Der untere Zielwert wurde bereits im Jahr 2019 überschritten. Größere Anstrengung bedarf es hingegen, das verbindliche „65 Prozent Ziel“ der im Jahr 2020 beschlossenen EEG-Novelle 2021 zu erreichen. Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Kraftwerks-Kapazitäten und der Stromnetze muss hierfür deutlich forciert werden.

Groß ist auch die Herausforderung, die Ziele zum Erneuerbaren-Anteil am Bruttoendenergieverbrauch zu erreichen. Das Ziel für 2020 (Anteil 18 %) lag 2019 mit einem Anteil von 17,4 % in Reichweite und wird nach derzeitigem Kenntnisstand auch erreicht werden, für das Ziel 2030 (Anteil 30 %) sind aber erhebliche zusätzliche Anstrengungen notwendig. Vor allem im Wärme- und Verkehrssektor stagnieren die Anteile der erneuerbaren Energien seit einigen Jahren.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator setzt die in Deutschland auf Basis erneuerbarer Energieträger genutzte Energie ins Verhältnis zum gesamten Bruttoendenergieverbrauch bzw. -stromverbrauch. Die verwendeten Daten werden von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) und der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) bereitgestellt.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in den Daten-Artikeln "Energieverbrauch nach Energieträgern, Sektoren und Anwendungen" und "Stromerzeugung erneuerbar und konventionell".