Indikator: Erneuerbare Energien

Ein Diagramm zeigt den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch und am Bruttostromverbrauch. Der Anteil am Bruttostromverbrauch stieg zwischen 2000 und 2021 von 6,3 % auf 41,1 %. Beim Bruttoendenergieverbrauch stieg der Anteil zwischen 2004 und 2020 von 6,2 % auf 19,7 %.zum Vergrößern anklicken
Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch und am Bruttoendenergieverbrauch
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Der Anteil der erneuerbaren Energien am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ stieg zwischen 2000 und 2021 von 6,3 % auf 41,1 %.
  • Beim ⁠Bruttoendenergieverbrauch⁠ stieg der Anteil von 6,2 % (2004) auf 19,7 % (2021).
  • Damit wurde das Ziel erreicht, den Anteil der Erneuerbaren am Bruttoendenergieverbrauch im Jahr 2020 auf 18 % zu steigern.
  • Die Ziele für das Jahr 2030 können nur mit erheblichen zusätzlichen Anstrengungen erreicht werden. Insbesondere muss mehr Wind- und Photovoltaikleistung als in den letzten Jahren zugebaut werden.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Energiebedingte Emissionen machen etwa 80 % der gesamten ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen in Deutschland aus. Erhöht sich der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostrom- und ⁠Bruttoendenergieverbrauch⁠, werden fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas eingespart und weniger Treibhausgase ausgestoßen. Den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen ist daher ein wichtiger Beitrag zum ⁠Klimaschutz⁠ und hilft zudem, Ressourcen zu schonen (siehe ⁠Indikator„Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch erneuerbare Energien“).

Derzeit importiert Deutschland den weitaus größten Teil seiner Energieträger. Bei erneuerbaren Energien kann sich Deutschland hingegen zu großen Teilen selbst versorgen. Der Ausbau erneuerbarer Energien senkt daher die Abhängigkeit von Rohstoffimporten.

Der Bruttoendenergieverbrauch beinhaltet neben dem ⁠Endenergieverbrauch⁠ auch die Eigenverbräuche der Erzeugungsanlagen und die Übertragungs- oder Leitungsverluste. Der Bruttostromverbrauch ist neben dem Verbrauch von Wärme und Kraftstoffen ein wichtiger Bestandteil des Verbrauches von Endenergie.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich die erneuerbaren Energien rasant: Lag ihr Anteil am ⁠Bruttostromverbrauch⁠ im Jahr 2000 noch bei etwa 6,3 %, stieg er bis 2021 auf 41,1 %. Diese Entwicklung ist ein Erfolg der deutschen Energie- und Umweltpolitik. Insbesondere das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) trug zu dieser Entwicklung bei. Auch beim ⁠Bruttoendenergieverbrauch⁠ stieg der Anteil an, jedoch deutlich langsamer.

Die Ziele der Bundesregierung zum Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch wurden in der Vergangenheit regelmäßig erfüllt. So wurde der Zielwert des Energiekonzepts der Bundesregierung (2010) von 35 % für das Jahr 2020 bereits 2017 erreicht. Größerer Anstrengung bedarf es nun, im Jahr 2030 das verbindliche „65-%-Ziel“ der im Jahr 2020 beschlossenen EEG-Novelle 2021 zu erreichen. Insbesondere der in den letzten Jahren erlahmende Ausbau der erneuerbaren Kraftwerks-Kapazitäten und ein angemessener Ausbau der Stromnetze müssen deutlich forciert werden. Im Jahr 2021 gab es gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Rückgang des Erneuerbaren-Anteils am Stromverbrauch. Wichtigster Grund dafür war die für Photovoltaik und noch stärker Windenergie ungünstige ⁠Witterung⁠ im Jahr 2021.

Hinsichtlich des Bruttoendenergieverbrauchs findet sich in der europäischen Erneuerbaren-Energien-Richtlinie von 2009 das Ziel, den Erneuerbaren-Anteil im Jahr 2020 auf 18 % zu steigern. Dieses Ziel wurde 2020 mit einem Anteil von 19,3 % erreicht. Der gegenüber dem Vorjahr deutliche Anstieg wurde wesentlich auch von einen durch die Corona-Pandemie insgesamt gesunkenen Energiebedarf begünstigt. Für das Ziel 2030 (Anteil 30 %) sind jedoch erhebliche zusätzliche Anstrengungen notwendig. Vor allem im Wärme- und im Verkehrssektor steigen die Anteile der erneuerbaren Energien seit vielen Jahren nur langsam.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der ⁠Indikator⁠ setzt die in Deutschland auf Basis erneuerbarer Energieträger genutzte Energie ins Verhältnis zum gesamten ⁠Bruttoendenergieverbrauch⁠ bzw. ⁠Bruttostromverbrauch⁠. Die verwendeten Daten werden von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) und der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) bereitgestellt.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in den Daten-Artikeln "Energieverbrauch nach Energieträgern, Sektoren und Anwendungen" und "Stromerzeugung erneuerbar und konventionell".