Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom erreichte im Jahr 2018 37,8 Prozent, bei der Wärme 14,2 Prozent und im Verkehr 5,7 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien 1990 – 2018
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich aktuell zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Jahresdaten im Überblick sowie detaillierte Informationen zu den Sektoren Strom, Wärme, und Verkehr. Aufbauend auf diesen jährlichen Daten wird auch die Emissionsbilanz erneuerbarer Energien erstellt. Zusätzlich informieren Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Monaten.

 

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 427 Terawattstunden (1 TWh entspricht dabei 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt, dies entspricht fast 17 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Von dieser Energiemenge entfielen etwa 53 Prozent (oder 225 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 40 Prozent (oder 171 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (32 TWh).

Insgesamt entwickelten sich die Erneuerbaren im Jahr 2018 in allen Sektoren positiv: Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 36,0 Prozent (2017) auf 37,8 Prozent (2018) nochmals deutlich an, darüber hinaus wuchsen die erneuerbaren Energien auch im Wärme- und Verkehrssektor. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent, im Verkehr lag der Anteil um 0,3 Prozentpunkte höher als im letzten Jahr und erreichte nunmehr 5,7 Prozent.

Insgesamt lag damit der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch über alle Sektoren hinweg bei 16,7 Prozent und kommt damit dem verbindlichen Ziel der Bundesregierung den Anteil auf 18 Prozent im Jahr 2020 zu steigern deutlich näher. Allerdings profitierten die erneuerbaren Energien im Jahr 2018 von günstigen klimatischen Bedingungen: neben einer sehr hohen Sonneneinstrahlung sorgte die milde Witterung besonders im Winter auch für einen sinkenden Energieverbrauch.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor steigerte sich von 36,0 Prozent (2017) auf 37,8 Prozent (2018) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2018 etwa 224,7 TWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, dies sind 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern erreichte damit erstmals in etwa das Niveau der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle zusammen.

Wind 

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und lag im Jahr 2018 nochmals über dem Rekordergebnis des Vorjahres. Trotz zurückgehenden Zubaus (plus 3.263 Megawatt (MW)) konnte mit 110,0 TWh ein neuer Höchstwert  erreicht werden (im Jahr 2017 waren es noch 105,7 TWh). Damit stieg die Windstromerzeugung um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2018 etwa 50,8 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2017 blieb die Stromerzeugung aus Biomasse damit in etwa konstant. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,8 TWh), feste Biomasse (10,8 TWh), und der biogene Anteil des Abfalls (6,2 TWh). Ein großer Anteil der neu zugebauten Leistung im Bereich der Biomasse betraf die Erweiterung bestehender Anlagen – die sogenannte Überbauung – und diente der Flexibilisierung der Stromerzeugung aus Biomasse.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte im Jahr 2018 von Rekordwerten bei Sonnenstunden und Solarstrahlung und stieg gegenüber dem Vorjahr um über 16 Prozent auf nunmehr 45,8 TWh. Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen erreichte im aktuellen Jahr 2.938 MW, beträgt allerdings damit noch immer nur etwa 36 Prozent des Wertes aus dem Rekordjahr 2012 (8.161 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag auf Grund der langen Trockenheit mit 18,0 TWh im Jahr 2018 mehr als 10 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Aus Geothermie wurde mit 0,2 TWh insgesamt nur sehr wenig Strom erzeugt.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. Die absolute Nutzung erneuerbarer Wärme blieb zwar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (171 TWh), gleichzeitig wurden aber weniger fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.

Im Jahr 2018 hatte die feste Biomasse (vornehmlich Holz) mit 113,6 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 13,1 TWh. Der Beitrag der Solarthermie erhöhte sich im Jahr 2018 auf Grund der hohen durchschnittlichen Sonneneinstrahlung um etwa 13 Prozent auf 8,9 TWh. Auch die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann an Bedeutung und lag mit fast 14,6 TWh ebenfalls deutlich über dem Niveau des Vorjahres.

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2018 auf 5,7 Prozent. Damit stieg der Anteil gegenüber dem Jahr 2017 um 0,5 Prozentpunkte an.

Im Jahr 2018 stieg der Absatz von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr um etwa 4 Prozent auf nunmehr 31,5 TWh. Hiervon entfallen 22,3 TWh auf Biodiesel (+5 Prozent gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von Bioethanol mit 8,8 TWh (+4 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und Biomethan mit 0,4 TWh. Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2018 4,6 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an, trägt aber noch immer weniger als 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird hauptsächlich im Schienenverkehr verbraucht.

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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2018 eine Treibhausgasvermeidung von rund 187 Millionen (Mio.) Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 144 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von fast 36 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe knapp 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

Diagramm: Im Jahr 2018 wurden in Deutschland durch die Nutzung erneuerbarer Energien 187,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Davon 34,6 % durch Biomasse, 40,8 % durch Windenergie, 15,3 % durch Photovoltaik, und 7,1 % durch Wasserkraft.
Netto-Bilanz der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF