Indikator: Vermiedene THG-Emissionen durch erneuerbare Energien

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung der durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger vermiedenen Treibhausgas-Emissionen unterteilt nach Strom, Wärme und Verkehr. 1990 wurden 28 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, 2020 227 Millionen Tonnen.zum Vergrößern anklicken
Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • In den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr werden fossile Energieträger zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt.
  • Die auf diese Weise jährlich eingesparten ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen liegen heute mehr als achtmal so hoch wie 1990.
  • Die Bundesregierung will den Anteil erneuerbarer Energien deutlich ausbauen und die Treibhausgas-Emissionen damit weiter senken.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Jeder Wirtschaftsprozess ist mit dem Einsatz von Energie verbunden. Derzeit sind sowohl in Deutschland als auch weltweit fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas die wichtigsten Energiequellen. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe werden Treibhausgase ausgestoßen. Dies ist der wichtigste Treiber des globalen Klimawandels.

Ein wesentlicher Ansatz für den ⁠Klimaschutz⁠ ist deshalb, die Volkswirtschaft auf saubere Energieformen umzustellen, insbesondere auf erneuerbare Energien. Der ⁠Indikator⁠ zeigt den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Vermeidung von ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen und damit zur Erreichung der Klimaschutzziele an.

Auch der effizientere Einsatz von Energie (Energieeffizienz) spielt eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele. Jedoch kann Energieeffizienz nur schwer direkt gemessen werden. Mit dem Indikator "Energieproduktivität" liegt ein allgemeines Maß für die Energieeffizienz einer Volkswirtschaft vor.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

In den letzten Jahrzehnten wurden die erneuerbaren Energien in Deutschland stark ausgebaut. Im Jahr 2020 konnten durch ihre Nutzung 227 Millionen Tonnen ⁠Kohlendioxid-Äquivalente⁠ vermieden werden, welche sonst zusätzlich durch die Nutzung fossiler Energieträger entstanden wären. Die Einsparung war mehr als achtmal so hoch wie im Jahr 1990.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien trug fast 80 % zu der durch erneuerbare Energien insgesamt vermiedenen Menge an Treibhausgasen bei. Der Wärmebereich war für 16 % verantwortlich und die Nutzung von Biokraftstoffen im Verkehr für 4 %.

Die Bundesregierung strebt mit dem „Klimaschutzprogramm 2030“ an, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 55 % unter den Wert von 1990 zu senken (BReg 2019). Bis 2050 soll der Ausstoß laut dem „Klimaschutzplan 2050“ um 80 bis 95 % sinken (BMU 2016). Zur Erreichung dieser Ziele sollen insbesondere die erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag leisten. So soll beispielsweise bis 2030 ein Anteil von 65 % des Bruttostromverbrauchs und 30 % des gesamten Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Bis 2050 sollen sowohl die Erzeugung, als auch der Verbrauch von Strom in Deutschland treibhausgasneutral gestaltet werden (EEG 2021). Um diese Ziele zu erreichen, sind weiter erhebliche Anstrengungen nötig (siehe auch die Indikatoren „Emission von Treibhausgasen“ und „Erneuerbare Energien“).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Für die Berechnung des Indikators wird angenommen, dass Energie, die heute aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, nicht mehr durch einen fossilen Energiemix bereitgestellt werden muss. Die für diese Energiemenge eingesparten Emissionen werden im ⁠Indikator⁠ veranschaulicht. Dabei deckt der Indikator auch die Emissionen erneuerbarer Energieträger ab, welche während Produktion, Installation oder Wartung anfallen (sogenannte Vorketten). Die detaillierte Methodik zur Berechnung des Indikators wurde zuletzt in der Publikation „Erneuerbare Energien in Deutschland 2019“ beschrieben (⁠UBA⁠ 2020).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel: "Erneuerbare Energien - Vermiedene Treibhausgase".