Indikator: Endenergieproduktivität

Ein Diagramm zeigt die Endenergieproduktivität 1990 bis 2020. Sie ist seit 1990 um mehr als 60 % gestiegen. Es werden außerdem der Endenergieverbrauch und das Bruttoinlandsprodukt dargestellt. zum Vergrößern anklicken
Endenergieproduktivität
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Statistisches Bundesamt und Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Wie effizient eine Volkswirtschaft Energie einsetzt, kann durch den ⁠Indikator⁠ „Endenergieproduktivität“ gemessen werden.
  • Zwischen 1990 und 2020 ist die Endenergieproduktivität um 64 % gestiegen.
  • Die Bundesregierung strebt eine jährliche Erhöhung der Endenergieproduktivität um 2,1 % an.
  • Zwischen 2008 und 2020 lag der durchschnittliche Anstieg mit 1,4 % pro Jahr deutlich unter diesem Wert.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Energieeffizienz muss weltweit gesteigert werden, damit der globale Energieverbrauch nicht ungebremst weiter zunimmt und um drastische Folgen für die Umwelt zu vermeiden. Die Energieproduktivität gibt an, wieviel wirtschaftliche Leistung (Bruttoinlandsprodukt) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt wird. Die Energieproduktivität ist damit ein Maß für die Energieeffizienz.

Die Energieproduktivität zu erhöhen, ist auch ökonomisch sinnvoll: Mit weniger Ressourcen die gleiche wirtschaftliche Leistung zu erbringen, verringert die Umweltbelastung und spart zugleich Geld. Auch private Haushalte können Geld sparen, wenn sie Geräte mit hoher Energieeffizienz verwenden.

Zur Bewertung der Energieproduktivität wird der ⁠Endenergieverbrauch⁠ statt des Primärenergieverbrauchs verwendet. Dies erhöht die Aussagekraft des Indikators, weil bei der Endenergie Verluste im Energiebereitstellungssystem durch Energiewandlung und -übertragung nicht bilanziert werden. Da der Endenergieverbrauch Strom und Wärme umfasst, haben die Witterungsbedingungen und die Bevorratung von Brennstoffen einen Einfluss auf seine Höhe.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Zwischen 1990 und 2020 ist die Endenergieproduktivität um 64 % gestiegen. Treiber des Anstieges der Produktivität war vor allem die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes. Dieses ist seit 1990 ebenfalls um 47 % gewachsen, der ⁠Endenergieverbrauch⁠ hingegen seit 1990 um 11 % gesunken. Diese sogenannte Entkopplung kann durch eine höhere Energieeffizienz, aber auch durch einen Strukturwandel hin zu weniger energieintensiven Wirtschaftsaktivitäten erklärt werden.

2010 beschloss die Bundesregierung mit dem Energiekonzept das Ziel, die Endenergieproduktivität bis 2050 jährlich um 2,1 % zu steigern (BMWi, ⁠BMU⁠ 2010). Dadurch sollte die Produktivität bis 2020 um 28 % höher liegen als im Jahr 2008. Tatsächlich lag die Produktivität 2020 nur 18 % höher als 2008. Das jährliche Wachstum lag bei rund 1,4 %. Damit wurde das Ziel des Energiekonzepts bislang deutlich verfehlt. Um die Ziele zukünftig zu erreichen, hat die Bundesregierung 2019 die „Energieeffizienzstrategie 2050“ beschlossen, die auch eine Neuauflage des „Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz“ (NAPE 2.0) umfasst (BMWi 2019).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der ⁠Indikator⁠ „Endenergieproduktivität “ wird als Verhältnis des realen Bruttoinlandsproduktes und des Endenergieverbrauchs Deutschlands berechnet. Das Bruttoinlandsprodukt wird vom Statistischen Bundesamt im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen berechnet und veröffentlicht. Der ⁠Endenergieverbrauch⁠ wird regelmäßig von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) ermittelt. Methodische Hinweise zur Berechnung veröffentlicht die AGEB in den Erläuterungen zu den Energiebilanzen (pdf, AGEB 2015).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Energieproduktivität".