Energieproduktivität

Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt und Energieverbrauch wieder. Sie kann als Maßstab für die Effizienz im Umgang mit Energieressourcen dienen. Die deutsche Energieproduktivität ist seit Beginn der 1990er Jahre in bedeutendem Maße angestiegen.

Inhaltsverzeichnis

 

Der Begriff der Energieproduktivität

Die Energieproduktivität ist ein Maß dafür, wie viel Geldeinheiten wirtschaftlicher Leistung (BIP) pro Einheit eingesetzter Energie erzeugt werden. Sie bezieht sich entweder auf den Primärenergieverbrauch (PEV) oder Endenergieverbrauch (EEV). Für die Bewertung der Effizienzsteigerung ist der Bezug auf den Endenergieverbrauch geeigneter. Der Indikator ist dadurch um den Effekt des eingesetzten Energieträgermixes mit unterschiedlichen Kraftwerkstypen und Wirkungsgraden bereinigt. Eine steigende Energieproduktivität kann zu einem geringeren Energieverbrauch und sinkendem Treibhausgas-Ausstoß beitragen (siehe Abb. „Primärenergieproduktivität“ und Abb. "Endenergieproduktivität").

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Primärenergieproduktivität zwischen 1990 und 2018

Bezogen auf den Primärenergieverbrauch hat sich die Energieproduktivität zwischen den Jahren 1990 und 2018 um mehr als 70 % erhöht. Dies signalisiert zwar einen effizienten Energieeinsatz, geht aber hauptsächlich auf einen Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts zurück, während der Primärenergieverbrauch seit dem Jahr 1990 in absoluten Zahlen nur schwach zurückgegangen ist.

Die Energieproduktivität hat sich auch aufgrund von rein strukturellen Effekten verändert. Ein Wandel in der Wirtschaftsstruktur von energieintensiven Industriezweigen hin zu mehr Dienstleistung führt automatisch auch zu einer höheren Energieproduktivität, weil weniger Energie für die Erbringung wirtschaftlicher Leistung benötigt wird. Auch haben Verbesserungen in der Infrastruktur sowie effizienzsteigernde Maßnahmen in der Energiewirtschaft dazu beigetragen die Energieproduktivität zu steigern. In allen Wirtschaftsbereichen und in privaten Haushalten konnten zudem Einsparpotenziale erschlossen werden.

 

Das Einsparziel bis zum Jahr 2050

Im Energiekonzept der Bundesregierung von 2010 wurde als Ziel festgelegt, den Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 um 20 % und bis zum Jahr 2050 um 50 % gegenüber dem Jahr 2008 zu senken. Dies erfordert eine rechnerische Steigerung der Energieproduktivität um durchschnittlich 2,1 % pro Jahr, bezogen auf den Endenergieverbrauch.

Deutschland kann die Ziele bei der Energieproduktivität nur mit weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz beim Energieaufkommen und -verwendung erreichen.