Energieeffiziente Produkte

Neue Geräte nutzen Strom effizienter. Der Stromverbrauch aller Haushalte sank 2018 gegenüber 2008 um 7,2 Prozent. Vor allem durch die Standards der Energieeffizienz, festgelegt in der Ökodesign-Richtlinie, konnte eine Trendwende eingeleitet werden. Dabei helfen EU-Energielabel und der „Blaue Engel“ den Verbraucherinnen und Verbrauchern, effiziente Geräte zu erkennen.

Inhaltsverzeichnis

 

Stromverbrauch der Haushalte

Der Stromverbrauch der Haushalte in Deutschland betrug im Jahr 2018 rund 129 Milliarden Kilowattstunden oder 129 Terawattstunden, was rund ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs ausmacht. Allerdings ist der Verbrauch seit 2014 trotz Effizienzsteigerung der Geräte auf etwa konstantem Niveau, was auf eine steigende Gerätezahl und -größe, aber auch auf eine steigende Pro-Kopf-Wohnfläche zurückgeführt wird.

Große Geräte wie Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspül- und Waschmaschinen machen nach wie vor einen sehr hohen Anteil aus, wie auch der Stromverbrauch für Raumwärme und Warmwasser (siehe Abb. „Stromverbrauch der Haushalte nach Anwendungsbereichen im Jahr 2018“).

Diagramm: Prozesswärme/Kochen 30 %, IKT-Geräte 17 %, Beleuchtung 8 %, Raumwärme und Warmwasser 18 %, Klimatisierung 1 %, Prozesskälte 22 %, Mechanische Energie 3,5 %.
Stromverbrauch der Haushalte nach Anwendungsbereichen im Jahr 2018
Quelle: Umweltbundesamt auf Basis Arbeitsgmeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF
 

Effizientere Produkte

Viele große Haushaltsgeräte sind im Vergleich zu den 90-er Jahren deutlich effizienter. So verbrauchten Geschirrspülmaschinen im Jahr 1990 im Schnitt 490 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Die effizientesten neuen Geräte liegen bei einem Stromverbrauch von unter 176 kWh pro Jahr (Ecotopten). Für einige Geräte bestehen dabei besonders große Unterschiede. So benötigen bei den Wäschetrocknern Spitzengeräte der Energieeffizienzklasse "A+++" um über zu 68 % weniger Energie als die Geräte innerhalb der schlechtesten verfügbaren Klasse "C". Geräte mit einer Kapazität von 7 kg weisen in der Klasse C einen jährlichen Energieverbrauch von 510 kWh auf, während es für dieselbe Gerätegröße auch A+++ Modelle mit einem Verbrauch von nur 159 kWh pro Jahr gibt. Mit dem Kauf des effizienteren Gerätes kann man bei einem Strompreis von 30,85 ct/kWh pro Jahr über 100 € Stromkosten sparen.

Die Abbildung und Tabelle „Entwicklung des Stromverbrauchs der Haushalte nach Anwendungsbereichen“ zeigen die Effizienzverbesserung der einzelnen Anwendungsbereiche über den Zeitraum von 2008 bis 2018. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den Daten auch Änderungen im Gerätebestand enthalten sind.

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Maßnahmen der Politik: Ökodesign

Maßgeblich zu der oben beschriebenen Entwicklung haben die unter der Ökodesign-Richtlinie erlassenen Effizienzanforderungen beigetragen. Bis Anfang 2020 hatte die Europäische Union knapp 30 solcher Verordnungen verabschiedet, die die Effizienz der betroffenen strombetriebenen Produkte erhöhen. Einige Beispiele:

  • Büro- und Haushaltsgeräte dürfen seit dem 7. Januar 2013 im Bereitschafts- oder Auszustand nicht mehr als eine halbe Wattstunde oder bei Informations- oder Statusanzeige nicht mehr als eine Wattstunde verbrauchen.
  • Effizienzanforderungen gibt es zum Beispiel ebenso für Fernsehgeräte, Computer, Haushaltslampen, Motoren und Heizungsumwälzpumpen. Die Stromverluste im vernetzten Aus- und Bereitschaftszustand von Büro- und Haushaltsgeräten sind ebenfalls begrenzt. Alle Heizgeräte, welche feste Brennstoffe, Gas, Öl oder Strom für Ihren Betrieb benötigen, liegen im Anwendungsbereich.

Die Verordnungen werden im Schnitt alle fünf Jahre überprüft und an die technischen Entwicklungen angepasst. Dabei werden schnelllebige Produktgruppen in kürzeren Abständen überarbeitet, während für Produktgruppen wo keine Technologiesprünge zu erwarten sind erst später überarbeitet werden.

 

Das EU-Energielabel

Verbraucherinnen und Verbraucher können das EU-Energielabel bzw. die Energieverbrauchskennzeichnung als eine Orientierungshilfe beim Einkauf nutzen. Die Europäische Union (EU) hat diese Kennzeichnung des Energieverbrauchs in den 90-er Jahren eingeführt und immer wieder um neue Produktgruppen erweitert. Die Kennzeichnung informiert über den Energieverbrauch der Produkte anhand der Energieeffizienzklassen von derzeit A+++ bis G. Die EU erhofft sich, dass aufgrund des Labels keine neuen Energiefresser mehr in die Haushalte kommen. Mit der Revision der Richtlinie zur Energieverbrauchskennzeichnung ist eine Rückführung der Skala auf die Effizienzklassen A bis G vorgesehen. Der Umsetzungszeitraum ist produktabhängig, jedoch werden ab 2021 die ersten Produkte wieder in einer A bis G Skala gekennzeichnet.

Diese Verbrauchskennzeichnung wird regelmäßig erneuert. Anfang 2020 gibt es sie für 17 Produktgruppen:

  • Kühl- und Gefriergeräte sowie deren Kombinationen, gewerbliche Kühllagerschränke,
  • Elektrobacköfen, Geschirrspülmaschinen, Dunstabzugshauben,
  • Waschmaschinen, Wäschetrockner, Waschtrockenautomaten,
  • Lampen,
  • Fernsehgeräte, 
  • Heizkessel und Warmwasserbereiter, Festbrennstoffkessel, Einzelraumheizgeräte, Raumklimageräte,
  • PKW und -Reifen.

Bereits beschlossen ist die Neueinführung in 2021 für Displays als gemeinsames Label worunter neben Fernsehgeräten auch Monitore gekennzeichnet werden.

 

Auch der Blaue Engel hilft

Eine Entscheidungshilfe beim Kauf elektrischer und elektronischer Geräte bietet auch der Blaue Engel. Er zeichnet Produkte aus, die nach umfassender und lebenswegbezogener Betrachtung besonders umweltfreundlich und effizient sind und zugleich hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. Mit dem Blauen Engel sind auch besonders energiesparende und klimafreundliche Produkte gekennzeichnet, um Verbraucherinnen und Verbrauchern auch hier eine gute Orientierung beim Kauf zu liefern.