Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern

Die Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern steigt weiterhin. Dies gilt vor allem für Geräte der Kommunikations- und Informationstechnologien. Aber auch bei "klassischen" Gütern wie Geschirrspülmaschine oder Mikrowellenherd nimmt der Bestand zu. Das Haushaltseinkommen ist der zentrale Einflussfaktor für den Ausstattungsgrad.

Inhaltsverzeichnis

 

Mehr Haushalte haben mehr Güter

Gebrauchsgüter wie Haushaltsgroßgeräte, Pkw oder Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), hier vor allem Personalcomputer, Mobiltelefone sowie Flachbildfernseher, finden sich längst in fast allen Haushalten. Insbesondere die IKT-Produkte haben sich dynamisch weiter verbreitet. So nahm die Zahl der Haushalte mit Personalcomputer (stationär und mobil) zwischen den Jahren 2009 bis 2019 um 20,9 % und die Zahl der Haushalte mit Mobiltelefonen um 16,3 % zu (siehe Abb. „Entwicklung der Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“). Auch Haushaltsgroßgeräte finden sich 2019 deutlich häufiger in Haushalten als noch 2009. Eine Geschirrspülmaschine besitzen im Jahr 2019 15,0 % und ein Mikrowellengerät 5,8 % mehr Haushalte als noch 2009. Der Flachbildfernseher hat innerhalb von rund zehn Jahren Einzug in fast alle Haushalte gehalten. Während 2009 nur 25,9 % der Haushalte einen Flachbildfernseher hatten, waren es 2019 bereits 89,5 % der Haushalte. Lediglich bei den Gefrierschränken und -truhen ist eine Abnahme der Haushalte zu verzeichnen. Offensichtlich werden alte Gefrierschränke und -truhen durch Kühl-/ Gefrierkombinationen ersetzt, die in der Statistik unter Kühlschränken erfasst werden. Daneben gibt es noch Produkte mit geringem Wachstum. So nahm die Zahl der Haushalte mit Pkw um 4,5 % und die mit Kühlschrank um 5,2 % zu. Aus Umweltsicht ist aber auch dieses geringe Wachstum bedeutsam im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch.

Diagramm: Von 2009 bis 2019 nahm die Zahl der Haushalte mit PC um 20,9 % und die Zahl der Haushalte mit Mobiltelefonen um 16,3% zu. Geschirrspülmaschine besitzen im Jahr 2019 15,0 %, ein Mikrowellengerät 5,8 % mehr Haushalte als noch 2009.
Entwicklung der Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Zahl der Haushalte wächst, Ausstattungsgrade noch mehr

Hinter der Zunahme der Haushalte mit Gebrauchsgütern stecken im Wesentlichen zwei getrennt zu betrachtende Entwicklungen: Einerseits die absolute Zunahme der Zahl der Haushalte in Deutschland und andererseits die Zunahme des Ausstattungsgrads der Haushalte.

Die Zahl der privaten Haushalte nahm von 1991 bis 2015 kontinuierlich zu (siehe Abb. „Entwicklung der privaten Haushalte“): von 35,3 Millionen in 1991 auf 40,8 Millionen in 2015. Diese Entwicklung setzte sich 2019 auch fort. Die Zunahme der Haushalte mit Pkw (4,5 %) und Kühlschränken (5,2 %) von 2009 bis 2019 lässt sich damit vor allem mit der Zunahme der Haushalte selbst erklären. Dementsprechend hat sich der Ausstattungsgrad dieser zwei Güter kaum geändert. Angesichts der fast vollständigen Ausstattung der Haushalte mit Kühlschränken (99,9 %) sowie der sehr hohen Ausstattung mit Pkw (77,1 %) ist dies bei diesen Gütern nicht verwunderlich.

Bei den anderen betrachteten Gebrauchsgütern (mit Ausnahme der Gefriertruhen und -schränke) liegt das Wachstum deutlich über der Zunahme an Haushalten. Dies spiegelt sich in einem erhöhten Ausstattungsgrad bei diesen Gütern wider. Bei den Haushaltsgroßgeräten liegt die Haushaltsabdeckung im mittleren Bereich. Sie stieg zwischen 2009 und 2019 bei Mikrowellengeräten von 71,9 % auf 73,2 %, bei Geschirrspülmaschinen von 64,8 % auf 71,7 % und bei Wäschetrocknern von 38,6 % auf 42,6% (siehe Abb. “Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern – Pkw und weiße Ware“). Aus der Umweltperspektive bedeutet dies, dass auch bei den Haushaltsgroßgeräten weiterhin mit einer zusätzlichen Ressourceninanspruchnahme durch weiter steigende Nachfrage zu rechnen ist.

Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist die Ausstattung deutlich dynamischer und damit aus Umweltsicht auch problematischer. Geräte wie Flachbildfernseher oder Spielkonsolen wurden 2006 erstmalig vom Statistischen Bundesamt erfasst. 2019 weisen sie schon mittlere bis sehr hohe Ausstattungsgrade auf: 28,1 % bei Spielekonsolen und 89,5 % bei Flachbildfernsehern. Mobile Telefone sind mit einem Ausstattungsgrad von 97,0 % auf dem Weg zur vollständigen Haushaltsabdeckung. Ähnliches gilt für mobile PCs (82,4 %), die innerhalb von zehn Jahren neu in über der Hälfte der Haushalte Einzug gehalten haben. Der Erfolg der mobilen PCs macht sich allerdings auch in einem Rückgang des Ausstattungsgrads mit stationären PCs bemerkbar (von 62,9 % auf 44,6 %) (siehe Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern – Bereich IKT“).

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Mehr Geld, mehr Güter

Bei den betrachteten Haushaltsgütern gilt ausnahmslos: Haushalte mit höherem Nettoeinkommen haben einen höheren Ausstattungsgrad mit Haushaltsgütern (siehe Abbildungen „Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern – Pkw und IKT – nach Einkommensklassen“). Drei Beispiele aus dem Jahr 2019:

  • Während über 91,2 % der Haushalte mit einem Einkommen über 2.600 Euro einen Pkw besitzen, sind es in den untersten Einkommensgruppen deutlich weniger: 43,4 % bei unter 1.300 Euro und 69,3 % bei 1.300 bis 1.700 Euro Nettoeinkommen.
  • Während über 92 % der Haushalte mit einem Einkommen über 2.600 Euro bereits einen Flachbildfernseher besitzen, sind es in der untersten Einkommensgruppe deutlich weniger: 80,7 % bei unter 1.300 Euro Nettoeinkommen.
  • Auch ein Internetanschluss findet sich in der unteren Einkommensgruppe deutlich seltener: 83,0 % bei unter 1.300 Nettoeinkommen gegenüber über 98 % bei über 2.600 Euro.
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Gemeinschaftliche Nutzung rückläufig

Neben dem Grad der Ausstattung ist der reale Ausstattungsbestand privater Haushalte für den Ressourcenverbrauch entscheidend. Er gibt Auskunft darüber, wie viele Gebrauchsgüter in den Haushalten vorhanden sind, also ob etwa ein oder mehrere Fahrräder, Fernseher oder Telefone vorhanden sind. Viele Haushalte besitzen von manchen Gebrauchsgütern gleich mehrere Exemplare. Ein Stichwort ist das Zweit-Auto. Der Ausstattungsbestand ist immer größer oder gleich dem Ausstattungsgrad .

Vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Produkte) wird die ehemals gemeinschaftliche Nutzung (ein Gerät pro Haushalt) durch einen individuellen Produktbesitz abgelöst. So gab es in 2019 pro Haushalt rein rechnerisch drei Telefone (davon 1,8 mobile Telefone), 1,6 Fernseher und 1,2 Fotoapparate, wobei die durchschnittliche Haushaltsgröße zwei Personen betrug (siehe Abb. „Ausstattungsbestand privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“).

Das Diagramm zeigt die Anzahl der Gebrauchsgüter je 100 Haushalte. Dabei zeigt sich, dass vor allem IKT-Produkte mehrfach vertreten sind. So gab es 2019 pro Haushalt rein rechnerisch fast 3 Telefone, 1,6 Fernseher und 1,2 Fotoapparate.
Ausstattungsbestand privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF