Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern

Die Ausstattung privater Haushalte mit Gebrauchsgütern steigt weiterhin. Dies gilt vor allem für Geräte der Kommunikations- und Informationstechnologien. Aber auch bei "klassischen" Gütern wie Geschirrspülmaschine oder Mikrowellenherd nimmt der Bestand zu. Das Haushaltseinkommen ist der zentrale Einflussfaktor für den Ausstattungsgrad.

Inhaltsverzeichnis

 

Mehr Haushalte haben mehr Güter

Gebrauchsgüter wie Haushaltsgroßgeräte, Pkw oder Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), hier besonders Personalcomputer, Mobiltelefone sowie Flachbildfernseher, finden sich längst in fast allen Haushalten. Insbesondere die IKT-Produkte haben sich dynamisch weiter verbreitet. So nahm die Zahl der Haushalte mit Personalcomputer (stationär und mobil) zwischen den Jahren 2007 bis 2017 um 28,8 Prozent (%) und die Zahl der Haushalte mit Mobiltelefonen um 21,6 % zu (siehe Abb. „Zahl der privaten Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“). Auch Haushaltsgroßgeräte finden sich 2017 deutlich häufiger in Haushalten als noch 2007. Eine Geschirrspülmaschine besitzen im Jahr 2017 19,4 % und ein Mikrowellengerät 12,1 % mehr Haushalte als noch 2007. Der Flachbildfernseher hat innerhalb von rund zehn Jahren Einzug in fast alle Haushalte gehalten. Während 2007 nur 9,3 % der Haushalte einen Flachbildfernseher hatten, waren es 2017 bereits 86,9 % der Haushalte. Lediglich bei den Gefrierschränken und -truhen ist eine Abnahme der Haushalte zu verzeichnen. Offensichtlich werden alte Gefrierschränke und -truhen durch Kühl-/Gefrierkombinationen ersetzt, die in der Statistik unter Kühlschränken erfasst werden. Daneben gibt es noch Produkte mit geringem Wachstum. So nahm die Zahl der Haushalte mit Pkw um 6,5 Prozent und die mit Kühlschrank um 4,7 Prozent zu. Aus Umweltsicht ist aber auch dieses geringe Wachstum bedeutsam im Hinblick auf den Ressourcenverbrauch.

Von 2007 bis 2017 nahm die Zahl der Haushalte mit PC um 28,8 % und die Zahl der Haushalte mit Mobiltelefonen um 21,6 % zu. Geschirrspülmaschine besitzen im Jahr 2017 19,4 %, ein Mikrowellengerät 12,0 % mehr Haushalte als noch 2007.
Zahl der privaten Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Zahl der Haushalte wächst, Ausstattungsgrade noch mehr

Hinter der Zunahme der Haushalte mit Gebrauchsgütern stecken im Wesentlichen zwei getrennt zu betrachtende Entwicklungen: Einerseits die absolute Zunahme der Zahl der Haushalte in Deutschland und andererseits die Zunahme des Ausstattungsgrads der Haushalte.

Die Zahl der privaten Haushalte – ohne die Haushalte von Selbständigen, die in den laufenden Wirtschaftsrechnungen nicht erfasst werden – nahm von 2007 bis 2017 von 35,9 Millionen (Mio.) auf 37,4 Mio. um 4,2 Prozent (%) zu. Die Zunahme der Haushalte mit Pkw (6,5 %) und Kühlschränken (4,7 %) lässt sich damit vor allem mit der Zunahme der Haushalte selbst erklären. Dementsprechend hat sich der Ausstattungsgrad dieser zwei Güter kaum geändert. Angesichts der fast vollständigen Ausstattung der Haushalte mit Kühlschränken (99,9 %) sowie der sehr hohen Ausstattung mit Pkw (78,4 %) ist dies bei diesen Gütern nicht verwunderlich.

Bei den anderen betrachteten Gebrauchsgütern (mit Ausnahme der Gefriertruhen und -schränke) liegt das Wachstum deutlich über der Zunahme an Haushalten. Dies spiegelt sich in einem erhöhten Ausstattungsgrad bei diesen Gütern wider. Bei den Haushaltsgroßgeräten liegt die Haushaltsabdeckung im mittleren Bereich. Sie stieg zwischen 2007 und 2017 bei Mikrowellengeräten von 68,7 % auf 73,9%, bei Geschirrspülmaschinen von 62,4 % auf 71,5 % und bei Wäschetrockner von 40,0 % auf 42,9% (siehe Abb. “Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern – PkW und weiße Ware“ ). Aus der Umweltperspektive bedeutet dies, dass auch bei den Haushaltsgroßgeräten weiterhin mit einer zusätzlichen Ressourceninanspruchnahme durch weiter steigende Nachfrage zu rechnen ist.

Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist die Ausstattung deutlich dynamischer und damit aus Umweltsicht auch problematischer. Geräte wie Flachbildfernseher oder Spielkonsole wurden 2006 erstmalig vom Statistischen Bundesamt erfasst. 2017 weisen sie schon mittlere bis sehr hohe Ausstattungsgrade auf: 26,1 % bei Spielekonsolen, 86,9 % bei Flachbildfernsehern und 72,1 % bei Digitalkameras. Mobile Telefone sind mit einem Ausstattungsgrad von 95,5 % auf dem Weg zur vollständigen Haushaltsabdeckung. Ähnliches gilt für mobile PCs (79 %), die innerhalb von zehn Jahren neu in über der Hälfte der Haushalte Einzug gehalten haben. Der Erfolg der mobilen PCs macht sich allerdings auch in einem Rückgang des Ausstattungsgrads mit stationären PCs bemerkbar (von 63,8 % auf 48,6 %) (siehe Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern – Bereich IKT“).

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Mehr Geld, mehr Güter

Bei den betrachteten Haushaltsgütern gilt ausnahmslos: Haushalte mit höherem Nettoeinkommen haben einen höheren Ausstattungsgrad mit Haushaltsgütern (siehe Abb. „Ausstattungsgrad privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“). Drei Beispiele aus dem Jahr 2017:

  • Während über 94 Prozent (%) der Haushalte mit einem Einkommen über 2.600 Euro einen Pkw besitzen, sind es in den untersten Einkommensgruppen deutlich weniger: 44,3% bei unter 1.300 Euro und 68,6 % bei 1.300 bis 1.700 Euro Nettoeinkommen.
  • Während über 92 % der Haushalte mit einem Einkommen über 2.600 Euro bereits einen Flachbildfernseher besitzen, sind es in der untersten Einkommensgruppe deutlich weniger: 75,2 % bei unter 1.300 Euro Nettoeinkommen.
  • Auch ein Internetanschluss findet sich in der unteren Einkommensgruppe deutlich seltener: 80,2 % bei unter 1.300 Nettoeinkommen gegenüber über 98 % bei über 2.600 Euro.
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Gemeinschaftliche Nutzung rückläufig

Neben dem Grad der Ausstattung ist der reale Ausstattungsbestand privater Haushalte für den Ressourcenverbrauch entscheidend. Er gibt Auskunft darüber, wie viele Gebrauchsgüter in den Haushalten vorhanden sind, also ob etwa ein oder mehrere Fahrräder, Fernseher oder Telefone vorhanden sind. Viele Haushalte besitzen von manchen Gebrauchsgütern gleich mehrere Exemplare. Ein Stichwort ist das Zweit-Auto. Der Ausstattungsbestand ist immer größer oder gleich dem Ausstattungsgrad .

Vor allem im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT-Produkte) wird die ehemals gemeinschaftliche Nutzung (ein Gerät pro Haushalt) durch einen individuellen Produktbesitz abgelöst. So gab es in 2017 pro Haushalt rein rechnerisch drei Telefone (davon 1,8 mobile Telefone), 1,7 Fernseher und 1,4 Fotoapparate, wobei die durchschnittliche Haushaltsgröße zwei Personen betrug (siehe Abb. „Ausstattungsbestand privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern“).

Die Abbildung zeigt die Anzahl der Gebrauchsgüter je 100 Haushalte. Dabei zeigt sich, dass vor allem IKT-Produkte mehrfach vertreten sind. So gab es 2017 pro Haushalt rein rechnerisch 3 Telefone, 1,7 Fernseher und 1,4 Fotoapparate.
Ausstattungsbestand privater Haushalte mit ausgewählten Gebrauchsgütern
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF