Bevölkerungsentwicklung und Struktur privater Haushalte

2017 nahm die Bevölkerung Deutschlands gegenüber dem Jahr 2016 zu. Die Hauptursache für den Anstieg lag in der hohen Zuwanderung, die jedoch deutlich geringer war als in den Jahren zuvor. Allerdings hat sich auch das Geburtendefizit weiter reduziert. Ebenso veränderte sich die Struktur der Haushalte hin zu mehr Ein-Personenhaushalten.

Inhaltsverzeichnis

 

82,8 Millionen Menschen

2017 (31.12.) lebten laut Statistischem Bundesamt rund 82,8 Millionen (Mio.) Menschen in Deutschland. Die Bevölkerung stieg 2017 gegenüber 2016 um 0,3 Prozent und damit um 270.700 Personen. Der Bevölkerungszuwachs war somit niedriger als in den Vorjahren, aber höher als in den 18 Jahren von 1996 bis 2013. Insbesondere im Jahr 1998 sowie von 2003 bis 2010 waren Bevölkerungsabnahmen zu verzeichnen (siehe Tab. „Bevölkerungsentwicklung in Deutschland“).

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland von 1990 bis 2017. Am 31.12.2017 lebten 82,8 Mio. Menschen in Deutschland.
Tab: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Bereinigungen der Bevölkerungsstatistik

Durch die Bereinigung der Melderegister und die Ergebnisse der Volkszählung 2011 in Deutschland lag mit nur 80,3 Millionen (Mio.) Einwohnerinnen und Einwohnern die Bevölkerungszahl um rund 1,5 Mio. Menschen niedriger als aus der Fortschreibung der Bevölkerungsstatistik anzunehmen war. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich offenbar viele Menschen bei den Meldebehörden nicht abmelden, wenn sie zum Beispiel nach dem Studium in ihre Heimatländer zurückkehren (siehe Abb. „Bevölkerungsentwicklung in Deutschland“).

Da es im Jahr 2011 eine Netto-Zuwanderung nach Deutschland gegeben hat, liegt die korrigierte Bevölkerungszahl im Jahr 2011 lediglich um 1,4 Millionen niedriger als die (unkorrigierte) Bevölkerungszahl von 2010.

Das Diagramm zeigt die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland von 1990 bis 2017. Am 31.12.2017 lebten 82,8 Mio. Menschen in Deutschland.
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Höheres Geburtendefizit

Die Entwicklung der Bevölkerung ergibt sich zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen. 2017 starben 147.000 Personen mehr als geboren wurden. Dieses Geburtendefizit erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr (- 119.000), was vor allem auf einen deutlichen Anstieg der Sterbefälle von 911.000 auf 933.000 zurückzuführen ist, während die Geburten von 792.000 auf 785.000 zurückgingen.

 

Weniger Zuwanderung, aber auch etwas weniger Abwanderung

Hauptursache für den Anstieg der Bevölkerungszahlen im Jahr 2017 war die immer noch hohe Wanderungsbilanz mit einem Überschuss von 416.000 Personen. Im Jahr 2016 betrug der Überschuss noch 500.000 Personen. Dabei nahm die Zuwanderung um 314.000 Personen gegenüber dem Vorjahr ab, die Abwanderung verringerte sich um 230.000 Personen. 1.551.000 Personen zogen zu, während 1.135.000 Menschen Deutschland verließen (Destatis 2018).

Ende 2017 lebten in Deutschland 9,7 Millionen (Mio.) ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Das sind 5,0 % mehr als im Vorjahr. Die deutsche Bevölkerung nahm 2017 gegenüber 2016 um 0,3 Prozent ab und sank auf 73,1 Mio. Der Ausländeranteil, erhöhte sich von 11,2 % im Jahr 2016 auf 11,7 % im Jahr 2017.

 

Immer mehr Ein-Personenhaushalte in Deutschland

Die Zahl der Haushalte stieg zwischen den Jahren 2000 und 2017 um 9,5 Prozent (%) auf 41,3 Millionen (Mio.), wobei die mittlere Haushaltsgröße auf 2,0 Personen pro Haushalt sank. Dies lag an der überproportionalen Zunahme der Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Im Jahr 2017 lebte bereits in 41,8 % der Haushalte in Deutschland nur eine Person. Die Ein- und Zwei-Personenhaushalte machten zusammen drei Viertel aller Haushalte aus. Betrachtet man die Personen in den Haushalten, so lebte jede fünfte Person in einem Ein-Personenhaushalt und etwas mehr als die Hälfte, nämlich 54,4 %, lebte in Ein- oder Zwei-Personenhaushalten. Die Zunahme der Ein-Personenhaushalte ist zum einen durch einen Anstieg der Zahl der Rentnerhaushalte beeinflusst und geht zum anderen auf Verhaltensänderungen, wie die frühere Gründung eigener Haushalte durch junge Erwachsene sowie die seltenere und spätere Gründung einer Familie mit Kindern zurück. Aufgrund der erwarteten Entwicklung der Altersstruktur in der Bevölkerung dürfte sich die für die letzten Jahre beobachtete Tendenz hin zu kleineren Haushalten auch in Zukunft fortsetzen.

Die Entwicklung der Haushaltsgrößenstruktur ist für die Umweltbelastungen durch die Aktivitäten der privaten Haushalte von besonderer Bedeutung, weil die Inanspruchnahme von Umweltressourcen je Haushaltsmitglied in kleineren Haushalten in der Regel deutlich höher ist als in größeren Haushalten. So weisen die kleineren Haushalte je Haushaltsmitglied insbesondere höhere Konsumausgaben, größere Wohnflächen, einen höheren Energieverbrauch und höhere Kohlendioxid-Emissionen auf. Von dem Rückgang der durchschnittlichen Haushaltsgröße dürfte daher tendenziell ein umweltbelastender Einfluss ausgegangen sein (siehe Tab. „Zahl der Haushalte von 2000 bis 2017 nach Haushaltsgröße“).

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Zahl der Haushalte in Deutschland von 2000 bis 2017 nach Haushaltsgröße in Tausend. 2017 hatten die Ein-Personenhaushalte einen Anteil von 41,8 Prozent an den Gesamthaushalten.
Tab: Zahl der Haushalte von 2000 bis 2017 nach Haushaltsgröße
Quelle: Statistisches Bundesamt / Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
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 Bevölkerung  Geburtendefizit  Zuwanderung  Haushalte