Bevölkerungsentwicklung und Struktur privater Haushalte

2020 blieb die Bevölkerung Deutschlands gegenüber dem Jahr 2019 nahezu gleich. Nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes lag die Hauptursache in einer verminderten Nettozuwanderung und einem steigenden Geburtendefizit.

Inhaltsverzeichnis

 

83,2 Millionen Menschen

Zum Stichtag 31.12.2020 lebten laut Statistischem Bundesamt rund 83,2 Millionen (Mio.) Menschen in Deutschland. Die Bevölkerung sank damit gegenüber 2019 leicht um 12.000 Personen und blieb daher nahezu gleich, nachdem sie von 2011 bis 2019 kontinuierlich zugenommen hatte (siehe Abb. „Bevölkerungsentwicklung in Deutschland“).

Durch die Bereinigung der Melderegister und die Ergebnisse der Volkszählung 2011 in Deutschland lag mit nur 80,3 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern die Bevölkerungszahl um rund 1,5 Mio. Menschen niedriger als aus der Fortschreibung der Bevölkerungsstatistik anzunehmen war. Da es im Jahr 2011 eine Netto-Zuwanderung nach Deutschland gegeben hat, liegt die korrigierte Bevölkerungszahl im Jahr 2011 lediglich um 1,4 Millionen niedriger als die Bevölkerungszahl von 2010.

Das Diagramm zeigt die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland von 1990 bis 2020. Am 31.12.2020 lebten 83,2 Mio. Menschen in Deutschland.
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Steigendes Geburtendefizit

Die Entwicklung der Bevölkerung ergibt sich zum einen aus den Geburten und Sterbefällen, zum anderen aus den Zu- und Fortzügen. 2019 starben 160.400 Personen mehr als geboren wurden. Dieses Geburtendefizit erhöhte sich in 2020 gegenüber dem Vorjahr erheblich (+ 51.000), was vor allem auf einen starken Anstieg der Sterbefälle (+ 46.000) zurückzuführen ist. Allerdings reduzierten sich auch die Geburten zum Vorjahr um 5.090.

 

Zuwanderung und Abwanderung

Weitere Hauptursache für die Stagnation der Bevölkerungszahlen im Jahr 2020 war die verminderte Nettozuwanderung, welches sich im Vergleich zum Vorjahr um 85.000 Personen reduzierte. Die ⁠Wanderungsbilanz⁠ erzielte damit nur noch einem Überschuss von 209.000 Personen. Somit konnte die niedrigere Nettozuwanderung das Geburtendefizit nur noch annähernd ausgleichen. Für eine Bevölkerungszunahme reichte sie nicht mehr aus.

Ende 2020 lebten in Deutschland ca. 10,5 Millionen (Mio.) ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Die deutsche Bevölkerung nahm 2020 gegenüber 2019 ab und sank auf 72,5 Mio. (2019: 72,7 Mio.). Der Ausländeranteil erhöhte sich leicht von 12,5 % im Jahr 2019 auf 12,7 % im Jahr 2020.

 

Immer mehr Ein-Personenhaushalte in Deutschland

Die Zahl der privaten Haushalte stieg zwischen den Jahren 2000 und 2019 um 10,1 % auf 41,5 Millionen (Mio.), wobei die mittlere Haushaltsgröße auf 2,0 Personen pro Haushalt sank. Dies lag an der überproportionalen Zunahme der Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Im Jahr 2019 lebte bereits in 42,3 % der Haushalte in Deutschland nur eine Person. Die Ein- und Zwei-Personenhaushalte machten zusammen mehr als drei Viertel aller Haushalte aus. Betrachtet man die Personen in den Haushalten, so lebte etwa jede fünfte Person in einem Ein-Personenhaushalt und etwas mehr als die Hälfte, nämlich 54,2 %, lebte in Ein- oder Zwei-Personenhaushalten. Die Zunahme der Ein-Personenhaushalte ist zum einen durch einen Anstieg der Zahl der Rentnerhaushalte beeinflusst und geht zum anderen auf Verhaltensänderungen, wie die frühere Gründung eigener Haushalte durch junge Erwachsene sowie die seltenere und spätere Gründung einer Familie mit Kindern zurück. Aufgrund der erwarteten Entwicklung der Altersstruktur in der Bevölkerung dürfte sich die für die letzten Jahre beobachtete Tendenz hin zu kleineren Haushalten auch in Zukunft fortsetzen.

Die Entwicklung der Haushaltsgrößenstruktur ist für die Umweltbelastungen durch die Aktivitäten der privaten Haushalte von besonderer Bedeutung, weil die Inanspruchnahme von Umweltressourcen je Haushaltsmitglied in kleineren Haushalten in der Regel deutlich höher ist als in größeren Haushalten. So weisen die kleineren Haushalte je Haushaltsmitglied insbesondere höhere Konsumausgaben, größere Wohnflächen, einen höheren Energieverbrauch und höhere Kohlendioxid-Emissionen auf. Von dem Rückgang der durchschnittlichen Haushaltsgröße dürfte daher tendenziell ein umweltbelastender Einfluss ausgegangen sein (siehe Tab. „Zahl der Haushalte von 2000 bis 2019 nach Haushaltsgröße“).

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Zahl der Haushalte in Deutschland von 2000 bis 2019 nach Haushaltsgröße in Tausend. 2019 hatten die Ein-Personenhaushalte einen Anteil von 42,3 Prozent an den Gesamthaushalten.
Tab: Zahl der Haushalte von 2000 bis 2019 nach Haushaltsgröße
Quelle: Statistisches Bundesamt / Umweltbundesamt Diagramm als PDF
Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Bevölkerung  Geburtendefizit  Zuwanderung  Haushalte