Einkommen, Konsum, Energienutzung, Emissionen privater Haushalte

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten. Die steigende Zahl von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten und hohe Ausstattungsgrade führen zu steigendem Konsum. Immer mehr Güter und Dienstleistungen werden produziert und in Anspruch genommen – damit steigen auch Energieverbrauch und Emissionen von Treibhausgasen.

Inhaltsverzeichnis

 

Konsumausgaben der privaten Haushalte steigen

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland lagen 2017 mit 1.638,97 Milliarden Euro (Mrd. Euro) um 183,71 Mrd. höher als noch 2012. Das entspricht einer Zunahme von 12,6 % in fünf Jahren. Fast ein Viertel (23,6 %) der Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland wurden im Jahr 2017 für Wohn- und Wohnnebenkosten, wie Energie (Strom, Gas) und Wasser verwendet. Für Verkehr und Nachrichtenübermittlung gaben die Haushalte 17,7 % des Nettoeinkommens und für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren 13,9 % aus (siehe Abb. „Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken 2017“).

Bei den Konsumausgaben der privaten inländischen Haushalte lagen die Ausgaben für Wohnung und Wohnnebenkosten wie Wasser und Energie bei 24 Prozent im Jahr 2017.
Konsumausgaben der privaten Haushalte in Inland nach Verwendungszwecken 2017
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Je höher das Einkommen, desto höher der Konsum

Mit höherem Einkommen steigen auch die Konsumausgaben und damit verbunden der Energieverbrauch der privaten Haushalte. Im Jahr 2016 (neuere Daten nicht verfügbar) gaben Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.300 Euro durchschnittlich 1.025 Euro für den privaten Konsum aus (siehe Tab. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2016“). Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5.000 bis unter 18.000 Euro wendeten im Durchschnitt mehr als viermal so viel auf. Mit steigendem Nettoeinkommen nimmt der Ausgabenanteil für viele Konsumbereiche zu. Nur die Ausgabenanteile für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen und Post, Telekommunikation sinken mit wachsendem Einkommen (siehe Abb. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2016“).

Steigende Haushaltsnettoeinkommen haben steigende Umweltbelastungen zur Folge. Am Beispiel der Verkehrsausgaben lässt sich der Zusammenhang aufzeigen: Haushalte niedriger Einkommen gaben 2016 im Schnitt 96 Euro dafür aus, während Haushalte in der höchsten Einkommensklasse mit 718 Euro mehr als sieben Mal so viel aufwendeten. Eine erhöhte Mobilität, häufigeres Reisen und hohe Fahrleistungen mit eigenen Kraftfahrzeugen tragen erheblich zu Umweltbelastungen, wie zum Beispiel klimaschädlichen Emissionen, bei.

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Direkte und indirekte Nutzung von Umweltressourcen

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten sowohl direkt als auch indirekt. Direkt bedeutet, dass die Beanspruchung der Umwelt unmittelbar als Folge von Aktivitäten der privaten Haushalte entsteht. Zum Beispiel wird Energie verbraucht und es entstehen Emissionen durch das Heizen oder beim Autofahren. Indirekt bedeutet, dass man hierzu die Umweltinanspruchnahme ermittelt, die durch die Herstellung der konsumierten Güter verursacht wurde. Man spricht auch vom „Energiegehalt“ oder „Kohlendioxid-Gehalt“ der Konsumgüter. Bestandteil der indirekten Nutzung ist auch der Ressourceneinsatz bei der Herstellung von importierten Konsumgütern im Ausland. Mit dem Energieverbrauch verbunden sind jeweils Kohlendioxid-Emissionen, die analog nach direkten und indirekten Emissionen unterschieden werden.

Die indirekten Energieverbräuche bzw. die Kohlendioxid-Emissionen werden mit Hilfe der Input-Output Analyse ermittelt. Dabei werden sämtliche Produktionsprozesse zur Herstellung der Endnachfragegüter einbezogen. Grundlage hierfür sind die Input-Output Tabellen des Statistischen Bundesamts, die die Produktionsverflechtung nach einzelnen Produktionsbereichen und die Endnachfrage nach Kategorien und Gütergruppen abbilden.

Das Statistische Bundesamt berechnet, wie hoch der Energieverbrauch der privaten Haushalte und die daraus resultierenden Kohlendioxid-Emissionen insgesamt sind. Dabei wird nach den Bereichen Wohnen, Dienstleistungen (wie Gaststätten und Übernachtungsleistungen, Leistungen der Nachrichtenübermittlung, Leistungen der Gesundheitspflege und der Körperpflege, Leistungen der Kultur und des Sports), Verkehr, Produkte und Ernährung aufgeschlüsselt.

In der folgenden Abbildung werden den jeweiligen Bedarfsfeldern der privaten Haushalte die Konsumausgaben, Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen zugeteilt (siehe Abb. und Tab. „Konsumausgaben, Energieverbrauch und Kohlendioxid-Emissionen der Bedarfsfelder privater Haushalte 2015“, neuere Daten nicht verfügbar). Im Jahr 2015 hatte das Bedarfsfeld „Wohnen“ den größten Anteil beim direkten und indirekten Energieverbrauch, sowie bei den direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen. Dies war vor allem durch das Heizen der Wohnungen mit fossilen Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas bedingt. Das zweitgrößte Bedarfsfeld war der „Verkehr“. Der größte Teil des direkten Energieverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen entfällt dabei auf den Kraftstoffverbrauch durch private Kraftfahrzeuge.

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