Einkommen, Konsum, Energienutzung, Emissionen privater Haushalte

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten. Die steigende Zahl von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten und hohe Ausstattungsgrade führen zu steigendem Konsum. Immer mehr Güter und Dienstleistungen werden produziert und in Anspruch genommen – damit steigen auch Energieverbrauch und Emissionen von Treibhausgasen.

Inhaltsverzeichnis

 

Konsumausgaben der privaten Haushalte steigen

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland lagen 2019 mit 1.704,9 Milliarden Euro (Mrd. Euro) um 212,8 Mrd. höher als noch 2014. Das entspricht einer Zunahme von 14 % in fünf Jahren. Fast ein Viertel der Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland wurden im Jahr 2019 für Wohn- und Wohnnebenkosten, wie Energie (Strom, Gas) und Wasser verwendet. Für Verkehr und Nachrichtenübermittlung gaben die Haushalte 16 % des Nettoeinkommens und damit mehr als die 14 % für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus (siehe Abb. „Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken“).

* Gesundheitspflege, Bildungswesen, Körperpflege, persönliche Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen sozialer Einrichtungen, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen, sonstige Dienstleistungen.

Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Je höher das Einkommen, desto höher der Konsum

Mit höherem Einkommen steigen auch die Konsumausgaben und damit verbunden der Energieverbrauch der privaten Haushalte. Im Jahr 2018 gaben Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 1.500 Euro durchschnittlich 1.135 Euro für den privaten Konsum aus. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5.000 Euro oder mehr wendeten im Durchschnitt mehr als viermal so viel auf. Mit steigendem Nettoeinkommen nimmt der Ausgabenanteil für viele Konsumbereiche zu. Nur die Ausgabenanteile für die Grundbedürfnisse Ernährung, Wohnen und Post, Telekommunikation sinken mit wachsendem Einkommen (siehe Abb. „Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2018“).

Steigende Haushaltsnettoeinkommen haben steigende Umweltbelastungen zur Folge. Am Beispiel der Verkehrsausgaben lässt sich der Zusammenhang aufzeigen: Haushalte niedriger Einkommen gaben 2018 monatlich im Schnitt 94 Euro dafür aus, während Haushalte in der höchsten Einkommensklasse im Schnitt achtmal so viel aufwendeten. Eine erhöhte Mobilität, häufigeres Reisen und hohe ⁠Fahrleistungen⁠ mit eigenen Kraftfahrzeugen tragen erheblich zu Umweltbelastungen, wie zum Beispiel klimaschädlichen Emissionen, bei.

Konsumausgaben privater Haushalte nach dem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen 2018
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Direkte und indirekte Nutzung von Umweltressourcen

Private Haushalte beanspruchen die Umweltressourcen durch ihre Konsumaktivitäten sowohl direkt als auch indirekt. Direkt bedeutet, dass die Beanspruchung der Umwelt unmittelbar als Folge von Aktivitäten der privaten Haushalte entsteht. Zum Beispiel wird Energie verbraucht und es entstehen Emissionen durch das Heizen oder beim Autofahren. Indirekt bedeutet, dass man hierzu die Umweltinanspruchnahme ermittelt, die durch die Herstellung der konsumierten Güter verursacht wurde. Man spricht auch vom „Energiegehalt“ oder „Kohlendioxid-Gehalt“ der Konsumgüter. Bestandteil der indirekten Nutzung ist auch der Ressourceneinsatz bei der Herstellung von importierten Konsumgütern im Ausland. Mit dem Energieverbrauch verbunden sind jeweils Kohlendioxid-Emissionen, die analog nach direkten und indirekten Emissionen unterschieden werden.

Im ⁠Indikator„Globale Umweltinanspruchnahme des Konsums“ sind der Energieverbrauch, die CO₂-Emissionen und der Rohstoffeinsatz des Konsums der privaten Haushalte dargestellt (siehe Abb. „Globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte“, neuere Daten sind nicht verfügbar):

Der direkte und indirekte Energieverbrauch des Konsums der privaten Haushalte ist seit dem Jahr 2010 um 6,1 % zurückgegangen, aber seit 2014 wieder leicht angestiegen. Etwa 28,3 % des Energieverbrauchs des Konsums der privaten Haushalte entsteht im Ausland bei der Produktion von Gütern, die nach Deutschland importiert werden.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es auch bei den CO₂-Emissionen bzw. dem CO₂-Gehalt der Güter. Insgesamt lagen die CO₂-Emissionen des Konsums privater Haushalte 2016 um 1,4 % unter dem Wert von 2010. Etwa 27,3 % der Emissionen sind durch die Produktion von Importgütern im Ausland entstanden.

Der Rohstoffeinsatz ist seit 2010 um 2,7 % zurückgegangen. Der Einsatz abiotischer Materialien (Erze, fossile Energieträger und sonstige Mineralien) ist um 14 % gesunken, bei der ⁠Biomasse⁠ hat es einen Anstieg um 7 % gegeben. Insgesamt wurden für den Konsum der privaten Haushalte 2016 ca. 680 Mio. t Rohstoffe eingesetzt.

Ein Diagramm zeigt die globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte dargestellt durch die Indikatoren Energieverbrauch, CO₂-Emissionen und Rohstoffeinsatz. Die Indikatoren bilden die Umweltinanspruchnahmen ab, die im Zusammenhang Konsumaktivitäten der privaten Haushalte im In- und Ausland entstanden sind.
Globale Umweltinanspruchnahme durch den Konsum privater Haushalte
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Berechnung der globalen Umweltinanspruchnahme des Konsums

Der indirekte Energieverbrauch, die Kohlendioxid-Emissionen und der Rohstoffeinsatz werden mit Hilfe der Input-Output Analyse ermittelt. Dabei werden sämtliche Produktionsprozesse im In- und Ausland zur Herstellung der Endnachfragegüter einbezogen. Grundlage hierfür sind die Input-Output Tabellen des Statistischen Bundesamts, die die Produktionsverflechtung nach einzelnen Produktionsbereichen und die Endnachfrage nach Kategorien und Gütergruppen abbilden.