Wasseranalytik

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Die Wasserproben werden im UBA auf Schadstoffe untersucht.
Quelle: Zol / Fotolia.com

Das Labor für Wasseranalytik ist an der Erarbeitung von Vorgaben zur Überwachung der Qualität von Oberflächengewässern maßgeblich beteiligt. Schwerpunkte der Arbeit sind die Analyse von organischen Schadstoffen, die Harmonisierung von Untersuchungsverfahren sowie Maßnahmen zur Sicherung der Richtigkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse der Überwachung.

Inhaltsverzeichnis

 

Gewässeranalytik

Trends der Gewässerbelastung

Im Labor für Wasseranalytik untersucht das UBA die zeitliche und räumliche Ausbreitung von Schadstoffen in Gewässern.

So haben wir zum Beispiel Muskulaturproben von einheimischen Fischen (Brassen) auf ihren Gehalt an bromierten Flammschutzmitteln analysiert. Die Proben wurden im Rahmen des Umweltprobenbank-Programms im Zeitraum 1995 bis 2009 an 14 Stellen entnommen. Zu den untersuchten Flüssen gehörten: Rhein, Donau, Elbe, Mulde, Saale und Saar, sowie der Belauer See (Referenz-Messstelle). Die Konzentrationen von Flammenschutzmitteln in Brassen lagen in allen Flüssen oberhalb der neuen europäischen Umweltqualitätsnorm für polybromierte Diphenylether, einem in der Europäischen Union seit 2004 verbotenen Flammschutzmittel. Fische aus der Saar waren am stärksten belastet.

Daten aus der Umweltprobenbank zu Quecksilber in Brassen und Dreikantmuscheln (Dreissena polymorpha) haben wir statistisch analysiert. Die Belastung der Fische mit Quecksilber hat in fast allen Untersuchungsgebieten seit Anfang der 1990er-Jahre abgenommen. Sie ist jedoch überall noch höher als die Umweltqualitätsnorm für den Schutz fischfressender Wildtiere. Der zulässige Höchstwert für Lebensmittel wird aber eingehalten.

 

Weiterentwicklung existierender Analysenverfahren

Für die Überwachung von Schadstoffen in Gewässern nach der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) existiert eine Vielzahl standardisierter nationaler und internationaler Analyseverfahren. Trotzdem gibt es nicht für alle Stoffe ein geeignetes Verfahren, das eine zuverlässige Untersuchung der sehr niedrigen Schadstoffkonzentrationen im Gewässer erlaubt.

Das UBA fördert daher die Harmonisierung und Weiterentwicklung von Analyseverfahren in nationalen und europäischen Arbeitsgruppen. Wir engagieren uns im europäischen Netzwerk NORMAN und initiieren den Austausch von Laboratorien zu Fragen der Analytik (zum Beispiel zu Östrogenen).

Im Rahmen des Beratungshilfeprogramms des BMUB koordinierten wir den Erfahrungsaustausch zwischen dem Laborpersonal der bulgarischen Umweltagentur und deutschen Umweltlaboratorien. Auf diese Weise sollten die Kompetenzen der bulgarischen Kollegen für die Analyse chemischer Parameter zur Überwachung der Gewässer nach WRRL gestärkt werden.

 

Entwicklung neuer Analysenverfahren

Wir entwickeln geeignete Analyseverfahren, um in Gewässern vorkommende Schadstoffe zu bestimmen. Innerhalb des DIN Normenausschusses Wasserwesen (NAW) arbeitet das UBA an der Standardisierung neuer Analyseverfahren für die Gewässerüberwachung mit.

Im „ENV08 WFDtraceability“-Projekt entwickelte das UBA gemeinsam mit anderen europäischen Laboren eine rückführbare Methode zur Bestimmung von bromierten Flammschutzmitteln in schwebstoffhaltigem Oberflächenwasser.

In einem von uns initiierten Forschungsprojekt wird im Rahmen des Umweltforschungsplans (UFOPLAN) der Einsatz von Passivsammlern bei der Gewässerüberwachung untersucht. Passivsammler bestehen aus  einem Polymer und werden für eine definierte Zeit im Gewässer ausgebracht. Dabei reichern sie Schadstoffe aus der Wasserphase an. Aus den angereicherten Stoffmengen werden dann zeitlich gemittelte Durchschnittskonzentrationen berechnet und zur Bewertung der Gewässerqualität genutzt. Passivsammler stellen eine Alternative beziehungsweise Ergänzung zur herkömmlichen Wasserprobenahme dar. Im Projekt werden die Anwendungsmöglichkeiten und Grenzen dieser neuen Probenahmetechnik zur Anreicherung organischer Schadstoffe aus Flüssen und dem Meer untersucht.

 

Qualitätssicherung bei der Gewässerüberwachung

Die Qualitätssicherungsstelle am UBA berät die Küstenländer und den Bund bei der Überwachung der Nord- und Ostsee. Sie fördert den Austausch zwischen den Laboren, organisiert Vergleichsuntersuchungen und Workshops und unterstützt die Labore bei Aufbau und Betrieb von Qualitätsmanagementsystemen.

Zusammen mit den Fachleuten der Länder erarbeiten wir Anforderungen an die Beurteilung der Überwachungsergebnisse, an Analyseverfahren sowie Laboratorien. Wir entwickeln geeignete Hilfsmittel und Konzepte zur sachgerechten Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen der Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL).