Emissionsminderung bei Kleinfeuerungsanlagen

Kleinfeuerungsanlagen sind eine wichtige Quelle von Luftbelastungen. Besonders problematisch sind ältere Holzfeuerungsanlagen. Der Einsatz modernster und emissionsarmer Anlagentechnik zahlt sich aus Umweltsicht aus. Im Folgenden werden unter Kleinfeuerungsanlagen alle Anlagen mit einer Feuerungswärmeleistung unter 1000 kW verstanden, die in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung geregelt sind.

Inhaltsverzeichnis

 

Feinstaub-Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen

Die Feinstaub -Emissionen (PM10 ) aus allen Kleinfeuerungsanlagen (Öl, Gas, Kohle und Holz) liegen bei ungefähr 21,1 Tausend Tonnen (Tsd. t). Hiervon machen Holzkleinfeuerungsanlagen mit 18,45 Tsd. t den größten Anteil der Feinstaubemissionen aus und übersteigen in Deutschland mittlerweile die Auspuffemissionen von Lkw und Pkw (Auspuffemissionen Straßenverkehr ca. 7 Tsd. t PM10). Dies liegt vor allem am stetig abnehmenden Dieselrußausstoß des Kraftverkehrs (Nationales Emissionsinventar für Luftschadstoffe, Submission 2019). Die Emissionen von Kleinfeuerungsanlagen sind stark von der Witterung der Wintermonate abhängig. In kalten Wintermonaten ergeben sich höhere Emissionen aufgrund des höheren Brennstoffeinsatzes (siehe Abb. und Tab. „Feinstaub-Emissionen (PM10) aus Kleinfeuerungsanlagen“).

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Emissionen unterschiedlicher Feuerungssysteme

Bei Holzfeuerungen in privaten Haushalten ist zwischen Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- oder Kachelöfen, die einzelne Räume beheizen, und Zentralheizungskesseln, die Wohnungen oder Häuser mit Wärme versorgen, zu unterscheiden. Einzelraumfeuerungsanlagen verbrennen entweder Scheitholz, das von Hand in die Feuerungsanlage eingebracht werden muss oder Holzpellets, die mechanisch in die Feuerungsanlage eingebracht werden. Bei Festbrennstofffeuerungen gibt es neben Pellet- und Scheitholzkesseln auch noch automatisch betriebene Hackschnitzelkessel, dabei werden Holzhackschnitzel mechanisch dem Brennraum zugeführt.

Ein besonderes Problem stellen die – zumeist älteren – Einzelraumfeuerungen dar. Sie verursachen bei gleichem (Primär-) Energieeinsatz um ein Vielfaches höhere Feinstaub -Emissionen als moderne Festbrennstoffkessel. Wie hoch diese Emissionen tatsächlich sind, hängt nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Brennstoffzufuhr (automatisch oder manuell), der Wartungszustand der Anlagen sowie die Auswahl und Qualität des genutzten Holzes spielen eine Rolle.

Gas- und Ölfeuerungen stoßen bei gleichem Energiebedarf sehr viel weniger Feinstaub aus als Feststoffkessel: So liegen die PM10 -Emissionen aller Gasheizungen, die in der 1. BImSchV geregelt sind bei 40 t und die PM10-Emissionen aller Ölfeuerungen bei 560 t (Emissionsberichterstattung 2019).

 

Anforderungen an Holzfeuerungsanlagen

Für die Begrenzung der Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen gilt in Deutschland die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV ). Sie gibt vor, welche Emissionsgrenzwerte Feuerungsanlagen insbesondere der Haushalte und Kleinverbraucher einhalten müssen und welche Brennstoffe in solchen Anlagen zulässig sind. Diese Vorschrift wurde im Jahr 2010 novelliert. Es gelten nun Emissionsgrenzwerte, die nur mit moderner Technik eingehalten werden können. Auch für kleinere Heizkessel ab vier Kilowatt (kW) gelten Emissionsgrenzwerte und Überwachungspflichten. Alte Öfen und Kessel mit hohen Emissionen müssen die Betreiber nach entsprechenden Übergangsfristen nachrüsten oder stilllegen.

Angesichts des hohen Ausstoßes an Feinstaub sollte bei Holzfeuerungen nur modernste Anlagentechnik mit möglichst niedrigen Emissionen zum Einsatz kommen. Relativ niedrige Emissionsgrenzwerte gelten für Holzpelletheizungen. Besonders emissionsarme Holzpelletkessel und -öfen erfüllen die Anforderungen des Umweltzeichens „Blauer Engel“.

 

Anteil an den Stickstoffoxid-Emissionen

Die Emissionen von Stickstoffoxiden aus Kleinfeuerungsanlagen machten 2017 mit 77,7 Tausend Tonnen etwa 6,6 % der Gesamtemissionen in Deutschland aus (Nationales Emissionsinventar für Luftschadstoffe, Submission 2019). Hier bestehen zwischen Anlagen mit unterschiedlichen Brennstoffen geringere Unterschiede als bei den Staubemissionen. Doch zahlt sich auch hier moderne Anlagentechnik gerade bei Öl- und Gasfeuerungen aus: Moderne Anlagen stoßen deutlich weniger Stickstoffoxide als durchschnittliche Kessel aus.

Die Kohlendioxid-Emissionen aus Kleinfeuerungsanlagen lagen für 2017 mit 127,7 Millionen Tonnen - korrespondierend mit dem Energieverbrauch - etwas höher als im Jahr davor (Nationales Treibhausgasinventar, Submission 2019).

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 Kleinfeuerungsanlagen  Feinstaub-Emission  Stickstoffoxidemission  Holzfeuerungsanlagen  Emissionsgrenzwerte  PM10