Trend der Luftschadstoff-Emissionen

Die Emissionen der klassischen Luftschadstoffe sind in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken. Der technische Fortschritt, der Wechsel hin zu emissionsärmeren Brennstoffen und letztendlich die nationalen und EU-weiten Vereinbarungen führten zu weniger Emissionen und sorgten für eine bessere Luftqualität.

Die Luftqualität in Deutschland hat sich bereits vor dem hier betrachteten Zeitraum ab 1990 deutlich gebessert, getrieben von erst nationalen Initiativen und später internationalen Übereinkommen. Der Wechsel weg von festen Brennstoffen hin zu flüssigen und gasförmigen Brennstoffen brachte vor allem im Zusammenhang mit moderner Technik bei stationären und mobilen Quellen deutliche Rückgänge bei den klassischen Luftschadstoffen.

Im betrachteten Zeitraum ab 1990 fand für alle Schadstoffe außer Ammoniak ein Großteil der Emissionsminderung in den Jahren direkt nach 1990 statt, in großem Maße durch die industrielle Transformation in den neuen Bundesländern. In den letzten Jahren flachten die Emissionstrends auf niedrigem Niveau ab. Die weitgehend von der Landwirtschaft dominierten Ammoniak-Emissionen weisen jedoch schon ab 1991 einen recht flachen ⁠Trend⁠ und somit geringe Emissionsminderungen auf.

Eine detailliertere Beschreibung der Luftschadstoff-Emissionen und deren Trends finden Sie im Bereich Daten: Luftschadstoff-Emissionen in Deutschland.

 

* Basisjahr (BJ) 1990, 1995 für Feinstaub

** Black Carbon Emissionen erst ab 2000

Trend der Luftschadstoff-Emissionen seit 1990
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF-Datei

Die Substanzen

Stickstoffoxide

Die Emissionen sind zwischen 1990 und 2019 um 60 Prozent gesunken. Die stationären und mobilen Verbrennungsprozesse machen den Großteil der Emissionen aus. Die Emissionsminderungen des Verkehrs aufgrund strikterer Gesetze und besserer Kraftstoffe beeinflussen den ⁠Trend⁠ maßgeblich.

Siehe auch Daten: Stickstoffoxid-Emissionen

Schwefeldioxid

Seit 1990 sanken die Schwefeldioxid-Emissionen um 95 Prozent. Die größte Quelle für die Emissionen ist die Oxidation von Schwefel in Brennstoffen bei der stationären Verbrennung. Zunehmend strikte nationale Gesetze führten zu technischen Minderungsmaßnahmen und dem Wechsel weg von schwefelhaltigen festen Brennstoffen hin zu schwefelarmen flüssigen und gasförmigen Brennstoffen.

Siehe auch Daten: Schwefeldioxid-Emissionen

Ammoniak

Seit 1990 sanken die Ammoniak-Emissionen nur um etwa 18%, in den letzten Jahren sinken die Emissionen jedoch wieder. Ammoniak (NH3) entsteht ganz überwiegend durch Tierhaltung und in geringerem Maße durch die Düngemittelverwendung in der Landwirtschaft. Von geringerer Bedeutung sind industrielle Prozesse (Herstellung von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln sowie von kalziniertem Soda), Feuerungsprozesse, Anlagen zur Rauchgasentstickung sowie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen.

Siehe auch Daten: Ammoniak-Emissionen

NMVOC

Die Emissionen an flüchtigen organischen Verbindungen ohne Methan (engl. Non Methane Volatile Organic Compounds - kurz NMVOC) fielen zwischen 1990 und 2019 um 71 Prozent. Die unter den Industrieprozessen berichtete Lösemittelverwendung macht seit Mitte der 1990er-Jahre den Großteil der deutschen NMVOC-Emissionen aus, die technisch bedingt stark rückläufigen Emissionen des Verkehrs verloren über die Jahre immer mehr an Bedeutung.

Siehe auch Daten: Emission flüchtiger organischer Verbindungen ohne Methan (NMVOC)

Kohlenmonoxid

Die Kohlenmonoxid-Emissionen sind zwischen 1990 und 2019 um fast 78 Prozent gesunken. Vor allem die Emissionen des Straßenverkehrs und der Haushalte & Kleinverbraucher bestimmen den Trend.

Gesamtstaub

Ähnlich wie die Schwefeldioxid-Emissionen sanken auch die Emissionen von Gesamtstaub seit 1990 um 81,5 Prozent, aufgrund zunehmend strikter Gesetze und damit einhergehender technische Lösungen und Brennstoffwechsel. Während die Emissionen aus der stationären Verbrennung 1990 noch den größten Einzelposten ausmachten, stammt nur noch ein Bruchteil der aktuellen Emissionen daher. Dadurch fallen die Emissionen aus dem Schüttgutumschlag und dem Abrieb von Reifen & Bremsen, die sich nicht in diesem Maße mindern lassen, in den letzten Jahren stärker ins Gewicht.

Feinstaub

Die Feinstaubfraktionen mit aerodynamischen Durchmessern kleiner als 10 bzw. kleiner als 2,5 Mikrometer werden erst seit 1995 berichtet, für die Zeit davor liegen nur Werte für den Gesamtstaub vor. Seit 1995 gingen die Feinstaub-Emissionen um 41 Prozent (⁠PM10⁠) beziehungsweise 55 Prozent (PM2.5) zurück. Der Verkehr sowie die Haushalte tragen in großen Mengen zu beiden Fraktionen bei. Feinstäube aus Schüttgutumschlag, der mineralischen Industrie und der Landwirtschaft befinden sich eher in der gröberen Fraktion.

Siehe auch Daten: Emission von Feinstaub der Partikelgröße PM­10 sowie Daten: Emission von Feinstaub der Partikelgröße PM­2,5

Black Carbon

Wir berichten auch Zahlen für Black Carbon (Ruß) für die Jahre ab 2000. Aussagen zum Trend sind aber aufgrund der einfachen Methodik nicht möglich.