Ammoniak-Emissionen

Die Ammoniak-Emissionen stammen im Wesentlichen aus der Tierhaltung und weiteren Quellen in der Landwirtschaft. Von 1990 bis 2018 sanken die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft um gut 16 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung seit 1990

Von 1990 bis 2018 sanken die Ammoniak-Emissionen (NH3) im Gesamtinventar um 118 Tausend Tonnen (Tsd. t) oder 16,3 %. Die Emissionen stammen hauptsächlich aus der Landwirtschaft (um die 95 % Anteil an den Gesamtemissionen). Die Emissionsreduktionen in den ersten Jahren unmittelbar nach der Wiedervereinigung lassen sich auf den strukturellen Umbau in den neuen Bundesländern zurückführen. Seit der Berichterstattung 2016 werden auch Ammoniak-Emissionen aus Lagerung und Ausbringung von Gärresten nachwachsender Rohstoffe (NAWARO) der Biogasproduktion berücksichtigt, deren Zunahme auf den Ausbau der Anlagen zurückzuführen ist. Zusätzlich werden Emissionen aus der Klärschlammausbringung betrachtet.

Die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft dominieren seit Mitte der 1990er Jahre auch die in Säure-Äquivalenten berechneten, summierten Emissionen der Säurebildner Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOx) und Ammoniak (NH3). Berechnet man das Versauerungspotenzial dieser drei Schadstoffe, so ergibt sich wegen der erheblich stärkeren Emissionsminderung bei SO2 und NOx ein steigender Einfluss von NH3 und somit der Landwirtschaft. Von 16 % im Jahre 1990 stieg der Emissionsanteil der Landwirtschaft bei den Säurebildnern bis 2018 auf 53 % (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe nach Quellkategorien“).

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Verursacher

Ammoniak (NH3) entsteht vornehmlich durch Tierhaltung und in geringerem Maße durch die Düngemittelverwendung sowie die Lagerung und Ausbringung von Gärresten der Biogasproduktion in der Landwirtschaft.

Von geringerer Bedeutung sind industrielle Prozesse (Herstellung von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln sowie von kalziniertem Soda), Feuerungsprozesse, Anlagen zur Rauchgasentstickung sowie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen.

 

Umweltwirkungen

Ammoniak und das nach Umwandlung entstehende Ammonium schädigen Land- und Wasserökosysteme erheblich durch Versauerung und Eutrophierung (Nährstoffanreicherung).

Mehr Informationen auf der Themenseite Luftschadstoffe im Überblick: Ammoniak.

 

Beschlüsse zur Emissionsminderung

Im Multikomponentenprotokoll (1999) zur UNECE-Luftreinhaltekonvention, das die jährlichen Emissionen durch Einführung nationaler Höchstmengen begrenzt, hat sich Deutschland verpflichtet, die Ammoniak-Emissionen zu vermindern. Ab dem Jahr 2010 dürfen 550 Tausend Tonnen (Tsd. t) Ammoniak nicht mehr überschritten werden.

Weiterhin hat Deutschland im Zuge der Novellierung des Protokolls (2012) eine Reduktion der Ammoniak-Emissionen bis 2020 um 5 % gegenüber dem Wert von 2005 zugesagt.

Die auf EU-Ebene gültige Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie 2016/2284) sieht zusätzlich eine Minderung um 29 % in 2030 gegenüber 2005 vor.

Mit Inkrafttreten des neuen EEA Guidebook 2016 wurden die aktualisierten Emissionsfaktoren für synthetische Dünger in die Emissionsberechnung übernommen. Dadurch ergaben sich niedrigere Ammoniakemissionen als in der vorangegangenen Berichterstattung 2017.

Durch Minderungsmaßnahmen wie die emissionsarme Ausbringung von Gülle, die unmittelbare Einarbeitung von Wirtschaftsdüngern in den Boden, Abluftreinigung in Stallgebäuden und die Abdeckung von Güllelagern lassen sich die Ammoniak-Emissionen deutlich mindern. Den in der Düngeverordnung (DüV) von 2017 festgelegten Maßnahmen wie verbesserte Ausbringungsverfahren von Wirtschaftsdüngern sowie kurze Einarbeitungszeit wird eine potenzielle Minderung der Ammoniak-Emissionen von rund 100 Tsd. t in den nächsten Jahren zugesprochen. Zur dauerhaften Einhaltung der Emissionshöchstmenge und der Minderungsverpflichtung des Göteborg-Protokolls sind also weitere Maßnahmen umzusetzen.

Bei der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2013 wurde zwar mit dem Greening in der ersten Säule dem Umwelt- und Klimaschutz eine größere Bedeutung beigemessen, jedoch führte dies in der Praxis zu keinen ausreichenden positiven Umweltwirkungen. Der aktuelle Stand der Weiterentwicklung findet sich auf der Themenseite Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union.