Treibhausgas-Emissionen in Deutschland

Die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland sind 2016 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent gestiegen. Das entspricht einer Minderung um 27,3 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990. Nach einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes gingen die Emissionen im Jahr 2017 dagegen zurück.

Inhaltsverzeichnis

 

Emissionsentwicklung 1990 bis 2016

In Deutschland konnten die Treibhausgas-Emissionen seit 1990 deutlich vermindert werden. Die in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalente umgerechneten Gesamt-Emissionen (ohne Kohlendioxid-Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) sanken bis 2016 um rund 342 Millionen Tonnen (Mio. t) oder 27,3 Prozent (%). Für das Jahr 2016 wurden Gesamt-Emissionen in Höhe von 909 Mio. t berichtet, die zweite Steigerung in Folge.

Nach einer Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes sanken die Treibhausgas-Emissionen in 2017 um 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr 2016. Infolge der hohen Windkrafteinspeisung und einiger Stilllegungen wurde weniger Stein- und Braunkohle verstromt. Allerdings stiegen im Verkehrssektor die Emissionen auch im Jahr 2017 erneut deutlich an und auch die Industrie hat konjunkturbedingt mehr Treibhausgase ausgestoßen. Und während in der Landwirtschaft die Treibhausgas-Emissionen nahezu stagnierten, gingen sie im Abfallsektor gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück (siehe Abb. „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland seit 1990 nach Gasen“ und Tab. „Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“ sowie Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid“).

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Entwicklung der verschiedenen Treibhausgase

Die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen werden fast ausschließlich (ca. 95 %) durch Verbrennungsprozesse verursacht. Insgesamt stiegen die Kohlendioxid-Emissionen; sie unterliegen jedoch witterungsbedingten Schwankungen, wie in den Jahren 1996, 2001, 2010 und 2013 zu sehen ist. Auch der deutliche Rückgang der Jahre 2014 und 2015 ist zu einem großen Teil auf die milde Witterung zurückzuführen. Dagegen liegen die Emissionen des Jahres 2016 u.a. aufgrund einer kühleren Witterung wieder geringfügig über dem Niveau des Vorjahres.

Die Methan (CH4)-Emissionen wurden zwischen 1990 und 2009 etwa halbiert. Bis auf das Jahr 2012 sanken die Emissionen seit 1990 jedes Jahr, in den letzten Jahren bis auf ca. 54 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente.

Hauptemittenten von Distickstoffoxid (N2O) waren im Jahr 1990 zu über 50 Prozent (%) die Landwirtschaft und zu 36 % die Industrie. Bis 2016 sanken die Gesamt-Emissionen um ca. 42 % (siehe Abb. „Trend der Emissionen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid“). Der Anteil der Emissionen aus der Landwirtschaft stieg wegen nur kleinerer Minderungen auf 80 %.

Zwischen 1995 und 2016 stiegen die Emissionen von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (H-FKW, engl. HFC) berechnet in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten um über 31 % signifikant an. Im Jahr 1995 überstiegen dabei die Emissionen bei der Herstellung die aus der Verwendung um nahezu das Doppelte. In den letzten Jahren entstammen die Emissionen hingegen fast nur noch dem Verbrauch. In den letzten Jahren ist insgesamt ein weiterer leichter Anstieg zu verzeichnen, kurz unterbrochen durch die Effekte der Wirtschaftskrise.

Die Emissionen der vollfluorierten Kohlenwasserstoffe (FKW. engl. PFC) gingen seit 1995 berechnet in Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten um fast 88 % zurück.

2016 waren die Schwefelhexafluorid (SF6)-Emissionen fast 40 % niedriger als die des Jahres 1995. Die Emissionen waren bis 1995 angestiegen und sanken mit kleinen Ausreißern bis ca. 2009. In den letzten Jahren steigen die Emissionen jedoch leicht, auch in Zukunft wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet.

Emissionen von Stickstofftrifluorid (NF3) sind derzeit noch sehr gering, es wird jedoch damit gerechnet, dass diese Substanz in der Halbleiter- und Solarzellenherstellung zunehmend Verwendung finden wird und in der Folge die Emissionen steigen werden (siehe Abb. „Anteile der Treibhausgase an den Emissionen“ und Tab. „Reduktion der Emissionen von direkten und indirekten Treibhausgasen und von Schwefeldioxid gegenüber dem Vorjahr“).

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Treibhausgas-Emissionen nach Kategorien

Die mit über 84,9 Prozent (%) bedeutendste Quelle von Treibhausgas-Emissionen ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe (siehe Tab. „Emissionen der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase in Deutschland nach Kategorien“). Insgesamt nahmen die energiebedingten Emissionen aller Treibhausgase zwischen 1990 und 2015 um 25,5 % ab.

Die Industrieprozesse sind mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von ca. 7 % zusammen mit der Landwirtschaft die bedeutendste der anderen Kategorien. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 um 36,4 %.

Die Landwirtschaft liegt in der gleichen Größenordnung mit einem über die letzten Jahre relativ gleich bleibenden Anteil von zwischen 6 und knapp unter 7,5 %. Die Emissionen sanken gegenüber 1990 jedoch nur um rund 18 %.

Die deutlichste relative Minderung der Treibhausgas-Emissionen (-72,7 %) trat in der Abfallwirtschaft auf, so dass der Anteil an den Gesamtemissionen 2016 nur noch 1,2 % betrug (siehe auch „Klimaverträgliche Abfallwirtschaft“).

Die Tabelle listet für die Jahre 1990 bis 2016 die Treibhausgas-Emissionen aus sechs verschiedenen Kategorien auf.
Tab: Emissionen der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase in Deutschland ...
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Minderungsziele für Treibhausgase

Die Bundesregierung hat sich im Jahr 2007 mit dem „Integrierten Energie- und Klimaprogramm“ national zu einer 40 %igen Minderung der deutschen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 verpflichtet. Im Energiekonzept aus dem Jahr 2010 wird dieses Ziel ergänzt durch ein Minderungsziel von mindestens 55 % bis zum Jahr 2030, mindestens 70 % bis zum Jahr 2040 und das Ziel einer weitgehenden Treibhaus-Neutralität Deutschlands bis zum Jahr 2050. Diese Ziele wurden auch im Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung in 2014 bekräftigt und in 2016 im Klimaschutzplan 2050 festgeschrieben und mit Maßnahmen hinterlegt.

Die Europäische Union (EU) hat sich dazu verpflichtet, die EU-weiten Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2013 bis 2020 um 20 % unter das Niveau von 1990 senken und dieses Ziel auf 30 % erhöhen, sofern sich andere Industrieländer verpflichten, ihre Emissionen vergleichbar zu reduzieren und auch die wirtschaftlich weiter fortgeschrittenen Entwicklungsländer einen Beitrag leisten.

Bezogen auf die EU-Mitgliedstaaten wurde das Ziel durch entsprechende Regelungen im europäischen Emissionshandelssystem und die sogenannte „Effort Sharing Decision“ konkretisiert. Letztere verpflichtet Deutschland dazu, seine Emissionen außerhalb des Emissionshandels bis 2020 um 14 % gegenüber 2005 zu senken.

Weitere Informationen über Treibhausgasminderungsziele sind hier und hier finden.

Berichte & Daten