Trends der Niederschlagshöhe

Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland um rund 10 Prozent zugenommen. Dabei verteilt sich dieser Anstieg nicht gleichmäßig auf die Jahreszeiten. Vielmehr sind insbesondere die Winter deutlich nasser geworden, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind.

Teilweise sehr regenreiche Jahre seit 1965

Die Zeitreihe der jährlichen Niederschläge in Deutschland (Gebietsmittel) zeigt einen leichten Anstieg, der mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 % statistisch signifikant ist. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass bis etwa 1920 nur selten überdurchschnittlich niederschlagsreiche Jahre aufgetreten sind. Im Anschluss an eine Übergangsphase mit mehreren leicht überdurchschnittlich feuchten Jahren traten ab Mitte der 1960er Jahre dann auch einige sehr regenreiche Jahre auf (siehe Tabelle und Abbildungen zur Niederschlagshöhe). Dies entspricht genau der Zeit, seit der die Auswirkungen des Klimawandels global deutlich zu beobachten sind.

Noch stärker als bei den mittleren Temperaturen ist dieser ⁠Trend⁠ nicht gleichmäßig in allen Jahreszeiten ausgeprägt. Er beruht im Wesentlichen darauf, dass die Winterniederschläge zugenommen haben; im Winter 2019/2020 lag mit 223 mm Niederschlag die Abweichung zum historischen Referenzzeitraum 1881-1900 bei +76,8 mm. Frühling und Herbst zeigen ebenfalls eine leichte, aber im Gegensatz zum Winter nicht signifikante Zunahme, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind.

Hinsichtlich des Niederschlags war das Jahr 2020 trocken. Mit 704,9 mm belegt es auf der Rangliste der trockensten Jahre seit 1881 den 36. Platz.

Bei der Betrachtung der Einzelmonate sind erhebliche Un­terschiede erkennbar. Im Vergleich zu den vieljäh­rigen Zeiträumen waren 4 Monate feuchter und 8 Monate trockener. Trockenere und nassere Monate wechselten sich ab. Die Monate Februar und Oktober waren deutlich und der Juni bzw. August geringfügig niederschlagsreicher. Der Februar konnte das starke Defizit der trockeneren Vormona­te etwas ausgleichen. Besonders in der Periode Mitte März bis Ende April wurde fast kein Niederschlag beobachtet. Auch die Monate Mai und November waren sehr trocken.

Wir danken dem Deutschen Wetterdienst für die Bereitstellung der Daten.

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