Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union

Die Europäische Union berichtet jährlich die Treibhausgas-Emissionen für die EU-27. Dazu werden die Emissionsdaten der Mitgliedstaaten konsolidiert und zusammengeführt, so dass ein konsistentes Gesamtinventar entsteht. Der Emissionstrend und die Verteilung auf die Kategorien folgen dabei weitestgehend denen der großen Industrieländer.

Inhaltsverzeichnis

 

Hauptverursacher

2019 verursachte die EU-27 insgesamt rund 3.610 Millionen Tonnen (Mio. t) Treibhausgase in Kohlendioxid (CO₂)-Äquivalenten (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union“). Deutschland, Frankreich, Italien und Polen verursachten zusammen etwa 57 % davon. Deutschland allein steuerte bereits über 22 % bei.

Die Tabelle nennt die Treibhausgas-Emissionen jedes EU-Staats und die erreichten Einsparungen gegenüber dem letzten Jahr und 1990.
Tab: Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union
Quelle: EEA Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Pro-Kopf-Emissionen

Bezieht man die ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen 2019 auf die jeweiligen Bevölkerungen, so liegen die verursachten Mengen zwischen Malta mit nur 4,3 Tonnen (t) CO2-Äquivalenten pro Kopf und Luxemburg mit 17,3 t Kohlendioxid-Äquivalenten pro Kopf. Frankreich und Italien liegen mit ca. 6,5 bzw. 7,0 t eher am unteren Ende, Polen mit 10,3 t und Deutschland mit 9,7 t Kohlendioxid-Äquivalenten pro Kopf hingegen im Mittelfeld (siehe Abb. „Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union im Vergleich 2019 - Pro-Kopf-Emissionen“). Die Pro-Kopf Menge für die EU-27 insgesamt liegt bei 8,1 t.

Diagramm: Die Pro-Kopf-Emissionen an Treibhausgasen der EU-Staaten sind sehr unterschiedlich, Deutschland liegt dabei im oberen Viertel.
Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union im Vergleich 2019 - Pro-Kopf-Emissionen
Quelle: EEA Diagramm als PDF
 

Emissionen in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Ein völlig anderes Bild ergibt sich, wenn man die ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen 2019 mit der Wirtschaftsleistung in Form des BIP ins Verhältnis setzt: dann liegen Bulgarien und Polen mit 1.066 t bzw. 761 t CO2-Äquivalenten pro Mio. EUR am oberen Ende und Deutschland (etwa 251 t CO2-Äquivalenten pro Mio. EUR), Italien (242 t CO2-Äquivalenten pro Mio. EUR) und Frankreich (186 t CO2-Äquivalenten pro Mio. EUR) im guten Mittelfeld (siehe Abb. „Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union im Vergleich 2019 – Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts (BIP)“).

Diagramm: Die Pro-BIP-Emissionen an Treibhausgasen der EU-Staaten sind stark gefächert: die großen Industriestaaten inkl. Deutschland liegen recht gut im oberen Mittelfeld, während vor allem die osteuropäischen Staaten Bulgarien, Estland und Polen sehr hohe Werte zeigen.
Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union im Vergleich 2019 – Emissionen pro Einheit des BIP
Quelle: EEA Diagramm als PDF
 

Trends

Zwischen 1990 und 2019 sanken die Emissionen der EU-27 um 1.109 Mio. t in CO₂-Äquivalenten (-26 %). Daran hatte die Kategorie „Energie“ 2019 einen Anteil von 77 %. Seit 1990 sind die Emissionen in dieser Kategorie um über 26 % zurückgegangen. Die Landwirtschaft machte ca. 11 % der ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen aus. Ihr Ausstoß verringerte sich von 1990 - 2019 um rund 21 %. Die Emissionen der Industrieprozesse hatten 2019 einen Anteil von 9,4 % an den Treibhausgas-Emissionen. Diese sind seit 1990 um mehr als 26 % gesunken. Die Emissionen aus der Abfallwirtschaft, welche 3,2% der Gesamtemissionen ausmachen, nahmen im gleichen Zeitraum um 34 % ab (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der EU-27 nach Kategorien“).

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der verschiedenen Treibhausgasquellen (Energie, Industrie, Landwirtschaft etc.) in den EU-27-Staaten von 1990 bis 2019.
Tab: Treibhausgas-Emissionen der EU-27 nach Kategorien
Quelle: EEA Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Gase

Die CO₂-Emissionen dominieren mit einem Anteil von über 80 % die ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen der EU-27. Die Emissionen von Methan (CH4) und Lachgas (N₂O) liegen mit einem Anteil von um die 11 % bzw. 7 % deutlich niedriger. Die Emissionen der Gruppe der „F-Gase“ machten als Summe zwar nur etwa zweieinhalb Prozent der Gesamtemissionen des Jahres 2019 aus, nahmen aber seit 1990 um mehr als zwei Drittel zu, was am starken Anstieg der Emissionen von Fluorkohlenwasserstoffen (H-FKW) liegt.