Beobachtete und künftig zu erwartende globale Klimaänderungen

Seit etwa 1950 finden vielfältige und relativ schnelle Klimaänderungen statt, die in den zurückliegenden Jahrtausenden noch nie auftraten. Die Atmosphäre und die Ozeane haben sich deutlich erwärmt, die Schnee- und Eismengen sind erheblich zurückgegangen und der Meeresspiegel ist angestiegen. Anhaltende Treibhausgasemissionen werden auch künftig weitere starke Klimaänderungen bewirken.

Inhaltsverzeichnis

 

Ergebnisse der Klimaforschung

Während der letzten Jahre wurden wesentliche Fortschritte beim Verständnis der Klimaänderungen, ihrer Ursachen und Folgen erzielt. Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig.

Der von Menschen verursachte Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen, zusammen mit anderen menschlichen Einflussfaktoren, ist „äußerst wahrscheinlich“ die mit Abstand stärkste Ursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts. „Äußerst wahrscheinlich“ bedeutet: mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 bis 100 %. Dieser Einfluss des Menschen auf das Klima (anthropogener Klimawandel ) wurde in der Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans, in den Veränderungen des globalen Wasserkreislaufs, in der Abnahme von Schnee und Eis und im Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels nachgewiesen.

Die globale Mitteltemperatur in Bodennähe stieg im Zeitraum von 1880 bis 2019 um 1°C (siehe Abb. „Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt 1850-1899“). Auf der Nordhalbkugel war die 30-Jahresperiode von 1989 bis 2018 die wärmste seit mehr als 100.000 Jahren.

Ein Diagramm zeigt, dass seit den 1930ern die Temperaturabweichungen zur Referenzperiode 1850-1899 im positiven liegen. Es wird immer wärmer.
Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt 1850 bis 1899 (Referenzperiode)
Quelle: Met Office Hadley Centre Diagramm als PDF
 

Zu erwartende globale Klimaänderungen

Bis Ende des 21. Jahrhunderts wird sich die Erwärmung der bodennahen Luftschicht fortsetzen. Alle zugrunde gelegten Emissionsszenarien ergeben bis Ende des 21. Jahrhunderts eine Temperaturzunahme. Je nach Szenario kann die mittlere Erwärmung von 0,9 bis 5,4 °C im Vergleich zu vorindustriellen Bedingungen reichen. Nur unter der Voraussetzung eines Emissionsszenarios mit sehr ambitionierter Klimaschutzpolitik ließe sich der mittlere Temperaturanstieg gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5°C bis 2,3 °C begrenzen. Eine noch geringere Erwärmung ließe sich nur durch eine zusätzliche, massive großtechnische Entnahme von Treibhausgasen aus der Atmosphäre erzielen.

Nähere Informationen finden Sie auf der Themenseite Fünfter Sachstandsbericht des Weltklimarats.

 

Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5°

Der Weltklimarat (IPCC ) stellte 2018  in seinem wissenschaftlichen „Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C“ fest, dass das 1,5-Grad-Ziel noch erreicht werden kann. Dazu müssen die Treibhausgasemissionen sehr schnell sinken und der Atmosphäre große Mengen an Kohlenstoffdioxid entzogen werden. Der Bericht zeigt, dass die Wissenschaft heute ein viel umfassenderes Verständnis der Folgen des Klimawandels hat, als noch vor einigen Jahren.

Der Weltklimarat stellt fest, dass im Vergleich zu dem weniger anspruchsvollen 2-Grad-Ziel das 1,5-Grad-Ziel entscheidende Vorteile hat, weil viele nachteilige Auswirkungen der globalen Erwärmung dadurch reduziert werden: Eine Erwärmung um 2 Grad ist demnach mit stärkeren und häufigeren Extremwetterereignissen verbunden. Auch Ökosystemdienstleistungen und Biodiversität wären damit stärker beeinträchtigt. Soziale Folgen wie klimabedingte Wasserknappheit, der Verlust von natürlichen Lebensgrundlagen und hitzebedingte Krankheiten und Todesfälle wären stärker ausgeprägt.

Die bisher erklärten Beiträge der einzelnen UN -Mitgliedsstaaten zum Übereinkommen von Paris reichen jedoch nicht aus, um diese Ziele zu erreichen, sondern würden sehr wahrscheinlich zu einer globalen Erwärmung von +3°C führen. Ein Weiter-so wie bisher würde darüber hinaus eine Erwärmung um bis zu 5°C zur Folge haben, mit entsprechend größeren Konsequenzen.