Trends der Lufttemperatur

Global setzt 2021 die Reihe der sehr warmen Jahre fort. Gemeinsam mit dem wärmsten Jahr 2016 traten somit die sieben wärmsten Jahre seit Beobachtungsbeginn 1880 in direkter Folge auf. Mit einer Mitteltemperatur von 9,2 °C war 2021 in Deutschland das bisher 21.-wärmste Jahr seit 1881. Die sieben wärmsten Jahre seit 1881 liegen alle im 21. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

 

Steigende Durchschnittstemperaturen weltweit

Obwohl es prinzipiell nicht möglich ist, anhand weniger Jahre Aussagen über den durch den Menschen verursachten ⁠Klimawandel⁠ abzuleiten, passt die Entwicklung der letzten Jahre sehr gut in das Bild und zur Statistik eines langfristigen globalen Temperaturanstiegs.

2021 war weltweit das siebtwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Damit stellen die letzten sieben Jahre die weltweit wärmsten dar (siehe Abb. „Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900“). Die Jahre 2016 und 2015 waren, neben dem Klimawandel, durch ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis geprägt, das hohe globale Temperaturen begünstigt. 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021 waren die bisher wärmsten Jahre seit Beginn der ausreichend umfangreichen Aufzeichnungen im Jahr 1850, die nicht in einem El-Niño-Ereignis lagen. Dies ergaben Analysen mehrerer unabhängiger Datensätze.

Ein Diagramm zeigt die Abweichung der weltweiten Lufttemperatur zwischen 1850 und 2021 vom Durchschnitt der globalen Lufttemperatur 1850 bis 1900, eine der üblichen Vergleichsperioden. 2021 war 1,1 Grad Celsius wärmer als der Durchschnitt dieser Vergleichsperiode.
Abweichung der globalen Lufttemperatur vom Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900
Quelle: Met Office Hadley Centre Diagramm als PDF
 

2021 – bisher 21.-wärmstes Jahr in Deutschland

Die deutschlandweite Mitteltemperatur im Jahr 2021 lag bei ca. 9,2 °C und damit um 1,0 K über dem Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990. Damit war 2021 gemeinsam mit 2009 das 21.-wärmste Jahr seit 1881 und das elfte Jahr in Folge, das wärmer als der vieljährige Mittelwert 1961-1990 war (siehe Abb. „Jährliche mittlere Tagesmitteltemperatur in Deutschland“ und Tab „Lineare Trends der Lufttemperatur“). Im Vergleich zu den ersten 30 Jahren der systematischen Auswertungen (also 1881 bis 1910) war die Durchschnittstemperatur 2021 in Deutschland circa 1,4 °C höher.

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Heiße Tage in Deutschland

In den Sommermonaten 2021 wurden durchschnittlich 4,5 ⁠Heiße Tage⁠ (Tage mit Tmax ≥ 30 °C) beobachtet. Besonders viele gab es 2018, 2003 und 2015: In diesen Jahren kam es in Deutschland zu 18 bis 20 Heißen Tagen.

Zwar schwanken die Jahreswerte dieses Indikators deutlich, insgesamt ist der ⁠Trend⁠ seit Beginn der Aufzeichnungen aber deutlich steigend. Klimamodellierungen zeigen, dass zukünftig in Deutschland mit einer steigenden Anzahl Heißer Tage im Sommer und länger anhaltenden Hitzeperioden zu rechnen ist. Dies führt zu erhöhten gesundheitlichen Risiken für bestimmte Personengruppen.

Die interaktive Karte ist derzeit auf dem Stand 2020, wird aber in Kürze aktualisiert.

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    Frühling und Sommer signifikant wärmer

    Der langfristige lineare Temperaturanstieg im Frühling und im Sommer entspricht für den Zeitraum 1881-2021 mit jeweils 1,6 °C in etwa dem jährlichen linearen ⁠Trend⁠. Speziell die Frühjahre seit 1988 waren besonders warm. Die fünf bisher wärmsten Frühjahre finden sich mit den Jahren 2018, 2014, 2011, 2007 und 2000 alle im 21. Jahrhundert. Das Frühjahr 2021 war jedoch 0,1 °C kühler als die mittleren Frühjahrtemperaturen 1881-1910. Dies lag insbesondere an einer intensiven Kältewelle in der ersten Februarhälfte 2021.

    Der Sommer 2021 war mit einer Durchschnittstemperatur von 17,9 °C der 13.-wärmste Sommer seit 1881. Am 30. März wurden die ersten Sommertage (Tage mit Tmax ≥ 25 °C) beobachtet. Der letzte Sommertag wurde am 3. Oktober registriert. In diesem Zeitraum wurde mit 37,1 Tagen die 23.-höchste Anzahl an Sommertagen gemessen (2018: 74 Tage).

    Unter Einfluss subtropischer Luft entwickelte sich ab dem 15. Juni die einzige ⁠Hitzewelle⁠ im Jahr 2021, die ganz Deutschland beeinflusste. Während dieser Hitzewelle wurden auch die höchsten Temperaturen in Deutschland im Jahr 2021gemessen: In Berlin und in Baruth (Brandenburg) wurden am 19.6. jeweils 36,6 °C registriert. (siehe Abb. „Mittlere Tagesmitteltemperatur im Frühling in Deutschland“ und Abb. „Mittlere Tagesmitteltemperatur im Sommer in Deutschland“).

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    Mildere Herbste und Winter

    Alle drei Herbstmonate 2021 (September, Oktober und November) waren wärmer als die jeweiligen vieljährigen Mittelwerte. Der September verzeichnete die höchste, der November die geringste Abweichung.  Das Gebietsmittel der Temperatur betrug 9,9 °C. Damit liegt die Abweichung zum historischen Referenzzeitraum 1881-1910 bei 1,7 ⁠Kelvin⁠. Somit war der Herbst 2021 der 13.-wärmste seit 1881 (siehe Abb. „Mittlere Tagesmitteltemperatur im Herbst in Deutschland“).

    Der Winter 2020/21 war milder als die vieljährigen Wintermittel. Jeder der drei Wintermonate war wärmer als die vieljährigen Monatsmittel. Der Monat Dezember waren deutlich zu warm, die Monate Januar und Februar waren etwas wärmer. Der Winter 2020/2021 war mit einer positiven Abweichung von ungefähr 2 °C Kelvin vom historischen Temperaturmittel der Wintermonate 1881-1910 der bisher 29.-wärmste Winter seit 1881 (siehe Abb. „Mittlere Tagesmitteltemperatur im Winter in Deutschland“).

    Wir danken dem Deutschen Wetterdienst für die Bereitstellung der Temperaturdaten.

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    Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt

    Die Jahre werden nicht nur wärmer, in der Folge verschiebt sich der jahreszeitliche Entwicklungsgang von Pflanzen und Tieren (Phänologie). So blühen beispielsweise Schneeglöckchen, die den Eintritt des Vorfrühlings anzeigen, und Apfelbäume, die den Vollfrühling anzeigen, früher (fast fünf Tage/Jahrzehnt). Waldbäume treiben in vielen Ländern Europas eher aus (ebenfalls ca. fünf Tage/Jahrzehnt). Dies belegt, dass sich durch ein verändertes Temperaturniveau die Eintrittszeit und die Dauer der einzelnen Jahreszeiten verändert hat.

    Die Auswirkungen der Verschiebungen phänologischer Phasen auf die Bestände von Tieren und Pflanzen sind komplex und bisher erst in Ansätzen geklärt. So reagieren etwa bestimmte Vogelarten mit erhöhtem Bruterfolg infolge kürzerer Winter. Bei Pflanzenarten und ihren Bestäubern oder Fraßfeinden und in Räuber-Beute-Systemen kann sich die Veränderung in der zeitlichen Abstimmung hingegen negativ auf die Bestandsentwicklung von Arten auswirken.