Distickstoffoxid-Emissionen

Distickstoffoxid ist ein bedeutendes Klimagas. Im Jahr 1990 hatten die Distickstoffoxid-Emissionen einen Anteil von 5,2 Prozent an den gesamten Treibhausgasemissionen in Kohlendioxid-Äquivalenten. Im Jahr 2017 lag der Anteil immer noch bei 4,2 Prozent. Zwischen 1990 und 1999 sanken die Emissionen und stagnierten dann bis 2009. Die Jahre ab 2010 zeigen ein deutlich geringeres Niveau.

Entwicklung in Deutschland seit 1990

Durch das Kyoto-Protokoll, das verpflichtend vorschreibt, die Treibhausgase zu vermindern, sind von den Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention auch Maßnahmen zu ergreifen, um die Distickstoffoxid-Emissionen zu verringern (siehe “Klimarahmenkonvention“).

1990 betrugen die Distickstoffoxid (N2O)-Emissionen 215 Tausend Tonnen (Tsd. t). Im Zeitraum bis 1999 gingen sie um ca. ein Drittel zurück (siehe Abb. „Distickstoffoxid-Emissionen nach Kategorien“). Der Rückgang wurde zu zwei Dritteln durch emissionsmindernde Maßnahmen im Bereich der Adipinsäureproduktion (Grundstoff bei der Kunststoffherstellung) erreicht. Zudem veränderte sich die Landwirtschaft in den neuen Ländern. Bei rückläufigen Tierbeständen wurden weniger tierische Abfälle als Wirtschaftsdünger eingesetzt. Flächen wurden in großem Umfang stillgelegt, deshalb mussten weniger mineralische Stickstoffdünger eingesetzt werden. In den Jahren 2007 bis 2009 stiegen die Emissionen wieder auf ca. 150 Tsd. t im Jahr an. Im Jahr 2010 führte eine gezielte technische Minderung der Emissionen einer Chemieanlage zu einem starken und dauerhaften Rückgang. In den Jahren 2011 bis 2017 fluktuierten die Emissionen leicht um 130 Tsd. t pro Jahr (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Treibhausgase nach Kategorien“).

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Verursacher von Distickstoffoxid-Emissionen

Hauptquellen für Distickstoffoxid-Emissionen sind stickstoffhaltiger Dünger in der Landwirtschaft und die landwirtschaftliche Tierhaltung. Nach kleinen Rückgängen in den Jahren 1990 bis 1994 stagnierten die Emissionen der Landwirtschaft bei ca. 100 Tausend Tonnen Distickstoffoxid jährlich. Im Jahr 2017 machten sie mehr als 80 % der gesamten Distickstoffoxid-Emissionen aus. Weitere Quellen sind die Industrieprozesse in der chemischen Industrie: Bis 1997 hatte die industrielle Produktion von Adipinsäure – einem Grundstoff bei der Kunststoffherstellung, für Lösemittel und Weichmacher – mit knapp einem Drittel einen wesentlichen Anteil an den Distickstoffoxid-Emissionen, der jedoch bis 2017 stufenweise auf ca. 3 % schrumpfte. Geringere Emissionen entstehen auch durch stationäre und mobile Verbrennungsprozesse, durch die Abwasserbehandlung und durch den direkten Einsatz von Distickstoffoxid (zum Beispiel als Narkosemittel). Seit 1999 wird die Emissionsentwicklung stark von der Emissions-Entwicklung in der chemischen Industrie beeinflusst.