Kohlendioxid-Emissionen

Seit 1990 gehen die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland nahezu kontinuierlich zurück. Ursachen waren in den ersten Jahren vor allem die wirtschaftliche Umstrukturierung in den neuen Ländern. Seitdem ist es die aktive Klimaschutzpolitik der Bundesregierung, die in Einzeljahren jedoch auch von witterungsbedingten Effekten überlagert werden kann.

Inhaltsverzeichnis

 

Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zu anderen Treibhausgasen

Kohlendioxid ist das bei weitem bedeutendste Klimagas. 2017 betrug der Kohlendioxid-Anteil an den gesamten Treibhausgas -Emissionen 88,0 % (siehe Abb. „Anteile der Treibhausgase an den Emissionen“). Der Anteil hat gegenüber 1990 um knapp 4 Prozentpunkte zugenommen. Der Grund: Die Emissionen von Methan und Distickstoffoxid wurden im Vergleich zu Kohlendioxid erheblich stärker gemindert.

Die Grafik zeigt die in Kohlendioxid-Äquivalente umgerechneten Anteile der sechs Treibhausgase im Jahr 2017.
Anteile der Treibhausgase an den Emissionen
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Herkunft und Minderung von Kohlendioxid-Emissionen

Kohlendioxid entsteht fast ausschließlich bei den Verbrennungsvorgängen in Anlagen und Motoren. Weitere Emissionen entstehen im Bereich Steine und Erden, wenn Kalk zur Zement- und Baustoffherstellung gebrannt wird. Bezogen auf die Einheit der eingesetzten Energie sind die Emissionen für feste Brennstoffe, die überwiegend aus Kohlenstoff bestehen, am höchsten. Für gasförmige Brennstoffe sind sie wegen ihres beträchtlichen Gehalts an Wasserstoff am niedrigsten. Eine Zwischenstellung nehmen die flüssigen Brennstoffe ein.

Seit 1990 gehen die Kohlendioxid-Emissionen nahezu kontinuierlich zurück. Zwischen 1990 und 1995 ist dies vor allem auf den verminderten Braunkohleeinsatz in den neuen Ländern zurückzuführen. Ab Mitte der 90er-Jahre wirkt sich insbesondere die aktive Klimaschutzpolitik der Bundesregierung emissionsmindernd aus. Durch kalte Winter stiegen die Emissionen zwischenzeitlich immer wieder leicht an, zum Beispiel in den Jahren 1996, 2001, 2010, 2013 und 2016 (siehe Abb. „Emissionen von Kohlendioxid nach Kategorien“ und Tab. „Emissionen ausgewählter Treibhausgase nach Kategorien“). Im Jahr 2009 wirkte die ökonomische Krise emissionsmindernd. 2010 stiegen die Emissionen hauptsächlich durch die konjunkturelle Erholung der Wirtschaft und die kühle Witterung wieder an. In den Folgejahren hatte die Witterung den größten Einfluss auf die Emissionsentwicklung, zusätzlich drückt der stetige Rückgang der Emissionen aus der Energiewirtschaft das Emissionsniveau ab dem Jahr 2014 deutlich.

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Kohlendioxid-Emissionen 2017

Den größten Anteil an den Kohlendioxid -Emissionen hatte 2017 wie bisher die Energiewirtschaft mit 38,6 %. Aus diesem Bereich wurden im Jahr 2017 rund 308 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. Die Kategorien Haushalte/Kleinverbraucher (17,1 %) und Straßenverkehr/übriger Verkehr (20,8 %) sowie Verarbeitendes Gewerbe/Industrieprozesse (zusammen 22,7 %) besitzen hinsichtlich der Kohlendioxid-Emissionen derzeit eine etwas geringere Bedeutung.

 

Entwicklung der Kohlendioxid-Emissionen

Vor allem durch die im Vergleich zu den Vorjahren abnehmende Stromerzeugung durch Verbrennung von Steinkohlen (Steinkohlenverstromung), der Witterung und einigen Sondereffekten gingen die Kohlendioxid-Emissionen erneut deutlich zurück. Das geht aus der Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes hervor. Demnach sanken sie gegenüber 2017 um 38 Millionen Tonnen bzw. rund 4,8 % auf 760 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Gegenüber 1990 sind die Kohlendioxid-Emissionen demnach um 27,8 % gesunken.

Die gesamtwirtschaftliche Emissionsintensität (Emissionen bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt) sank zwischen 1991 und 2017 um 62 % (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionsintensität in Deutschland“).

Die Grafik zeigt den kontinuierlichen Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen je Wirtschaftseinheit (Bruttoinlandsprodukt) von 1991 bis 2017.
Kohlendioxid-Emissionsintensität in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF