Schwefeldioxid-Emissionen

Schwefeldioxid entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe. Seit 1990 sind die Emissionen um über 90 Prozent gesunken, vor allem durch technische Maßnahmen sowie den Einsatz schwefelarmer Brennstoffe. Die Reduktionsziele sind damit alle vorzeitig erreicht oder sogar übererfüllt worden.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung seit 1990

Von 1990 bis 2017 ist ein Rückgang der Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) von 5,5 auf nur 0,32 Millionen Tonnen (Mio. t) zu verzeichnen. Das sind 94,3 % weniger (siehe Abb. „Schwefeldioxid-Emissionen nach Quellkategorien“). Die Gründe hierfür liegen vor allem darin, dass in den neuen Bundesländern Betriebe stillgelegt oder technisch nachgerüstet wurden. Entscheidenden Einfluss hat auch der Einsatz von Brennstoffen mit geringerem Schwefelgehalt. Im Jahr 2016 sanken die Schwefeldioxid-Emissionen nochmals deutlich. Grund dafür war die Verschärfung der Anforderungen an die Abgasreinigung durch die Neufassung der 13.BImSchV vom 02.05.2013.

Hauptverursacher der Schwefeldioxid-Emissionen im Jahr 2017 waren die stationären Feuerungsanlagen der Kraft- und Fernheizwerke der Energiewirtschaft und die Industriefeuerungen des Verarbeitenden Gewerbes mit einem Anteil an den Gesamtemissionen von zusammen 67,5 %. Seit 1990 senkten diese Bereiche ihren Schwefeldioxid-Ausstoß um 3,8 Mio. t (-94,7 %).

Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich in den Bereichen Haushalte sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistung (Rückgang um insgesamt über 1 Mio. t oder 98,3 %, Anteil im Jahr 2017: 5,6 %).

Die Emissionen aus den Industrieprozessen sanken zwischen 1990 und 2017 um 0,1 Mio. t und verminderten sich dadurch um mehr als die Hälfte. Ihr Anteil an den gesamten Schwefeldioxid-Emissionen stieg im gleichen Zeitraum von 3,2 % auf 25,3 % (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe nach Quellkategorien“).

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Erfüllungsstand der Emissionsminderungsbeschlüsse

Im Multikomponentenprotokoll (1999) zur UNECE-Luftreinhaltekonvention, das die jährlichen Emissionen durch Einführung nationaler Höchstmengen begrenzt, hat sich Deutschland verpflichtet, die Schwefeldioxid-Emissionen weiter zu mindern. Seit 2010 dürfen 550 Tsd. t nicht mehr überschritten werden. Dieses Ziel wurde bereits 2003 erreicht und seitdem immer deutlich unterschritten. Zudem hat Deutschland im Zuge der Novellierung des Protokolls (2012) eine Reduktion der Schwefeldioxid-Emissionen um 21 % im Zeitraum 2005 bis 2020 zugesagt.

Auf EU-Ebene legt die Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie 2001/81/EG) fest, dass Deutschland für Schwefeldioxid ab 2010 eine Emissionshöchstmenge von 520 Tsd. t einhalten muss. Bereits 2004 wurde dieses Ziel eingehalten und seitdem immer deutlich unterschritten. Die Richtlinie (EU) 2016/2284 (neue NEC-Richtlinie) legt zudem relative Minderungsverpflichtungen gegenüber 2005 sowohl für 2020 (-21 %) als auch für 2030 (-58 %) fest.

 

Entstehung von Schwefeldioxid-Emissionen

Schwefeldioxid entsteht überwiegend bei Verbrennungsvorgängen durch Oxidation des im Brennstoff enthaltenen Schwefels. Die nahezu konstanten, jedoch relativ unbedeutenden prozessbedingten Emissionen treten vornehmlich in den Bereichen der industriellen Produktionsprozesse in der Chemischen Industrie, der Metallerzeugung und dem Sektor Steine und Erden sowie der Erdöl- und Erdgasaufbereitung auf.