Fragen & Antworten: Weiterführende Informationen zu Holzheizungen

Inhaltsverzeichnis

 

Begriffsklärung Holzheizungen

Einzelraumfeuerungsanlage: Feuerungsanlage, die vorrangig zur Beheizung des Aufstellraumes verwendet wird, sowie Herde mit oder ohne indirekt beheizte Backvorrichtung (§ 2 Nummer 3 der 1. ⁠BImSchV⁠). In Einzelraumfeuerungsanlagen werden Scheitholz und Holzbriketts sowie seltener Holzpellets (Pelletöfen) und Kohle als Brennstoffe eingesetzt.

Holzzentralheizung / Holzkessel: Feuerungsanlage, in der Holz als Brennstoff eingesetzt wird, also Scheitholz (seltener Holzbriketts), Holzpellets oder Holzhackschnitzel. Ein Kessel dient dazu, eine ganze Wohnung, ein Haus oder Wohnblock zu beheizen und / oder mit Warmwasser zu versorgen und steht meistens im Keller oder in einem Heizungsraum. Der Wärmetransport erfolgt im Regelfall über Wasser als Wärmeträgermedium.

Pelletfeuerungen: Feuerungsanlage, die Holzpresslinge (Holzpellets) als Brennstoff einsetzt. Pelletfeuerungen können als Holzzentralheizung (Pelletkessel) oder als Einzelraumfeuerungsanlage (Pelletofen) ausgeführt sein. Bei Pelletfeuerungen gelangt der Brennstoff automatisch und kontinuierlich aus einem Vorratsbehälter in eine Brennschale im Feuerraum. Die Zündung erfolgt in der Regel automatisch. Die Brennstoffzufuhr regelt sich abhängig vom Leistungsbedarf.

Kleinfeuerungsanlage: technisch / rechtlicher Begriff für Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung unter 1 MW (1000 kW). Dazu gehören Zentralheizungen wie Gasthermen oder Ölheizungen aber auch Holzkessel und Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- und Kachelöfen (siehe oben).

Komfortkamin / Zusatzheizung: Einzelraumfeuerungsanlage, die nicht die alleinige Wärmequelle für eine Wohneinheit (Wohnungen, Wohngebäude, Wohnraum) ist. Das sind z. B. die oft in Wohnzimmern aufgestellten Holzöfen.

 

Begriffsklärung Holzverwendung

Scheitholz: Gespaltene Holzabschnitte aus Stammholz, die als fester Brennstoff in Einzelraumfeuerungsanlagen oder Holzkesseln verbrannt werden können.

Holzpellets oder –briketts: Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Briketts oder Pellets, die vollständig oder überwiegend aus Sägenebenprodukten hergestellt werden.

Wald-Restholz: Holz, das als Ernterückstand der Forstwirtschaft anfällt und für das bisher aus technischen und ökonomischen Gründen keine stoffliche Verwertung etabliert ist. Im Allgemeinen handelt es sich um oberirische Ernterückstände aus Kronenmaterial und Stammholzabschnitten, die nicht aus Gründen der Nährstoffnachhaltigkeit, zum Erhalt der ⁠CO2⁠-Senkenleistung des Waldes oder der ⁠Biodiversität⁠ im Wald verbleiben sollten.

 

Verbrennt Holz klimaneutral?

Die Verbrennung von Holz läuft nie vollständig ab und es entstehen neben gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen wie Feinstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (⁠PAK⁠) auch klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß. Auch Ernte, Transport und Aufbereitung der Brennstoffe sind mit Energiebedarfen verbunden und verursachen damit Treibhausgasemissionen. Schließlich sind die biogenen ⁠CO2⁠-Emissionen der Verbrennung zu berücksichtigen, die nur dann nicht zu Buche schlagen, wenn die Kohlenstoffbilanz des Waldes ausgeglichen ist.

 

Welche Förderung gibt es für Holzheizungen?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Maßnahmen, die dem ⁠Klimaschutz⁠ und der Effizienzsteigerung von Gebäuden dienen. Dazu zählen auch Heizungsanlagen, die erneuerbare Energien nutzen. Neben Solarthermie und Wärmepumpen sind auch Holzheizungen förderfähig.

Gefördert werden danach Kessel zur Verbrennung von Scheitholz, Holzpellets und -hackschnitzeln und Pelletöfen mit Wassertasche (Anschluss an eine Zentralheizungsanlage über einen Wärmetauscher). Nicht gefördert werden u. a. luftgeführte Pelletöfen und handbeschickte Einzelöfen („Kaminöfen“). Seit dem 01.01.2023 müssen Biomasseheizungen zudem mit einer solarthermischen Anlage oder einer Wärmepumpe kombiniert werden.

 

Wie wirkt sich die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auf den Einsatz von Holz im Wärmemarkt aus?

Laut den Marktdaten des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (⁠BDH⁠) ist der Absatz von Holzheizkesseln im Jahr 2021 deutlich gestiegen. Der Marktanteil von Holzheizkesseln lag in den 10 Jahren zuvor relativ konstant bei rund 4 %. Mit einem Marktanteil von 8,2 % im Jahr 2021 hat sich der Holzheizungsanteil gegenüber dem Jahr 2019 verdoppelt. Das bedeutet einen Absatzzuwachs von rund 76.500 Holzheizkesseln im Jahr 2021. Pellet-Heizungen haben hieran den größten Anteil mit 53.000 neuen Anlagen.

Der Absatzzuwachs von Holzheizungen geht zeitlich einher mit den verbesserten Förderbedingungen im damaligen Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP) zu Jahresbeginn 2020, welche sehr ähnlich zu den anfänglichen Förderbedingungen der BEG seit 2021 waren. Es liegt der Schluss nahe, dass die für Holz günstigen Förderbedingungen u. a. ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung sind. Während zwischen 2015 und 2019 jährlich im Mittel etwa 21.000 Holzheizungen durch das MAP gefördert wurden, sind die Antrags- und Bewilligungszahlen für Holzheizungen seit 2020, also mit den zwischenzeitlich verbesserten Förderbedingungen, stark angestiegen. Im Jahr 2020 betrug die Zahl der nach MAP geförderten Holzheizungen etwa 95.000.

Da sich dieser ⁠Trend⁠ auch unter der BEG ab 2021 weiter fortsetzte, wurden zwei Reformschritte im Sommer und Herbst 2022 umgesetzt. Mit dem zweiten Reformschritt sind seit dem 01.01.2023 nur noch Holzheizungen mit einem Staubausstoß von maximal 2,5 mg/m³ förderfähig. Die zusätzliche Innovationsbonusförderung entfällt. Die Förderung soll somit den Anreiz schaffen, nur in Ausnahmefällen, wenn keine anderen Optionen möglich sind, eine emissionsarme Holzheizung einzubauen. Schon im vierten Quartal 2022 führte die in einem ersten Reformschritt Ende Juli 2022 in Kraft getretene Änderungsverordnung dazu, dass erstmals weniger geförderte Anlagen als im vorherigen Quartal in der BAFA-Statistik erfasst wurden. Es bleibt nun abzuwarten, welche Wirkung der zweite Reformschritt haben wird und auf welchem Niveau sich der Zubau an geförderten Holzheizungen damit einpendeln wird.

Zudem lässt es sich noch nicht beurteilen, wie sich die dynamische Entwicklung der Energieträgerpreise in 2022 und 2023 auf den Gesamtzuwachs an Holzheizungen auswirkt und ob dadurch langfristig generell mehr Holzheizungen nachgefragt werden.

Das Diagramm zeigt den Marktanteil unterschiedlicher Wärmeerzeuger von 2002–2021: Öl-/Gas-Niedertemperatur, Öl-/Gas-Brennwerttechnik, Wärmepumpen und Biomasse. Die Brennwerttechnik machte 2021 zwei Drittel der neuen Heizsysteme aus.
Marktentwicklung Wärmeerzeuger
Quelle: Bundesindustrieverband Deutschland Diagramm als PDF
 

Wie viele Einzelraumfeuerungsanlagen und Festbrennstoffkessel gibt es?

Einzelraumfeuerungen

Nach Zahlen des Zentralinnungsverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) gibt es in Deutschland ca. 11,3 Mio. Einzelraumfeuerungsanlagen (siehe Tabelle 1). Diese verteilen sich überwiegend auf die Wohnungen der privaten Haushalte. Beim Absatz der Einzelraumfeuerungsanlagen hat es in den letzten Jahren (2011 bis 2020) einen leichten Rückgang gegeben, von 350.000 verkauften Einzelraumfeuerungsanlagen in 2011 auf 270.000 in 2020. Ein Großteil hiervon sind Kaminöfen, die bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen im Bestand ersetzen (Austausch von Altanlagen).

Festbrennstoffkessel

Nach Zahlen des ZIV gibt es in Deutschland 0,92 Mio. Holzkessel. Ein Großteil hiervon sind Scheitholzkessel (ca. 0,53 Mio.) und Pelletkessel (ca. 0,32 Mio.) (Tabelle 2). Bis einschließlich 2019 wurden jährlich durchschnittlich etwa 22 000 bis 25 000 Festbrennstoffkessel in Deutschland als Neugeräte verkauft. Seit 2020 hat es einen Anstieg des Absatzes an Holzzentralheizungen gegeben (siehe BEG Förderung). Ursachen hierfür sind die Förderung im Rahmen des BEG, die Bepreisung von Kohlendioxidemissionen im Rahmen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) und auch der perspektivische Abschied von Ölheizungen, der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschrieben ist (§ 72 GEG).

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Welche Anlagen stoßen besonders viel Feinstaub oder gasförmige Luftschadstoffe aus?

Einzelraumfeuerungsanlagen verursachen, verglichen mit anderen Wärmeerzeugern der Haushalte, die höchsten Emissionen von Feinstaub und gasförmigen Luftschadstoffen. Darüber hinaus haben Einzelraumfeuerungsanlagen verglichen mit anderen Wärmeerzeugern geringere Wirkungsgrade, was dazu führt, dass mehr Brennstoff verbrannt werden muss, um ein vergleichbares Temperaturniveau zu erreichen. Innerhalb der Anlagenkategorie der Einzelraumfeuerungsanlagen haben die offenen Kamine die höchsten Emissionen und den niedrigsten Wirkungsgrad. Bei offenen Kaminen ist der Feuerraum zum Wohnraum hin offen. Daher können Sie die Zufuhr der Verbrennungsluft nicht regeln. Offene Kamine verursachen wegen niedriger Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses hohe Schadstoffemissionen und geben nur wenig Wärme ab. Daher dürfen diese Anlagen nur gelegentlich betrieben werden.

Die im Folgenden dargestellten Emissionsfaktoren für Holzfeuerungen beziehen sich auf Daten aus der Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 2021 des ⁠UBA⁠. Die dargestellten Werte stellen die Mittelwerte des derzeitigen Anlagenparks (Leistung/ Alter) in Deutschland dar. Optimal betriebene Holzheizungen, die über Emissionsminderungstechnik verfügen, können somit geringere Emissionswerte aufweisen.

Einzelraumfeuerungsanlagen für Brennholz wie Kaminöfen oder Kachelöfen haben relativ hohe Schadstoffemissionen. So liegen die Staubemissionen im Mittel bei 0,31 g/kWh, die CO-Emissionen bei 7,4 g/kWh und die Emissionen an gasförmigen organischen Schadstoffen (ohne Methan) bei 0,68 g/kWh.

Die Emissionen von Scheitholzkesseln sind niedriger als die von Einzelraumfeuerungsanlagen. Hier liegen die Staubemissionen im Mittel bei 0,117 g/kWh, die CO-Emissionen bei 2,0 g/kWh und die Emissionen an gasförmigen organischen Schadstoffen (ohne Methan) bei 0,07 g/kWh.

Die besten Betriebsbedingungen bzw. die geringsten Emissionen erreichen Feuerungsanlagen, die den Brennstoff – etwa als Pellets – kontinuierlich einer Brennkammer zuführen und die Verbrennungsluft automatisch regeln. Holzpellets sind gepresste, naturbelassene Säge- und Hobelspäne. Sie sind sehr gleichmäßig zusammengesetzt und lassen sich automatisch zünden (häufig über ein Heißluftgebläse).

Verglichen mit anderen Einzelraumfeuerungsanlagen wie Kamin- oder Kachelöfen haben Pelletöfen im Regelfall eine schadstoffärmere Verbrennung. Eine Besonderheit der Pelletfeuerungen (Pelletöfen und -kessel) ist, dass der Brennstoff automatisch und kontinuierlich aus einem Vorratsbehälter in eine Brennschale im Feuerraum gelangt. Die Brennstoffzufuhr regelt sich abhängig vom Leistungsbedarf. Die Staubemissionen bei Pelletöfen liegen im Schnitt bei 0,097 g/kWh, die CO-Emissionen bei 0,81 g/kWh und die Emissionen an gasförmigen organischen Schadstoffen (ohne Methan) bei 0,007 g/kWh.

Pelletkessel haben verglichen mit Einzelraumfeuerungsanlagen, aber auch mit anderen Festbrennstoffkesseln, die geringsten Emissionen. Die Staubemissionen bei Pelletkesseln liegen im Schnitt bei 0,061 g/kWh, die CO-Emissionen bei 0,51 g/kWh und die Emissionen an gasförmigen organischen Schadstoffen (ohne Methan) bei 0,004 g/kWh. Pelletkessel werden aufgrund ihres Brennstoffhandlings, der Brennstofflagerung sowie ihrer Kompatibilität mit herkömmlichen Wärmeverteilsystemen (Radiatorenheizkörper) am häufigsten dort eingesetzt, wo sie Ölkessel ersetzen sollen. Auf der anderen Seite haben Pelletkessel im Vergleich mit anderen Wärmeerzeugern wie Gas- oder Ölheizungen, aber auch verglichen mit Wärmepumpen, die keine direkten Feinstaubemissionen aufweisen, höhere Feinstaubemissionen. Daher führt der Austausch von Öl- oder Gasheizungen durch Pelletkessel zu höheren Feinstaubemissionen. Darüber hinaus ist die Menge an nachhaltig verfügbarem Holz bereits ausgeschöpft.

Durch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle kann der größte Umweltnutzen erzielt werden. Denn durch neue Fenster, eine Dämmung des Daches oder der unteren und oberen Geschossdecke sowie der Fassade kann der Energiebedarf bedeutend gesenkt werden.

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 Luft  Holzheizung