Folgen des Klimawandels

von Starkregen überflutete Straße mit Warnschild "Klimawandel"
© animaflora / Fotolia.com

Der Klimawandel verändert die Welt, in der wir leben, mit vielfältigen Auswirkungen auf Natur, Gesellschaft und Wirtschaft und unser tägliches Leben. Diese Auswirkungen werden als Klima(wandel)folgen oder Klimawirkungen bezeichnet – sichtbar z. B. als tauende Gletscher, häufigere Hitzetage, ein verändertes Verhalten von Zugvögeln oder ein zeitigerer Frühlingsbeginn als noch vor rund 40 Jahren.

Inhaltsverzeichnis

 

Klimafolgen: Welche Bereiche sind betroffen?

Das Klima ändert sich und wird sich auch in Zukunft weiter wandeln. Die beobachteten und berechneten Veränderungen lassen sich direkt mit dem Ausstoß von Treibhausgasen durch den Menschen in Verbindung bringen. Der Klimawandel manifestiert sich dabei sowohl in langfristigen Klimaänderungen wie steigenden Durchschnittstemperaturen oder einem höheren Meeresspiegel, als auch in einer veränderten Klimavariabilität, also stärkeren kurzfristigen Klimaschwankungen und häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Dürren oder Hitzesommern.

Die Klimafolgen sind vielfältig und haben Einfluss auf unser tägliches Leben. Dabei sind ganz unterschiedliche Bereiche betroffen. Beispiele hierfür sind:

  • Gesundheit: Hitzewellen belasten Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie können vor allem bei älteren und kranken Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
  • Landwirtschaft: Eine Verschiebung der Vegetationsperioden – jener Zeiträume, in denen Pflanzen wachsen, blühen und Früchte tragen – hat Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion. Extreme Hitze und Trockenheit können zu Ernteausfällen führen.
  • Verkehr: Straßen und Schienen werden in Folge von Starkregen überflutet oder unterspült, Binnenwasserstraßen leiden unter Hoch- oder Niedrigwasser und hohe Temperaturen können zu Schäden an Straßenbelägen und Schienen führen.
  • Energieproduktion: Viele Kraftwerke entnehmen Kühlwasser aus nahen Flüssen und speisen es erwärmt wieder ein. Durch Flusswasser, das bei der Entnahme bereits zu warm ist, oder durch sommerliches Niedrigwasser kann es künftig an ausreichendem Kühlwasser mangeln. Das kann im Extremfall dazu führen, dass Kraftwerke abgeschaltet werden müssen. Außerdem gefährdet zu warmes Wasser die Tier- und Pflanzenwelt der Flüsse.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen auf die verschiedenen Sektoren finden Sie hier.

 

Regionale Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel hat für die verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedliche Folgen, auch wenn es überall wärmer wird und die Gefahr von Starkregen und Trockenheit steigt. Im Rahmen der Vulnerabilitätsanalyse 2015 wurden Regionen und Systeme identifiziert, die besonders durch die Veränderung des Klimas gefährdet sind. Auf diese Weise können Ansatzpunkte für mögliche Anpassungsmaßnahmen  abgeleitet werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Vulnerabilitätsanalyse 2015 bietet das folgende Video (2,43 Minuten).

Wenn Sie mehr über die regionalen Auswirkungen des Klimawandels erfahren möchten, lesen Sie in unserem Beitrag „Klimafolgen in Deutschland“, mit welchen Klimafolgen die Bundesländer rechnen müssen.

Quelle: Umweltbundesamt

Animation: Bedrohung durch den Klimawandel

 

Bietet der Klimawandel auch Chancen?

Der Klimawandel bietet regional und mittelfristig auch Chancen für einzelne Bereiche: Mildere Winter können zum Beispiel die gesundheitlichen Auswirkungen von Kälteperioden verringern, die Ausfallzeiten in der Bauwirtschaft reduzieren oder unseren Bedarf an Heizenergie senken. Auch in anderen Bereichen sind positive Effekte möglich. Für die meisten der untersuchten Regionen, Branchen oder auch Ökosysteme gilt jedoch, dass die negativen Effekte deutlich überwiegen.

Die unterschiedliche Betroffenheit der Bereiche und der Regionen sowie ihre unterschiedlichen Möglichkeiten, sich auf den Klimawandel vorzubereiten, sollte bei der Planung von Anpassungsmaßnahmen berücksichtigt werden.

 

Klimamodelle erlauben Aussagen über Klimaveränderung

Für die Abschätzung möglicher Folgen des Klimawandels wird auf Klimamodelle und Klimafolgenmodelle zurückgegriffen. Die Ergebnisse von Klimamodellen, die sogenannten Klimaprojektionen, liefern Erkenntnisse darüber, wie sich das Klima in Zukunft durch anthropogene Treibhausgasemissionen (siehe Klimawandel) entwickeln kann. Klimafolgenmodelle nutzen diese Klimaprojektionen und verbinden sie mit dem vorhandenen Wissen über Zusammenhänge zwischen dem Klima und seinem Einfluss auf Mensch, Natur und Wirtschaft, um zukünftige Klimafolgen abzuschätzen.

Auch vergangene Ereignisse geben Aufschluss über mögliche Klimafolgen. So verursachte beispielsweise das Elbe-Hochwasser im Jahr 2002 in Deutschland gesamtwirtschaftliche Schäden in Höhe von 9,4 Mrd. Euro. Der Orkan „Kyrill“ aus dem Jahr 2007 zeichnet sich für Schäden von 2,4 Mrd. Euro verantwortlich. Mindestens 13 Menschen starben. Als Folge des heißen Sommers 2003 gab es in Deutschland über 7.000 Todesfälle mehr als in üblichen Sommern. Der Hitzesommer 2018 hat bei der deutschen Landwirtschaft zu deutlichen Ernteeinbußen und Schäden in Höhe von rund 770 Millionen Euro geführt.

 

Wie kann den Klimafolgen begegnet werden?

Eine frühzeitige und zielgerichtete Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels kann helfen, Schäden zu reduzieren oder zu begrenzen und mögliche Chancen zu nutzen. Da der Klimawandel alle betrifft, sind auch alle gefordert. In allen Bereichen der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft kann – und muss – etwas getan werden, um sich auf den Klimawandel und seine Folgen vorzubereiten. In Deutschland gibt es mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) und dem Aktionsplan Anpassung (APA) sowie dem Fortschrittsbericht zur DAS (mit der Broschüre zum Fortschrittsbericht zur DAS) eine gute Ausgangsposition für den Umgang mit Klimafolgen. Beispiele für konkrete Anpassungsprojekte bietet die KomPass-Tatenbank.

 

Publikationen

Dokumente