Wissensplattform Sustainable Finance

eine Hand stapelt Geldmünzen neben einem grünen Pflanzenkeimling
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Die UBA-Wissensplattform stellt wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Nachhaltige Finanzwirtschaft strukturiert zur Verfügung, mit besonderem Fokus auf Lernende und Lehrende. Sie umfasst sowohl einführende als auch vertiefende Artikel, die einen kompakten Überblick über den Bereich Sustainable Finance vermitteln und zum Aufbau entsprechender Kompetenzen beitragen.

Transformation durch Sustainable Finance

Die Einsicht in die Notwendigkeit einer Transformation unserer Wirtschafts- und Konsumweise, hin zu mehr ⁠Nachhaltigkeit⁠ und weniger klimaschädlichen Emissionen, ist längst etabliert. Neuer ist hingegen die Einsicht, dass der Finanzsektor für diese Transformation eine zentrale Rolle spielt. Sie führte in den vergangenen Jahren bereits zu einer Fülle an politisch-legislativen Initiativen, die dem Bereich „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ (engl. „Sustainable Finance“) mittlerweile ein enormes Momentum in der Praxis bescheren.

„Definition“ und Anliegen von Sustainable Finance

Zwar existiert noch keine ganz einheitliche Definition dieses Begriffs, aber zumeist wird eine „nachhaltige Finanzwirtschaft“ dadurch charakterisiert, dass Nachhaltigkeits-Kriterien (oft differenziert in Umwelt-, Gesellschafts- und Unternehmensführungs-bezogenen Kriterien; engl. Environmental, Social, Governance, kurz: ESG) in allen finanzwirtschaftlichen Entscheidungen und Aktivitäten umfassend und systematisch berücksichtigt werden.

Ein solcher Ansatz sollte zunächst für die Finanzinstitute selbst vorteilhaft sein, weil er ermöglicht, die sich aus der Transformation ergebenden Chancen gezielter zu verfolgen und Nachhaltigkeits-Risiken besser im Blick zu haben.

Aber auch und insbesondere gesamtgesellschaftlich ist dieser Ansatz erstrebenswert, weil dadurch das dringend erforderliche zusätzliche private Kapital für die Transformation mobilisiert und zugleich die Finanzmarktstabilität besser vor Risiken geschützt werden kann.

Sustainable Finance verlangt neues Wissen und neue Fähigkeiten

Die Realisierung einer nachhaltigen Finanzwirtschaft erfordert jedoch substantielle Anpassungen im Selbstverständnis und im Handeln nahezu aller Finanzmarkt-Akteure, über alle Geschäftsmodelle sowie Funktions- und Geschäftsbereiche hinweg.

Dies wiederum setzt nicht nur den Willen, sondern auch die Fähigkeit zur Veränderung voraus. Wissenschaftlich fundierte und objektivierte Informationen sind hierfür von großer Bedeutung, um den Wandel auch ökologisch effektiv zu gestalten.

Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich hier um einen neuen, noch im Werden befindlichen Bereich handelt, der die erhebliche Komplexität der Finanzwirtschaft bzw. -wissenschaft mit der nicht geringeren Komplexität der Nachhaltigkeits-Wissenschaften (ihrerseits ein neuer Mix von Sozial-, Kultur- und Naturwissenschaften) vereint. Entsprechend gibt es viele Fragen mit Blick auf die Integration von Nachhaltigkeit in finanzwirtschaftlichen Entscheidungen, aber nur wenige eindeutige Antworten und etablierte Ansätze.

Qualitative Informationen und Aus-/Fortbildungsangebote zu Sustainable Finance sind noch limitiert

Mit dem zunehmenden Momentum von Sustainable Finance wächst auch die Menge an neuen Informationen und Publikationen zum Thema rapide.

Allerdings handelt es sich dabei überwiegend noch um nicht-wissenschaftliche und „graue“ Literatur. Vieles davon ist interessant, einiges aber auch eher von Partikular-Interessen einzelner Akteure getrieben. Längst nicht alles ist qualitativ wertvoll und (wissenschaftlich) fundiert.

Hier den Überblick zu behalten und Wesentliches von Unwesentlichem sowie Wissen von Werbung zu unterscheiden, fällt nicht leicht. Das gilt nicht nur aber insbesondere für diejenigen, die sich im Zuge ihrer Ausbildung mit diesem neuen, zukunftsträchtigen Thema befassen wollen.

In diesem Zusammenhang besteht eine weitere Herausforderung darin, dass es für den Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft zumindest bis vor kurzem keine Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten gab. Immer noch sind diesbezügliche Angebote Mangelware und kaum Bestandteil der „konventionellen“ Ausbildung. Die (wenigen) Sustainable Finance Expert*innen heute haben ihr Handwerk überwiegend „on-the-job“ erworben.

Um die Einordnung und Bewertung der zunehmend umfangreicheren Informations- und Diskussionslage zur nachhaltigen Finanzwirtschaft auf eine solide – das heißt (auch) wissenschaftlich fundierte Basis – zu stellen und nachfolgend zu erleichtern, sind strukturierte, aufbereitete und laufend aktualisierte Informationen erforderlich.

Die ⁠UBA⁠-Wissensplattform Sustainable Finance bietet wissenschaftlich fundierte Informationen

Diesem Anliegen fühlt sich auch das Umweltbundesamt (UBA) verpflichtet. Entsprechend will die UBA-Wissensplattform Sustainable Finance wissenschaftlich fundierte und aufbereitete Informationen leicht zugänglich zur Verfügung stellen, um so zur Entwicklung einer „Sustainable Finance Literacy“ beizutragen.

Der Anspruch von Sustainable Finance ist eine fundamentale Neuorientierung des gesamten Finanzsektors. Diese hier in allen ihren Facetten und Details abzubilden, ist kaum möglich. Dies ist auch nicht die Aufgabe einer Wissensplattform, die sich schwerpunktmäßig an die interessierte Öffentlichkeit im Allgemeinen sowie Lernende/Studierende im Besonderen richtet. Hierbei soll ein wissenschaftlich gesicherter Überblick erstellt werden.

Ihr Anliegen ist daher eine zugängliche Einführung in die Thematik in einem wachsenden Adressatenkreis. In diesem Sinne befasst sich die vorliegende Wissensplattform in ihren nachfolgenden Seiten mit drei elementaren Fragestellungen

  1. Warum muss der Finanzsektor zu einer Transformation der Wirtschaft beitragen; und welche Chancen liegen für Finanzakteure darin?
  2. Welche Akteure spielen bei der nachhaltigen Ausgestaltung des Finanzsystems eine Rolle; und welche Ziele verfolgen sie?
  3. Welche Handlungsfelder haben Finanzakteure zur Umsetzung eines nachhaltigen Geschäftsmodells; und welche konkreten Ansatzpunkte auf Unternehmensebene gibt es?

Jede dieser Fragestellungen wird jeweils durch einen Überblicks-Artikel eingeleitet und dann durch zusätzliche Artikel und Studien zu ausgewählten Themen vertieft, die regelmäßig um weitere Beiträge ergänzt werden. Sie können aus der Forschung oder anderer Aktivitäten des UBA resultieren, aber auch von anderen, wissenschaftlich orientierten Institutionen stammen. Außerdem finden sich auf der Plattform Hinweise auf weitere Informationsquellen. Die einzelnen Kapitel bauen aufeinander auf und beziehen sich dabei jeweils gegenseitig aufeinander.

Wir hoffen, dass die Nutzer*innen der Plattform – und damit auch der Diskurs zum Thema Nachhaltige Finanzwirtschaft – von den hier zur Verfügung gestellten Informationen profitieren.

Über Feedback, Anregungen und Verbesserungsvorschläge freuen wir uns immer. Bitte melden Sie diese über das hier verlinkte Formular.

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