Beschäftigung und Umweltschutz

Im Jahr 2017 waren in Deutschland mehr als 2,8 Millionen Personen im Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 6,4 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt. Im Bereich der umweltschutzorientierten Dienstleistungen hat die Beschäftigung erneut zugenommen. Hier wird nun eine Beschäftigung in Höhe von 1,58 Millionen Personen geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

 

Aktuelle Ergebnisse und Entwicklung im Zeitablauf

Die Beschäftigtenzahlen im Umweltschutz werden regelmäßig im Rahmen von Forschungsprojekten geschätzt. Demnach waren im Jahr 2017 insgesamt gut 2,8 Millionen (Mio.) Personen in Deutschland für den Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 6,4 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger, in seiner Bedeutung stabiler Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt (siehe Abb. „Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz“).

Der Anteil der Umweltschutzbeschäftigten an den Gesamtbeschäftigten ist im Zeitablauf deutlich gestiegen. Wesentlich dafür waren die Zunahme an umweltschutzorientierten Dienstleistungen und in den Bereichen erneuerbare Energien und energetische Gebäudesanierung. Mit den Erneuerbaren Energien und der energetischen Gebäudesanierung entfallen damit 31% der Beschäftigung auf Bereiche, die im Rahmen der Energiewende eine zentrale Rolle spielen (siehe Abb. „Beschäftigte im Umweltschutz 2017 “). Stabil geblieben ist die Beschäftigung, die durch die Nachfrage nach Umweltschutzgütern ausgelöst wird.

Etliche Bereiche – wie zum Beispiel Ökotourismus, umweltorientierte Versicherungswirtschaft und produktintegrierter Umweltschutz – sind jedoch wegen mangelnder Daten nach wie vor nicht oder nur unzureichend erfasst. Die für 2017 geschätzte Zahl von 2,8 Mio. Beschäftigten ist daher als Untergrenze zu sehen.

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Dienstleistungen dominieren die Umweltschutzbeschäftigung

Das Gros aller Arbeitsplätze im Umweltschutz (56 %) entfiel im Jahr 2017 auf umweltorientierte Dienstleistungen. Das spiegelt die hohe Bedeutung der Dienstleistungen für die Umweltwirtschaft wider. Insgesamt gab es mehr als 1,5 Millionen Beschäftigte, die umweltorientierte Dienstleistungen erbrachten: zum Beispiel in Planungsbüros, bei Umweltschutzbehörden, im Handel mit Ökoprodukten und in der Umweltbildung. Die umweltorientierten Dienstleister verteilen sich aber auf alle Wirtschaftszweige, also auch auf solche, die laut amtlicher Statistik eigentlich dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind (siehe Tab. „Beschäftigte in umweltorientierten Dienstleistungen 2017“).  

Zwischen 2014 und 2017 hat die Anzahl der Beschäftigten, die umweltorientierte Dienstleistungen erbringen, um gut 130.000 Personen zugenommen. Aufgrund der Verfügbarkeit neuer Daten und den dadurch notwendigen methodischen Änderungen ist die für 2017 geschätzte Zahl mit den Schätzwerten für die Vorjahre jedoch nur bedingt vergleichbar. Gestiegen ist – gemessen auf einer methodisch vergleichbaren Basis – die Beschäftigung beispielsweise im Bereich der Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Quellen oder im ökologischen Landbau.

Tabelle: Die größten Anteile entfallen auf die Dienstleistungen für Unternehmen und die Bereiche Handel, Wartung und Reparatur von Gütern und Entsorgung.
Tab: Beschäftigte in umweltorientierten Dienstleistungen 2017
Quelle: Edler et al. Tabelle als PDF
 

Nach vorsichtiger Erholung zuletzt wieder Rückgänge bei den EE-Beschäftigten

Für den Bereich der erneuerbaren Energien waren im Jahr 2017 in Deutschland rund 316.700 Personen aufgrund der Nutzung erneuerbarer Energien beschäftigt. Langfristig betrachtet hat sich die Anzahl der Beschäftigten gegenüber 2000 ungefähr verdreifacht. Nach 2011 ging die Beschäftigung jedoch deutlich zurück. Diese negative Entwicklung war fast ausschließlich auf die Solarwirtschaft zurückzuführen, wo die Beschäftigung innerhalb von fünf Jahren um mehr als 111.000 Personen sank. Verantwortlich dafür war vor allem der starke Rückgang im wichtigsten Teilbereich der Solarwirtschaft, der Photovoltaik. Von 2015 auf 2016 entwickelte sich die Beschäftigung im Bereich erneuerbarer Energien erstmals wieder positiv. Dies war vor allem auf den Anstieg in der Windenergiebranche zurückzuführen. Hier lag die Beschäftigung mit 161.000 Personen zwischenzeitlich sogar höher als in der Solarwirtschaft im Spitzenjahr 2011. Von 2016 auf 2017 kam es erneut zu einem Rückgang der Beschäftigung im Bereich erneuerbarer Energien. Am stärksten war der Rückgang in der  Windenergiebranche (auf 135.100 Beschäftigte). Wesentlicher Treiber hierfür waren deutliche Einbußen im Außenhandel. Die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien (Biomasse , Wasserkraft, Geothermie) wiesen nur geringe Veränderungen auf (siehe Abb. „Beschäftigungswirkungen erneuerbarer Energien“).

Diagramm: Nach einem starken Anstieg seit 2000 war die Beschäftigung seit dem Jahr 2012 rückläufig, was auf die starken Rückgänge in der Solarenergie zurückzuführen war. Von 2015 auf 2016 gab es einen leichten Anstieg. Die meisten Arbeitsplätze entstanden in den Bereichen Windenergie und Biomasse. Von 2016 auf 2017 kam es zu einem erneuten Rückgang. Treiber war ein starker Rückgang in der Windenergie.
Beschäftigungswirkungen erneuerbarer Energien
Quelle: O'Sullivan u.a. Diagramm als PDF
 

Beschäftigungswirkungen der energetischen Gebäudesanierung

Zwischen den Jahren 2012 und 2014 zeigen die Schätzungen eine große Zunahme bei der energetischen Gebäudesanierung. Dieser Anstieg ist jedoch hauptsächlich in einer verbesserten Datenerfassung begründet: Bis zum Jahr 2012 wurde nur die Beschäftigung erfasst werden, die durch Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW ) angestoßen wurde. Auf Grund neu verfügbarer Daten kann seit 2014 die Beschäftigung für die energetische Gebäudesanierung insgesamt einbezogen werden. Inklusive der Beschäftigung in den vorgelagerten Produktionsbereichen, beispielsweise für die Produktion von Dämmmaterial, lag die Beschäftigung in diesem Bereich im Jahr 2017 bei 573.000 Personen. Davon entfallen rund 310.00 Beschäftigte auf die Bauwirtschaft. Das sind rund 12 % der insgesamt in der Bauwirtschaft arbeitenden Personen.

 

Stabile Beschäftigung durch die Nachfrage nach Umweltschutzgütern

Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen, Bund, Länder oder Kommunen in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Güter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Diese Arbeitsplätze werden in der Kategorie Nachfrage nach Umweltschutzgütern abgebildet. Die Anzahl der Beschäftigten in diesem Bereich betrug im Jahr 2017 365.000 Personen und hat sich im Zeitablauf nur wenig verändert.