Beschäftigung und Umweltschutz

Im Jahr 2012 waren in Deutschland erstmals mehr als zwei Mio. Personen im Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 5,2 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt. Deutlich zugenommen hat die Beschäftigung im Bereich der umweltschutzorientierten Dienstleistungen. Hier wird nun eine Beschäftigung in Höhe von 1,38 Mio. Personen geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

 

Aktuelle Ergebnisse und Entwicklung im Zeitablauf

Insgesamt waren im Jahr 2012 in Deutschland 2,2 Millionen (Mio.) Personen für den Umweltschutz tätig. Das sind 245.000 Personen (12,5 %) mehr als im Jahr 2010. Mit einem Anteil von 5,2 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger, in seiner Bedeutung stabiler Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt (siehe Abb. „Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz“).

Etliche Bereiche – wie zum Beispiel Ökotourismus, umweltorientierte Versicherungswirtschaft und produktintegrierter Umweltschutz – sind wegen mangelnder Daten nach wie vor nicht oder nur unzureichend erfasst. Die für 2012 geschätzte Zahl von 2,2 Mio. Beschäftigten ist daher als Untergrenze zu sehen.

Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen, Bund, Länder oder Kommunen in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Güter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Investitionen und Sachausgaben für den klassischen Umweltschutz schufen 2012 Arbeitsplätze für insgesamt 258.000 Beschäftigte, Investitionen für Wärmedämmung in Gebäuden weitere 69.000. Deutlich erhöhte sich die Beschäftigung im Bereich der umweltorientierten Dienstleistungen. Sie stieg um 210.000 auf 1,38 Mio. Personen im Jahr 2012. Das ist ein Anteil von rund 63 % an der gesamten erfassten Umweltschutzbeschäftigung. Dem Export von Umweltschutzgütern lassen sich 97.000 Arbeitsplätze zurechnen. Für den Bereich der erneuerbaren Energien liegen die derzeit aktuellsten Schätzungen für das Jahr 2014 vor. In diesem Jahr waren in Deutschland rund 350.000 Personen aufgrund der Nutzung erneuerbarer Energien beschäftigt (siehe Abb. „Erwerbstätige im Umweltschutz 2012“).

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Beschäftigung durch den Export von Umweltschutzgütern

Die Exporte von Waren und Dienstleistungen für den Umweltschutz sichern im Inland zunehmend Arbeitsplätze. Deutschland nimmt auf dem internationalen Markt für Umweltschutzgüter seit Jahren eine Spitzenposition ein und profitiert davon, dass dieser Markt dynamisch wächst. Im Jahr 2012 waren bereits 97.000 Personen durch den Export von Umweltschutzgütern beschäftigt, im Jahr 2010 waren es noch 78.000 Personen. Rechnet man die Arbeitsplätze durch den Export von Anlagen und Komponenten zur Nutzung erneuerbarer Energien hinzu, belief sich die Beschäftigung durch den Export von Umwelt- und Klimaschutzgütern auf insgesamt 191.000 Personen im Jahr 2012.

 

Dienstleistungen dominieren die Umweltschutzbeschäftigung

Das Gros aller Arbeitsplätze im Umweltschutz (63 %) entfiel im Jahr 2012 auf umweltorientierte Dienstleistungen. Das spiegelt die hohe Bedeutung der Dienstleistungen für die Umweltwirtschaft wider. Insgesamt gab es fast 1,4 Millionen Beschäftigte, die umweltorientierte Dienstleistungen erbrachten: zum Beispiel in Planungsbüros, bei Umweltschutzbehörden, im Handel mit Ökoprodukten und in der Umweltbildung. Die umweltorientierten Dienstleister verteilen sich aber auf alle Wirtschaftszweige, also auch auf solche, die laut amtlicher Statistik eigentlich dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind (siehe Tab. „Erwerbstätige in umweltorientierten Dienstleistungen 2012“).

Zwischen 2010 und 2012 hat die Anzahl der Beschäftigten, die umweltorientierte Dienstleistungen erbringen, um 18 % oder 210.000 Personen zugenommen. Aufgrund der Verfügbarkeit neuer Daten und den dadurch notwendigen methodischen Änderungen ist die für 2012 geschätzte Zahl mit den Schätzwerten für die Vorjahre jedoch nur bedingt vergleichbar. Gestiegen ist – gemessen auf einer methodisch vergleichbaren Basis – die Beschäftigung beispielsweise im ökologischen Landbau, im Bereich der Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Quellen oder in der Entsorgungswirtschaft.

Die größten Anteile entfallen auf die Dienstleistungen für Unternehmen und die Bereiche Handel, Wartung und Reparatur von Gütern und Entsorgung.
Tab: Erwerbstätige in umweltorientierten Dienstleistungen 2012
Quelle: Edler et al. Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Stark rückläufige Entwicklung in der Solarwirtschaft

Für den Bereich der erneuerbaren Energien liegen die derzeit aktuellsten Schätzungen für das Jahr 2014 vor. In diesem Jahr waren in Deutschland rund 350.000 Personen aufgrund der Nutzung erneuerbarer Energien beschäftigt. Langfristig betrachtet hat sich die Anzahl der Beschäftigten gegenüber 2004 mehr als verdoppelt. Im Vergleich zu 2012 ging die Beschäftigung jedoch deutlich zurück. Diese negative Entwicklung ist fast ausschließlich auf die Solarwirtschaft zurückzuführen, wo die Beschäftigung innerhalb von zwei Jahren um fast 65.000 Personen sank. Verantwortlich dafür war vor allem der starke Rückgang im wichtigsten Teilbereich der Solarwirtschaft, der Photovoltaik. Eine gegenteilige Entwicklung ist in der Windenergiebranche zu beobachten. Dort entstanden innerhalb von zwei Jahren rund 27.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien (Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) weisen im Vergleich dazu nur sehr geringe Veränderungen auf (siehe Abb. „Beschäftigungswirkungen erneuerbarer Energien“).

Nach einem starken Anstieg seit 2004 ist die Beschäftigung seit dem Jahr 2012 rückläufig, was auf die starken Rückgänge in der Solarenergie zurückzuführen ist. Die meisten Arbeitsplätze entstehen in den Bereichen Windenergie, und Biomasse.
Beschäftigungswirkungen erneuerbarer Energien
Quelle: O'Sullivan u.a. Diagramm als PDF