Indikator: Beschäftigte im Bereich Erneuerbare Energien

Nach einem starken Anstieg seit 2000 war die Beschäftigung seit dem Jahr 2012 rückläufig, was auf die starken Arbeitsplatzverluste in der Solarenergie zurückzuführen war. Von 2015 auf 2016 gab es einen leichten Anstieg. Die meisten Arbeitsplätze entstanden in den Bereichen Windenergie und Biomasse. Zwischen 2016 und 2019 kam es zu starken Rückgängen. zum Vergrößern anklicken
Anzahl der Beschäftigten im Bereich erneuerbare Energien
Quelle: https://www.erneuerbare-energien.de/EE/Redaktion/DE/Downloads/zeitreihe-der-beschaeftigungszahlen-seit-2000.html Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • 2019 arbeiteten 299.700 Menschen im Bereich erneuerbare Energien. Das sind knapp dreimal so viel wie im Jahr 2000.
  • Nach einem starken Beschäftigungswachstum bis 2011 zeigt sich seitdem ein deutlicher Rückgang.
  • Verantwortlich dafür war zunächst der weitgehende Zusammenbruch der heimischen Photovoltaikindustrie.
  • Seit 2017 geht auch die Produktion in der Windenergie stark zurück. Die wesentlichen Treiber sind Einbußen im Außenhandel und ungünstige Rahmenbedingungen im Inland.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die Nutzung erneuerbarer Energien – wie Wind, Sonne, Geothermie, Wasser und ⁠Biomasse⁠ – ist ein unverzichtbarer Beitrag für den ⁠Klimaschutz⁠ und zur Ressourcenschonung. Die Zunahme der Nutzung erneuerbarer Energien nutzt nicht nur dem Klimaschutz, sondern schafft auch Arbeitsplätze in Deutschland, vor allem wenn die Produktion der Anlagen im Inland stattfindet.

Der ⁠Indikator⁠ zeigt die Entwicklung der insgesamt im Bereich erneuerbarer Energien in Deutschland Beschäftigten: für Planungsaufgaben, für die Produktion und Wartung von Anlagen, für Verwaltung oder auch für Forschung, Entwicklung und Vermarktung. Werden erneuerbare Energien verstärkt genutzt, ist damit auch eine Verdrängung anderer Energieerzeugungssysteme wie Kohle, Öl und Gas und damit eine Verringerung an Arbeitsplätzen in anderen Wirtschaftsbereichen verbunden. Modellrechnungen und Szenarienanalysen zeigen jedoch, dass sich die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auch netto positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt (Oehlmann et al. 2019).

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Zwischen den Jahren 2000 und 2019 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich erneuerbarer Energien nahezu verdreifacht. Bis 2011 gab es eine starke Zunahme, seitdem hat sich die Beschäftigung im Bereich Erneuerbare Energien stetig verringert. Im Jahr 2019 waren es rund 299.700 Personen. Den größten Anteil macht inzwischen die ⁠Biomasse⁠ aus.

Verantwortlich für den Rückgang seit 2011 waren zunächst der Einbruch der inländischen Produktion im wichtigsten Teilbereich der Solarwirtschaft, der Photovoltaik. Sie wanderte zum größten Teil in andere Länder ab – vor allem nach China. Bei der Windenergie zeigte sich bis zum Jahr 2016 noch eine stetige positive Entwicklung. Im Jahr 2017 kam es jedoch zu einem starken Rückgang der Beschäftigten, der sich bis heute fortsetzt. Wesentliche Treiber hierfür sind deutliche Einbußen im Außenhandel sowie ein dramatischer Rückgang der neu installierten Windkraftanlagen im Inland. So sank die Netto-Leistung neu installierter Windenergieanlagen an Land von 4.891 MW im Jahr 2017 auf 2.273 MW im Jahr 2018 und nur noch 886 MW im Jahr 2019 (UBA 2020). Für das Jahr 2020 zeichnet sich eine leichte Erholung des Netto-Zubaus an neuen Windenergieanlagen an Land ab (UBA 2021). Die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien (Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) wiesen nur geringe Veränderungen der Beschäftigung auf.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Wie viele Beschäftigte im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt sind, lässt sich nicht einfach aus der Statistik ablesen. Hierfür wurden differenzierte Schätzmethoden u.a. auf Grundlage der Input Output Rechnung entwickelt. Die Methoden und die aktuellen Ergebnisse sind ausführlich beschrieben in einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (O‘Sullivan et al 2019).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Beschäftigung und Umweltschutz".