Umwelt- und Energiemanagementsysteme

Unternehmen, Behörden und andere Organisationen leisten mit dem Betrieb von Umwelt- und Energiemanagementsystemen einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. EMAS hat sich als anspruchsvollstes und effektives Instrument des Umweltmanagements bewährt. Es ergänzt die Umweltmanagementnorm ISO 14001 um mehr Transparenz und Rechtssicherheit und hat Schnittstellen zum Energiemanagement nach ISO 50001.

Inhaltsverzeichnis

 

Umwelt- und Energiemanagement in Deutschland – eine positive Bilanz

Organisationen in Deutschland stehen Umwelt- und Energiemanagementsystemen aufgeschlossen gegenüber. Für die Anzahl der EMAS-registrierten Standorte sowie der nach ISO 14001 und ISO 50001 zertifizierten Organisationen ist im Verlauf der letzten Jahre ein Anstieg zu verzeichnen. Im September 2018 waren in Deutschland rund 1 Millionen Menschen in EMAS-zertifizierten Organisationen beschäftigt.

 

„Eco-Management and Audit Scheme“ – EMAS

Im September 2018 waren 1.205 Organisationen an 2.202 Standorten EMAS registriert (siehe Abb. „Anzahl EMAS-registrierter Organisationen, Standorte und Beschäftigte“). Darunter befanden sich auch 57 Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung an 109 Standorten („EMAS-Registrierungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung in Deutschland“). Nach einem Rückgang zwischen den Jahren 2005 und 2012 hat sich die Anzahl der Organisationen inzwischen weitgehend stabilisiert. Auch die Zahl der registrierten EMAS-Standorte und die Zahl der in EMAS-Organisationen Beschäftigten sank zwischen 2005 und 2012 bzw. 2011. Seitdem sind beide Kennzahlen jedoch wieder gestiegen (Standorte +20 %, Beschäftigte +26 %). Bis 2030 sollen 5.000 Standorte nach EMAS validiert sein. Dies ist das Ziel der Bundesregierung in der neu aufgelegten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016 (pdf).

Betrachtet man die Verteilung nach Bundesländern, so zeigt sich: EMAS ist in Deutschland am weitesten in Baden-Württemberg (32 % der EMAS-Organisationen), Bayern (24 %) und Nordrhein-Westfahlen (9 %) verbreitet (siehe Tab. „EMAS-registrierte Unternehmen und Organisationen in Deutschland – Aufschlüsselung nach Bundesländern“). Der Großteil der EMAS-Organisationen sind Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

Im April 2018 erfüllten EU-weit 3.866 Organisationen an 9.004 Standorten die strengen EMAS-Anforderungen. Seit 2010 ist eine Teilnahme an EMAS auch für Organisationen und Standorte außerhalb der Europäischen Union möglich.

EMAS ist die englische Kurzbezeichnung für ein Umweltmanagement- und Auditsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung, die 1995 eingeführt wurde. Es zielt auf Unternehmen und seit dem Jahr 2001 auch auf Behörden sowie sonstige Organisationen, die ihre Umweltleistung systematisch und transparent verbessern wollen. Die aktuelle Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, die am 28.08.2017 durch die Verordnung (EU) Nr. 2017/1505 geändert wurde. EMAS-Organisationen erfüllen gleichzeitig alle Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001, gehen aber in wesentlichen Punkten darüber hinaus. EMAS umfasst auch die Energienutzung als bedeutenden Umweltaspekt. Daher sind für EMAS-Anwender nur wenige inhaltliche Anpassungen und Konkretisierungen erforderlich, um die Anwendung der 2011 veröffentlichten internationalen Energiemanagementsystemnorm ISO 50001 zu vollziehen. Umgekehrt kann ein Energiemanagementsystem auch als Einstieg zu einem alle Umweltaspekte umfassenden Umweltmanagementsystem nach EMAS sein.

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ISO 14001

Weltweit sind rund 363.000 Unternehmen und Organisationen jedweder Größe und Branche – von der kleinen Apotheke über große Industrieunternehmen bis hin zu staatlichen Behörden – nach der Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001 zertifiziert (siehe Abb. „Weltweiter Anstieg der ISO 14001-Zertifikate“). Zum Vergleich: Für die internationale Norm zum Qualitätsmanagement – ISO 9001 – bestehen rund 1,05 Millionen Zertifikate (Stand 2017).

In Deutschland haben rund 12.200 Organisationen ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 implementiert. Die europäische EMAS-Verordnung enthält die Inhalte der ISO 14001 an zentraler Stelle. Aus diesem Grund ist ein Großteil der EMAS-Organisationen auch nach ISO 14001 zertifiziert – ohne Mehraufwand. Im Gegenzug besitzen Organisationen mit einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 eine gute Ausgangsbasis, um an EMAS teilzunehmen.

Im Jahr 2017 gab es weltweit rund 363.000 gültige Zertifikate nach der internationalen Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001.
Weltweiter Anstieg der ISO 14001 Zertifikate
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

ISO 50001

Im Jahr 2017 gab es weltweit rund 23.000 gültige Zertifikate nach der internationalen Energiemanagementsystem-Norm ISO 50001. Ungefähr ein Drittel davon bestehen in Deutschland. Eine Reihe von EMAS-Organisationen hat auch ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt.

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