Umwelt- und Energiemanagementsysteme

Unternehmen, Behörden und andere Organisationen leisten mit dem Betrieb von Umwelt- und Energiemanagementsystemen einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. EMAS hat sich als anspruchsvollstes und effektives Instrument des Umweltmanagements bewährt. Es ergänzt die Umweltmanagementnorm ISO 14001 um mehr Transparenz und Rechtssicherheit und hat Schnittstellen zum Energiemanagement nach ISO 50001.

Inhaltsverzeichnis

 

Umwelt- und Energiemanagement in Deutschland – eine positive Bilanz

Organisationen in Deutschland stehen Umwelt- und Energiemanagementsystemen aufgeschlossen gegenüber. Für die Anzahl der EMAS-registrierten Standorte sowie der nach ISO 14001 und ISO 50001 zertifizierten Organisationen ist im Verlauf der letzten Jahre ein Anstieg zu verzeichnen. Im Dezember 2018 waren in Deutschland rund 930,000Personen in EMAS-registrierten Organisationen beschäftigt.

 

„Eco-Management and Audit Scheme“ – EMAS

Im Dezember 2018 waren 1.183 Organisationen und 2.167 Standorte in Deutschland EMAS registriert (siehe Abb. „Anzahl EMAS-registrierter Organisationen, Standorte und Beschäftigte“). Darunter befinden sich 6 deutsche Standorte von EMAS-Organisationen, die im europäischen Ausland registriert sind. Zusätzlich werden im deutschen EMAS-Register noch 5 Organisationen aus Drittländern (nicht-EU Ländern) und 59 Standorte deutscher Organisationen im Ausland geführt. Unter den EMAS-Registrierungen in Deutschland befanden sich auch 57 Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung an 108 Standorten (EMAS-Registrierungen im Bereich der öffentlichen Verwaltung in Deutschland).

Nach einem Rückgang zwischen den Jahren 2005 und 2012 und einer Stabilisierung bis 2017 hat sich die Anzahl der Organisationen im Jahr 2018 leicht rückläufig entwickelt. Dies kann auf die im September 2018 ausgelaufene Übergangsfrist zur Umsetzung der novellierten Anforderungen aus der EMAS-Verordnung zurückgeführt werden und ist vermutlich temporär. Die Zahl der registrierten EMAS-Standorte und die Zahl der in EMAS-Organisationen Beschäftigten sank zwischen 2005 und 2012 bzw. 2011. Seitdem sind beide Kennzahlen jedoch wieder gestiegen (Standorte +15 %, Beschäftigte +18 %). Bis 2030 sollen 5.000 Standorte nach EMAS validiert sein. Dies ist das Ziel der Bundesregierung in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Betrachtet man die Verteilung nach Bundesländern, so zeigt sich: EMAS ist in Deutschland am weitesten in Baden-Württemberg (31 % der EMAS-Organisationen), Bayern (24 %) und Nordrhein-Westfahlen (9 %) verbreitet (siehe Tab. „EMAS-registrierte Unternehmen und Organisationen in Deutschland – Aufschlüsselung nach Bundesländern“). Der Großteil der EMAS-Organisationen sind Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

Im September 2018 erfüllten EU-weit 3.814 Organisationen an 13.205 Standorten die strengen EMAS-Anforderungen. Seit 2010 ist eine Teilnahme an EMAS auch für Organisationen und Standorte außerhalb der Europäischen Union möglich.

EMAS ist die englische Kurzbezeichnung für ein Umweltmanagement- und Auditsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung, die 1995 eingeführt wurde. Es zielt auf Unternehmen und seit dem Jahr 2001 auch auf Behörden sowie sonstige Organisationen, die ihre Umweltleistung systematisch und transparent verbessern wollen. Die aktuelle Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, die durch die Verordnung (EU) Nr. 2017/1505 (Anhänge I bis III) und Verordnung (EU) Nr. 2018/2026 (Anhang IV) geändert wurde. EMAS-Organisationen erfüllen gleichzeitig alle Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001, gehen aber in wesentlichen Punkten darüber hinaus. EMAS umfasst auch die Energienutzung als bedeutenden Umweltaspekt. Daher sind für EMAS-Anwender nur wenige inhaltliche Anpassungen und Konkretisierungen erforderlich, um die Anwendung der 2011 veröffentlichten und 2018 novellierten internationalen Energiemanagementsystemnorm ISO 50001 zu vollziehen. Umgekehrt kann ein Energiemanagementsystem auch als Einstieg zu einem alle Umweltaspekte umfassenden Umweltmanagementsystem nach EMAS sein.

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ISO 14001

Weltweit sind rund 363.000 Unternehmen und Organisationen jedweder Größe und Branche – von der kleinen Apotheke über große Industrieunternehmen bis hin zu staatlichen Behörden – nach der Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001 zertifiziert (siehe Abb. „Weltweiter Anstieg der ISO 14001-Zertifikate“). Zum Vergleich: Für die internationale Norm zum Qualitätsmanagement – ISO 9001 – bestehen rund 1,05 Millionen Zertifikate (Stand 2017).

In Deutschland gab es 2017 rund 12.200 gültige Zertifikate nach der Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001. Die europäische EMAS-Verordnung enthält die Inhalte der ISO 14001 an zentraler Stelle. Aus diesem Grund ist ein Großteil der EMAS-Organisationen auch nach ISO 14001 zertifiziert – ohne Mehraufwand. Im Gegenzug besitzen Organisationen mit einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 eine gute Ausgangsbasis, um an EMAS teilzunehmen.

Im Jahr 2017 gab es weltweit rund 363.000 gültige Zertifikate nach der internationalen Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001.
Weltweiter Anstieg der ISO 14001 Zertifikate
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

ISO 50001

Im Jahr 2017 gab es weltweit rund 23.000 gültige Zertifikate nach der internationalen Energiemanagementsystem-Norm ISO 50001. Ungefähr ein Drittel davon bestehen in Deutschland. Eine Reihe von EMAS-Organisationen hat auch ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt.

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