Umwelt- und Energiemanagementsysteme

Unternehmen, Behörden und andere Organisationen leisten mit dem Betrieb von Umwelt- und Energiemanagementsystemen einen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften. EMAS hat sich als anspruchsvollstes und effektives Instrument des Umweltmanagements bewährt. Es ergänzt die Umweltmanagementnorm ISO 14001 um mehr Transparenz und Rechtssicherheit, und hat Schnittstellen zum Energiemanagement nach ISO 50001.

Inhaltsverzeichnis

 

Umwelt- und Energiemanagement in Deutschland – eine positive Bilanz

Organisationen in Deutschland stehen Umwelt- und Energiemanagementsystemen aufgeschlossen gegenüber. Für die Anzahl der EMAS-registrierten Standorte sowie der nach ISO 14001 und ISO 50001 zertifizierten Organisationen war im Verlauf der letzten Jahre ein Anstieg zu verzeichnen. Im Dezember 2019 waren in Deutschland rund eine Million Personen in EMAS-registrierten Organisationen beschäftigt.

 

„Eco-Management and Audit Scheme“ – EMAS

Im Dezember 2019 waren 1.150 Organisationen und 2.176 Standorte in Deutschland EMAS registriert (siehe Abb. „Anzahl EMAS-registrierter Organisationen, Standorte und Beschäftigte“). Darunter befinden sich 6 deutsche Standorte von EMAS-Organisationen, die im europäischen Ausland registriert sind. Das deutsche EMAS-Register führt zusätzlich noch 5 weitere Organisationen aus Drittländern (nicht-EU Ländern) und 58 Standorte deutscher Organisationen im Ausland, die in der Abbildung nicht berücksichtigt sind.

Nach einem Rückgang zwischen den Jahren 2005 und 2012 und einer Stabilisierung bis 2017 hat sich die Anzahl der Organisationen in den Jahren 2018 und 2019 leicht rückläufig entwickelt. Die Zahl der registrierten EMAS-Standorte und die Zahl der in EMAS-Organisationen Beschäftigten sank zwischen 2005 und 2012 bzw. 2011. Seitdem sind beide Kennzahlen jedoch wieder gestiegen (Standorte +19 % in Bezug auf 2012, Beschäftigte +29 % in Bezug auf 2011). Im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2017 mit 2.233 Standorten, war in 2019 ein Rückgang von 57 Standorten zu verzeichnen. Bis 2030 sollen 5.000 Standorte nach EMAS validiert sein. Dies ist das Ziel der Bundesregierung in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Betrachtet man die Verteilung nach Bundesländern, so zeigt sich: EMAS ist in Deutschland zahlenmäßig am weitesten in Baden-Württemberg (30 % der EMAS-Organisationen), Bayern (25 %) und Nordrhein-Westfahlen (9 %) verbreitet (siehe Tab. „EMAS-registrierte Unternehmen und Organisationen in Deutschland – Aufschlüsselung nach Bundesländern“). Der Großteil der EMAS-Organisationen sind Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

Im September 2019 erfüllten EU-weit 3.694 Organisationen an 12.664 Standorten die strengen EMAS-Anforderungen. Seit 2010 ist eine Teilnahme an EMAS auch für Organisationen und Standorte außerhalb der Europäischen Union möglich.

EMAS ist die englische Kurzbezeichnung für ein Umweltmanagement- und Auditsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung, die 1995 eingeführt wurde. Es zielt auf Unternehmen und seit dem Jahr 2001 auch auf Behörden sowie sonstige Organisationen, die ihre Umweltleistung systematisch und transparent verbessern wollen. Die aktuelle Rechtsgrundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, die durch die Verordnung (EU) Nr. 2017/1505 (Anhänge I bis III) und Verordnung (EU) Nr. 2018/2026 (Anhang IV) geändert wurde. EMAS-Organisationen erfüllen gleichzeitig alle Anforderungen der Umweltmanagementnorm ISO 14001, gehen aber in wesentlichen Punkten darüber hinaus. EMAS umfasst auch die Energienutzung als bedeutenden Umweltaspekt. Daher sind für EMAS-Anwender nur wenige inhaltliche Anpassungen und Konkretisierungen erforderlich, um die Anwendung der 2011 veröffentlichten und 2018 novellierten internationalen Energiemanagementsystemnorm ISO 50001 zu vollziehen. Umgekehrt kann ein Energiemanagementsystem auch als Einstieg zu einem alle Umweltaspekte umfassenden Umweltmanagementsystem nach EMAS sein.

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ISO 14001

Weltweit sind nach einer Umfrage der ISO rund 307.000 Unternehmen und Organisationen jedweder Größe und Branche – von der kleinen Apotheke über große Industrieunternehmen bis hin zu staatlichen Behörden – nach der Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001 zertifiziert (siehe Abb. „Weltweite Anzahl an ISO 14001-Zertifikaten“). Zum Vergleich: Für die internationale Norm zum Qualitätsmanagement – ISO 9001 – bestehen rund 880.000 Zertifikate (Stand 2018).

Die Anzahl der gültigen Zertifikate ist im Jahr 2018 signifikant niedriger als in den Vorjahren. Dies ist durch eine methodische Berichtigung in der ISO-Umfrage begründet. In den Vorjahren berichteten einige große Zertifizierungsgesellschaften eine zu hohe Zahl an Zertifikaten, da auch die Standorte einbezogen wurden. Dies wurde nun durch eine explizitere Trennung von Zertifikaten und Standorten im Umfragebogen berichtigt. Zudem ist die Umfrage für die Zertifizierungsgesellschaften freiwillig, so dass nicht alle Zertifikate erfasst werden.  

Diese Korrektur ist insbesondere für Deutschland relevant: Laut aktueller ISO-Umfrageergebnisse gab es in Deutschland im Jahr 2018 rund 8.000 gültige ISO 14001-Zertifikate. Im Jahr 2017 zählte die Umfrage noch rund 12.200 Zertifikate.

Die europäische EMAS-Verordnung enthält die Inhalte der ISO 14001 an zentraler Stelle. Aus diesem Grund ist ein Großteil der EMAS-Organisationen auch nach ISO 14001 zertifiziert – ohne Mehraufwand. Im Gegenzug besitzen Organisationen mit einem Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 eine gute Ausgangsbasis, um an EMAS teilzunehmen.

Im Jahr 2017 gab es weltweit rund 363.000 gültige Zertifikate nach der internationalen Umweltmanagementsystem-Norm ISO 14001. Nach Methodenwechsel gab es 2018 rund 307.000.
Weltweite Anzahl an ISO 14001 Zertifikaten
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

ISO 50001

Für die internationale Energiemanagementsystem-Norm ISO 50001 erfasst die ISO-Umfrage im Jahr 2018 weltweit rund 18.000 gültige Zertifikate. Ungefähr ein Drittel davon, rund 6.250 Zertifikate an ca. 14.750 Standorten, bestehen in Deutschland. Eine Reihe von EMAS-Organisationen hat auch ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt.

Die im Abschnitt zur ISO 14001 beschrieben methodischen Änderungen in der ISO-Umfrage betreffen auch die Zahl der gültigen ISO 50001 Zertifikate.

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