Altfahrzeugverwertung und Fahrzeugverbleib

Über 47 Millionen Autos rollen über deutsche Straßen. Während im Jahr 2017 rund 2,4 Millionen Fahrzeuge als Gebrauchtwagen exportiert wurden, fielen gut 500.000 als Altfahrzeuge an. Die Altfahrzeuge werden demontiert und anschließend geschreddert. Im Jahr 2017 wurden 98,4 % der Altfahrzeugmasse verwertet, davon 89,5 % stofflich.

Inhaltsverzeichnis

 

Rund eine halbe Million Altfahrzeuge jährlich

Zu den Altfahrzeugen laut Altfahrzeugverordnung zählen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Fahrzeuge der Klassen M1 und N1). Im Jahr 2017 fielen 510.307 Altfahrzeuge zur Verwertung in Deutschland an, von denen 506.531 aus Deutschland stammten. Im Vergleich zum Vorjahr 2016 (412.801 Altfahrzeuge) erhöhte sich die Anzahl der (im Inland angefallenen) Altfahrzeuge um rund 20 %, was möglicherweise teilweise im Zusammenhang mit Umtauschprämien für ältere Dieselfahrzeuge steht.

Die Anzahl der in Deutschland angefallenen Altfahrzeuge schwankt seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2004 rund um die Halbmillionen-Marke, mit dem Ausnahmejahr 2009 der Umweltprämie, umgangssprachlich auch Abwrackprämie genannt, als 1,78 Millionen (Mio.) Altfahrzeuge anfielen (siehe Abb. „Anzahl der Altfahrzeuge zur Verwertung in Deutschland“). Datenbasis sind die Abfallstatistiken aller rund 1.300 Altfahrzeugverwerter, die über die statistischen Landesämter und das Statistische Bundesamt erfasst werden.

Nach Angaben der GESA, der Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge, gab es Mitte 2017 1.219 Altfahrzeug-Demontagebetriebe, 44 Schredderanlagen und 24 sonstige Anlagen zur weiteren Behandlung mit einer Anerkennung nach der Altfahrzeugverordnung. Von diesen nahmen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2017 1.151 Demontagebetriebe Altfahrzeuge sowie 49 Schredder- und sonstige Anlagen Restkarossen zur Behandlung an (siehe Abb. „Anzahl der anerkannten Altfahrzeugverwertungsbetriebe 2006 bis 2017“).

Nur ein Teil der jährlich rund 3 Mio. endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) fällt als Altfahrzeuge an. Rund 2,4 Mio. Fahrzeuge wurden 2017 als Gebrauchtfahrzeuge exportiert, siehe Abschnitt „Verbleib von endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeugen“. Das durchschnittliche Gewicht der Altfahrzeuge betrug 2017 1.047 kg. Die anfallenden Altfahrzeuge werden in Demontagebetrieben und Schredderanlagen verwertet. Dabei werden in Deutschland die EU-weit vorgegebenen Recycling- und Verwertungsquoten stets eingehalten, siehe Abschnitt „Steigende Altfahrzeug-Verwertungsquoten“ und die ausführlichen Berichte auf der Altfahrzeug-Seite des BMU.

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Verbleib von endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeugen

Endgültige Außerbetriebsetzungen

Nach Zählungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) betrug der Bestand der Kraftfahrzeuge (Kfz) mit amtlichen Kennzeichen am 1. Januar 2019 in Deutschland 57,3 Mio., davon 47,1 Mio. Personenkraftwagen (Pkw). Jährlich werden knapp 10 Mio. Kfz vorübergehend oder endgültig außer Betrieb gesetzt, in den Jahren 2017 bzw. 2018 waren es je 9,8 Mio. Kfz, davon je 8,6 Mio. Pkw (KBA 2019) und 0,4 Mio. leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen (KBA 2018).

Statistische Angaben zur Anzahl der endgültigen Außerbetriebsetzungen existieren nicht. Daher bestimmte das KBA im Jahr 2018 den Anteil der endgültigen Stilllegungen an allen Außerbetriebsetzungen durch eine umfassende statistische Auswertung erneut und aktualisierte damit die bisher verwendeten Stilllegungsquoten. Die KBA-Daten der Außerbetriebsetzungen der Jahre 2013 und 2017 ergaben, dass von der Anzahl aller Außerbetriebsetzungen zunächst rund 4 % (M1-Kfz) bzw. rund 3,5 % (N1-Kfz) abgezogen werden müssen für mehrfach innerhalb des Jahres 2017 außer Betrieb gesetzte Kraftfahrzeuge. Dies ergibt die Anzahl der in dem Jahr außer Betrieb gesetzten Kraftfahrzeuge. Diese Anzahl ist mit den aktualisierten Stilllegungsquoten von 34,1 % (M1-Kfz) bzw. 40,2 % (N1-Kfz) zu multiplizieren. Für das Jahr 2017 ergeben sich somit rund 2,98 Mio. endgültig stillgelegte Pkw (M1-Kfz) und leichte Nutzfahrzeuge (N1-Kfz).

Die Stilllegungsquoten wurden nicht direkt für die Außerbetriebsetzungen des Jahres 2017 ermittelt, da diese über einen längeren Zeitraum im Zentralen Fahrzeugregister z.B. hinsichtlich eventueller Fahrzeug-Wiederanmeldungen nachzuverfolgen sind. Daher wurde die Auswertung der Außerbetriebsetzungen für das Basisjahr 2013 durchgeführt.

Im Jahr 2017 stiegen gegenüber 2016 gleichzeitig sowohl der Altfahrzeuganfall als auch die Gebrauchtfahrzeugexporte um insgesamt rund 470.000 (siehe Abschnitte oben „Rund eine halbe Million Altfahrzeuge jährlich“ und unten „Fahrzeugverbleib“), während die Zahl aller Außerbetriebsetzungen lediglich um rund 100.000 anstieg. Bei diesem relativ hohen Anteil der verwerteten und exportierten Fahrzeuge wäre entsprechend eine höhere Stilllegungsquote plausibel, sodass die Zahl der endgültigen Außerbetriebsetzungen 2017 wahrscheinlich tatsächlich oberhalb der 3-Millionen-Marke lag.

Fahrzeugverbleib

Aus den Statistiken des Statistischen Bundesamtes und des KBA lässt sich der Verbleib der endgültig stillgelegten Kraftfahrzeuge zum großen Teil verfolgen (siehe Abb. „Verbleib der endgültig stillgelegten Fahrzeuge in Deutschland 2016“ und Abb. „Verbleib der endgültig stillgelegten Fahrzeuge in Deutschland 2017“).

Der weitaus größte Teil der in Deutschland endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge wurde 2016 und 2017 als Gebrauchtfahrzeuge exportiert. Der Großteil davon wurde in anderen EU-Staaten wieder in Betrieb gesetzt. Nach Daten des KBA wurden im Jahr 2016 1,42 Mio. und 2017 1,99 Mio. Fahrzeuge in anderen EU-Staaten wieder zugelassen. Da die vorliegenden statistischen Daten als nicht vollständig zur Abbildung der tatsächlichen Gebrauchtfahrzeugexporte eingeschätzt werden, wurden qualifizierte Zuschätzungen von weiteren 370.000 bzw. 150.000 Gebrauchtfahrzeugen vorgenommen. Rund 260.000 bzw. 280.000 Fahrzeuge, also lediglich rund 9 % der endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge, wurden als Gebrauchtfahrzeuge ins Nicht-EU-Ausland exportiert (Außenhandelsstatistik plus Zuschätzung, vergleiche die deutschen Altfahrzeug-Jahresberichte für 2016 und 2017, Abbildung 3). Nach Westafrika wurden gemäß Außenhandelsstatistik rund 63.000 Gebrauchtfahrzeuge exportiert.

0,41 Mio. (2016) bzw. 0,51 Mio. (2017) oder 14 % bzw. 17 % der endgültig außer Betrieb gesetzten Kraftfahrzeuge wurden als Altfahrzeuge verwertet, siehe Abschnitt „Rund eine halbe Million Altfahrzeuge jährlich“. Ein Export von Altfahrzeugen, die der Altfahrzeugverordnung unterfallen, fand entsprechend der Abfallexportstatistik im Jahr 2017 nicht statt. Bei den exportierten „Altfahrzeugen“ (Abfallschlüssel 160104*) handelte es sich um Schiffe.

Während im Jahr 2016 der Verbleib von rund 430.000 der 2,88 Mio. endgültig stillgelegten Fahrzeuge statistisch nicht belegt war, verringerte sich diese „statistische Lücke“ 2017 auf rund 60.000 Fahrzeuge der 2,98 Mio. endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge. Dieser starke Rückgang dürfte überwiegend auf rechnerische Effekte und nicht auf eine substanzielle Änderung der Situation zurückzuführen sein. Für den Fall, dass die Stilllegungsquoten im Jahr 2017, wie im Abschnitt „Endgültige Außerbetriebsetzungen“ diskutiert, höher als im Basisjahr 2013 lagen, würde mit der höheren Anzahl der endgültigen Außerbetriebsetzungen in gleichem Maße der "sonstige, statistisch nicht belegte Fahrzeugverbleib" höher als errechnet ausfallen.

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Altfahrzeug-Verwertungsquoten

Die ausführlichen deutschen Jahresberichte über die Altfahrzeug-Verwertungsquoten seit 2008, die das Umweltbundesamt jährlich auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes und eigener Berechnungen ermittelt, sind auf der Altfahrzeug-Seite des BMU auf Deutsch und Englisch veröffentlicht.

Bislang wurden die gesetzlich von der EU geforderten Verwertungsziele für Altfahrzeuge in Deutschland seit 2006 durchgängig übertroffen. Seit 2010 werden bereits die höheren Verwertungsziele erreicht, die seit 2015 gelten. Für das Jahr 2017 liegt die Altfahrzeug-Verwertungsquote bei 98,4 Gewichtsprozent (Gew.-%), die Recyclingquote (inklusive Wiederverwendung von Ersatzteilen) bei 89,5 Gew.-%.

Die Verwertungsquote beinhaltet neben dem stofflichen Recycling der Materialien der Altfahrzeuge auch die energetische Verwertung, zum Beispiel die Abfallverbrennung zur Energieerzeugung. Durch den „Aufstau“ von Altfahrzeugen im Jahr der Abwrackprämie 2009 gaben die Quoten in diesem Jahr etwas nach und stiegen 2010 durch die zusätzliche zeitversetzte Verwertung im Zuge des Lagerabbaus stark an. Dadurch ergeben sich von 2010 bis 2014 rechnerische Verwertungsquoten von über 100 % (siehe Abb. „Altfahrzeug-Verwertungsquoten Deutschland 2004 bis 2017“). Rechnet man die Wirkungen und Nachwirkungen der Abwrackprämie heraus, liegen die Altfahrzeugverwertungsquoten seit 2010 zwischen 96 % und knapp 100 % und die Altfahrzeugrecyclingquoten seit 2007 zwischen 88 % und 89 % (siehe Abb. „Altfahrzeug-Verwertungsquoten Deutschland 2004 bis 2017, für 2009 bis 2014 bereinigt um die Effekte der Abwrackprämie von 2009“).

Rechtliche Quotenvorgaben

Die EG-Altfahrzeug-Richtlinie und die deutsche Altfahrzeug-Verordnung fordern seit 2015, dass mindestens 95 Gewichtsprozent (Gew.-%), bezogen auf das Leergewicht aller Altfahrzeuge, wieder verwendet oder verwertet werden. Davon sind mindestens 85 Gew.-% wieder zu verwenden oder stofflich zu verwerten, also zu recyceln. In den Jahren 2006 bis 2014 lagen die geforderten Quoten bei 85 Gew.-%für Wiederverwendung und Verwertung und bei 80 Gew.-% für die Wiederverwendung und stoffliche Verwertung.

Altfahrzeugverwertung in der EU

Auf der Seite von Eurostat veröffentlicht die EU-Kommission die Altfahrzeugmengen und -verwertungsquoten aller EU-Staaten. Im Jahr 2016 fielen die meisten Altfahrzeuge in der EU in Großbritannien (1,1 Mio.) an, gefolgt von Frankreich (1,0 Mio.), Italien (980.000) und Spanien (610.000). Danach folgte Deutschland mit rund 410.000 Altfahrzeugen auf Platz fünf (2017: rund 510.000). Der Altfahrzeuganfall in Polen hat sich seit 2006 nahezu vervierfacht, sodass in Polen im Jahr 2015 mit 480.000 Altfahrzeugen erstmals mehr Altfahrzeuge anfielen als in Deutschland (2015: 470.000). Für 2016 meldete Polen 380.000 Altfahrzeuge. Während die EU-Mitgliedstaaten mit wenigen Ausnahmen im Jahr 2016 die Mindest-Recyclingquote von 85 % erreichten, wurde die Mindest-Verwertungsquote von 95 % nur in etwa der Hälfte der EU-Mitgliedstaaten erreicht.

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Beitrag der Demontagebetriebe für Altfahrzeuge

Von den 1.219 im Jahr 2017 (Stichtag 30.06.) anerkannten Demontagebetrieben nahmen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2017 1.151 Betriebe Altfahrzeuge an. Diese demontierten 2017 gemäß der Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes 15,2 % des Leergewichts der behandelten Altfahrzeuge zur Gewinnung von Ersatzteilen oder verwertbaren Materialien. 10,2 Prozentpunkte waren metallische Komponenten wie Katalysatoren, Motoren, Getriebe, 5,0 Prozentpunkte nichtmetallische Bauteile und Werkstoffe wie Reifen, Ersatzteile und Betriebsflüssigkeiten. Diese Teile wurden erneut verwendet oder verwertet, meist stofflich. Pro Altfahrzeug wurden gemäß Abfallstatistik lediglich 2,0 kg Glas und 2,1 kg Kunststoffteile demontiert (siehe Abb. „Verwertung demontierter Werkstoffe aus Altfahrzeugen in Deutschland 2017“). Bezogen auf die angefallenen 506.531 Altfahrzeuge trugen die demontierten nichtmetallischen Bauteile im Jahr 2017 lediglich 5,0 % zur Verwertungs- und 3,8 % zur Recyclingquote bei.

Diagramm: 2017 wurden pro Altfahrzeug im Durchschnitt 160 kg Werkstoffe demontiert, davon zwei Drittel metallische und ein Drittel nichtmetallische Fraktionen. Es wurden 29 kg Reifen und 6 kg Betriebsflüssigkeiten, aber nur 2 kg Kunststoff und 2 kg Glas entnommen.
Verwertung demontierter Werkstoffe aus Altfahrzeugen in Deutschland 2017
Quelle: Statistisches Bundesamt / Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Beitrag der Schredderanlagen und Postschreddertechniken

Nach der Demontage werden die entfrachteten Restkarossen in anerkannten Schredderanlagen behandelt. Im Jahr 2017 (Stichtag 30.06.) gab es nach Angaben der Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge der Länder (GESA) 44 anerkannte Schredderanlagen und 24 anerkannte sonstige Anlagen, von denen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 49 Anlagen 592.249 Restkarossen (davon 557.904 aus dem Inland) zur Behandlung annahmen. Die Restkarossen machten rund 13 % des Metallschrottinputs der 49 Anlagen aus (siehe Abb. „Input in Schredderanlagen in Deutschland 2017“).

Beim Zerkleinern der Restkarossen und weiterer Schrotte entstehen drei Fraktionen:

  • Der Schredderschrott, die größte Fraktion, besteht aus Eisen und Stahl.
  • Der buntmetallhaltige Schredderschrott (Schredderschwerfraktion) enthält unter anderem Aluminium, Kupfer und Edelstahl.
  • Die Schredderleichtfraktion ist ein teilweise schadstoffhaltiges Gemisch aus Kunststoffen, Gummi, Glas, Restmetallen und weiteren Materialien.
Diagramm: Im Jahr 2017 behandelten die 49 Schredderanlagen mit Restkarossen im Input insgesamt rund 3,70 Millionen Tonnen Metallschrotte. 74 Prozent entfiel auf Eisen- und Stahlschrott, 13 Prozent auf Restkarossen und knapp 5 Prozent auf Elektroaltgeräte.
Input in Schredderanlagen in Deutschland 2017
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Metallverwertung

Die Metallfraktionen aus der Demontage und dem Zerkleinern im Schredder trugen mit 74,7 % den größten Anteil zu den Recycling- und Verwertungsquoten bei. Der verwertete Metallgehalt wird ermittelt auf Grundlage von Informationen der Fahrzeughersteller und eines Schredderversuchs:

  • Nach Angaben der deutschen und internationalen Fahrzeughersteller betrug der Metallgehalt der Pkw-Neuzulassungen des Jahres 2000 im Mittel 75,5 %. Bei einem durchschnittlichen Altfahrzeugalter von etwa 17 bis 18 Jahren fallen diese Fahrzeuge durchschnittlich in den Jahren 2017/2018 als Altfahrzeuge zur Verwertung an.
  • In einem 2016 durchgeführten Restkarossen-Schredderversuch wurde gezeigt, dass mindestens 99 % dieses Metallanteils verwertet werden. Dieser Wert wird daher für die Berechnung der Metallverwertungsquote benutzt und ersetzt die zuvor benutzte Annahme von 98 % Metallverwertung.

Die Altfahrzeugverteilung nach Hersteller im Schredderversuch von 2016 zeigt, dass insbesondere Altfahrzeuge der Marken Audi, BMW und Mercedes im Verhältnis zu den Zulassungszahlen 15 Jahre zuvor selten zur Verwertung anfallen (siehe Abb. „Altfahrzeugverteilung nach Herstellern im Schredderversuch 2016“). Das liegt wahrscheinlich daran, dass ein Großteil der hochwertigen Fahrzeuge als Gebrauchtwagen exportiert wird und nicht in Deutschland zur Verwertung anfällt.

Diagramm: Im UBA-Schredderversuch aus dem Jahr 2016 stammten 58 Prozent der 425 Altfahrzeuge von Ford, Opel, Renault und Volkswagen. Altfahrzeuge von Daimler, Audi, BMW und VW fanden sich im Schredderversuch viel seltener als in den Neuzulassungen von vor 15 Jahren.
Altfahrzeugverteilung nach Herstellern im Schredderversuch 2016
Quelle: Sander et al. / Kraftfahrt-Bundesamt Diagramm als PDF
 

Verwertung der Schredderleichtfraktion

Im Jahr 2017 fielen in den 49 Schredder- und sonstigen Anlagen rund 390.000 t Schredderleichtfraktion an, ca. 98.800 t davon aus der Altfahrzeugverwertung. Unter diesem Begriff zusammengefasst wurden hierfür neben den Abfallschlüsseln der Schredderleichtfraktion (19 10 03* und 19 10 04) auch weitere Abfallschlüssel, die für Schredderrückstände aus Altfahrzeugen verwendet werden: Mineralien (Abfallschlüssel 19 12 09) und brennbare Abfälle (Abfallschlüssel 19 12 10). Zu den rund 100.700 t nichtmetallischen Schredderrückständen, die 2017 aus Restkarossen stammten, gehören außerdem ca. 1.900 t im Schredder gewonnene Kunststofffraktionen aus Restkarossen (Abfallschlüssel 16 01 19 und 19 12 04).

Während in Deutschland im Jahr 2004 noch 90 % der Schredderleichtfraktion beseitigt wurden, stieg der verwertete Anteil von Jahr zu Jahr kontinuierlich, sodass im Jahr 2013 lediglich noch 4 % beseitigt wurde. Dieser Rückgang ist unter anderem begründet durch das Deponieverbot für unvorbehandelte heizwertreiche Abfälle 2005 und 2009. Im Jahr 2017 wurden 8 % der Schredderleichtfraktion beseitigt. Aktuell werden 54 % der Schredderleichtfraktion (19 10 03*, 19 10 04, 19 12 09, 19 12 10) aus den 49 Schredder- und sonstigen Anlagen zur Altfahrzeugbehandlung stofflich verwertet, meist als mineralreiche Fraktion im Bergversatz und Deponiebau. 38 % wurden 2017 energetisch in Müllverbrennungsanlagen oder als Ersatzbrennstoff verwertet (siehe Abb. „Entsorgung der Schredderleichtfraktion aus den Schredderanlagen mit Restkarosserieverwertung“). Die Verwertung der nichtmetallischen Schredderrückstände (Schredderleichtfraktion und separierte Kunststofffraktionen) trug im Jahr 2017 17,4 % zur Verwertungsquote bzw. 10,4 % zur Recyclingquote bei.

Diagramm: In den Schredderanlagen fallen jährlich rund 400 bis 500 Tausend Tonnen Schredderleichtfraktion an. Zwischen 2004 und 2017 ging die Beseitigung von 90 auf 8 Prozent zurück. 2017 wurden 54 Prozent stofflich und 38 Prozent energetisch verwertet.
Entsorgung der Schredderleichtfraktion aus den Schredderanlagen mit Restkarosserieverwertung
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF