Altfahrzeugverwertung und Fahrzeugverbleib

Rund 50 Millionen Autos rollen über deutsche Straßen. Während im Jahr 2018 rund 2,4 Millionen Fahrzeuge als Gebrauchtwagen exportiert wurden, fielen rund 560.000 als Altfahrzeuge an. Die Altfahrzeuge werden demontiert und anschließend geschreddert. Im Jahr 2018 wurden 95,7 % der Altfahrzeugmasse verwertet, davon 87,1 % stofflich.

Inhaltsverzeichnis

 

2018: 36 % mehr Altfahrzeuge als 2016

Zu den Altfahrzeugen laut Altfahrzeugverordnung zählen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Fahrzeuge der Klassen M1 und N1). Im Jahr 2018 fielen 565.033 Altfahrzeuge zur Verwertung in Deutschland an, von denen 560.455 Stück (595.761 Tonnen) aus Deutschland stammten. Dies bedeutete den höchsten Wert nach dem Ausnahmejahr der Abwrackprämie 2009 und einen Anstieg um 36 % im Vergleich zu 2016 (412.801 Altfahrzeuge), dem Jahr mit dem bisher niedrigsten Altfahrzeugaufkommen seit Beginn der statistischen Erhebungen im Jahr 2004 (siehe Abb. „Anzahl der Altfahrzeuge zur Verwertung in Deutschland“). Datenbasis sind die Abfallstatistiken aller rund 1.150 Altfahrzeugverwerter, die über die statistischen Landesämter und das Statistische Bundesamt erfasst werden. Der starke Anstieg dürfte teilweise auf die Umtauschprämien für ältere Dieselfahrzeuge zurückzuführen sein, die mehrere Hersteller seit August 2017 angeboten haben.

Nach Angaben der GESA, der Gemeinsamen Stelle Altfahrzeuge, gab es Mitte 2017 1.219 Altfahrzeug-Demontagebetriebe, 44 Schredderanlagen und 24 sonstige Anlagen zur weiteren Behandlung mit einer Anerkennung nach der Altfahrzeugverordnung. Von allen anerkannten Betrieben nahmen nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Jahr 2018 1.154 Demontagebetriebe Altfahrzeuge sowie 48 Schredder- und sonstige Anlagen Restkarossen zur Behandlung an (siehe Abb. „Anzahl der anerkannten Altfahrzeugverwertungsbetriebe 2006 bis 2017“).

Nur ein Teil der jährlich rund 3 Mio. endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge) fällt als Altfahrzeuge an. Rund 2,4 Mio. Fahrzeuge wurden 2018 als Gebrauchtfahrzeuge exportiert, siehe Abschnitt „Verbleib von endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeugen“. Das durchschnittliche Gewicht der 560.455 Altfahrzeuge betrug 2018 1.063 kg. Die anfallenden Altfahrzeuge werden in Demontagebetrieben und Schredderanlagen verwertet. Dabei werden in Deutschland die EU-weit vorgegebenen Recycling- und Verwertungsquoten stets eingehalten; siehe Abschnitt „Steigende Altfahrzeug-Verwertungsquoten“ und die ausführlichen Altfahrzeug-Jahresberichte auf der Seite des BMU.

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Verbleib von endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeugen

Endgültige Außerbetriebsetzungen

Nach Zählungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) betrug der Bestand der Kraftfahrzeuge (Kfz) mit amtlichen Kennzeichen am 1. Januar 2020 in Deutschland 58,2 Mio., davon 47,7 Mio. Personenkraftwagen (Pkw). Jährlich werden rund 10 Mio. Kfz vorübergehend oder endgültig außer Betrieb gesetzt, im Jahr 2018 waren es 9,8 Mio. Kfz (2019: 10,1 Mio. Kfz), davon 8,6 Mio. Pkw (2019: 8,9 Mio. Pkw) (KBA 2020) und 0,4 Mio. leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen (KBA 2020).

Die Anzahl der endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge ist relevant für die Bestimmung des Umfangs der statistischen Lücke des unbekannten Fahrzeugverbleibs. Statistische Angaben zur Anzahl der endgültigen Außerbetriebsetzungen existieren nicht. Daher bestimmte das KBA im Jahr 2018 den Anteil der endgültigen Stilllegungen an allen Außerbetriebsetzungen durch eine umfassende statistische Auswertung. Danach machten die mehrfach innerhalb eines Jahres außer Betrieb gesetzten Kraftfahrzeuge rund 4 % (M1-Kfz) bzw. rund 3,5 % (N1-Kfz) der Anzahl aller Außerbetriebsetzungen der Jahre 2013 bzw. 2017 aus. Rechnet man diese heraus und multipliziert die Anzahl der in einem Jahr außer Betrieb gesetzten Kraftfahrzeuge mit den Stilllegungsquoten von 34,1 % (M1-Kfz) bzw. 40,2 % (N1-Kfz) (bestimmt auf Basis der Außerbetriebsetzungen des Jahres 2013), ergeben sich für das Jahr 2018 rund 2,99 Mio. endgültig stillgelegte Pkw (M1-Kfz) und leichte Nutzfahrzeuge (N1-Kfz). Jedoch ist es aufgrund der Diesel-Umtauschprämien in den Jahren 2017 und 2018 zu Sondereffekten gekommen, die aller Wahrscheinlichkeit nach einen im Vergleich zu 2013 erhöhten Anteil an endgültigen Außerbetriebsetzungen bewirkt haben.

Daher wurde eine Abschätzung für die erhöhte Anzahl der endgültigen Außerbetriebsetzungen vorgenommen. Sie basiert auf der Beobachtung, dass sich in den Jahren 2017 und 2018 der Bestand an Diesel-Pkw der Abgasnormen Euro 5 und schlechter durch die finanziellen Anreize der Umtauschprämien zusätzlich zu dem ansonsten zu erwartenden Bestandsrückgang verringerte: gemessen am Bestandsrückgang im Vergleichsjahr 2016 ging der Bestand der Diesel-Pkw Euro 1 bis 5 im Jahr 2017 um rund 260.000 und im Jahr 2018 um rund 250.000 Fahrzeuge stärker zurück; siehe auch Abschätzung des VDIK. Vereinfacht wird angenommen, dass es sich bei dem gesamten zusätzlichen Bestandsrückgang um zusätzliche endgültige Stilllegungen handelt. Somit wird geschätzt, dass es im Jahr 2018 insgesamt etwa 3,24 Millionen (2,99 Millionen + 0,25 Millionen) endgültige Stilllegungen gab. Da es sich um eine vereinfachte Annahme handelt, ist der Wert mit einer Unsicherheit behaftet.

Fahrzeugverbleib

Aus den Statistiken des Statistischen Bundesamtes und des Kraftfahrt-Bundesamtes lässt sich der Verbleib der endgültig stillgelegten Kraftfahrzeuge zum großen Teil verfolgen (siehe Abb. „Verbleib der endgültig stillgelegten Fahrzeuge in Deutschland 2018“ und Abb. „Verbleib der endgültig stillgelegten Fahrzeuge in Deutschland 2017“).

Der weitaus größte Teil der in Deutschland endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge wurde 2017 und 2018 als Gebrauchtfahrzeuge exportiert. Der Großteil davon wurde in anderen EU-Staaten wieder in Betrieb gesetzt. Nach den Bewirtschaftungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes sowie einigen ergänzenden Daten der Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2017 1,99 Mio. und 2018 1,95 Mio. Fahrzeuge in anderen EU-Staaten wieder zugelassen. Da die vorliegenden statistischen Daten als nicht vollständig zur Abbildung der tatsächlichen Gebrauchtfahrzeugexporte eingeschätzt werden, wurden qualifizierte Zuschätzungen von weiteren jeweils 150.000 Gebrauchtfahrzeugen vorgenommen. Rund 280.000 bzw. 260.000 Fahrzeuge, also lediglich rund 8 bis 9 % der endgültig außer Betrieb gesetzten Fahrzeuge, wurden als Gebrauchtfahrzeuge ins Nicht-EU-Ausland exportiert (Außenhandelsstatistik plus Zuschätzung, vergleiche die deutschen Altfahrzeug-Jahresberichte für 2017 und 2018, je Abbildung 3). Nach Westafrika wurden 2018 gemäß Außenhandelsstatistik rund 61.000 Gebrauchtfahrzeuge exportiert.

0,51 Mio. (2017) bzw. 0,56 Mio. (2018) oder rund 17 % der endgültig außer Betrieb gesetzten Kraftfahrzeuge wurden als Altfahrzeuge verwertet; siehe Abschnitt „2018: 36 % mehr Altfahrzeuge als 2016“. Ein Export von Altfahrzeugen, die der Altfahrzeugverordnung unterfallen, fand entsprechend der Abfallexportstatistik im Jahr 2018 nicht statt. Bei den exportierten „Altfahrzeugen“ (Abfallschlüssel 160104*) handelte es sich nicht um Straßenfahrzeuge.

Ausgehend von schätzungsweise 3,24 Mio. endgültig außer Betrieb gesetzten Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (inkl. Zuschätzung aufgrund der Umstiegsprämien für Dieselfahrzeuge, siehe Abschnitt „Endgültige Außerbetriebsetzungen“) blieb der Verbleib von rund 310.000 Fahrzeugen im Jahr 2018 statistisch nicht erklärbar. Für 2017 hatte sich rechnerisch zwar lediglich eine statistische Lücke von rund 60.000 Fahrzeugen von 2,98 Mio. Fahrzeugen ergeben, jedoch war in dieser Berechnung keine Zuschätzung für die schon seit August 2017 angebotenen Diesel-Umstiegsprämien enthalten. Daher ist davon auszugehen, dass es im Jahr 2017 tatsächlich eine größere Lücke gab.

Da die Berechnung des unbekannten Fahrzeugverbleibs teilweise auf Zuschätzungen beruhte, wurde der unbekannte Verbleib als Plausibilitätsprüfung vereinfacht nochmals anhand einer anderen Rechnung bestimmt. Dazu wurde versucht, den Bestandszuwachs der Fahrzeuge im Laufe des Jahres 2018 zu erklären durch die neu in den Bestand hinzukommenden Fahrzeuge (Neuzulassungen + Gebrauchtfahrzeugimporte) abzüglich der aus dem Bestand endgültig ausscheidenden Fahrzeuge (Gebrauchtfahrzeugexporte + Altfahrzeuge), (siehe Abb. „Bilanzierung des Verbleibs über die Bestandsänderung von M1- und N1-Kfz in den Jahren 2017 und 2018“). Diese Bilanzierung ging nicht vollständig auf, sondern es blieb eine nicht erklärte Lücke von rechnerisch rund 310.000 Fahrzeugen für 2018. Dies entspricht dem unbekannten Fahrzeugverbleib der obigen Berechnung auf Basis der statistischen Daten und der Zuschätzungen. Dies wird als Indiz für die Plausibilität der Zuschätzungen gewertet. Für 2017 ergibt sich auf diesem Weg eine statistische Lücke von rund 230.000 Fahrzeugen. Dies kann einen Hinweis auf die mögliche Größenordnung des tatsächlichen unbekannten Fahrzeugverbleibs 2017 geben, der mit den oben genannten 60.000 Fahrzeugen unterschätzt worden war.

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Altfahrzeug-Verwertungsquoten

Die ausführlichen deutschen Jahresberichte über die Altfahrzeug-Verwertungsquoten seit 2008, die das Umweltbundesamt jährlich auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes und eigener Berechnungen ermittelt, sind auf der Altfahrzeug-Seite des BMU auf Deutsch und (bis 2017) Englisch veröffentlicht.

Bislang wurden die gesetzlich von der EU geforderten Verwertungsziele für Altfahrzeuge in Deutschland seit 2006 durchgängig übertroffen. Seit 2010 werden bereits die höheren Verwertungsziele erreicht, die seit 2015 gelten. Für das Jahr 2018 liegt die Altfahrzeug-Verwertungsquote bei 95,7 Gewichtsprozent (Gew.-%), die Recyclingquote (inklusive Wiederverwendung von Ersatzteilen) bei 87,1 Gew.-%.

Die Verwertungsquote beinhaltet neben der stofflichen Verwertung der Materialien der Altfahrzeuge auch die energetische Verwertung, zum Beispiel die Abfallverbrennung zur Energieerzeugung. Durch den „Aufstau“ von Altfahrzeugen im Jahr der Abwrackprämie 2009 gaben die Quoten in diesem Jahr etwas nach und stiegen 2010 durch die zusätzliche zeitversetzte Verwertung im Zuge des Lagerabbaus stark an. Dadurch ergeben sich von 2010 bis 2014 rechnerische Verwertungsquoten von über 100 % (siehe Abb. „Altfahrzeug-Verwertungsquoten Deutschland 2004 bis 2018“). Rechnet man die Wirkungen und Nachwirkungen der Abwrackprämie heraus, liegen die Altfahrzeugverwertungsquoten seit 2010 zwischen 96 % und knapp 100 % und die Altfahrzeugrecyclingquoten seit 2006 zwischen 87 % und 89 % (siehe Abb. „Altfahrzeug-Verwertungsquoten Deutschland 2004 bis 2018, für 2009 bis 2014 bereinigt um die Effekte der Abwrackprämie von 2009“).

Rechtliche Quotenvorgaben

Die EG-Altfahrzeug-Richtlinie und die deutsche Altfahrzeug-Verordnung fordern seit 2015, dass mindestens 95 Gewichtsprozent (Gew.-%), bezogen auf das Leergewicht aller Altfahrzeuge, wieder verwendet oder verwertet werden. Davon sind mindestens 85 Gew.-% wieder zu verwenden oder stofflich zu verwerten, also zu recyceln. In den Jahren 2006 bis 2014 lagen die geforderten Quoten bei 85 Gew.-%für Wiederverwendung und Verwertung und bei 80 Gew.-% für die Wiederverwendung und stoffliche Verwertung.

Altfahrzeugverwertung in der EU

Auf der Seite von Eurostat veröffentlicht die EU-Kommission die Altfahrzeugmengen und -verwertungsquoten aller EU-Staaten. Im Jahr 2017 fielen insgesamt rund 6,7 Millionen Altfahrzeuge in der EU (inkl. Großbritannien) an, die meisten davon in Großbritannien (1,4 Mio.), gefolgt von Frankreich (1,1 Mio.), Italien (990.000) und Spanien (620.000). Deutschland lag auf Platz 5 mit rund 510.000 Altfahrzeugen (2018: rund 560.000), dicht gefolgt von Polen mit rund 500.000 Altfahrzeugen. Während die EU-Mitgliedstaaten mit wenigen Ausnahmen im Jahr 2017 die Mindest-Recyclingquote von 85 % erreichten, wurde die Mindest-Verwertungsquote von 95 % nur in 16 der zu diesem Zeitpunkt 28 EU-Mitgliedstaaten erreicht (keine Angabe für 3 Mitgliedstaaten).

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Beitrag der Demontagebetriebe für Altfahrzeuge zu den Verwertungsquoten

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahmen im Jahr 2018 1.154 Altfahrzeug-Demontagebetriebe Altfahrzeuge an. Diese demontierten 2018 gemäß der Abfallstatistik des Statistischen Bundesamtes 16,6 % des Leergewichts der behandelten Altfahrzeuge zur Gewinnung von Ersatzteilen oder verwertbaren Materialien. 11,4 % Prozentpunkte waren metallische Komponenten wie Katalysatoren, Motoren, Getriebe, 5,2 Prozentpunkte nichtmetallische Bauteile und Werkstoffe wie Reifen, Ersatzteile und Betriebsflüssigkeiten. Diese Teile wurden erneut verwendet oder verwertet, meist stofflich. Bezogen auf die angefallenen 560.455 Altfahrzeuge trugen die demontierten nichtmetallischen Bauteile im Jahr 2018 lediglich 5,2 % zur Verwertungs- und 3,9 % zur Recyclingquote bei.

Glas und Kunststoff: Pro Altfahrzeug wurden gemäß Abfallstatistik lediglich 2,2 kg Glas und 2,9 kg Kunststoffteile (ohne Batteriegehäuse) demontiert und einer Verwertung zugeführt (siehe Abb. „Verwertung demontierter Werkstoffe aus Altfahrzeugen in Deutschland 2018“). Dies entspricht nur einem Bruchteil des pro Altfahrzeug enthaltenen Glases von rund 30 kg sowie des vom Umweltbundesamt formulierten Ziels für die werkstoffliche Verwertung und Kunststoffteilen von 20 kg pro Altfahrzeug.
Fahrzeugelektronik: Von Interesse ist auch der Fortschritt in Richtung des im Jahr 2016 formulierten ProgRess II-Ziels der Bundesregierung einer „möglichst weitgehenden Demontage der Fahrzeugelektronik pro Altfahrzeug bis 2020“. Während in der Abfallstatistik des Jahres 2017 eine Demontage von durchschnittlich 0,47 kg Fahrzeugelektronik pro Altfahrzeug erfasst wurde, konnte im Jahr 2018 eine Verdopplung auf 0,96 kg pro Altfahrzeug beobachtet werden. Bis zur UBA-Empfehlung von 15 kg ist die Demontage von Fahrzeugelektronik jedoch noch erheblich zu steigern.

Diagramm: 2018 wurden pro Altfahrzeug im Durchschnitt 176 kg Werkstoffe demontiert, davon zwei Drittel metallische und ein Drittel nichtmetallische Fraktionen. Es wurden 29 kg Reifen und 7 kg Betriebsflüssigkeiten, aber nur 3 kg Kunststoff und 2 kg Glas entnommen.
Verwertung demontierter Werkstoffe aus Altfahrzeugen in Deutschland 2018
Quelle: Statistisches Bundesamt / Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Beitrag der Schredderanlagen und Postschreddertechniken

Nach der Demontage werden die entfrachteten Restkarossen in anerkannten Schredderanlagen und sonstigen Anlagen zur weiteren Behandlung behandelt. Im Jahr 2018 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 48 Anlagen 578.551 Restkarossen (467.050 Tonnen) (davon 555.677 Stück aus dem Inland) mit einem Durchschnittsgewicht von 807 kg zur Behandlung angenommen. Die Restkarossen machten rund 13 % des Metallschrottinputs der 48 Anlagen aus (siehe Abb. „Input in Schredderanlagen in Deutschland 2018“).

Beim Zerkleinern der Restkarossen und weiterer Schrotte entstehen drei Fraktionen:

  • Der Schredderschrott, die größte Fraktion, besteht aus Eisen und Stahl.
  • Der buntmetallhaltige Schredderschrott (Schredderschwerfraktion) enthält unter anderem Aluminium, Kupfer und Edelstahl.
  • Die Schredderleichtfraktion ist ein teilweise schadstoffhaltiges Gemisch aus Kunststoffen, Gummi, Glas, Restmetallen und weiteren Materialien.
Diagramm: Im Jahr 2018 behandelten die 48 Schredderanlagen mit Restkarossen im Input insgesamt rund 3,52 Millionen Tonnen Metallschrotte. 74 Prozent entfiel auf Eisen- und Stahlschrott, 13 Prozent auf Restkarossen und 5 Prozent auf Elektroaltgeräte.
Input in Schredderanlagen in Deutschland 2018
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF
 

Metallverwertung

Die Metallfraktionen aus der Demontage und dem Zerkleinern im Schredder trugen mit 74,7 % den größten Anteil zu den Recycling- und Verwertungsquoten bei. Der verwertete Metallgehalt wird ermittelt auf Grundlage von Informationen der Fahrzeughersteller und eines Schredderversuchs:

  • Nach Angaben der deutschen und internationalen Fahrzeughersteller betrug der Metallgehalt der Pkw-Neuzulassungen des Jahres 2000 im Mittel 75,5 %. Bei einem durchschnittlichen Altfahrzeugalter von etwa 17 bis 18 Jahren fallen diese Fahrzeuge durchschnittlich in den Jahren 2017/2018 als Altfahrzeuge zur Verwertung an.
  • In einem 2016 durchgeführten Restkarossen-Schredderversuch wurde gezeigt, dass mindestens 99 % dieses Metallanteils verwertet werden.

Die Altfahrzeugverteilung nach Herstellern im Schredderversuch von 2016 zeigt, dass insbesondere Altfahrzeuge der Marken Audi, BMW und Mercedes im Verhältnis zu den Zulassungszahlen 15 Jahre zuvor selten zur Verwertung anfallen (siehe Abb. „Altfahrzeugverteilung nach Herstellern im Schredderversuch 2016“). Das liegt wahrscheinlich daran, dass ein Großteil der hochwertigen Fahrzeuge als Gebrauchtwagen exportiert wird und nicht in Deutschland zur Verwertung anfällt.

Diagramm: Im UBA-Schredderversuch aus dem Jahr 2016 stammten 58 Prozent der 425 Altfahrzeuge von Ford, Opel, Renault und Volkswagen. Altfahrzeuge von Daimler, Audi, BMW und VW fanden sich im Schredderversuch viel seltener als in den Neuzulassungen von vor 15 Jahren.
Altfahrzeugverteilung nach Herstellern im Schredderversuch 2016
Quelle: Sander et al. / Kraftfahrt-Bundesamt Diagramm als PDF
 

Verwertung der Schredderleichtfraktion

Im Jahr 2018 fielen in den 48 Schredder- und sonstigen Anlagen rund 361.000 t Schredderleichtfraktion an, ca. 97.400 t davon (27 %) aus der Altfahrzeugverwertung. Unter diesem Begriff zusammengefasst wurden hierfür neben den Abfallschlüsseln der Schredderleichtfraktion (19 10 03* und 19 10 04) auch weitere Abfallschlüssel, die für Schredderrückstände aus Altfahrzeugen verwendet werden: Mineralien (Abfallschlüssel 19 12 09) und brennbare Abfälle (Abfallschlüssel 19 12 10). Zu den rund 97.900 t nichtmetallischen Schredderrückständen, die 2018 aus Restkarossen stammten, gehören außerdem rechnerisch ca. 500 t im Schredder gewonnene Kunststofffraktionen aus Restkarossen (Abfallschlüssel 19 12 04).

Während in Deutschland im Jahr 2004 noch 90 % der Schredderleichtfraktion beseitigt wurden, stieg der verwertete Anteil von Jahr zu Jahr kontinuierlich, sodass im Jahr 2013 lediglich noch 4 % beseitigt wurde. Dieser Rückgang ist unter anderem begründet durch das Deponieverbot für unvorbehandelte heizwertreiche Abfälle 2005 und 2009. Im Jahr 2018 wurden von der Schredderleichtfraktion (19 10 03*, 19 10 04, 19 12 09, 19 12 10) der 48 Schredder- und sonstigen Anlagen zur Altfahrzeugbehandlung 10 % beseitigt, 48 % stofflich verwertet, meist als mineralreiche Fraktion im Bergversatz und Deponiebau. 42 % wurden 2018 energetisch in Müllverbrennungsanlagen oder als Ersatzbrennstoff verwertet (siehe Abb. „Entsorgung der Schredderleichtfraktion aus den Schredderanlagen mit Restkarosserieverwertung“). Die Verwertung der nichtmetallischen Schredderrückstände (Schredderleichtfraktion und separierte Kunststofffraktionen) trug im Jahr 2018 13,8 % zur Verwertungsquote bzw. 7,4 % zur Recyclingquote bei. Diese relativ geringen Anteile sind überwiegend begründet im vergleichsweise geringen Restkarossen-Eingang der Schredderanlagen im Vergleich zu den angefallenen Altfahrzeugen.

Diagramm: In den Schredderanlagen fallen jährlich rund 400 bis 500 Tausend Tonnen Schredderleichtfraktion an. Zwischen 2004 und 2018 ging die Beseitigung von 90 auf 10 Prozent zurück. 2018 wurden 48 Prozent stofflich und 42 Prozent energetisch verwertet.
Entsorgung der Schredderleichtfraktion aus den Schredderanlagen mit Restkarosserieverwertung
Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF