Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugbestand

Die Länge der Bundesautobahnen nimmt weiterhin zu. Die Länge des Eisenbahnnetzes ändert sich seit 15 Jahren kaum und auch die Infrastruktur der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt relativ konstant. Der Pkw-Bestand wächst.

Inhaltsverzeichnis

 

Länge der Verkehrswege

Zwischen 1991 und 2004 hat die Länge der überörtlichen Straßen um etwa 5.200 Kilometer zugenommen. Seitdem ist ein sehr leichter Rückgang zu verzeichnen. Dies ist vor allem eine Folge der Herabstufung von Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen etwa zu Gemeindestraßen, ohne dass sie ihren Ausbauzustand und ihre Funktion als Hauptverkehrsstraße völlig verloren hätten. Das Netz der Bundesautobahnen wächst kontinuierlich. Das bedeutet: der Zuwachs durch Neubaumaßnahmen ist in der Realität höher als die Entwicklung der Gesamtlänge widerspiegelt.

Die Streckenlänge (Betriebslänge) der Eisenbahn ist zwischen 1991 und 2019 um 13 % von 44.100 km auf 38.400 km geschrumpft. Diese Schrumpfung geschah vor allem bis 2001 – in den letzten 15 Jahren schwankte die Betriebslänge meist zwischen 37.800 und 38.600 km. Der größte Teil des Gleisnetzes gehört der Deutschen Bahn AG. Ihr Netz umfasste im Jahr 2000 noch 36.600 km (gesamtes Schienennetz 41.700 km) und verringerte sich bis 2020 auf 33.400 km. Der Anteil der elektrifizierten Strecken der DB AG wurde von 19.100 km im Jahr 2000 auf 20.400 km in 2020 erweitert. Die Länge der Verkehrswege im öffentlichen Straßenpersonenverkehr wird nur alle fünf Jahre veröffentlicht. Das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wuchs zwischen 2004 und 2014 um 44 % von 5.177 auf 7.445 km und ist bis zum Jahr 2019 wieder auf 6.098 km gesunken (minus 18 %). Beim Busverkehr reduzierte sich die Streckenlänge zwischen 2004 und 2019 von 704.800 km auf 599.600 km (minus 15 %). Die Länge der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt seit 1991 relativ konstant (siehe Tab. „Verkehrswegearten in Deutschland“).

Tabelle: Seit 1991 wuchs das überörtliche Straßennetz um 5.100 km bis 2004 an und sinkt seitdem kontinuierlich. Das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wuchs zwischen 2004 und 2019 um knapp 1.000 km. Wasserstraßen und Rohrfernleitungen blieben etwa konstant.
Tab: Verkehrswegearten in Deutschland
Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung
 

Entwicklung des Kraftfahrzeugbestands

Der Kraftfahrzeugbestand in Deutschland nimmt seit 1991 kontinuierlich zu. Aufgrund von Umstellungen in der Statistik sind die Werte ab 2007 sowie ab 2017 nicht direkt mit den folgenden Jahren vergleichbar. Im Jahr 2021 (Stichtag 01.01.2022) gab es in Deutschland 48,5 Millionen Pkw. In allen Bereichen haben die Bestände seit 2007 zugenommen: Pkw um 18 %, Lkw um 51 % und andere Fahrzeuge um über 22 %. Insgesamt stieg der Kraftfahrzeugbestand ohne Mopeds zwischen 2007 und 2021 um rund 20 % (siehe Abb. „Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes“).

¹ Ab 2000 Stand jeweils zum 01.01. des Folgejahres und von 12 auf 18 Monate geänderte Stilllegungsfrist.
² Ab 2005 werden Fahrzeuge mit Zweckbestimmung (zum Beispiel Wohnmobile und Krankenwagen) den Pkw zugeordnet.
³ Ab 2007 ohne vorübergehend abgemeldete Fahrzeuge. Aufgrund von Umstellungen in der Statistik sind die Angaben nicht direkt mit denen der Vorjahre vergleichbar.
⁴ Dazu gehören: Busse, Schlepper (zum Beispiel in der Landwirtschaft) und übrige Fahrzeuge; Ausnahmen siehe unter ²
*Ab 2017 nicht mit den Vorjahren vergleichbar; ohne Mopeds, Mofas etc. ab 2017. Daten werden vom KBA nicht fortgeführt, da teilweise Doppelzählungen bei Versicherungswechsel.
** Summe ab 2017 nicht mit den Vorjahren vergleichbar

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.), Verkehr in Zahlen 2020/2021, S. 147 und ältere Jahrgänge; Kraftfahrtbundesamt

Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes
Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr Diagramm als PDF
 

Pkw-Bestände nach Kraftstoffart

Die Pkw, die mit einem Dieselmotor ausgestattet sind, zählen mittlerweile ca. 15 Millionen Fahrzeuge. Während 1991 deren Anteil am gesamten Pkw-Bestand noch bei 12 % lag, waren es 2021 bereits rund 31 % (KBA 2022).

Die Anzahl der Elektrofahrzeuge im Bestand hat sich von 2020 bis 2021 auf über 618.000 Fahrzeuge verdoppelt. Auch Hybrid-Pkw-Bestände stiegen an. So hat sich der Bestand an Plug-In-Fahrzeugen mit 565.956 Pkw in 2021 im Vergleich zu 2020 ebenfalls verzweifacht (siehe Abb. „Entwicklung der Pkw im Bestand nach Kraftstoffart“).

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Kraftfahrtbundesamt: Bestand an Pkw in den Jahren 2008 bis 2021 nach ausgewählten Kraftstoffarten, jeweils am 1. Januar des Folgejahres erfasst.

Entwicklung der Pkw im Bestand nach Kraftstoffart
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt Diagramm als PDF
 

Stark steigende Tendenz bei SUVs und Geländewagen

Bei der Absatzentwicklung der Pkw-Segmente zeigt sich seit einigen Jahren eine Tendenz sowohl zu kleineren Fahrzeugen vor allem aber zu Geländewagen und SUVs. Der Bestand der kleineren Pkw ist in den letzten zehn Jahren um 4 % gestiegen, die Zahl der Vans, SUVs und Utilities sogar um 87 %. Der Anteil der Vans, SUVs und Utilities am Gesamtbestand stieg damit von 17 auf 28 % im Jahr 2021. Die Pkw im Mittelklasse-Segment wurden in den letzten zehn Jahren weniger nachgefragt – deren Anteil am Gesamtbestand sank von 24 auf 17 % (siehe Abb. „Pkw-Bestand nach Segmenten“).

* Die Gliederung der Pkw-Modelle nach Segmenten wird vom Kraftfahrt-Bundesamt aufgrund optischer, technischer und marktorientierter Merkmale für Fahrzeuge ab Zulassung 1990 vorgenommen. M1-Fahrzeuge einschließlich Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung (zum Beispiel Wohnmobile und Krankenwagen). Bestand jeweils am 1.1. des Folgejahres.
** Mini- und Großraum-Vans
*** einschließlich Sportwagen und Wohnmobile

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.), Verkehr in Zahlen 2021/2022, S. 145 und ältere Jahrgänge; Kraftfahrtbundesamt

Pkw-Bestand nach Segmenten
Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr Diagramm als PDF
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 Infrastruktur  Verkehrswege  Straßenlänge  Streckenlänge  Kraftfahrzeuge  Pkw-Bestand