Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugbestand

Die Länge der Bundesautobahnen nimmt weiterhin zu. Die Länge des Eisenbahnnetzes nimmt leicht ab. Die Infrastruktur der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt relativ konstant. Der Pkw-Bestand wächst.

Inhaltsverzeichnis

 

Länge der Verkehrswege

Zwischen 1991 und 2004 hat die Länge der überörtlichen Straßen um etwa 5.200 Kilometer zugenommen. Seitdem ist ein sehr leichter Rückgang zu verzeichnen. Dies ist vor allem eine Folge der Herabstufung von Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen etwa zu Gemeindestraßen, ohne dass sie ihren Ausbauzustand und ihre Funktion als Hauptverkehrsstraße völlig verloren hätten. Das Netz der Bundesautobahnen wächst kontinuierlich. Das bedeutet: der Zuwachs durch Neubaumaßnahmen ist in der Realität höher als die Entwicklung der Gesamtlänge widerspiegelt.

Die Länge der anderen Verkehrswege wird nur alle fünf Jahre veröffentlicht. Die Streckenlänge der Eisenbahn nimmt ab. So ist das Gleisnetz zwischen 1991 und 2014 um 14 % von 44.100 km auf 37.800 km geschrumpft. Der größte Teil davon gehört der Deutschen Bahn AG. Ihr Netz umfasste im Jahr 2000 noch 36.600 km (gesamtes Schienennetz 41.700 km) und verringerte sich bis 2019 auf 33.400 km. Der Anteil der elektrifizierten Strecken der DB AG wurde von 19.100 km im Jahr 2000 auf 20.300 km in 2019 erweitert. Auch das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wächst: zwischen 2004 und 2014 von 5.177 auf 7.445 km um 44 %. Die Länge der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt seit 1991 relativ konstant (siehe Tab. „Verkehrswegearten in Deutschland“).

Tabelle: Seit 1991 wuchs das überörtliche Straßennetz um 5.100 km bis 2004 an und sinkt seitdem kontinuierlich. Das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wuchs zwischen 2004 und 2014 um knapp 2.300 km. Wasserstraßen und Rohrfernleitungen blieben etwa konstant.
Tab: Verkehrswegearten in Deutschland
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Tabelle als PDF
 

Entwicklung des Kraftfahrzeugbestands

Der Kraftfahrzeugbestand in Deutschland nimmt seit 1991 kontinuierlich zu. Aufgrund von Umstellungen in der Statistik sind die Werte ab 2007 sowie ab 2017 nicht direkt mit den folgenden Jahren vergleichbar. Im Jahr 2020 (am 01.01.2021) gab es in Deutschland 48,2 Millionen Pkw (ohne Wohnmobile). In allen Bereichen haben die Bestände seit 2007 zugenommen: Pkw um 17 %, Lkw um 45 % und andere Fahrzeuge um über 19 %. Insgesamt stieg der Kraftfahrzeugbestand ohne Mopeds zwischen 2007 und 2020 um rund 19 % (siehe Abb. „Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes“).

¹ Ab 2000 Stand jeweils zum 01.01. des Folgejahres und von 12 auf 18 Monate geänderte Stilllegungsfrist.
² Ab 2005 werden Fahrzeuge mit Zweckbestimmung (zum Beispiel Wohnmobile und Krankenwagen) den Pkw zugeordnet.
³ Ab 2007 ohne vorübergehend abgemeldete Fahrzeuge. Aufgrund von Umstellungen in der Statistik sind die Angaben nicht direkt mit denen der Vorjahre vergleichbar.
⁴ Summe ab 2017 nicht mit den Vorjahren vergleichbar, siehe *
*Ab 2017 nicht mit den Vorjahren vergleichbar; ohne Mopeds, Mofas etc. ab 2017. Daten werden vom KBA nicht fortgeführt, da teilweise Doppelzählungen bei Versicherungswechsel.
** Dazu gehören: Busse, Schlepper (zum Beispiel in der Landwirtschaft) und übrige Fahrzeuge; Ausnahmen siehe unter ².

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.), Verkehr in Zahlen 2020/2021, S. 147 und ältere Jahrgänge; Kraftfahrtbundesamt

Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF
 

Pkw-Bestände nach Kraftstoffart

Die Pkw, die mit einem Dieselmotor ausgestattet sind, zählen mittlerweile ca. 15 Millionen Fahrzeuge. Während 1991 deren Anteil am gesamten Pkw-Bestand noch bei 12 % lag, waren es 2020 bereits 31,2 % (KBA 2020).

Die Anzahl der Elektrofahrzeuge im Bestand hat sich von 2018 bis 2020 fast vervierfacht. Auch Hybrid-Pkw-Bestände stiegen an. Davon stieg der Bestand an Plug-In-Fahrzeugen um mehr als das Dreifache auf 279.861 (siehe Abb. „Entwicklung der Pkw im Bestand nach Kraftstoffart“).

___
Kraftfahrtbundesamt: Bestand an Pkw in den Jahren 2008 bis 2020 nach ausgewählten Kraftstoffarten, jeweils am 1. Januar des Folgejahres erfasst.

Entwicklung der Pkw im Bestand nach Kraftstoffart
Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt Diagramm als PDF
 

Stark steigende Tendenz bei SUVs und Geländewagen

Bei der Absatzentwicklung der Pkw-Segmente zeigt sich seit einigen Jahren eine Tendenz sowohl zu kleineren Fahrzeugen vor allem aber zu Geländewagen und SUVs. Der Bestand der kleineren Pkw ist zwischen 2009 und 2020 (Stichtag 01.01.2021) um 10 % gestiegen, die Zahl der Vans und SUVs sogar um 122 %. Der Anteil der kleinen Wagen am Gesamtbestand blieb jedoch bei 50 %. Die Pkw im Mittelklasse-Segment werden in den letzten Jahren weniger nachgefragt (siehe Abb. „Pkw-Bestand nach Segmenten“).

* Die Gliederung der Pkw-Modelle nach Segmenten wird vom Kraftfahrt-Bundesamt aufgrund optischer, technischer und marktorientierter Merkmale für Fahrzeuge ab Zulassung 1990 vorgenommen. M1-Fahrzeuge einschließlich Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung (zum Beispiel Wohnmobile und Krankenwagen). Bestand jeweils am 1.1. des Folgejahres.
** Mini- und Großraum-Vans
*** einschließlich Sportwagen und Wohnmobile

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Hrsg.), Verkehr in Zahlen 2020/2021, S. 145; Kraftfahrtbundesamt

Pkw-Bestand nach Segmenten
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Diagramm als PDF