Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugbestand

Die Länge der Bundesautobahnen nimmt weiterhin zu. Auch das Netz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wächst – dagegen nimmt die Länge des Eisenbahnnetzes leicht ab. Die Infrastruktur der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt relativ konstant. Der Pkw-Bestand wächst.

Länge der Verkehrswege

Zwischen 1991 und 2006 hat die Länge der überörtlichen Straßen um etwa 4.100 Kilometer  zugenommen. Seitdem ist ein leichter aber kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. Dies ist vor allem eine Folge der Herabstufung von Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen etwa zu Gemeindestraßen, ohne dass sie ihren Ausbauzustand und ihre Funktion als Hauptverkehrsstraße völlig verloren hätten. Das Netz der Bundesautobahnen wächst kontinuierlich. Das bedeutet: der Zuwachs durch Neubaumaßnahmen ist in der Realität höher als die Entwicklung der Gesamtlänge widerspiegelt.

Die Länge der anderen Verkehrswege wird nur alle fünf Jahre veröffentlicht. Die Streckenlänge der Eisenbahn nimmt kontinuierlich ab. So ist das Gleisnetz ist zwischen 1991 und 2010 um 14 % von 44.100 km auf 37.900 km geschrumpft. Der größte Teil davon gehört der Deutschen Bahn AG. Ihr Netz umfasste im Jahr 2010 noch 33.700 km und verringerte sich bis 2018 auf 33.500 km. Dagegen wächst das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen: zwischen 2004 und 2014 von 5.177 auf 7.445 km um 44 %. Die Länge der Wasserstraßen und Rohrfernleitungen bleibt seit 1991 relativ konstant (siehe Tab. „Verkehrswegearten in Deutschland“).

Tabelle: Seit 1991 wuchs das überörtliche Straßennetz um 4.100 km bis 2006 an und sinkt seitdem kontinuierlich. Das Schienennetz schrumpfte um 6.200 km. Das Liniennetz der Stadtschnell- und Straßenbahnen wuchs zwischen 2004 und 2014 um 2.300 km. Wasserstraßen und Rohrfernleitungen blieben etwa konstant.
Tab: Verkehrswegearten in Deutschland
Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung

Bestand der Kraftfahrzeuge

Der Kraftfahrzeugbestand in Deutschland nimmt seit 1991 kontinuierlich zu. Aufgrund von Umstellungen in der Statistik sind die Werte vor 2008 nicht direkt mit den folgenden Jahren vergleichbar. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 46,5 Millionen Pkw (ohne Wohnmobile), etwas über 3 Millionen Lkw, und ca. 3 Millionen sonstige Fahrzeuge, wie Wohnmobile, sonstige Kfz, oder Zugmaschinen. In allen Bereichen haben die Bestände seit 2008 zugenommen: Pkw um 10 %, Lkw um 29,5 %und andere Fahrzeuge um 14 %. Insgesamt stieg der Kraftfahrzeugbestand ohne Mopeds zwischen 2008 und 2018 um 14 % (siehe Tab. „Entwicklung des Kraftfahrzeugbestandes in Millionen“).

Die Pkw, die mit einem Dieselmotor ausgestattet sind, zählen mittlerweile fast 15,2 Millionen Fahrzeuge. Während 1991 deren Anteil am gesamten Pkw-Bestand noch bei 12 % lag, waren es 2018 bereits 32,2 % (KBA 2019).

Die Anzahl der Elektrofahrzeuge im Bestand hat sich 2018 (Stichtag 1.1.2019) mit 83.175 gegenüber 2017 mit 53.861 um 54,4 % erhöht. Hybrid-Pkw sind von 236.710 auf 341.411 (+44,2%) Fahrzeuge angestiegen. Davon stieg der Bestand an Plug-In-Fahrzeugen um +50,8 % auf 66.997 (siehe Tab. „Entwicklung der Pkw im Bestand nach Kraftstoffart“).

Bei der Absatzentwicklung der Pkw-Segmente zeigt sich seit einigen Jahren eine Tendenz sowohl zu kleineren Fahrzeugen als auch zu Geländewagen und SUVs. Der Bestand der kleineren Pkw ist zwischen 2009 und 2018 um 10 % gestiegen, die Zahl der Vans und SUVs sogar um 84%. Der Anteil der Kleinwagen am Gesamtbestand blieb jedoch bei 52 %. Der Anteil der Vans und SUVs stieg von 14 % im Jahr 2009 auf 23 % in 2018. Die Pkw im Mittelklasse-Segment werden in den letzten Jahren weniger nachgefragt. Ihr Anteil am gesamten Pkw-Bestand sank zwischen 2009 und 2018 von 27 auf 19 % (siehe Abb. „Pkw-Bestand nach Segmenten“)

<>
Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Infrastruktur  Verkehrswege  Straßenlänge  Streckenlänge  Kraftfahrzeuge  Pkw-Bestand