Emissionen des Verkehrs

Pkw und Lkw emittieren heute im Durchschnitt weniger Treibhausgase und Luftschadstoffe als noch 1995. So sanken die verkehrsleistungsbezogenen bzw. spezifischen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid bei Pkw um knapp 5 Prozent, bei Lkw um mehr als 32 Prozent. Weil aber mehr Lkw unterwegs sind, sind die absoluten Kohlendioxid-Emissionen im Straßengüterverkehr heute um 21 Prozent höher als 1995.

Inhaltsverzeichnis

 

Pkw fahren heute klima- und umweltverträglicher

Im Schnitt belasten Pkw heute Umwelt und ⁠Klima⁠ weniger als in der Vergangenheit. Das hat vor allem zwei Gründe: Der Gesetzgeber hat stufenweise Abgasvorschriften für neu zugelassene Pkw verschärft, woraufhin Autohersteller ihre Motoren und Abgastechnik verbesserten. Und zum zweiten verpflichtete er dazu, die Qualität des in Verkehr gebrachten Kraftstoffes zu verbessern. Die Folge ist, dass die spezifischen Emissionen an Schadstoffen und des Treibhausgases Kohlendioxid pro ⁠Verkehrsleistung⁠ (⁠Personenkilometer⁠) gegenüber 1995 gesunken sind.

Die Erfolge im Einzelnen: Durch strengere Vorschriften für die Kraftstoffqualität verringerten sich die spezifischen Emissionen an Schwefeldioxid bis zum Jahr 2019 gegenüber dem Ausgangsniveau im Jahr 1995 um rund 98 % und die von flüchtigen organischen Chemikalien ohne Methan (⁠NMVOC⁠) um etwa 88 %. Die spezifischen Abgasmengen an Stickstoffoxiden sanken im betrachteten Zeitraum um 43,7 %, die der Partikel-Emissionen um 83,8 %. Die Kohlendioxid-Emissionen nahmen allerdings nur um 4,7 % ab (siehe Abb. „Spezifische Emissionen Pkw“).

Die Stickstoffoxid-Emissionsminderungen sind überwiegend auf deutliche Verbesserungen bei Benzin-Pkw durch die Einführung des geregelten Katalysators zurückzuführen. Bei Diesel-Pkw konnten die Stickstoffoxid-Emissionen durch technische Fortentwicklungen in Labormessungen reduziert werden, sanken aber in der Realität nicht entsprechend. Grund sind die Ausnutzung von bisherigen Spielräumen der Gesetzgebung, aber auch der Einsatz so genannter Abschalteinrichtungen, die zu geringerer Minderungsleistung der Abgastechnik beispielsweise bei niedrigeren Temperaturen führen. Durch die erfolgte Fortentwicklung des EU-Rechts ist jedoch auch bei Diesel-Pkw zu erwarten, dass durch wirksamere Abgasnachbehandlung die spezifischen Emissionen zukünftig noch einmal deutlich zurückgehen werden.

Diagramm: Von 1995 bis 2019 sank der personenkilometerbezogene Ausstoß an Schwefeldioxid um gut 98 %, der von flüchtigen organischen Substanzen um 88 %, der von Stickstoffoxiden um 43,7 % und der von Feinstaub um rund 83,8 %. Die Kohlendioxid-Emissionen sanken nur um 4,7 %.
Spezifische Emissionen Pkw (Emissionen Pkw / Verkehrsleistung Pkw)
Quelle: Umweltbundesamt / TREMOD Diagramm als PDF
 

Das Mehr an Pkw-Verkehr hebt den Fortschritt auf

Das Mehr an Verkehr hebt zudem die bislang erreichten Verbesserungen im ⁠Klima⁠- und Umweltschutz zum Teil wieder auf. So hat der Pkw-Verkehr zwischen 1995 und 2019 um über 20 % zugenommen (siehe „Fahrleistungen, Verkehrsleistungen und Modal Split“, Abb. „Gesamtfahrleistungen nach Kraftfahrzeugarten“). Im Einzelnen:

  • Die gesamten Kohlendioxid-Emissionen des Pkw-Verkehrs sind zwischen 1995 und 2019 um 5,1 % angestiegen, die spezifischen Emissionen, also die Emissionen pro ⁠Verkehrsleistung⁠, sind jedoch um rund 5 % gesunken.
  • Die gesamten Stickstoffoxid-Emissionen aus Pkw sind von 1995 bis 2019 um 38 % gesunken, die spezifischen Stickstoffoxid-Emissionen hingegen um 43,7 %.
  • Bei den Partikel-Emissionen aus Pkw steht eine Minderung um 82 % bei den Gesamtemissionen einer Minderung von 83,8 % bei den spezifischen Emissionen gegenüber.

Ursache hierfür ist, dass die von Pkw mit Dieselmotor erbrachte ⁠Fahrleistung⁠ seit 1995 um rund 193 % zugenommen hat. Aufgrund dieser Entwicklung sind in den nächsten Jahren auch weitere deutliche Emissionsminderungen, insbesondere aus Dieselmotoren notwendig.

Die Umwelt- und Klimaentlastung im Personenverkehr kann letztlich nicht allein durch technische Verbesserungen am Fahrzeug erreicht werden. Diese Herausforderung kann nur in Kombination mit Maßnahmen wie einer Erhöhung der Verkehrseffizienz, einer sinkenden Verkehrsnachfrage oder einer veränderten Verkehrsmittelwahl gelöst werden.

 

Straßengüterverkehr

Im Lkw-Verkehr sind die spezifischen Emissionen pro ⁠Verkehrsleistung⁠ (⁠Tonnenkilometer⁠) seit 1995 ebenfalls durch bessere Motoren, Abgastechnik und eine bessere Kraftstoffqualität gesunken. Die Schwefeldioxid-Emissionen verringerten sich um mehr als 99 % im Vergleich zum Ausgangsniveau, die der Kohlendioxid-Emissionen nur um 32,3 % (siehe Abb. „Spezifische Emissionen Lkw“). Die Verkehrsleistung der Lkw ist zwischen 1995 und 2019 von 279,7 Mrd. Tonnenkilometer auf 498,6 Mrd. Tonnenkilometer um 78,3 % gestiegen.

In Bezug auf die Gesamtemissionen des Straßengüterverkehrs zeigt sich auch hier, dass die technisch bedingten Senkungen je Tonnenkilometer aufgrund der gestiegenen Verkehrsleistung zum Teil wieder ausgeglichen wurden. Bei den Kohlendioxid-Emissionen wurde die Einsparung sogar überkompensiert. Die absoluten Kohlendioxid-Emissionen im Betrieb des Straßengüterverkehrs erhöhten sich zwischen 1995 und 2019 trotz technischer Verbesserungen von 39,3 auf 47,4 Millionen Tonnen, also um 21 %.

Diagramm: Von 1995 bis 2019 sank der tonnenkilometerbezogene Ausstoß an Schwefeldioxid um 99,6 %, der von Feinstaub um rund 96 %, von flüchtigen organischen Substanzen um 97 % und der von Stickstoffoxiden um 89,8 %. Die spezifischen Kohlendioxid-Emissionen sanken um 32,3%.
Spezifische Emissionen Lkw (Emissionen Lkw / Verkehrsleistung Lkw)
Quelle: Umweltbundesamt / TREMOD Diagramm als PDF
 

Minderungsziele der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschen ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen bis 2030 um 55 % gegenüber 1990 zu mindern (siehe „Treibhausgas-Emissionen in Deutschland“, Textabschnitt „Minderungsziele für Treibhausgase“). Auch der Verkehrssektor muss dafür seinen Beitrag leisten. Bis 2019 ist im Vergleich zu 1990 jedoch kein Rückgang der verkehrsbedingten Emissionen zu verzeichnen. Das lag vor allem am stetig wachsenden Straßengüterverkehr und einem zunehmenden Absatz von Dieselkraftstoff. Mit dem im Dezember 2019 verabschiedeten Bundes-Klimaschutzgesetz wurden verbindliche Minderungsziele für die verschiedenen Sektoren festgelegt. Dabei sind die jeweiligen Bundesministerien für die Einhaltung der Sektorziele verantwortlich.

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls werden die Emissionen entsprechend der nationalen Kraftstoffabsätze berechnet – die Daten in den obigen Absätzen beruhen auf dem Emissionsmodell TREMOD, bei dem die Emissionen mithilfe von Verkehrsleistungen kalkuliert werden. Aufgrund verschiedener Abgrenzungen (Grauimporte, Biokraftstoffe) sind diese Zahlen nicht eins zu eins miteinander vergleichbar.