Altbatterien

Altbatterien können giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei enthalten. Um Mensch und Umwelt zu schützen und Wertstoffe in hohem Maße wiederzugewinnen, müssen sie getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall gesammelt und recycelt werden. Im Jahr 2017 stieg das Altbatterieaufkommen leicht um 4,4 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

 

Masse der zurückgewonnen Sekundärrohstoffe stieg im Jahr 2017 um 9.289 Tonnen

Die Ergebnisse des Jahres 2017 zeigen, dass ein hoher Anteil der Wertstoffe in Altbatterien effizient wiedergewonnen wurde und Deutschland alle von der EU festgelegten Mindestziele für das Sammeln und Recyceln von Altbatterien erreichte.

Von 233.439 Tonnen (t) Altbatterien, die den speziellen Recyclingverfahren für Altbatterien zugeführt wurden, konnten 197.241 t Sekundärrohstoffe wiedergewonnen werden. In den einzelnen Verfahren waren das insbesondere Blei, Schwefelsäure, Stahl, Ferromangan, Nickel, Zink, Cadmium sowie Quecksilber.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Masse der Sekundärrohstoffe damit leicht um 9.289 t. Diese Rohstoffe können im Rahmen einer Kreislaufführung erneut zur Batterie- und Akkuherstellung eingesetzt werden.

Die Masse der Altbatterien, die den Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, stieg im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht um 4,4 Prozent (%). Die Aufteilung der 233.439 t in die Kategorien

  • Blei-Säure-Altbatterien (215.953 t),
  • Nickel-Cadmium-Altbatterien (1.264 t) und
  • sonstige Altbatterien (16.222 t)

offenbart den hohen Anteil der Blei-Säure-Altbatterien am Gesamtmarkt der Altbatterien.

Unter die Kategorie „sonstige Altbatterien“ fallen insbesondere Alkali-Mangan (AlMn)-, Zink-Kohle (ZnC)-, Lithium (Li)- und Lithium-Ionen (Li-Ion)- Altbatterien. Die Masse dieser Kategorie stieg im Jahr 2017 erstmals wieder, und zwar um 9,8 %: Nach 17.389 t im Jahr 2015 und 14.799 t im Jahr 2016 waren es 2017 wieder 16.222 t Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zugeführt wurden.

Zur Veranschaulichung der EU-Mindestrecyclingziele dient eine Abbildung, in der die ermittelten durchschnittlichen Recyclingeffizienzen den Mindestzielen gegenübergestellt werden (siehe Abb. „Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2016 und 2017“).

Die Recyclingeffizienz eines Recyclingverfahrens erhält man, indem die Masse der zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe (Outputfraktionen) zur Masse der Altbatterien, die dem Verfahren zugeführt wurde (Inputfraktionen), ins Verhältnis gesetzt wird.

Für das Jahr 2017 wurden – entsprechend der Methodik der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012 – folgende durchschnittliche Recyclingeffizienzen erzielt:

  • Verfahren der Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien: 84,7 %,
  • Verfahren von Nickel-Cadmium-Batterien: 79 % und
  • Verfahren von sonstigen Batterien: 82,6 %.

Die Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien erreichen mit knapp 85 % eine deutlich höhere Effizienz als die geforderte Mindestrecyclingeffizienz in Höhe von 65 %. Bei den Recyclingbetrieben von sonstigen Batterien ist im Vergleich zu den Vorjahren ein leichter Anstieg der Effizienz auf rund 83 % zu verzeichnen.

Das Ziel der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012, die im Jahr 2012 in Kraft trat, ist die Vergleichbarkeit der Recyclingeffizienzen der EU-Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Berechnungsgrundlage. Die Begriffe Output- und Inputfraktion sind im Artikel 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr.5 in Verbindung mit Anhang I dieser Verordnung definiert.

Bei der Darstellung von durchschnittlichen Recyclingeffizienzen, die der Prüfung der EU-Mindestziele dienen, kann es vorkommen, dass einzelne ineffiziente Recyclingverfahren die Zielanforderungen nicht erreichen und aufgrund der Systematik unerkannt bleiben. Unsere Einzelfallbetrachtung zeigt, dass alle Recyclingverfahren die Mindestziele erfüllen oder sogar weit übertreffen. Einzig die Recyclingverfahren für Nickel-Cadmium-Batterien liefern ein differenziertes Bild: So zählen die Verfahren mit 79 % zwar zu den effizientesten Recyclingverfahren – im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben in Höhe von 75 % wurden die Mindestziele jedoch nur sehr knapp erreicht.

Ferner haben die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) ausführliche Daten zu den Verwertungsergebnissen der Geräte-Altbatterien im Rahmen des jährlichen Erfolgskontrollberichts an das UBA übermittelt. Neben der Batterieart „Geräte-Altbatterien“ (Batterien, die im Haushalt eingesetzt werden) untergliedern sich Altbatterien außerdem in Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien.

Die Masse der Geräte-Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, betrug im Jahr 2017 23.818 t. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 4.275 t beziehungsweise um 21,9 %. Die Verwertungsquote für Geräte-Altbatterien, die ausdrückt, wieviel von den gesammelten Altbatterien tatsächlich einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden, stieg deutlich von 95,2 % im Jahr 2016 auf nun 113,2 %. Dies bedeutet, dass im Jahr 2017 mehr Batterien einer stofflichen Verwertung zugeführt (23.818 t) als gesammelt (21.037 t) wurden. Wie erklärt sich eine Verwertungsquote von unter oder über 100 %? Da sich die Verwertungsquote auf die Sammlung und die Verwertung von Altbatterien eines Kalenderjahres bezieht, resultieren Verwertungsquoten unter oder über 100 % größtenteils aus dem Auf- oder Abbau von Lagerbeständen der Rücknahmesysteme oder der Sortierer. Die Masse der Altbatterien, die im Jahr 2017 durch Deponierung oder Verbrennung beseitigt wurde, betrug 11 t.

Im Ergebnis belegen die aktuellen Daten, dass nahezu alle Geräte-Altbatterien sowohl den Recyclingbetrieben zugeführt als auch hochwertig stofflich verwertet werden.

Allerdings ist auch festzustellen, dass im Jahr 2017 erneut weniger als 50 % der zuvor in Verkehr gebrachten Gerätebatterien an den Sammelstellen (siehe Abb. „Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2017 erreicht“) abgegeben wurden. Bestehende, effiziente und ökologisch vorteilhafte Sammel- und Recyclingstrukturen werden somit weiterhin nur beschränkt genutzt. Umweltnutzen, der leicht zu generieren wäre, wird bisher von vielen Endnutzern übersehen.

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Sammelquote für Gerätebatterien sank im Jahr 2017

Jedes der vier Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) muss ab dem Berichtsjahr 2016 eine Mindestsammelquote von 45 % erreichen und dauerhaft sicherstellen.

Im Jahr 2017 konnten die vier Rücknahmesysteme die Masse der zurückgenommenen Geräte-Altbatterien erneut steigern. Die Sammelmenge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 513 t auf 21.037 t. Dies entspricht einer Steigerung von 2,5 %. Parallel dazu stieg die in Verkehr gebrachte Masse der Gerätebatterien um 5.132 t (Steigerung von 11,5 %) stark an. Dieser Anstieg führte dazu, dass sich die Sammelquote von 46,2 % im Jahr 2016 auf 45,1 % im Jahr 2017 verringerte.

Die Betrachtung der Sammelquoten im Jahr 2017 je Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien zeigt, dass nicht alle Rücknahmesysteme ihre Sammelquote steigern konnten. Ein Rücknahmesystem konnte die geforderte Sammelquote von 45 % nicht erreichen. Allerdings wird die Sammelquote für Deutschland nach § 15 (1) Nr. 4 BattG auch im Berichtsjahr 2017 mit 45,1 % erfüllt, da die übrigen Rücknahmesysteme ihre die geforderte Sammelquote steigern konnten (siehe Abb. „Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2017 erreicht“).

Für die Berechnung der Sammelquote ist als in Verkehr gebrachte Masse die Masse der Batterien heranzuziehen, die im Durchschnitt des betreffenden und der beiden vorangegangenen Kalenderjahre in Verkehr gebracht wurde.

Um die Sammelquote weiter zu erhöhen, ist neben kontinuierlichen Anstrengungen der Rücknahmesysteme vor allem auch die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt. Geräte-Altbatterien können aktuell an über 170.000 Sammelstellen zurückgegeben werden, beispielsweise in jedem Supermarkt, Discounter, Drogerie- oder Baumarkt, in dem Gerätebatterien verkauft werden. Die Märkte stellen dafür Batteriesammelboxen bereit.

Die Grafik bildet die Entwicklung der Sammelquote von 2009 – 2017 ab. Seit 2009 - 2016 bewegt sich die Quote zwischen 42 und 47 %. 2017 sank sie erstmals wieder auf 45,1 %.
Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2017 erreicht
Quelle: Erfolgskontrollberichte der Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien Diagramm als PDF
 

Gerätebatteriemarkt: Masse der Lithium-Sekundärbatterien stieg wie im Jahr zuvor stärker als jedes andere Batteriesystem an

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 50.634 Tonnen (t) Gerätebatterien in Verkehr gebracht. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 5.123 t beziehungsweise um 11,4 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus beträgt im Jahr 2017 über 29,4 Prozent“).

Primärbatterien (nicht wiederaufladbar):

  • Der Anteil der im Berichtsjahr 2017 in Verkehr gebrachten Primärbatterien am Gesamtvolumen der Gerätebatterien betrug 70,6 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus beträgt im Jahr 2017 über 29,4 Prozent“). Im Vergleich zu den vorangegangenen Berichtsjahren (2011 bis 2016) ist dieser Wert im Berichtsjahr 2017 erneut gesunken. Dies bestätigt den aktuellen Trend, dass der Anteil der Primärbatterien zugunsten der Akkus weiterhin schrumpft: Im Jahr 2010 waren noch 76 %, im Jahr 2009 sogar noch 81 % aller Gerätebatterien Primärbatterien (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme).
  • Im Jahr 2017 wurden 28.773 t Alkali-Mangan (AlMn)-Batterien in Verkehr gebracht. Gegenüber 2016 ist das ein leichter Anstieg um 1.578 t. Der Anteil am Gesamtmarkt der Gerätebatterien beträgt 59,7 %. Im Jahr 2009 betrug er noch 71 %, seit 2012 ist der Wert fast unverändert.
  • Zink-Kohle (ZnC)-Batterien wurden im Jahr 2017 ca. 3.600 t in Verkehr gebracht. Das entsprach etwa 7,5 % aller Gerätebatterien. Gegenüber 2016 ist dieser Wert um ca. 600 t gesunken. Somit setzte sich auch in 2017 ein langjähriger Trend fort, der sich in einer kontinuierlichen Verringerung der seit 2011 in Verkehr gebrachten Masse bei Zink-Kohle-Batterien widerspiegelt, da Zink-Kohle-Batterien im Vergleich zu Alkali-Mangan-Batterien relativ leistungsschwach und ineffizient sind.
  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Primärbatterien (Li) blieb auch in 2017 weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2017 waren es 1.545 t, im Jahr zuvor 1.193 t und im Jahr 2014 1.237 t, die in Verkehr gebracht wurden. Lithium-Primärbatterien sind das Batteriesystem mit den stärksten Zuwächsen der vergangenen vier Jahre.

Akkumulatoren (wiederaufladbar):

Im Jahr 2017 wurden 29,4 % der Gerätebatterien als Akkus in Verkehr gebracht. Im Jahr 2017 betrug die Masse der Akkus 16.184 t. Bei einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum von 2009-2017 zeigt sich: Die Masse der Akkus erhöhte sich bis heute um über 60 %. 2009 betrug der Anteil der Akkus am Gesamtvolumen aller Gerätebatterien lediglich 19 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme"). Unter ökologischen Aspekten ist eine weitere Steigerung des Akku-Anteils wünschenswert. Akkus können mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz. Ersetzt man beispielsweise Primärbatterien der Baugröße AA durch Akkus gleicher Baugröße, lässt sich etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde der Batterie sparen (climatop 2009). Die Klimabelastung pro Servicestunde lässt sich weiter senken, wenn der Akku jeweils langsam aufgeladen und das Ladegerät nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt wird.

  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) stieg auch 2017 – nach kontinuierlichen Zuwächsen seit 2009 – sehr stark um ca. 32,7 % an. Im Jahr 2017 waren es 10.307 t, die in Verkehr gebracht wurden, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 1.906 t. Im Vergleich der Batteriesysteme können Li-Ion-Akkus die höchsten jährlichen Zuwachsraten vorweisen.
  • Im Jahr 2017 wurden 2.107 t Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) in Verkehr gebracht. Die Masse ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, der hohe Wert aus dem Jahr 2011 wird jedoch auch im Berichtsjahr 2017 nicht wieder erreicht.
  • Die in Verkehr gebrachte Masse der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) sank auch im Jahr 2017 erneut auf nun nur noch 273 t. Gegenüber dem Jahr 2016 ist das ein Rückgang um ca. 35 % bzw. 142 t, gegenüber dem Jahr 2010 sogar um ca. 77 % bzw. 916 t. Die überwiegenden Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind die im Batteriegesetz seit 2009 verankerten Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schwermetalle (Cadmiumverbot) sowie ein verändertes Verbraucherverhalten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher entschieden sich häufig gegen die gesetzlich bis 31.12.2016 vom Verbot des Inverkehrbringens ausgenommenen NiCd-Akkus in schnurlosen Werkzeugen und stattdessen für die leistungsstärkeren NiMH- oder Li-Ion-Akkus.
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Das Melderegister für Batteriehersteller (BattG-Melderegister)

Alle Hersteller von Batterien, die in Deutschland Batterien in Verkehr bringen wollen, müssen dies vorab dem Umweltbundesamt (UBA) in einem Online-Formular anzeigen. Wollen diese Unternehmen Gerätebatterien in Verkehr bringen, müssen sie unter anderem das Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien benennen, das von ihnen eingerichtet wurde oder an dem sie beteiligt sind.

Fahrzeug- und Industriebatterie-Hersteller hingegen geben an, welche kostenfreie Rückgabemöglichkeit sie für die zurückgenommenen/angefallenen Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien bei Vertreibern und Behandlungseinrichtungen eingerichtet haben. Ferner ist von ihnen zu hinterlegen, wie die zurückgenommenen Altbatterien verwertet werden.

Zur Startseite des BattG-Melderegister gelangen Sie hier: Ein Teil der Daten kann öffentlich eingesehen werden.

Aktuell (Stichtag: 30. September 2018) erklären ca. 6.500 Batteriehersteller im BattG-Melderegister, dass sie auf dem deutschen Markt tätig sind (siehe Abb. „Das BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“). Die im Register hinterlegten Angaben zeigen auch, dass 82 % der angezeigten Hersteller Gerätebatterien, 13 % Industriebatterien und 5 % Fahrzeugbatterien in Verkehr bringen (siehe Abb. „Anzahl der Hersteller von Geräte-, Fahrzeug- und Industriebatterien im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“).

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