Altbatterien

Altbatterien können giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei enthalten. Um Mensch und Umwelt zu schützen und Wertstoffe in hohem Maße wiederzugewinnen, müssen sie getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall gesammelt und recycelt werden. Im Jahr 2018 konnte die Sammelmenge an Gerätebatterien um 2.532 Tonnen bzw. 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Inhaltsverzeichnis

 

Im Jahr 2018 hat Deutschland alle von der EU geforderten Mindestziele erreicht

Von 219.055 Tonnen (t) Altbatterien, die den speziellen Recyclingverfahren für Altbatterien zugeführt wurden, konnten 177.206 t (2017: 197.241 t) Sekundärrohstoffe wiedergewonnen werden.

In den einzelnen Verfahren waren das insbesondere Blei, Schwefelsäure, Stahl, Ferromangan, Nickel, Zink, Cadmium sowie Quecksilber. Diese Rohstoffe können im Rahmen einer Kreislaufführung erneut zur Batterie- und Akkuherstellung eingesetzt werden.

Dies zeigt, dass auch im Berichtsjahr 2018 ein hoher Anteil der Wertstoffe in Altbatterien effizient wiedergewonnen wurde und Deutschland alle von der EU festgelegten Mindestziele für das Sammeln und Recyceln von Altbatterien erreichte.

Die Masse der Altbatterien, die den Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, ging im Vergleich zum Vorjahr leicht um 6,6 % zurück. Die Aufteilung der 219.055 t in die Kategorien

  • Blei-Säure-Altbatterien (200.410 t),
  • Nickel-Cadmium-Altbatterien (1.221 t) und
  • sonstige Altbatterien (17.424 t)

zeigt den hohen Anteil der Blei-Säure-Altbatterien am Gesamtmarkt der Altbatterien.

Unter die Kategorie „sonstige Altbatterien“ fallen insbesondere Alkali-Mangan (AlMn)-, Zink-Kohle (ZnC)-, Lithium (Li)- und Lithium-Ionen (Li-Ion)- Altbatterien. Die Masse dieser Kategorie stieg im Jahr 2018 um 6,9 %: Nach 14.799 t im Jahr 2016 und 16.222 t im Jahr 2017 waren es 2018, 17.424 t Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zugeführt wurden.

Für das Jahr 2018 wurden – entsprechend der Methodik der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012 – folgende durchschnittliche Recyclingeffizienzen erzielt:

  • Verfahren der Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien: 80,7 %,
  • Verfahren von Nickel-Cadmium-Batterien: 79,1 % und
  • Verfahren von sonstigen Batterien: 83,8 %.

Die Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien erreichen mit knapp 81 % eine deutlich höhere Effizienz als die geforderte Mindestrecyclingeffizienz in Höhe von 65 %. Bei den Recyclingbetrieben von sonstigen Batterien ist im Vergleich zu den Vorjahren ein leichter Anstieg der Effizienz auf rund 84 % zu verzeichnen.

Die Recyclingeffizienz eines Recyclingverfahrens erhält man, indem die Masse der zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe (Outputfraktionen) zur Masse der Altbatterien, die dem Verfahren zugeführt wurde (Inputfraktionen), ins Verhältnis gesetzt wird.

Das Ziel der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012, die im Jahr 2012 in Kraft trat, ist die Vergleichbarkeit der Recyclingeffizienzen der EU-Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Berechnungsgrundlage. Die Begriffe Output- und Inputfraktion sind im Artikel 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr.5 in Verbindung mit Anhang I dieser Verordnung definiert.

Zur Veranschaulichung der EU-Mindestrecyclingziele dient eine Abbildung, in der die ermittelten durchschnittlichen Recyclingeffizienzen den Mindestzielen gegenübergestellt werden (siehe Abb. „Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2017 und 2018“).

Bei der Darstellung von durchschnittlichen Recyclingeffizienzen, die der Prüfung der EU-Mindestziele dienen, kann es vorkommen, dass einzelne ineffiziente Recyclingverfahren die Zielanforderungen nicht erreichen und aufgrund der Systematik unerkannt bleiben. Unsere Einzelfallbetrachtung zeigt, dass alle Recyclingverfahren die Mindestziele erfüllen oder sogar weit übertreffen. Einzig die Recyclingverfahren für Nickel-Cadmium-Batterien liefern ein differenziertes Bild: So zählen die Verfahren mit 79,1 % zwar zu den effizientesten Recyclingverfahren – im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben in Höhe von 75 % wurden die Mindestziele jedoch nur sehr knapp übertroffen.

Ferner haben die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) ausführliche Daten zu den Verwertungsergebnissen der Geräte-Altbatterien im Rahmen des jährlichen Erfolgskontrollberichts an das UBA übermittelt. Neben der Batterieart „Geräte-Altbatterien“ (Batterien, die im Haushalt eingesetzt werden) untergliedern sich Altbatterien außerdem in Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien.

Die Masse der Geräte-Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, betrug im Jahr 2018 23.792 t (2017: 23.818 t). Gegenüber dem Vorjahr ist der Wert somit in etwa gleich geblieben. Die Verwertungsquote für Geräte-Altbatterien, die ausdrückt, wieviel von den gesammelten Altbatterien tatsächlich einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden, sank leicht von 113,2 % im Jahr 2017 auf nun 100,9 %. Dies bedeutet, dass im Jahr 2018 etwas mehr Batterien einer stofflichen Verwertung zugeführt (23.792 t) als gesammelt (23.569 t) wurden. Wie erklärt sich eine Verwertungsquote von unter oder über 100 %? Da sich die Verwertungsquote auf die Sammlung und die Verwertung von Altbatterien eines Kalenderjahres bezieht, resultieren Verwertungsquoten unter oder über 100 % größtenteils aus dem Auf- oder Abbau von Lagerbeständen der Rücknahmesysteme oder der Sortierer. Im Jahr 2018 wurden keine Altbatterien einer Deponierung oder Verbrennung zugeführt.

Im Ergebnis belegen die aktuellen Daten, dass nahezu alle Geräte-Altbatterien sowohl den Recyclingbetrieben zugeführt als auch hochwertig stofflich verwertet werden.

Diagramm: Die Recyclingverfahren von Blei-Säure-Altbatterien erreichten 2018 eine durchschnittliche Effizienz von 80,7 %, von Nickel-Cadmium-Altbatterien 79,1 % und von den sonstigen Batterien durchschnittlich 83,8 %.
Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2017 und 2018
Quelle: Recyclingbetriebe von Altbatterien entsprechend den Vorgaben der EU-Verordnung zur Berechnung der Recyclingeffizienzen für Altbatterien (493/2012) Diagramm als PDF
 

Sammelquote für Gerätebatterien stieg im Jahr 2018

Jedes der vier Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) muss seit dem Berichtsjahr 2016 eine Mindestsammelquote von 45 % erreichen und dauerhaft sicherstellen.

Für die Berechnung der Sammelquote ist als in Verkehr gebrachte Masse die Masse der Batterien heranzuziehen, die im Durchschnitt des betreffenden und der beiden vorangegangenen Kalenderjahre in Verkehr gebracht wurde.

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 52.159 t Gerätebatterien in Verkehr gebracht. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 1.516 t beziehungsweise um 3,0 %.

Die vier Rücknahmesysteme konnten im vergangenen Jahr die Masse der zurückgenommenen Geräte-Altbatterien erneut steigern. Die Sammelmenge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2.532 t auf 23.569 t. Dies entspricht einer Steigerung von 12,1 % und somit einer Sammelquote von 47,7 %. (siehe Abb. „Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2018 erreicht“)

Allerdings ist auch festzustellen, dass im Jahr 2018 erneut weniger als 50 % der zuvor in Verkehr gebrachten Gerätebatterien an den Sammelstellen abgegeben wurden (siehe Abb. „Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2018 erreicht“). Bestehende, effiziente und ökologisch vorteilhafte Sammel- und Recyclingstrukturen werden somit weiterhin nur beschränkt genutzt. Umweltnutzen, der leicht zu generieren wäre, wird bisher von vielen Endnutzern übersehen.

Um die Sammelquote weiter zu erhöhen, ist neben kontinuierlichen Anstrengungen der Rücknahmesysteme vor allem auch die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt. Geräte-Altbatterien können aktuell an über 170.000 Sammelstellen zurückgegeben werden, beispielsweise in jedem Supermarkt, Discounter, Drogerie- oder Baumarkt, in dem Gerätebatterien verkauft werden. Die Märkte stellen dafür Batteriesammelboxen bereit.

Die Grafik bildet die Entwicklung der Sammelquote von 2009 – 2018 ab. In 2018 stieg die Sammelquote auf knapp 48 Prozent stark an.
Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2018 erreicht
Quelle: Erfolgskontrollberichte der Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien Diagramm als PDF
 

Gerätebatteriemarkt: Masse der Lithium-Sekundärbatterien stieg wie im Jahr zuvor stärker als jedes andere Batteriesystem an

Die Gerätebatterien unterteilen sich in die Primär- und die Sekundärbatterien. Als Primärbatterien (nicht wiederaufladbar) bezeichnet man die herkömmlichen Einwegbatterien. Sekundärbatterien (wiederaufladbar) werden in der Regel Akkus genannt und können nach Gebrauch mit einem Ladegerät mit neuer Energie versorgt werden.

Primärbatterien:

  • Der Anteil der im Berichtsjahr 2018 in Verkehr gebrachten Primärbatterien am Gesamtvolumen der Gerätebatterien betrug 71,5 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus beträgt im Jahr 2018 über 28,5 Prozent“). Im Vergleich zu den vorangegangenen Berichtsjahren (2011 bis 2017) ist dieser Wert im Berichtsjahr 2018 erstmalig wieder leicht gestiegen. Schaut man sich aber den aktuellen Trend der letzten Jahre an, stellt man fest, dass der Anteil der Primärbatterien zugunsten der Akkus weiterhin schrumpft: Im Jahr 2010 waren noch 76 %, im Jahr 2009 sogar noch 81 % aller Gerätebatterien Primärbatterien (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme).
  • Im Jahr 2018 wurden 29.411 t Alkali-Mangan (AlMn)-Batterien in Verkehr gebracht. Gegenüber 2017 ist das ein leichter Anstieg um 638 t. Der Anteil am Gesamtmarkt der Gerätebatterien beträgt 56,9 %. Im Jahr 2009 betrug er noch 71 %, seit 2012 ist der Wert fast unverändert.
  • Zink-Kohle (ZnC)-Batterien wurden im Jahr 2018 ca. 4.200 t in Verkehr gebracht. Das entsprach in etwa 8,0 % aller Gerätebatterien.
  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Primärbatterien (Li) ging in 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Im Jahr 2018 sind es 1.276 t, im Jahr zuvor waren es noch 1.545 t.

Sekundärbatterien (Akku):

Im Jahr 2018 wurden 28,5 % der Gerätebatterien als Akkus in Verkehr gebracht. Im Jahr 2018 betrug die Masse der Akkus 15.035 t. Somit sank die Masse der Sekundärbatterien erstmals wieder um 1.149 t.

Bei einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum von 2009-2018 zeigt sich dennoch: Die Masse der Akkus erhöhte sich bis heute um über 110 %. 2009 betrug der Anteil der Akkus am Gesamtvolumen aller Gerätebatterien lediglich 19 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme"). Unter ökologischen Aspekten ist eine weitere Steigerung des Akku-Anteils wünschenswert. Akkus können mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz. Ersetzt man beispielsweise Primärbatterien der Baugröße AA durch Akkus gleicher Baugröße, lässt sich etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde der Batterie sparen (climatop 2009). Die Klimabelastung pro Servicestunde lässt sich weiter senken, wenn der Akku jeweils langsam aufgeladen und das Ladegerät nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt wird.

  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) stieg auch 2018 – nach kontinuierlichen Zuwächsen seit 2009 – leicht um ca. 3,7 % an. Im Jahr 2018 waren es 10.684 t, die in Verkehr gebracht wurden, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 377 t. Im Vergleich der Batteriesysteme können Li-Ion-Akkus die höchsten jährlichen Zuwachsraten vorweisen.
  • Im Jahr 2018 wurden 2.351 t Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) in Verkehr gebracht. Die Masse ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken
  • Die in Verkehr gebrachte Masse der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) sank auch im Jahr 2018 erneut auf nun nur noch 189 t. Gegenüber dem Jahr 2017 ist das ein Rückgang um ca. 44 % bzw. 84 t. Die überwiegenden Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind die im Batteriegesetz seit 2009 verankerten Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schwermetalle (Cadmiumverbot) sowie ein verändertes Verbraucherverhalten.
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Das Melderegister für Batteriehersteller (BattG-Melderegister)

Alle Hersteller von Batterien, die in Deutschland Batterien in Verkehr bringen wollen, müssen dies vorab dem Umweltbundesamt (UBA) in einem Online-Formular anzeigen. Wollen diese Unternehmen Gerätebatterien in Verkehr bringen, müssen sie unter anderem das Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien benennen, das von ihnen eingerichtet wurde oder an dem sie beteiligt sind.

Fahrzeug- und Industriebatterie-Hersteller hingegen bestätigen, dass eine den Anforderungen des § 8 BattG entsprechende Rückgabemöglichkeit eingerichtet wurde. Ferner ist von ihnen schriftlich zu hinterlegen, wie die kostenfreie Rückgabemöglichkeit für die zurückgenommenen/angefallenen Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien bei Vertreibern und Behandlungseinrichtungen ausgestaltet ist. Zur kostenfreien Rückgabemöglichkeit gehört auch die Sicherstellung, dass alle zurückgenommenen Altbatterien nach dem Stand der Technik behandelt und stofflich verwertet werden.

Die Möglichkeit der Beseitigung von Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien durch Verbrennung oder Deponierung ist gesetzlich untersagt.

Aktuell (Stichtag: 31. Juli 2019) erklären im BattG-Melderegister ca. 7.100 Batteriehersteller, dass sie auf dem deutschen Markt tätig sind (siehe Abb. „Das BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“). Die im Register hinterlegten Angaben zeigen auch, dass 82 % der angezeigten Hersteller Gerätebatterien, 13 % Industriebatterien und 5 % Fahrzeugbatterien in Verkehr bringen (siehe Abb. „Anzahl der Hersteller von Geräte-, Fahrzeug- und Industriebatterien im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“).

Zur Startseite des BattG-Melderegister gelangen Sie hier: Ein Teil der Daten kann öffentlich eingesehen werden.

 

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