Altbatterien

Altbatterien können giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei enthalten. Um Mensch und Umwelt zu schützen und Wertstoffe in hohem Maße wiederzugewinnen, müssen sie getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall gesammelt und recycelt werden. Im Jahr 2020 ging die Sammelmenge an Gerätebatterien um 1.282 Tonnen bzw. 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Inhaltsverzeichnis

 

Im Jahr 2020 hat Deutschland alle von der EU geforderten Mindestziele erreicht

Von 181.611 Tonnen (t) Altbatterien, die den speziellen Recyclingverfahren für Altbatterien zugeführt wurden, konnten 146.490 t (2019: 185.955 t) Sekundärrohstoffe wiedergewonnen werden.

In den einzelnen Verfahren waren das insbesondere Blei, Schwefelsäure, Stahl, Ferromangan, Nickel, Zink, Cadmium sowie Quecksilber. Diese Rohstoffe können im Rahmen einer Kreislaufführung erneut zur Batterie- und Akkuherstellung eingesetzt werden.

Dies zeigt, dass auch im Berichtsjahr 2020 ein hoher Anteil der Wertstoffe in Altbatterien effizient wiedergewonnen wurde und Deutschland alle von der EU festgelegten Mindestziele für das Sammeln und Recyceln von Altbatterien erreichte.

Die Masse der Altbatterien, die den Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, ging im Vergleich zum Vorjahr  um 20,7 Prozent (%) zurück. Die Aufteilung der 181.611 t in die Kategorien

  • Blei-Säure-Altbatterien (150.943 t),
  • Nickel-Cadmium-Altbatterien (1.048 t) und
  • sonstige Altbatterien (29.620 t)

zeigt den hohen Anteil der Blei-Säure-Altbatterien am Gesamtmarkt der Altbatterien.

Unter die Kategorie „sonstige Altbatterien“ fallen insbesondere Alkali-Mangan (AlMn)-, Zink-Kohle (ZnC)-, Lithium (Li)- und Lithium-Ionen (Li-Ion)- Altbatterien. Die Masse dieser Kategorie stieg im Jahr 2020 um 32,7 %: Nach 17.424 t im Jahr 2018 und 22.315 t im Jahr 2019 waren es 2020, 29.620 t Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zugeführt wurden.

Für das Jahr 2020 wurden – entsprechend der Methodik der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012 – folgende durchschnittliche Recyclingeffizienzen erzielt:

  • Verfahren der Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien: 81,6 %,
  • Verfahren von Nickel-Cadmium-Batterien: 79,5 % und
  • Verfahren von sonstigen Batterien: 76,2 %.

Die Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien erreichen mit knapp 82 % eine deutlich höhere Effizienz als die geforderte Mindestrecyclingeffizienz in Höhe von 65 %. Bei den Recyclingbetrieben von sonstigen Batterien ist im Vergleich zu den Vorjahren ein Rückgang der Effizienz auf rund 76 % zu verzeichnen.

Die Recyclingeffizienz eines Recyclingverfahrens erhält man, indem die Masse der zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe (Outputfraktionen) zur Masse der Altbatterien, die dem Verfahren zugeführt wurde (Inputfraktionen), ins Verhältnis gesetzt wird.

Das Ziel der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012, die im Jahr 2012 in Kraft trat, ist die Vergleichbarkeit der Recyclingeffizienzen der EU-Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Berechnungsgrundlage. Die Begriffe Output- und Inputfraktion sind im Artikel 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 5 in Verbindung mit Anhang I dieser Verordnung definiert.

Zur Veranschaulichung der EU-Mindestrecyclingziele dient eine Abbildung, in der die ermittelten durchschnittlichen Recyclingeffizienzen den Mindestzielen gegenübergestellt werden (siehe Abb. „Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2019 und 2020“).

Bei der Darstellung von durchschnittlichen Recyclingeffizienzen, die der Prüfung der EU-Mindestziele dienen, kann es vorkommen, dass einzelne ineffiziente Recyclingverfahren die Zielanforderungen nicht erreichen und aufgrund der Systematik unerkannt bleiben. Unsere Einzelfallbetrachtung zeigt, dass alle Recyclingverfahren die Mindestziele erfüllen oder sogar weit übertreffen. Einzig die Recyclingverfahren für Nickel-Cadmium-Batterien liefern ein differenziertes Bild: So zählen die Verfahren mit 79,5 % zwar zu den effizientesten Recyclingverfahren – im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben in Höhe von 75 % wurden die Mindestziele jedoch nur knapp übertroffen.

Ferner haben die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland, ECOBAT Logistik GmbH, Öcorecell, DS Entsorgungs- und Dienstleistungs-GmbH) ausführliche Daten zu den Verwertungsergebnissen der Geräte-Altbatterien im Rahmen des jährlichen Erfolgskontrollberichts an das ⁠UBA⁠ übermittelt. Die DS Entsorgungs- und Dienstleistungs-GmbH mit Sitz in Mainz (Rheinland-Pfalz) legte für das Berichtsjahr 2020 erstmalig eine Erfolgskontrolle vor. Das herstellereigene Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien wurde durch das Ministerium für Umwelt, Energie und Ernährung Rheinland-Pfalz am 28.03.2020 zugelassen und trat im Herbst 2020 in den Markt ein. Neben der Batterieart „Geräte-Altbatterien“ (Batterien, die im Haushalt eingesetzt werden) untergliedern sich Altbatterien außerdem in Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien.

Die Masse der Geräte-Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, betrug im Jahr 2020 26.343 t (2019: 27.625 t). Die Verwertungsquote für Geräte-Altbatterien, die ausdrückt, wieviel von den gesammelten Altbatterien tatsächlich einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden, ist gesunken von 102,5 % im Jahr 2019 auf nun 88,4 %. Dies bedeutet, dass im Jahr 2020 deutlich weniger Batterien einer stofflichen Verwertung zugeführt (23.292 t) als gesammelt (26.343 t) wurden. Wie erklärt sich eine Verwertungsquote von unter oder über 100 %? Da sich die Verwertungsquote auf die Sammlung und die Verwertung von Altbatterien eines Kalenderjahres bezieht, resultieren Verwertungsquoten unter oder über 100 % größtenteils aus dem Auf- oder Abbau von Lagerbeständen der Rücknahmesysteme oder der Sortierer. Im Jahr 2020 wurden keine Altbatterien einer Deponierung oder Verbrennung zugeführt.

Im Ergebnis belegen die aktuellen Daten, dass der Großteil der Geräte-Altbatterien sowohl den Recyclingbetrieben zugeführt als auch hochwertig stofflich verwertet werden.

Diagramm: Die Recyclingverfahren von Blei-Säure-Altbatterien erreichten 2020 eine durchschnittliche Effizienz von 81,6 %, von Nickel-Cadmium-Altbatterien 79,5 % und von den sonstigen Batterien durchschnittlich 76,2 %.
Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2019 und 2020
Quelle: Recyclingbetriebe von Altbatterien entsprechend den Vorgaben der EU-Verordnung zur Berechnung der Recyclingeffizienzen für Altbatterien (493/2012) Diagramm als PDF
 

Die Sammelquote für Gerätebatterien sank im Jahr 2020 auf knapp 46 Prozent

Jedes der sechs Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien muss seit dem Berichtsjahr 2016 eine Mindestsammelquote von 45 % erreichen und dauerhaft sicherstellen.

Für die Berechnung der Sammelquote ist als in Verkehr gebrachte Masse die Masse der Batterien heranzuziehen, die im Durchschnitt des betreffenden und der beiden vorangegangenen Kalenderjahre in Verkehr gebracht wurde.

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 65.368 t Gerätebatterien in Verkehr gebracht. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 9.463 t beziehungsweise um 16,9 %. Dieser starke Anstieg der in Verkehr gebrachten Masse führt dazu, dass die Rücknahmesysteme eine wesentlich größere Menge von Altbatterien sammeln müssen um die geforderte Mindestsammelquote bzw. eine Steigerung der Sammelquote zu erreichen. Dies erklärt die im Berichtjahr 2020 gesunkene Sammelquote auf knapp 46 Prozent (2019: 52,2 Prozent Sammelquote).

Die Masse der zurückgenommenen Geräte-Altbatterien verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 1.282 t auf 26.343 t. Dies entspricht einem Rückgang von 4,6 % und somit einer Sammelquote von 45,6 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2020 erreicht“).

Das Diagramm bildet die Entwicklung der Sammelquote von 2011 bis 2020 ab. In 2020 sank die Sammelquote auf 45,6 %.
Gerätebatterien: Gesetzliche Sammelquote wird auch im Berichtsjahr 2020 erreicht
Quelle: Erfolgskontrollberichte der Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien Diagramm als PDF
 

Gerätebatteriemarkt: Masse der Lithium-Sekundärbatterien stieg wie im Jahr zuvor stärker als jedes andere Batteriesystem an

Die Gerätebatterien unterteilen sich in die Primär- und die Sekundärbatterien. Als Primärbatterien (nicht wiederaufladbar) bezeichnet man die herkömmlichen Einwegbatterien. Sekundärbatterien (wiederaufladbar) werden in der Regel Akkus genannt und können nach Gebrauch mit einem Ladegerät mit neuer Energie versorgt werden.

Primärbatterien:

  • Der Anteil der im Berichtsjahr 2020 in Verkehr gebrachten Primärbatterien am Gesamtvolumen der Gerätebatterien betrug 71% (siehe Abb. „Gerätebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus beträgt im Jahr 2020 29 Prozent“). Im Vergleich zu den vorangegangenen Berichtsjahren (2014 bis 2019) ist dieser Wert wie auch im Berichtsjahr 2019 erneut leicht gestiegen. Schaut man sich aber den aktuellen ⁠Trend⁠ der letzten Jahre an, stellt man fest, dass der Anteil der Primärbatterien zugunsten der Akkus weiterhin schrumpft: Im Jahr 2010 waren noch 76 %, im Jahr 2009 sogar noch 81 % aller Gerätebatterien Primärbatterien (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme).
  • Im Jahr 2020 wurden 38.390 t Alkali-Mangan (AlMn)-Batterien in Verkehr gebracht. Gegenüber 2019 ist das ein Anstieg um 6.244 t. Der Anteil am Gesamtmarkt der Gerätebatterien beträgt 58,7 %. Im Jahr 2009 betrug er noch 71 %, seit 2012 ist der Wert fast unverändert.
  • Zink-Kohle (ZnC)-Batterien wurden im Jahr 2020 ca. 5.300 t in Verkehr gebracht. Das entsprach in etwa 8,1 % aller Gerätebatterien.
  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Primärbatterien (Li) stieg in 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Im Jahr 2020 sind es 2.253 t, im Jahr zuvor waren es noch 1.320 t.

Sekundärbatterien:

Im Jahr 2020 wurden 29 % der Gerätebatterien als Akkus in Verkehr gebracht. Im Jahr 2020 betrug die Masse der Akkus 18.749 t. Somit stieg die Masse der Sekundärbatterien erneut um 1.390 t.

Bei einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum von 2010-2020 zeigt sich: Die Masse der Akkus erhöhte sich bis heute um über 70 %. (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme"). Unter ökologischen Aspekten ist eine weitere Steigerung des Akku-Anteils wünschenswert. Akkus können mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz. Ersetzt man beispielsweise Primärbatterien der Baugröße AA durch Akkus gleicher Baugröße, lässt sich etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde der Batterie sparen (climatop 2009). Die Klimabelastung pro Servicestunde lässt sich weiter senken, wenn der Akku jeweils langsam aufgeladen und das Ladegerät nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt wird.

  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) stieg auch 2020 – nach kontinuierlichen Zuwächsen seit 2010 – deutlich um ca. 10 % an. Im Jahr 2020 waren es 14.000 t, die in Verkehr gebracht wurden, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 1.261 t. Im Vergleich der Batteriesysteme können Li-Ion-Akkus die höchsten jährlichen Zuwachsraten vorweisen.
  • Im Jahr 2020 wurden 2.448 t Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) in Verkehr gebracht. Die Masse ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.
  • Die in Verkehr gebrachte Masse der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) stieg im Jahr 2020 wieder auf nun 162 t. Gegenüber dem Jahr 2019 ist das ein Zuwachs um ca. 8 % bzw. 12 t. Generell ist aber über den Zeitraum 2010 -2020 ein Rückgang der NicCd-Akkus zu betrachten. Die überwiegenden Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind die im Batteriegesetz seit 2009 verankerten Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schwermetalle (Cadmiumverbot) sowie ein verändertes Verbraucherverhalten.
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