Altbatterien

Altbatterien können giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium und Blei enthalten. Um Mensch und Umwelt zu schützen und Wertstoffe in hohem Maße wiederzugewinnen, müssen sie getrennt vom unsortierten Siedlungsabfall gesammelt und recycelt werden. Im Jahr 2016 sank das Altbatterieaufkommen leicht um 3,7 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

 

Masse der zurückgewonnen Sekundärrohstoffe sank im Jahr 2016 um 7.812 Tonnen

Die Ergebnisse des Jahres 2016 zeigen, dass ein hoher Anteil der Wertstoffe in Altbatterien effizient wiedergewonnen wurde und Deutschland alle von der EU festgelegten Mindestziele für das Sammeln und Recyceln von Altbatterien erreichte.

Von 223.394 Tonnen (t) Altbatterien, die den speziellen Recyclingverfahren für Altbatterien zugeführt wurden, konnten 187.952 t Sekundärrohstoffe wiedergewonnen werden. In den einzelnen Verfahren waren das insbesondere Blei, Schwefelsäure, Stahl, Ferromangan, Nickel, Zink, Cadmium sowie Quecksilber.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Masse der Sekundärrohstoffe leicht von 195.764 t auf 187.952 t beziehungsweise um 7.812 t. Diese Rohstoffe können im Rahmen einer Kreislaufführung erneut zur Batterie- und Akkuherstellung eingesetzt werden.

Die Masse der Altbatterien, die den Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, sank ebenfalls leicht: Im Vergleich zum Vorjahr sank sie von 232.031 t auf 223.394 t beziehungsweise um 3,7 Prozent (%). Die Aufteilung dieser 223.394 t in die Kategorien

  • Blei-Säure-Altbatterien (207.261 t),
  • Nickel-Cadmium-Altbatterien (1.334 t) und
  • sonstige Altbatterien (14.799 t)

offenbart den hohen Anteil der Blei-Säure-Altbatterien am Gesamtmarkt der Altbatterien.

Unter die Kategorie „sonstige Altbatterien“ fallen insbesondere Alkali-Mangan (AlMn)-, Zink-Kohle (ZnC)-, Lithium (Li)- und Lithium-Ionen (Li-Ion)- Altbatterien. Die Masse dieser Kategorie sank im Jahr 2016 erneut um 15 %: Nach 18.925 t im Jahr 2014 und 17.389 t im Jahr 2015 waren es 2016 noch 14.799 t Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zugeführt wurden.

Zur Veranschaulichung der EU-Mindestrecyclingziele dient eine Abbildung, in der die ermittelten durchschnittlichen Recyclingeffizienzen den Mindestzielen gegenübergestellt werden (siehe Abb. „Effizienzen der Recyclingverfahren für Altbatterien 2015 und 2016“).

Die Recyclingeffizienz eines Recyclingverfahrens erhält man, indem die Masse der zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe (Outputfraktionen) zur Masse der Altbatterien, die dem Verfahren zugeführt wurde (Inputfraktionen), ins Verhältnis gesetzt wird.

Für das Jahr 2016 wurden – entsprechend der Methodik der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012 – folgende durchschnittliche Recyclingeffizienzen erzielt:

  • Verfahren der Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien 84,7 %,
  • Verfahren von Nickel-Cadmium-Batterien 79 % und
  • Verfahren von sonstigen Batterien 77 %.

Die Recyclingbetriebe von Blei-Säure-Batterien erreichen mit knapp 85 % eine deutlich höhere Effizienz als die geforderte Mindestrecyclingeffizienz in Höhe von 65 %. Bei den Recyclingbetrieben von sonstigen Batterien ist ein leichter Anstieg der Effizienz, im Vergleich zu den Vorjahren, auf rund 77 % zu verzeichnen.

Das Ziel der Recyclingeffizienzverordnung (EU) 493/2012, die im Jahr 2012 in Kraft trat, ist die Vergleichbarkeit der Recyclingeffizienzen der EU-Mitgliedstaaten durch eine einheitliche Berechnungsgrundlage. Die Begriffe Output- und Inputfraktion sind im Artikel 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr.5 i.V.m. Anhang I dieser Verordnung definiert.

Bei der Darstellung von durchschnittlichen Recyclingeffizienzen, die der Prüfung der EU-Mindestziele dienen, kann es vorkommen, dass einzelne ineffiziente Recyclingverfahren die Zielanforderungen nicht erreichen und aufgrund der Systematik unerkannt bleiben. Unsere Einzelfallbetrachtung zeigt, dass alle Recyclingverfahren die Mindestziele erfüllen oder sogar weit übertreffen. Einzig die Recyclingverfahren für Nickel-Cadmium-Batterien liefern ein differenziertes Bild: So zählen die Verfahren mit 79 % zwar zu den effizientesten Recyclingverfahren – im Vergleich zu den gesetzlichen Vorgaben in Höhe von 75 % wurden die Mindestziele jedoch nur sehr knapp erreicht.

Ferner haben die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) ausführliche Daten zu den Verwertungsergebnissen der Geräte-Altbatterien im Rahmen des jährlichen Erfolgskontrollberichts an das UBA übermittelt. Neben der Batterieart „Geräte-Altbatterien“ (Batterien, die im Haushalt eingesetzt werden) untergliedern sich Altbatterien außerdem in Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien.

Die Masse der Geräte-Altbatterien, die einem Recyclingverfahren zur stofflichen Verwertung zugeführt wurde, betrug im Jahr 2016 19.543 t. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 329 t beziehungsweise um ca. 1,7 %. Die Verwertungsquote für Geräte-Altbatterien – die ausdrückt, wieviel von den gesammelten Altbatterien tatsächlich einer stofflichen Verwertung zugeführt wurden – sank hingegen von 97,6 % im Jahr 2015 auf 95,2 %. Das heißt allerdings nicht, dass die gesamte Differenz zwischen gesammelten (20.524 t) und stofflich verwerteten Geräte-Altbatterien (19.543 t) beseitigt wurde. Häufig erklären sich Verwertungsquoten unter oder über 100% wie folgt: Da sich die Verwertungsquote auf die Sammlung und die Verwertung von Altbatterien  eines Kalenderjahres bezieht, resultieren Verwertungsquoten unter oder über 100 % größtenteils aus dem Auf- oder Abbau von Lagerbeständen der Rücknahmesysteme oder der Sortierer. Die Masse der Altbatterien, die im Jahr 2016 durch Deponierung oder Verbrennung beseitigt wurde, betrug 93 t.

Im Ergebnis belegen die aktuellen Daten, dass nahezu alle Geräte-Altbatterien sowohl den Recyclingbetrieben zugeführt als auch hochwertig stofflich verwertet werden.

Allerdings ist auch festzustellen, dass im Jahr 2016 erneut weniger als 50 % der zuvor in Verkehr gebrachten Gerätebatterien an den Sammelstellen (siehe Abb. „Gerätebatterien: Erneuter Anstieg der Sammelquote im Berichtsjahr 2016“) abgegeben wurden. Bestehende, effiziente und ökologisch vorteilhafte Sammel- und Recyclingstrukturen werden dadurch nur beschränkt genutzt. Umweltnutzen, der leicht zu generieren ist, wird bisher von vielen Endnutzern übersehen.

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Sammelquote für Gerätebatterien stieg auch im Jahr 2016 weiter an

Jedes der vier Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien (GRS Batterien, CCR REBAT, ERP Deutschland und Öcorecell) muss ab dem Berichtsjahr 2016 eine Mindestsammelquote von 45 Prozent (%) erreichen und dauerhaft sicherstellen.

Im Jahr 2016 konnten die vier Rücknahmesysteme die Masse der zurückgenommenen Geräte-Altbatterien erneut steigern. Die Sammelmenge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 846 Tonnen (t) auf 20.524 t. Parallel dazu stieg die in Verkehr gebrachte Masse der Gerätebatterien ebenfalls leicht an. Die Sammelquote erhöhte sich von 45,3 % im Jahr 2015 auf 46,2 %.

Die Betrachtung der Sammelquoten im Jahr 2016 je Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien zeigt, dass alle Rücknahmesysteme ihre Sammelquoten steigern konnten und die ab 2016 geforderte Sammelquote von 45% erreichten bzw. diese übertrafen (siehe Abb. „Gerätebatterien: Erneuter Anstieg der Sammelquote im Berichtsjahr 2016“).

Für die Berechnung der Sammelquote ist als in Verkehr gebrachte Masse die Masse der Batterien heranzuziehen, die im Durchschnitt des betreffenden und der beiden vorangegangenen Kalenderjahre in Verkehr gebracht wurde.

Um die Sammelquote weiter zu erhöhen, ist neben kontinuierlichen Anstrengungen der Rücknahmesysteme vor allem auch die Unterstützung der Verbraucherinnen und Verbraucher gefragt. Geräte-Altbatterien können aktuell an über 170.000 Sammelstellen zurückgegeben werden, beispielsweise in jedem Supermarkt, Discounter, Drogerie- oder Baumarkt, in dem Gerätebatterien verkauft werden. Die Märkte stellen dafür Batteriesammelboxen bereit.

Die Grafik bildet die Entwicklung der Sammelquote von 2003 – 2016 ab. Im Jahr 2003 wurden nur 35 % Geräte-Altbatterien gesammelt. Ab 2007 - 2015 bewegt sich die Quote zwischen 41 und 45 %. 2016 steigt sie erstmals über die 46 Prozentmarke auf 46,2 %.
Gerätebatterien: Erneuter Anstieg der Sammelquote im Berichtsjahr 2016
Quelle: Erfolgskontrollberichte der Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien Diagramm als PDF
 

Gerätebatteriemarkt: Masse der Lithium-Sekundärbatterien stieg wie im Jahr zuvor stärker als jedes andere Batteriesystem an

Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 45.511 t Gerätebatterien in Verkehr gebracht. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg um 1.609 t beziehungsweise um 3,5 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Erneuter Anstieg der Sammelquote im Berichtsjahr 2016“).

Primärbatterien (nicht wiederaufladbar):

  • Der Anteil der im Berichtsjahr 2016 in Verkehr gebrachten Primärbatterien am Gesamtvolumen der Gerätebatterien betrug 72,7 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Anteil der in Verkehr gebrachten Akkus beträgt im Jahr 2016 über 27 Prozent“). Im Vergleich zu den vorangegangenen Berichtsjahren (2011 bis 2015) ist dieser Wert im Berichtsjahr 2016 erstmals gesunken. Dies bestätigt den aktuellen Trend, dass der Anteil der Primärbatterien zugunsten der Akkus auch zukünftig weiter schrumpft: Im Jahr 2010 waren noch 76 %, im Jahr 2009 sogar noch 81 % aller Gerätebatterien Primärbatterien (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme).
  • Im Jahr 2016 wurden 27.195 t Alkali-Mangan (AlMn)-Batterien in Verkehr gebracht. Gegenüber 2015 ist das ein leichter Anstieg um 533 t. Der Anteil am Gesamtmarkt der Gerätebatterien beträgt 60 %. Im Jahr 2009 betrug er noch 71 %, seit 2012 ist der Wert fast unverändert.
  • Zink-Kohle (ZnC)-Batterien wurden im Jahr 2016 ca. 4.200 t in Verkehr gebracht. Das entsprach etwa 9 % aller Gerätebatterien. Gegenüber 2015 ist dieser Wert um ca. 200 t gesunken. Somit setzte sich auch in 2016 ein langjähriger Trend fort, der sich in einer kontinuierlichen Verringerung der seit 2011 in Verkehr gebrachten Masse bei Zink-Kohle-Batterien widerspiegelt, da Zink-Kohle-Batterien im Vergleich zu Alkali-Mangan-Batterien relativ leistungsschwach und ineffizient sind.
  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Primärbatterien (Li) blieb auch in 2016 weiter auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2016 waren es 1.193 t, im Jahr zuvor 1.237 t und im Jahr 2014 989 t, die in Verkehr gebracht wurden. Lithium-Primärbatterien sind das Batteriesystem mit den stärksten Zuwächsen der vergangenen vier Jahre.

Akkumulatoren (wiederaufladbar):

Im Jahr 2016 wurden 27 % der Gerätebatterien als Akkus in Verkehr gebracht. Im Jahr 2016 betrug die Masse der Akkus 12.409 t. Bei einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum von 2009-2016 zeigt sich: Die Masse der Akkus erhöhte sich bis heute um über 60 %. 2009 betrug der Anteil der Akkus am Gesamtvolumen aller Gerätebatterien lediglich 19 % (siehe Abb. „Gerätebatterien: Entwicklung der in Verkehr gebrachten Primär- und Sekundärbatterien und der größten Batteriesysteme"). Unter ökologischen Aspekten ist eine weitere Steigerung des Akku-Anteils wünschenswert. Akkus können mehrfach wiederaufgeladen werden und verbessern so ihre Umwelt- und Energiebilanz. Ersetzt man beispielsweise Primärbatterien der Baugröße AA durch Akkus gleicher Baugröße, lässt sich etwa ein halbes Kilogramm klimarelevantes Kohlendioxid pro Servicestunde der Batterie sparen (climatop 2009). Die Klimabelastung pro Servicestunde lässt sich weiter senken, wenn der Akku jeweils langsam aufgeladen und das Ladegerät nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt wird.

  • Die Masse der in Verkehr gebrachten Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) stieg auch 2016 – nach kontinuierlichen Zuwächsen seit 2009 – sehr stark um ca. 17,5 % an. Im Jahr 2016 waren es 8.401 t, die in Verkehr gebracht wurden, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 1.474 t. Im Vergleich der Batteriesysteme können Li-Ion-Akkus die höchsten jährlichen Zuwachsraten vorweisen.
  • Im Jahr 2016 wurden 2.103 t Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) in Verkehr gebracht. Die Masse ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, der hohe Wert aus dem Jahr 2011 wird auch im Berichtsjahr 2016 nicht mehr erreicht: In den Jahren von 2009 bis 2011 stieg die Masse noch von 2.041 t auf 3.138 t an.
  • Die in Verkehr gebrachte Masse der Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd) sank auch im Jahr 2016 erneut auf nun nur noch 415 t. Gegenüber dem Jahr 2015 ist das ein Rückgang um ca. 17 % bzw. 86 t, gegenüber dem Jahr 2010 sogar um ca. 65 % bzw. 774 t. Die überwiegenden Gründe für diese erfreuliche Entwicklung sind die im Batteriegesetz seit 2009 verankerten Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schwermetalle (Cadmiumverbot) sowie ein verändertes Verbraucherverhalten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher entschieden sich häufig gegen die gesetzlich bis 31.12.2016 vom Verbot des Inverkehrbringens ausgenommenen NiCd-Akkus in schnurlosen Werkzeugen und stattdessen für die leistungsstärkeren NiMH- oder Li-Ion-Akkus.
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Das Melderegister für Batteriehersteller (BattG-Melderegister)

Alle Hersteller von Batterien, die in Deutschland Batterien in Verkehr bringen wollen, müssen dies vorab dem Umweltbundesamt (UBA) in einem Online-Formular anzeigen. Wollen diese Unternehmen Gerätebatterien in Verkehr bringen, müssen sie unter anderem das Rücknahmesystem für Geräte-Altbatterien benennen, das von ihnen eingerichtet wurde oder an dem sie beteiligt sind.

Fahrzeug- und Industriebatterie-Hersteller hingegen geben an, welche kostenfreie Rückgabemöglichkeit sie für die zurückgenommenen/angefallenen Fahrzeug- und Industrie-Altbatterien bei Vertreibern und Behandlungseinrichtungen eingerichtet haben. Ferner ist von ihnen zu hinterlegen, wie die zurückgenommenen Altbatterien verwertet werden.

Zur Startseite des BattG-Melderegister gelangen Sie hier: Ein Teil der Daten kann öffentlich eingesehen werden.

Aktuell (31. Oktober 2017) erklären 6.157 Batteriehersteller im BattG-Melderegister, dass sie auf dem deutschen Markt tätig sind (siehe Abb. „Das BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“). Die im Register hinterlegten Angaben zeigen auch, dass 82 % der angezeigten Hersteller Gerätebatterien, 13 % Industriebatterien und 5 % Fahrzeugbatterien in Verkehr bringen (siehe Abb. „Prozentuale Verteilung der Hersteller von Geräte-, Fahrzeug- und Industriebatterien im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes“).

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