Batterien und Altbatterien

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Aktuell werden in Deutschland pro Jahr ca. 50.000 Tonnen Gerätebatterien in Verkehr gebracht.
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Batterien und Akkus begleiten unseren Alltag. Sie ermöglichen es, viele Geräte mobil und unabhängig vom Stromnetz zu nutzen. Die Bedeutung für den Umwelt- und Ressourcenschutz liegt in ihrem Inhalt: Batterien und Akkus enthalten Wertstoffe, können aber auch gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe beinhalten. Daher gehören sie keinesfalls in den Hausmüll.

Inhaltsverzeichnis

 

Batterieaufkommen in Deutschland, Sammelquoten und Recyclingeffizienzen

Aktuelle Daten zum Batterie- und Altbatterieaufkommen Deutschlands, insbesondere zu den in Verkehr gebrachten und zurückgenommen Massen, Sammelquoten, Verwertungsquoten und Recyclingeffizienzen, veröffentlichen wir jährlich neu in der Rubrik „Daten“. Verschiedene Grafiken veranschaulichen dort Jahresergebnisse und Entwicklungen, die sich im Bereich der Batterien aufzeigen. Zu den Daten gelangen Sie hier: Artikel „Altbatterien“

Das BattG-Melderegister

Im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes (UBA ) zeigen Hersteller von Batterien (Produzenten, Importeure, etc.) elektronisch ihre Marktteilnahme, Änderungen, die sich im Anschluss des Markteintritts ergeben sowie einen möglichen Marktaustritt an. Die Nutzung des BattG-Melderegisters ist kostenfrei. Hersteller von Batterien sollten beachten, dass die entsprechenden Angaben im BattG-Melderegister hinterlegt sein müssen, bevor sie Batterien in Deutschland in den Verkehr bringen – also bereits vor der Einfuhr von Batterien nach Deutschland. Ein Teil der Melderegisterdaten, unter anderem Informationen zu Hersteller-Rücknahmepflichten, ist im Internet auf der Seite des BattG-Melderegisters unter dem Menüpunkt „Einsicht in das Melderegister“ öffentlich einsehbar. Ziel des Registers ist es, die Rücknahme- und Entsorgungsverantwortung der Hersteller abzusichern. Verstöße gegen die Anzeigeverpflichtung im BattG-Melderegister stellen eine Ordnungswidrigkeit dar. Das Umweltbundesamt ist für die Verfolgung und Ahndung dieser Verstöße sowie weiterer Ordnungswidrigkeiten nach § 22 Absatz 1 Nummer 2, 3a bis 5, 8 und 14 Batteriegesetz (BattG) zuständig. Die Ahndung der übrigen Tatbestände ist Aufgabe der Bundesländer.

Rücknahme von Altbatterien

Vertreiber (Händler) von Batterien sind verpflichtet, Altbatterien unentgeltlich vom Endnutzer zurückzunehmen. Auf der anderen Seite sind Endnutzer gesetzlich verpflichtet, alle anfallenden Altbatterien bei den Vertreibern von Batterien oder den Sammelstellen der Wertstoffhöfe/ Schadstoffmobile abzugeben. Keinesfalls gehören Altbatterien – beispielsweise auch beschädigte Altbatterien und Knopfzellen – in den Hausmüll oder gar achtlos in die Umwelt. Darauf weist auch das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf den Batterien beziehungsweise auf der Verpackung hin.

Für die Sammlung haben die Hersteller von Gerätebatterien das Gemeinsame Rücknahmesystem GRS Batterien (Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien) sowie die vier herstellereigenen Rücknahmesysteme: CCR REBAT, ERP Deutschland, ÖcoReCell und ECOBAT eingerichtet.

Es gibt etwa 200.000 Sammelstellen, bei denen Verbraucherinnen und Verbraucher Altbatterien entsorgen können. Die Sammelstellen im Handel befinden sich überall dort, wo neue Batterien verkauft werden: Beispielsweise in Supermärkten, Drogeriemärkten, Warenhäusern, Elektro-Fachgeschäften, Baumärkten und Tankstellen. Außerdem nehmen auch die Kommunen Altbatterien und Altakkus zurück, zum Beispiel auf Wertstoffhöfen. Dazu gibt es Unternehmen, Behörden, Vereine und oftmals auch Hochschulen, die freiwillige Sammelstellen eingerichtet haben.

Die Sammelstellen von Altbatterien im Handel (Supermärkte, Elektro-Fachgeschäfte, …) befinden sich oftmals im Eingangs- oder Ausgangsbereich, beispielsweise im Bereich der Einpacktische, dort wo auch anderer Abfall wie Altpapier und Verpackungsabfälle getrennt gesammelt werden. Um die Sammelstellen leicht zu finden, gibt es ein – allerdings nicht verbindliches – einheitliches Sammelstellenlogo (siehe Abbildung 1). Ist auf diesem Logo neben der Batterie auch ein Stecker abgebildet, bedeutet das, dass an dieser Sammelstelle auch Elektro-Altgeräte zurückgegeben werden können (siehe Abbildung 2).

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Fahrzeug- und Industriealtbatterien (bspw. E-Bike-Akkus, Akkus zur Speicherung von Erneuerbaren Energien) können von Endnutzern bei den Vertreibern dieser Batteriearten kostenfrei zurückgeben werden. Teilweise beteiligen sich auch kommunale Sammelstellen freiwillig an der Sammlung von Fahrzeug- und Industriealtbatterien.

Sammelquoten für Gerätebatterien

Die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte Mindestsammelquoten in ihrem System zu erreichen: Seit dem Jahr 2016 gilt eine Mindestsammelquote in Höhe von 45 Prozent. Zur Erreichung des Umweltziels „Steigerung der Sammelquote“ kommt es neben den Anstrengungen der Rücknahmesysteme maßgeblich auf das Engagement und die Mitwirkung der Verbraucherinnen und Verbraucher an.

Gesetzliche Grundlagen

Im Jahr 2006 trat die EU-Batterierichtlinie (BattRL) in Kraft. Ihr Ziel ist es, die Umweltbelastungen durch Altbatterien zu reduzieren. In Deutschland löste im Jahr 2009 das Batteriegesetz (BattG) die Batterieverordnung von 1998 ab. Das BattG, das die BattRL in nationales Recht umsetzt, gilt für alle Arten von Batterien und Akkumulatoren also Fahrzeugbatterien, Industriebatterien und die aus dem Alltag bekannten Gerätebatterien. Im Rahmen der Produktverantwortung verpflichtet das BattG die Hersteller (Produzenten, Importeure, etc.) zur Rücknahme gesammelter bzw. bei Behandlern anfallenden Altbatterien. Im Bereich der Gerätebatterien werden die Rücknahme und das Recycling durch die Einrichtung von Rücknahmesystemen für Geräte-Altbatterien gesichert. So werden beispielsweise gesammelte Geräte-Altbatterien im Auftrag der Hersteller vom Rücknahmesystem zunächst zur Sortierung transportiert. Im Anschluss werden die einzelnen Batterietypen dem entsprechenden Recyclingbetrieb für Altbatterien zugeführt und das Recycling mit möglichst hoher Prozesseffizienz angestrebt.

Recycling und Verwertung

Batterien bestehen  – je nach Batterietyp – zu großen Teilen aus Wertstoffen wie Zink, Nickel, Eisen/ Stahl, Mangan oder Aluminium. Auch Lithium, Kobalt, Silber und Seltene Erden sind oftmals in geringen Mengen enthalten. Darüber hinaus können Altbatterien aber auch Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium oder Blei beinhalten. Um die Wertstoffe in großen Anteilen zurückgewinnen zu können und die mögliche Verteilung von Schwermetallen in der Umwelt zu vermeiden, ist es wichtig, Altbatterien getrennt von anderen Abfallströmen zu erfassen. Die etablierten Recyclingprozesse für Altbatterien und -Akkus konzentrieren sich vor allem auf die Rückgewinnung von Quecksilber, Cadmium, Blei, Zink, Eisen, Aluminium, Nickel, Kupfer, Silber, Mangan und Kobalt. Mit der Wiedergewinnung dieser Stoffe kann unter anderem die umweltbelastende Primärgewinnung vieler Rohstoffe reduziert werden. Wertvolle Beiträge zum Umwelt- und Ressourcenschutz werden dadurch geleistet.

Verwertung von Altbatterien aus Elektrofahrzeugen

Elektrofahrzeuge werden neben der üblichen Starterbatterie (Fahrzeugbatterie) mit einer separaten Antriebsbatterie (Industriebatterie) ausgestattet. Diese Antriebsbatterien wiegen häufig einige hundert Kilogramm. Zum Einsatz kommen vorwiegend Lithium-Ionen-Batterien, teilweise werden auch noch Nickel-Metall-Hydrid-Batterien eingesetzt. Vor allem die Demontage und stoffliche Verwertung dieser Hochenergiebatterien stellen, insbesondere wegen der hohen Spannungen, den vielen diversen Baustoffen in Kleinstmengen und des hochreaktiven Lithiums, eine Herausforderung dar.

Die Bundesregierung förderte und fördert schon seit dem Jahr 2009 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Rahmen der Elektromobilitätsforschung um Behandlungs- und Recyclingprozesse zu verbessern. Beispiele für Verfahren zur Wiederverwendung und Verwertung von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen, teilweise mit Prozessstufen zur Lithium-Rückgewinnung, sind:

Die Projekte berücksichtigten auch diverse Prozesse die über das Recyclingverfahren hinausgehen, von der Demontage und Entladung der Batterie, der Vorbereitung zur Wiederverwendung, der Zerlegung und dem Recycling bis hin zu Fragen des Ökodesigns für Batterien.

Aus den zahlreichen Förderaktivitäten der letzten Jahre ist das Interesse der Bundesregierung zu erkennen, nicht nur die Batterietechnik für die Elektromobilität, sondern auch die zugehörigen Recyclingtechniken zu fördern.

Schwermetallverbote und Kennzeichnungspflichten

Mit dem Inkrafttreten des BattG wurde der Quecksilbergehalt in Batterien begrenzt. So ist das Inverkehrbringen von Batterien, die mehr als 0,0005 Gewichtsprozent (fünf Milligramm pro Kilogramm) Quecksilber enthalten, verboten. Das Quecksilberverbot gilt wegen der hohen Gesundheits- und Umweltrelevanz mittlerweile auch für Knopfzellen: Knopfzellen, die bis zu 2 Gewichtsprozent Quecksilber aufwiesen, durften nur bis zum 30.09.2015 in Verkehr gebracht werden.

Auch das Inverkehrbringen von Gerätebatterien mit einem Cadmiumgehalt von mehr als 0,002 Gewichtsprozent (20 Milligramm pro Kilogramm) ist verboten. Lediglich in einigen wenigen Anwendungen sind Gerätebatterien von der Cadmiumbeschränkung ausgenommen. Hierzu zählen Not- oder Alarmsysteme, Notbeleuchtungen und medizinische Ausrüstung. Die Ausnahme für die Verwendung von cadmiumhaltigen Gerätebatterien in schnurlosen Elektrowerkzeugen (galt bis zum 31. Dezember 2016) ist entfallen.

Fahrzeug- und Industriebatterien unterliegen nicht dem Cadmiumverbot.

Enthalten Batterien die Schwermetalle Cadmium beziehungsweise Blei oberhalb bestimmter Grenzwerte, muss dies auf der Batterie beziehungsweise der Verpackung unterhalb des Symbols der durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet werden.

Symbol "Durchgestrichene Tonne"
Batterien gehören nicht in die Restmülltonne
Quelle: Igor Tarasov / Fotolia.com
 

In den Jahren 2006/2007 und 2010/2011 ließ das Umweltbundesamt durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung jeweils circa 300 Gerätebatterien auf die Einhaltung der Schwermetallbegrenzungen und Kennzeichnungspflichten untersuchen. Die jeweiligen Ergebnisse der beiden Forschungsvorhaben finden Sie in den Publikationshinweisen auf dieser Seite. Im Ergebnis stellten die Studien in wenigen bzw. einigen Fällen Überschreitungen des Schwermetallgrenzwerts sowie des Kennzeichnungsschwellenwerts für Schwermetalle fest.

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Batterien und Akkus

Ob Smartphone, Wecker, Fernbedienung, Laptop, Kamera oder Küchenwaage – ständig benutzen wir Geräte mit Batterien oder Akkus. Aber sind Akkus wirklich immer ökologischer als Batterien? Und welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Typen mit den komplizierten Namen: Zink-Kohle-Batterien, Alkali-Mangan-Batterien, Lithium-Ionen-, Nickel-Metallhydrid- und LSD-Nickel-Metallhydrid-Akkus? Wie pflegt man sie richtig und wie gut lassen sie sich recyceln? Diese Fragen beantwortet Katja Tschetschorke vom Umweltbundesamt.

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Quelle:
Green Radio / Detektor.fm