Klimarisikoanalyse und Anpassung in Unternehmen

Rohre auf einem Fabrikgeländezum Vergrößern anklicken
Auch auf die Industrie hat der Klimwandel Auswirkungen.
Quelle: Thorsten Schier/fotolia.com

Unternehmen müssen sich mit vermehrt mit Klimarisiken auseinandersetzen und ggf. Anpassungsmaßnahmen umsetzen. Dazu gibt es in der EU-Taxonomie, den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) und weiteren Rahmenwerken klare Vorgaben, die für manche Unternehmen verbindlich anzuwenden sind.

Was sind unternehmerische Klimarisiken?

Für Unternehmen sind Klimarisiken mögliche negative Konsequenzen des Klimawandels. Dabei wird im unternehmerischen Kontext zwischen physischen und transitorischen Risiken unterschieden.

Was sind physische Klimarisiken aus Sicht von Unternehmen?

Physische Klimarisiken für Unternehmen sind beispielsweise mögliche Schäden an Gebäuden. Sie resultieren aus Klimagefahren wie ⁠Dürre⁠, Wassermangel, Hitze, ⁠Starkregen⁠ bis hin zum Anstieg des Meeresspiegels. Ein Teil dieser Probleme ist bislang als Naturgefahren bekannt, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Stärke aufgrund des Klimawandels zunimmt.

Was sind transitorische Klimarisiken?

Transitorische Klimarisiken ergeben sich für Unternehmen insbesondere aus der sukzessiven Dekarbonisierung der Volkswirtschaft, also aus den Auswirkungen einer anspruchsvollen Klimaschutzpolitik. Dazu gehören Verschärfungen des Emissionshandels, strengere Effizienzvorschriften wie auch die Förderung von zukunftsfähigen Technologien.

Corporate Sustainability Reporting Directive

Die geplante europäische „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) wird große Unternehmen verpflichten, gemäß Europäischer Berichsstandards („European Sustainability Reporting Standards“, ESRS) zu berichten. Der ESRS „ S1 Climate Change“ definiert detailliere Berichtsanforderungen zu physischen und transitorischen Risiken und wie diese gemanagt werden.

IFRS Sustainability Disclosure Standards

Auch die „International Financial Reporting Standards Foundation“ (IFRS), die mit ihren Standards zur internationalen Harmonisierung der Geschäftsberichterstattung beiträgt, hat 2021 die Entwicklung von IFRS „Sustainability Disclosure Standards“ angestoßen. Hier liegen nun zwei Standardentwürfe nämlich IFRS „S1 General Requirements“ und IFRS „S2 Climate-related Disclosures“ vor. Auch der  IFRS-Standard zu klimabezogenen Offenlegungen definiert detailliere Berichtsanforderungen zu physischen und transitorischen Risiken und deren Management.
Sowohl der europäische wie auch der internationale Standard zu klimabezogener Berichterstattung basiert auf den Empfehlungen der „Task Force on Climate-related financial Disclosures“ (TCFD) und geht teilweise darüber hinaus.

EU-Taxonomie

In der Europäischen Union müssen bestimmte große Unternehmen außerdem gemäß der EU-Taxonomie berichten. Die EU-Taxonomie ist ein gesetzlich geregeltes Klassifizierungssystem, mit dem für bestimmte Wirtschaftstätigkeiten anhand von Anforderungen bestimmt werden kann, ob sie maßgeblich zu den europäischen Umweltzielen, darunter ⁠Klimaschutz⁠ und ⁠Anpassung an den Klimawandel⁠, beitragen. Dazu müssen u.a. Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben berichtet werden.

Empfehlungen für eine robuste ⁠Klimarisiko⁠- und ⁠Vulnerabilitätsbewertung

Für Unternehmen, die für bestimmte Wirtschaftstätigkeiten Taxonomiekonformität gemäß der EU-Taxonomieverordnung hinsichtlich wesentlicher Beiträge zu Klimaanpassung erreichen wollen, ist eine robuste Klimarisiko- und Vulnerabilitätsbewertung erforderlich. Die entsprechenden rechtlichen Vorgaben sind in Anhang 1, Anlage A der Delegierten Verordnung 2021/2139 definiert. Taxonomiekonformität bedeutet auch, dass diese Wirtschaftstätigkeiten mehrere „Do No Signifikant Harm“ (DNSH)-Anforderungen erfüllen. Zu diesen DNSH-Anforderungen gehört, dass die Anpassung an den Klimawandel erfüllt wird.

Um die Umsetzung dieser Anforderungen zu erleichtern, hat das Umweltbundesamt die Handreichung „How to perform a robust climate risk and vulnerability assessment for EU Taxonomy reporting? Recommendations for companies“ entwickeln lassen. Wie ein Leitfaden beschreiben diese Empfehlungen, wie Unternehmen praktisch vorgehen können, um die rechtlichen Anforderungen der Taxonomie zu erfüllen. 

Die hier verfügbare Fassung ist ein finaler Entwurf, der in Kürze in deutscher und englischer Sprache in der Publikationsdatenbank des Umweltbundesamtes erscheinen wird.

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