Gewässerbeobachtung der Zukunft

eine schematsiche Darstellung der Arbeitsschritte im Projekt ad-hoc Bewertung für die Gewässerbeobachtung der Zukunft
© Umweltbundesamt

In dem Projekt „Ad-hoc Bewertung für die Gewässerbeobachtung der Zukunft“ werden Bewertungsoptionen für die Weiterentwicklung der Aus- und Bewertung sowie die Priorisierung von Non-Target Screening Daten entwickelt.

Die Zero Pollution Ambition des Green Deal hat eine schadstofffreie Umwelt zum Ziel und wird gemeinsam mit der neuen Chemikalienstrategie für einen nachhaltigen Chemikalienmarkt sorgen, der Mensch und Umwelt vor gefährlichen Stoffen schützt.

Bisher konnte mit der Target Analyse (untersucht zielgerichtet einzelne Substanzen) nur ein kleiner Teil der anthropogenen Substanzen in Gewässern untersucht und beobachtet werden. Das Non-Target-Screening (NTS) ist eine massenspektrometrische Methode in der keine Vorauswahl der Analyten stattfindet. Dieser generische Ansatz kann für manche Stoffgruppen jedoch nicht so sensitiv sein wie eine spezifisch abgestimmte Target Methode. Ergebnis des NTS sind qualitative Stoffnachweise und semi-quantitative Messintensitäten.

Ziel des Projekts „Ad-hoc Bewertung für die Gewässerbeobachtung der Zukunft (GdZ)“ ist es Bewertungsoptionen für NTS Daten zu entwickeln. Wir stellen Werkzeuge bereit, um neue Problemstoffe leichter und schneller zu identifizieren und Maßnahmen zur Minderung der ⁠Exposition⁠ zu entwickeln. Essentieller Teil des Projekts ist die Entwicklung kuratierter Stofflisten der Chemikaliengesetze (z.B. REACH EC 1907/2006, Pflanzenschutzmittel EC 1107/2009, Arzneimittel 2001/83/EC, Biozide EU 528/2012). Wir wollen die Bewertung der Stoffe dieser Liste mit Gewässerdaten unterstützen. Neben Einzelsubstanzen berücksichtigen wir auch Stoffmischungen und entwickeln Lösungsansätze, um diese zu bewerten. Zentrales Element der GdZ ist das NTS Portal, welches die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) im Auftrag des ⁠UBA⁠ entwickelt hat. Es enthält NTS Messungen des Bundes und der Länder aus der Gewässerbeobachtung. Wir entwickeln das NTS Portal weiter, sodass es zur zentralen Anlaufstelle für übergreifende Fragestellungen zu Stoffen in den Chemikalien- und Umweltgesetzen wird. Dazu integrieren wir bewertungsrelevante Daten z.B. zu physikalisch-chemischen Parametern und (öko-)toxikologischen Daten. Der Risiko- und Gefahrenbewertung folgend werden ebenfalls Daten zur Langlebigkeit oder der Anreicherung in Nahrungsnetzen berücksichtigt, sodass wir gleichzeitig ein Frühwarnsystem, für mögliche neue Problemstoffe, aufbauen.

Eine Kurzbeschreibung des Projekts kann hier heruntergeladen werden.

Teilen:
Artikel:
Drucken