Überwachung und Bewertung

Zur Überwachung von Grundwassermenge und -beschaffenheit betreiben die Bundesländer, die Wasserversorgungsunternehmen und andere eine Vielzahl von Messstellen. Für die Bestimmung des Grundwasserzustands und die Berichterstattung an die Europäische Umweltagentur EUA erhält das Umweltbundesamt von den Bundesländern jährlich aktuelle Daten ausgewählter Messstellen.

In Deutschland werden zur Umsetzung eines vorsorgenden Grundwasserschutzes und einer nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung von den Ländern umfangreiche Messnetze zur Grundwasserüberwachung betrieben.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG) verpflichtet die Mitgliedstaaten, Messnetze zur Überwachung des chemischen und mengenmäßigen Zustands des Grundwassers einzurichten. Der chemische Zustand wird an operativen Messstellen und Überblicks-messstellen ermittelt. Überblicksmessstellen wurden vorwiegend in unbelasteten Grundwasserkörpern eingerichtet, wohingegen operative Messstellen in Grundwasserkörpern errichtet wurden, die im schlechten Zustand sind. In Deutschland sind für die Einrichtung und den Betrieb der Messnetze die Bundesländer verantwortlich. Insgesamt betreiben die Länder 4.892 Überblicksmessstellen, 2.273 operative Messstellen und knapp 6.000 Messstellen zur Überwachung des mengenmäßigen Zustands. Die Bewertungsergebnisse dieser Messstellen werden im 6-Jahres Turnus von den Bundesländern über die Bund/Länder Informations- und Kommunikationsplattform "WasserBLIcK" an die EU-Kommission berichtet.

Des Weiteren betreiben die Bundesländer das sogenannte EUA-Messnetz mit insgesamt 1214 Messstellen. Die Daten dieser Messstellen sollen einen zuverlässigen Überblick über die Grundwasserbeschaffenheit in Deutschland geben und sind die Basis für Berichte an die Europäische Umweltagentur EUA im Rahmen der jährlichen Datenbereitstellung zum „State of the Environment (SoE) Report“ sowie zur Berichterstattung nach EU-Nitratrichtlinie (91/676/EWG). Auf Grundlage der „Verwaltungsvereinbarung zum den Datenaustausch im Umweltbereich zwischen Bund und Ländern″ (UBA 1999) haben sich die Länder verpflichtet, dem Umweltbundesamt jährlich die Daten dieses Messnetzes zu übermitteln.

Die Messstellen des EUA-Messnetzes erfüllen folgende Kriterien:

  • Die Messstellen befinden sich im oberflächennahen Grundwasserleiter (oberstes Grundwasserstockwerk, freies Grundwasser ohne Sperrschicht), damit sich die Nitratausträge der Landnutzungen in dem mit den Messstellen erfassten Grundwasser abbilden können.
  • Die Messstellen bilden die Verteilung der Landnutzungen (Siedlung, Wald, Grünland, Acker und Sonderkulturen) in den Bundesländern und somit auch in Deutschland repräsentativ ab.
  • Die Anzahl der Messstellen in den einzelnen Bundesländern ergibt sich aus ihrer Flächengröße.
  • Die regionale Verteilung der Nitratbelastung im Grundwasser wird repräsentativ wiedergegeben.

Die EU-Nitratrichtlinie fordert, dass bei der Auswahl der Messstellen ein Zusammenhang zwischen der Nitratbelastung der Gewässer und der landwirtschaftlichen Nutzung hergestellt werden kann (Artikel 5 RL 91/676/EWG). Daher werden für die Nitrat-Berichterstattung aus dem EUA-Messnetz nur diejenigen Messstellen ausgewählt, in deren Einzugsgebiet die Nutzungseinflüsse von Acker, Grünland und Sonderkulturen auf die Grundwassermessstellen dominieren. Diese Messstellen wurden zu einem „Teilmessnetz Landwirtschaft“, auch als „EU-Nitratmessnetz“ bezeichnet, zusammengefasst. Dieses EU-Nitratmessnetz umfasst 697 Messstellen. Eine Übersicht über die Messstellen des EUA-Messnetzes und des EU-Nitratmessnetzes (Teilmessnetz Landwirtschaft) enthält die unten stehende Karte.
 

 

Eine Übersicht über die Messstellen des EUA-Messnetzes und des EU-Nitratmessnetzes (Teilmessnetz Landwirtschaft) enthält diese Karte.
EUA-Messnetz mit EU-Nitratmessnetz (Teilmessnetz Landwirtschaft)
Quelle: BKG