Geographie der Antarktis

Auf der linken Seite des Bildes sieht man antarktisches Meer, von rechts ragt eine Schelfeisplatte hinein. zum Vergrößern anklicken
Gewaltige Schelfeisplatten schwimmen auf dem Meer, sind aber an Land mit einem Gletscher verbunden.
Quelle: M. Müller/UBA

Karten der Antarktis können bei weitem nicht die geographische Vielfalt der Region wiedergeben. Unter dem mächtigen Eispanzer liegen kilometerhohe Gebirge mit tief zerklüfteten Schluchten verborgen. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten bilden sich mit dem Meereis immer wieder neue Küstenlinien - die genaue Fläche ändert sich stetig.

Der Antarktis-Vertrag definiert das gesamte Gebiet südlich 60° südlicher Breite als Antarktis, das heißt, den Kontinent, die Inseln, die Schelfeisflächen und den Ozean. Der Kontinent allein umfasst eine Fläche von rund 13,5 Mio. km² und ist damit 37mal so groß wie Deutschland oder anderthalb mal so groß wie Europa. 98 Prozent des antarktischen Kontinents sind mit Eis bedeckt, das durchschnittlich 2,3 km dick ist.

Das Transantarktische Gebirge trennt den halbkreisförmigen ostantarktischen Schild von der Westantarktis mit der antarktischen Halbinsel. Es erstreckt sich von Victorialand am Rossmeer bis Coats Land am Weddellmeer und ist mit einer Länge von 3.500 km die fünftlängste Gebirgskette der Erde. Die Westantarktis ist von Bergmassiven und ebenen Eisflächen mit mittleren Höhen um 2.500 m geprägt. Die Ostantarktis, etwa doppelt so groß wie die Westantarktis, wird von einem großen eisbedeckten Hochplateau mit Gipfelhöhen bis zu 4.500 m eingenommen. Die stellenweise mehr als 4.000 m dicke Inlandeisdecke macht die Antarktis zum höchsten Kontinent der Erde.

Die Antarktis ist das größte Süßwasserreservoir der Welt

70 Prozent des Süßwassers der Erde sind hier als Eis gebunden und stellen somit das größte Süßwasserreservoir der Welt dar. Ein Abschmelzen der Eiskappe würde den Meeresspiegel um bis zu 60 m ansteigen lassen, was zur Überschwemmung zahlreicher dicht besiedelter Küstenregionen, Inseln und von weiten Landstrichen führen würde.

Die höchste Erhebung der Antarktis ist der Mount Vinson im Ellsworth-Gebirge (4.897 m); der tiefste Punkt liegt im Bentleygraben (2.538 m unter dem Meeresspiegel). In der Antarktis gibt es vulkanisch aktive Gebiete, zum Beispiel Deception Island (vom Meer überflutete Caldera) oder der Vulkan Mount Erebus (3.794 m) auf der Ross-Insel.

Küstenlinien verschieben sich im Wechsel der Jahreszeiten

Der antarktische Kontinent allein hat eine Küstenlinie von 32.000 km. Er ist von einem Ringozean umgeben. Dieses Südpolarmeer wird von einem zirkumpolaren Strom beherrscht. Zwischen 40° und 60° südlicher Breite bildet dieser eine Front aus, entlang der das wärmere Meerwasser aus den nördlich gelegenen gemäßigten Breiten auf die kalten Wassermassen des Südpolarmeers trifft.

Im Winter bildet sich um die Antarktis herum ein breiter Gürtel aus Meereis, wodurch sich ihre Fläche etwa verdoppelt und die Küstenlinie des Gebietes sich stetig ändert. Im Sommer taut dieses Meereis wieder, die Eisgrenze wandert also im Verlauf eines Jahres nach Norden und wieder zurück.

Viele Eisschollen schwimmen auf dem arktischen Meer.
Im antarktischen Winter bildet sich um den Kontinent ein breiter Gürtel aus Meereis.
Quelle: M. Müller/UBA