COPD

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Nach Schätzungen leiden 10 bis 12 Prozent der Erwachsenen über 40 Jahren in Deutschland unter COPD
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COPD (engl. für „chronic obstructive pulmonary disease") ist eine häufige Lungenerkrankung, die weltweit eine zunehmende Bedeutung hat und durch eine kontinuierliche Verschlechterung der Lungenfunktion gekennzeichnet ist. Luftschadstoffe können bei Entstehung und Verlauf der Krankheit eine Rolle spielen.

Wie häufig ist COPD in Deutschland?

Nach Schätzungen leiden zehn bis zwölf Prozent der Erwachsenen über 40 Jahren in Deutschland unter einer COPD. Dazu passen aktuelle Zahlen zur Entwicklung der COPD in Deutschland: 2010 wurden 6,8 Millionen COPD-Erkrankungen geschätzt, bis 2030 wird mit einem Anstieg auf 7,9 Millionen gerechnet. Die Prävalenz von COPD steigt auch weltweit: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die COPD im Jahr 2030 an dritter Stelle der tödlichen Erkrankungen stehen. 

Welche Risikofaktoren sind bekannt?

Es ist bekannt, dass die Hauptursache für die Entstehung einer COPD das Rauchen ist – also das Einatmen sehr stark belasteter, feinstaubhaltiger Luft. Bei 90% der von COPD Betroffenen spielt das Rauchen eine Rolle, wobei auch das Passivrauchen ein auslösender Faktor sein kann. Luftbelastungen am Arbeitsplatz mit Chemikalien und Staub stellen ebenfalls ein Risiko für die Entwicklung einer COPD dar. Die COPD gehört in Deutschland zu den bedeutendsten Berufskrankheiten. 

Asthma in der Kindheit, Asthma der Eltern, das Rauchverhalten der Mutter sowie häufige Atemwegseffekte in den ersten Lebensjahren wurden neben einer genetischen Veranlagung als Risikofaktoren für das Entstehen von COPD im Erwachsenenalter identifiziert. 

COPD entwickelt sich meist aus einer chronischen Bronchitis und verläuft anfangs schleichend, sodass besonders die Frühstadien von den Betroffenen nicht erkannt und ärztlich diagnostiziert werden. COPD ist nicht heilbar und führt zu einer Verkürzung der Lebenserwartung. Symptome sind Atemnot, Husten und Auswurf besonders bei Belastung. Häufig rezidivierende Bronchitiden und andere Lungenerkrankungen kommen in späteren Stadien hinzu.

Mögliche Auslöser für eine deutliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Verlauf von COPD sind vielfältig: geringe Temperatur und Luftfeuchtigkeit, virale oder bakterielle Infektionen, Medikamente, die sich hemmend auf die Atmung auswirken oder Begleiterkrankungen wie etwa Herz-Kreislauf-Krankheiten oder Allergien. 

Welche Rolle spielen Umweltfaktoren?

Kleine und kleinste Partikel aus dem Hausbrand oder dem Straßenverkehr in der Umgebungsluft und andere Luftschadstoffe wie NO2 oder Ozon können zu einer gesundheitlich problematischen Luftverschmutzung beitragen und so auch den Verlauf von COPD beeinflussen. Zum Beispiel besteht ein Zusammenhang zwischen Zahl der Besuche von Krankenhausambulanzen wegen einer Exazerbation von COPD und der kurzfristig erhöhten Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr oder in Städten. Dies ist auch deshalb plausibel, weil in etlichen Studien gezeigt werden konnte, dass es einen Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Lungenfunktion gibt. Ob allerdings die Verschmutzung der Umgebungsluft auch bei der Entstehung von COPD eine Rolle spielen kann, ist wissenschaftlich umstritten.

Auch flüchtige Verbindungen aus Quellen im Innenraumbereich wie Aldehyde oder Duftstoffe können eine bestehende COPD verschlechtern. Insbesondere der Trend, Wohnräume mit Duftprodukten auszustatten, also die Konzentration von flüchtigen organischen Verbindungen (engl. Volatile Organic Compounds, VOC) in der Innenraumluft zu erhöhen und gleichzeitig damit eine schlechte Raumluftqualität zu maskieren, führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation für empfindliche Menschen.

 

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 COPD  Feinstaub  VOC  Luftschadstoffe  Gesundheit